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Mittwoch, 23. Juli 2025

Buchgeschichte zu den Hexenprozessen von Pendle Hill

 
Die Hexenprozesse von Pendle Hill in Lancashire, England, jähren sich in diesen Tagen zum 413. Mal. Ein guter Anlass, um euch diesen Thriller vorzustellen, den ich vor vielen Jahren gelesen habe, an den ich mich aber noch sehr gut erinnern kann und viele Szenen vor Augen habe. 



Zum Buch: Als der Fitnesstrainer Luke erstochen wird, fällt der Verdacht sofort auf seine Freundin Sarah, die seitdem verschwunden ist. Doch der Journalist Jack Garrett hegt Zweifel an diesem vorschnellen Urteil und beginnt zu ermitteln. Dabei stößt er auf grauenhaft mittelalterliche Hexenrituale und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Zunächst will Jack den Job nicht übernehmen, als sein Freund Sam, ein Anwalt,  ihn bittet mit den Eltern von Sarah zu reden. Sie sind überzeugt, dass ihre Tochter nicht die Mörderin ihres Freundes ist, aber alles spricht gegen sie. Jack findet heraus, dass in den letzten Jahren mehrere junge Frauen in der Gegend verschwunden sind und einige brutal ermordet aufgefunden wurden. Anscheinend waren sie alle Mitglieder eines Hexenzirkels und alle Nachfahren der sogenannten Pendle-Hexen aus dem 17. Jahrhundert. Auch in Sarahs Stammbaum finden sich Verbindungen. 
 

Hintergrund: 
Die Hexen vom Pendle Hill gab es tatsächlich. Sie wurden 1612 der Hexerei angeklagt und hingerichtet. 
Dabei fing alles ganz harmlos an: Im März 1612 braucht Alizon Device ein paar Nadeln, die ihr der fahrende Händler John Law überlassen soll. Der will ihr keine Nadeln schenken. Kurz darauf erleidet der Händler einen Herzinfarkt. Alizon beichtet John Law ihren Fluch, da sie überzeugt ist, den Anfall durch Hexerei ausgelöst zu haben. John Law vergibt ihr.
Zwei Wochen später meldet John Laws Sohn den zuständigen Behörden Alizons Geständnis. Die wiederholt aus freien Stücken ihr Geständnis, das sie noch ausdehnt. Warum, ist mir allerdings ein Rätsel. Außerdem berichtet sie den Behörden von Hexereien, die ihre Großmutter Elizabeth Southerns und eine Frau namens Chattox ausgeführt haben sollen. Daraufhin werden Alizon, ihre Mutter Elizabeth und ihr Bruder James verhört, Alizon daraufhin in Gewahrsam genommen.
Alizon, Elizabeth Southerns, Chattox und ihre Tochter Anne Redfearn werden zunächst zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Freunde der betroffenen Frauen treffen sich an Karfreitag am Malkin Tower, dem Wohnort der Familie Device. Das Gericht geht davon aus, dass es sich um einen Hexensabbat handelt. Ende April gibt es dazu Verhöre.
Jennet Preston, Alizons Schwester, die ebenfalls am Treffen am Malkin Tower teilgenommen hat, wird am 27. Juli des Mordes an Thomas Lister angeklagt. Sie ist erst neun Jahre alt und wird zwei Tage später in York gehängt.
Am 20. August 1612 werden zehn Personen der Hexerei für schuldig befunden und im Gefängnis von Lancaster gehängt.
Mit ein Grund für den Tod der "Hexen" ist vermutlich die damals durch König James I. geschürte und weit verbreitete Angst vor Hexerei. 


Ein weiteres Buch, dass die Hexen von Pendle Hill thematisiert, ist "Der Fluch von Pendle Hill - Ein Fall für Frey & McGrey" von Oscar de Muriel aus dem Jahr 2016. Das habe ich allerdings nicht gelesen und kann dazu nichts sagen. 





Donnerstag, 13. Februar 2025

80 Jahre Feuersturm auf Dresden

Ich mag historische Romane in denen Fiktion und echte historische Ereignisse gekonnt miteinander verwoben werden.
Der Krimi "Der Angstmann" von Frank Goldammer ist so ein Buch. Obwohl es schon fast neun Jahre her ist, dass ich es gelesen habe, kann ich mich noch an viele Dinge erinnern und bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie atmosphärisch, intensiv und authentisch die Szenen in dem zerstörten Dresden beschrieben sind. 


Zum Buch: Dresden 1944. Die Menschen leiden unter den Kriegszuständen und den daraus resultierenden Entbehrungen. Fast jede Nacht gibt es Bombenalarm, fast schon Routine für die Bevölkerung. Dazu kommen die endlosen Flüchtlingsströme aus dem Osten, wo die Menschen vor den näher rückenden Russen flüchten. Kriminalinspektor Max Heller wird zu einem Tatort gerufen, an dem eine Frau brutal ermordet und zur Schau gestellt wurde. Die beiden Jungen, die die Leiche finden, erzählen vom "Angstmann" und schnell geht das Gerücht in der ganzen Stadt um. Heller versucht so gut wie möglich seinen Job zu erledigen, was nicht einfach ist, denn sein linientreuer Vorgesetzter Rudolf Klepp, ein SS-Mann, der nicht mal Polizist ist, wirft ihm immer wieder Steine in den Weg und erschwert die Ermittlungen. Als eine weitere Leiche gefunden wird, vermutet Heller, dass ein Serienmörder in der Stadt sein Unwesen treibt.
Als dann in der Nacht des 13. Februars 1945 Dresden durch Bombenangriffe dem Erdboden gleichgemacht wird und ein Feuersturm durch die Straßen rast, vermutet man, dass auch der Angstmann tot ist. Aber dann geschieht ein weiterer Mord...

Weiter geht es hier in meiner Rezension --> KLICK

Der 13. Februar 1945 war ein Faschingsdienstag. Gegen Abend machten sich sechs britische Bomberstaffeln der Royal Air Force (RAF) von Südengland auf den Weg nach Deutschland. Um 21:45 Uhr gab es in Dresden den mittlerweile 175. Fliegeralarm und ich kann mir vorstellen, dass viele Einwohner dachten, es wird auch dieses Mal schon nicht so schlimm werden. Aber es wurde sehr schlimm. Bis zu 25.000 Menschen kamen in dem sogenannten Feuersturm ums Leben. 
Drei Viertel der Dresdner Altstadt wurde in Brand gesetzt, manche Brände loderten vier Tage lang. Aufgrund der Nachtsicht ist man sich sicher, dass keine einzelnen Ziele angeflogen wurden, vielmehr sollte die Stadt möglichst großflächig zerstört und Menschenleben vernichtet werden. 
Danach konnte die Bevölkerung nicht etwa aufatmen, denn nachts erfolgte die nächste Angriffswelle. Dieses Mal waren es britische und kanadische Bomber. Eine halbe Stunde lang wurden bis zu 650.000 Stabbrandbomben abgeworfen. Diese Bomben trafen auch Gebiete, in die sich die Bevölkerung nach dem ersten Angriff bereits geflüchtet hatte wie z. B. die Elbwiesen.
Außerdem wurde die Technik der ausgerückten Feuerschutzpolizei zerstört. Löschaktionen wurden dadurch verhindert und die zahlreichen Einzelfeuer vereinten sich rasch zu einem orkanartigen Feuersturm, der ganze Straßenzüge zerstörte. Durch den starken Luftsog wurden größere Gegenstände und auch Menschen umhergewirbelt und ins Feuer gezogen. Wer sich aus den Luftschutzkellern retten konnte, war draußen dem Feuersturm und den weiter detonierenden Bomben ausgesetzt. 
Aber auch das reichte den Alliierten noch nicht. Am 14. Februar starteten die Amerikaner einen weiteren Luftangriff und warfen 1800 Sprengbomben und 136.800 Stabbrandbomben ab. Getroffen wurde u.a. der Bahnhof und das Krankenhaus in Friedrichstadt. Die ausgebrannte Frauenkirche stürzte am 15. Februar ein. Gegen Mittag erfolgte dann ein weiterer Angriff, dieses Mal auf das Gebiet zwischen Meißen und Pirna. 
Natürlich kann man sagen, es war Krieg und im Krieg gibt es Kollateralschäden. Aber diese Angriffe wurden ohne Rücksicht auf Verluste auf die zivile Bevölkerung geflogen. Auf Menschen, die sowieso schon kaum noch etwas hatten und selbst unter den Zuständen litten und von denen der Großteil gar nicht am Krieg beteiligt war und diesen auch nie gewollt hat.




Freitag, 23. Februar 2024

Buchgeschichte zu "Sturmherz"

In der letzten Woche jährte sich wieder die Sturmflutkatastrophe in Hamburg. 
62 Jahre ist es inzwischen her, dass in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962  ein verheerendes Orkantief über die Küste hereinbrach und besonders den Stadtteil Wilhelmsburg sehr hart traf. Alleine hier starben über 200 Menschen, zum größten Teil Vertriebene aus dem Zweiten Weltkrieg, die dort in einer Gartenkolonie vorübergehend ein neues Zuhause gefunden hatten. 

Meine Schwiegermutter hat damals nahe Verwandte bei dieser Katastrophe verloren. Besonders tragisch: Ein Kind (ich glaube, es war ihr Cousin) hat sich vor dem Wasser auf ein Hausdach retten können, ist aber dann bei den eisigen Temperaturen in der Nacht erfroren, bevor es in Sicherheit gebracht werden konnte.

In dem Zusammenhang musste ich wieder an den Roman von Corina Bomann denken, den ich vor ein paar Jahren gelesen habe: Sturmherz.  Eine Geschichte, von der ein Teil zur Zeit der Flutkatastrophe in Hamburg spielt. Die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die mir sehr nahe ging. Und die klar macht, dass auch Eltern Menschen sind, die vor ihrer Zeit als Mutter oder Vater ein Leben gelebt haben. Menschen mit Erfahrungen und Erlebnissen, die sie zu denen gemacht haben, die sie heute sind. 


Inhalt:
Alexa Petri erhält die Nachricht, dass ihre Mutter Cornelia nach einem Schlaganfall im Koma liegt. Jemand muss sich um die Vormundschaft kümmern, aber zunächst zögert Alexa, denn sie hat seit Jahren ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter. Als Alexa elf Jahre alt war, ist etwas in der Familie geschehen, das sie bis heute nicht versteht und danach veränderte sich Cornelia. 
Aber irgendjemand muss sich kümmern, denn außer ihrer Tochter hat Cornelia niemanden mehr. Also pendelt Alexa zwischen Berlin, wo sie als Literaturagentin arbeitet und Hamburg, wo ihre Mutter lebt und einen kleinen Buchladen führt, hin und her. In Cornelias Unterlagen findet sie dann einen Brief und plötzlich erscheint ihr ihre Mutter in einem ganz anderen Licht. Als junge Frau war diese anscheinend ein Opfer der verheerenden Sturmflut von Hamburg im Jahr 1962 und Alexa wird klar, wie wenig sie über das frühere Leben ihrer Mutter weiß. Schließlich taucht ein alter Freund Cornelias im Buchladen auf und Alexa sieht die Chance, endlich mehr über ihre Mutter zu erfahren. Dies ist vielleicht die letzte Gelegenheit, ihre Mutter endlich besser zu verstehen und dadurch ihre Verhältnis wieder zu verbessern...

Mehr in meiner Rezi: KLICK



Donnerstag, 15. Februar 2024

Buchgeschichte zu "Der Angstmann"


Dresden 1944. Die Menschen leiden unter den Kriegszuständen und den daraus resultierenden Entbehrungen. Fast jede Nacht gibt es Bombenalarm, fast schon Routine für die Bevölkerung. Dazu kommen die endlosen Flüchtlingsströme aus dem Osten, wo die Menschen vor den näher rückenden Russen flüchten. 
Kriminalinspektor Max Heller wird zu einem Tatort gerufen, an dem eine Frau brutal ermordet und zur Schau gestellt wurde. Die beiden Jungen, die die Leiche finden, erzählen vom "Angstmann" und schnell geht das Gerücht in der ganzen Stadt um. Heller versucht so gut wie möglich seinen Job zu erledigen, was nicht einfach ist, denn sein linientreuer Vorgesetzter Rudolf Klepp, ein SS-Mann, der nicht mal Polizist ist, wirft ihm immer wieder Steine in den Weg und erschwert die Ermittlungen. 

Als eine weitere Leiche gefunden wird, vermutet Heller, dass ein Serienmörder in der Stadt sein Unwesen treibt.
Als dann in der Nacht des 13. Februars 1945 Dresden durch Bombenangriffe dem Erdboden gleichgemacht wird und ein Feuersturm durch die Straßen rast,  vermutet man, dass auch der Angstmann tot ist. Aber dann geschieht ein weiterer Mord...

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Der 13. Februar 1945 war  ein Faschingsdienstag, genau wie in diesem Jahr. Gegen Abend machten sich sechs britische Bomberstaffeln der Royal Air Force (RAF) von Südengland auf den Weg nach Deutschland. Um 21:45 Uhr gab es in Dresden den mittlerweile 175. Fliegeralarm und ich kann mir vorstellen, dass viele Einwohner dachten, es wird auch dieses Mal schon nicht so schlimm werden. Aber es wurde sehr schlimm. Bis zu 25.000 Menschen kamen in dem sogenannten Feuersturm ums Leben. 
Drei Viertel der Dresdner Altstadt wurde in Brand gesetzt, manche Brände loderten vier Tage lang. Aufgrund der Nachtsicht ist man sich sicher, dass keine einzelnen Ziele angeflogen wurden, vielmehr sollte die Stadt möglichst großflächig zerstört werden. 
Danach konnte die Bevölkerung nicht etwa aufatmen, denn nachts erfolgte die nächste Angriffswelle. Dieses Mal waren es britische und kanadische Bomber. Eine halbe Stunde lang wurden bis zu 650.000 Stabbrandbomben abgeworfen. Diese Bomben trafen auch Gebiete, in die sich die Bevölkerung nach dem ersten Angriff bereits geflüchtet hatte wie z. B. die Elbwiesen.
Außerdem wurde die Technik der ausgerückten Feuerschutzpolizei zerstört. Löschaktionen wurden dadurch verhindert und die zahlreichen Einzelfeuer vereinten sich rasch zu einem orkanartigen Feuersturm, der ganze Straßenzüge zerstörte. Durch den starken Luftsog wurden größere Gegenstände und auch Menschen umhergewirbelt und ins Feuer gezogen. Wer sich aus den Luftschutzkellern retten konnte, war draußen dem Feuersturm und den weiter detonierenden Bomben ausgesetzt. 
Aber auch das reichte den Alliierten noch nicht. Am 14. Februar starteten die Amerikaner einen weiteren Luftangriff und warfen 1800 Sprengbomben und 136.800 Stabbrandbomben ab. Getroffen wurde u.a. der Bahnhof und das Krankenhaus in Friedrichstadt. Die ausgebrannte Frauenkirche stürzte am 15. Februar ein. Gegen Mittag erfolgte dann ein weiterer Angriff, dieses Mal auf das Gebiet zwischen Meißen und Pirna. 
Natürlich kann man sagen, es war Krieg und im Krieg gibt es Kollateralschäden. Aber diese Angriffe wurden ohne Rücksicht auf Verluste auf die zivile Bevölkerung geflogen. Auf Menschen, die sowieso schon kaum noch etwas hatten und selbst unter den Zuständen litten und von denen der Großteil gar nicht am Krieg beteiligt war und diesen auch nie gewollt hat. 




 

Mittwoch, 9. August 2023

Buchgeschichte: Die letzte Fahrt der Demeter

Wer "Dracula" von Bram Stoker gelesen hat oder den Film gesehen hat, der weiß, dass die Demeter das Schiff war, das den Vampir von Bulgarien nach England brachte. Als dieses in Whitby anlegte, war die gesamte Mannschaft tot, der Kapitän ans Steuerrad gefesselt und von Bord sprang ein großer schwarzer Hund. 


Dieser Teil des Romans wurde nun verfilmt. Und ich frage mich: Kann das funktionieren? Sicher, man kann bestimmt einiges an Spannung und Horror erzeugen. Ein Sturm auf einem Schiff, Dunkelheit, es geschehen unheimliche Dinge, nach und nach verschwinden die Crew Mitglieder und eine grauenhafte Gestalt wird immer wieder an Bord gesehen. Aber reicht dieses eine Kapitel des Klassikers für einen gesamten Film?  
Der Trailer verspricht jedenfalls spannende Unterhaltung

Aber mal ehrlich, wer das Buch kennt, weiß ja auch, wie die Geschichte ausgeht. Es sei denn, es wird im Film ein anderes Ende für Dracula geben als bei Bram Stoker. Stellt euch vor, Dracula wäre nie in Whitby von Bord gegangen, weil er vorher auf der Demeter vernichtet wurde. Er hätte niemals sein Unwesen in England getrieben und niemals Mina getroffen. Dr. Seward hätte es nie für notwendig erachtet, seinen Mentor Van Helsing nach London zu holen. Was wäre der Literaturwelt damit entgangen? Nein, ich glaube nicht, dass ich mir das vorstellen möchte. 😉

Ab dem 17. August kann man sich im Kino überzeugen, ob die Umsetzung dieses relativ kleinen Parts aus dem Roman gelungen ist. Ich glaube aber, ich warte, bis man ihn irgendwo streamen kann. 








Freitag, 14. Juli 2023

Buchgeschichte am Freitag: Der Scarpetta-Faktor




Wer Thriller liest, kommt an diesen beiden Autorinnen und ihren Heldinnen eigentlich nicht vorbei. So ging es auch mir.  Ich weiß nicht mehr genau, wen ich damals zuerst entdeckte, Kathy Reichs oder Patricia Cornwell. 

Schon der erste Fall für die forensische Anthropologin Tempe Brennan hat mich begeistert, vor allem der Schreibstil hat mir gut gefallen und das ist auch heute noch der Fall. Ich habe jedes der Bücher gelesen, bis vor ein paar Jahren auch sofort nach dem Erscheinen eines neuen Teils, aber seit einiger Zeit hinke ich ein wenig hinterher. Aktuell lese ich "Die Sprache der Knochen", welches Band 18 der Reihe ist. Letztes Jahr ist mit "Kalte, kalte Knochen" der 21. Band veröffentlicht worden. 
In all den Jahren habe ich jeden Teil der Reihe gerne gelesen, mancher war vielleicht ein bisschen schwächer in der Handlung als ein anderer, aber ich hatte nie den Gedanken, die Reihe abzubrechen. Es ist auch das Zwischenmenschliche, was mir so gut gefällt und der unterschwellige Humor, besonders, bei den Szenen zwischen Tempe und Ryan. Oder auch ihre "Unterhaltungen" mit Kater Bird. 
Manchmal sind zwar die Abkürzungen der zahlreichen Institutionen und Behörden ein wenig anstrengend und nervig, aber ich vermute, da kann die Autorin - selbst Professorin für Anthropologie - nicht aus ihrer Haut. Und sie bemüht sich ja auch, auch dem unwissendsten Leser alles zu erklären. 

Anders ist es mir mit Patricia Cornwell und ihrer Protagonistin Kay Scarpetta ergangen. Ich habe die Reihe mittendrin begonnen mit dem Band "Die Tote ohne Namen", weil ich das Buch zufällig im Laden entdeckt hatte. Danach habe ich dann von vorne begonnen und bis ich auf dem aktuellen Stand war, kam bereits der nächste neue Teil frisch raus. 
Wie auch bei Kathy Reichs wird die Reihe in der 1. Person aus Sicht der Pathologin erzählt. Man ist immer nah am Geschehen, verfolgt alles hautnah mit. 
Das ändert sich nach Teil 11 "Das letzte Revier". Ab "Die Dämonen ruhen nicht" schreibt die Autorin in der 3. Person und das hat den Büchern meiner Meinung nach gar nicht gut getan. Gleichzeitig ließ damit auch die Spannung nach,  jedenfalls habe ich es so empfunden. 
Patricia Cornwell hat irgendwann mal gesagt, der Grund für diesen Wechsel in der Erzählperspektive hatte dramaturgische Gründe. Sie wollte aus der Sicht einer Figur schreiben, die einige Teile zuvor aus der Handlung verschwunden ist. Das wäre aber nicht möglich gewesen, wenn sie weiter in der Ich-Form aus Kay Scarpettas Perspektive geschrieben hätte. Das kann ich auch nachvollziehen. Trotzdem hatte ich erhebliche Schwierigkeiten mit dieser Umstellung und habe die Reihe nach Teil 13 nicht weiterverfolgt. 

Das ist jetzt über fünfzehn Jahre her und nun bin ich soweit, Kay Scarpetta noch mal eine Chance zu geben. Mit "Scarpetta-Faktor" hoffe ich, wieder einen Einstieg in die Reihe zu finden. Es ist der 17. Band der Reihe, daher fehlen mir zwar nach "Staub" drei Teile, aber ich bin ja schon mal mittendrin eingestiegen und hoffe daher, es klappt auch dieses Mal wieder. Und der Titel passt ja auch irgendwie ganz gut zur Situation.

Ich war damals übrigens nicht die Einzige, die Probleme mit dieser geänderten Erzählweise hatte, also lag es nicht nur an mir. 😉 




Freitag, 17. März 2023

Buchgeschichte am Freitag: St. Patrick's Day

 


Patrick lebte wahrscheinlich im 5. Jahrhundert in Irland und war dort der erste christliche Missionar. Nach all der Zeit ist es schwer, historisch gesicherte Fakten aus den Heiligenlegenden, die inzwischen um St. Patrick kreisen, zu gewinnen. So gibt es auch eine irisch-walisische Legende, dass er ein heidnischer Waliser namens Patrick Maewyn gewesen sein könnte.
Heute wird Patrick in der irisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt und da er als Schutzpatron Irlands gilt, ist der 17. März (wahrscheinlich sein Todestag) dort ein Hochfest und ein gesetzlicher Feiertag, ebenso im britischen Überseegebiet Montserrat und der kanadischen Provinz Neufundland.
In vielen Städten gibt es große Paraden wie z. B. in Dublin, London, Boston oder Chicago. Hier wird sogar der Chicago River grün gefärbt, denn Grün ist am St. Patrick's Day die vorherrschende Farbe. 
Sogar in München findet seit 1996 eine Parade statt, an der nicht nur schottische, irische und englische Gruppen, sondern immer mehr auch Deutsche teilnehmen. im Jahr 2007 waren es ingesamt fast 30.000 Menschen. Und natürlich wird der St. Patrick's Day auch traditionell in allen Irish Pubs gefeiert. Sogar das Bier wird dafür manchmal grün gefärbt....aber niemals das Guinness. 😉 
Übrigens geht das Kleeblatt (Shamrock), das Symbol für Irland, auch auf St. Patrick zurück. So soll er anhand der Blätter den Iren die Dreifaltigkeit erklärt haben.

Ich habe ein paar Bücher gelesen, die in Irland spielen, da mich dieses Land einfach fasziniert. Besonders gut gefallen und in Erinnerung geblieben ist mir "Der dunkle Weg" von Susanne Goga. Es ist die Geschichte der jungen Ida Martens, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Irland kommt und eigentlich dort nur eine Freundin besuchen möchte. Aber dann gefällt es ihr so gut, dass sie bleibt. Sie ist fasziniert von der Mentalität der Iren und ihrem Mut zum Kampf für die Freiheit ihres Landes. 
Mir war bis dahin gar nicht bewusst, dass zeitgleich mit dem Ersten Weltkrieg in Irland ein Kampf für eine Freie Republik Irland aufbrandete und dass die englische Regierung diesen so blutig niederschlug. 

Hier geht es zu meiner Rezension: KLICK











Freitag, 9. Dezember 2022

Buchgeschichte am Freitag: Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam

 Vor ein paar Jahren habe ich dieses wunderschöne Buch von Astrid Fritz gelesen.



Jakob, der sich in Straßburg seinen Lebensunterhalt im 16. Jahrhundert als Dieb "verdient", macht einer Schneiderfamilie, bei der er zuvor eingebrochen ist und vor lauter Hunger über ihre kargen Vorräte herfiel, ein wunderbares Weihnachtsgeschenk: einen sogenannten Wintermaien. Er sucht immergrüne Zweige zusammen, schmückt sie mit Zuckerwerk und einer Papiergirlande und stellt sie in deren Stube auf. 

1539 gibt es tatsächlich einen urkundlichen Eintrag, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Durch die Zünfte kam der Baum schließlich in die Zunftstuben und von da mit der Zeit dann in jedes Haus. 

1611 schmückte Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Baum mit Kerzen. 

Königin Victoria brachte den Baum schließlich nach England. Sie war ja mit einem Deutschen verheiratet und liebte sowieso die deutschen Weihnachtsbräuche.

Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, hat also sehr wahrscheinlich seinen Ursprung in Deutschland. 

Davor haben auch schon die Germanen an Jul immergrüne Zweige und Bäume aufgestellt, aber eben nicht in der Form, wie wir es heute kennen. 
Die Römer feierten den Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen und im Norden wurden immergrüne Zweige über die Haustür und in die Stube gehängt, um böse Geister abzuwehren. 
Das Grün gab in der dunklen Jahreszeit, die früher ja noch dunkler war, Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings und des Lichts. Das findet sich auch im Brauch der Barbarazweige wieder. 

Ich kann euch die Geschichte "Wie der Weihnachtsbaum in die Welt" kam von Astrid Fritz nur empfehlen, gerade in dieser Zeit. Es sind auch nur 120 Seiten, also genau das Richtige vielleicht für den 3. Advent. 




 
 
 
 
 

Mittwoch, 9. November 2022

Buchgeschichte zu Jack the Ripper

Heute vor 134 Jahren, am 9. November 1888, wurde die fünfundzwanzig Jahre alte Mary Jane Kelly ermordet. Sie gilt als das letzte Opfer von Jack the Ripper. Mary Jane wurde in ihrer Unterkunft in Whitechapel mit durchgeschnittener Kehle gefunden, das Gesicht stark verstümmelt, Brustkorb und Unterleib aufgeschnitten. Das Herz fehlte. 
Es gab allerdings auch Gerüchte, dass ihr Mörder ein anderer war, denn die bisherigen Opfer waren alle über vierzig Jahre alt und wurden auf der Straße oder in Hinterhöfen ermordet. Trotzdem passte vieles in das Schema von Jack the Ripper.
 
Auch nach so vielen Jahren ist es immer noch faszinierend, dass der Täter nie gefasst wurde. Jedenfalls offiziell. Manche behaupten ja auch, er wurde gefasst, aber das Ganze wurde vertuscht, weil er ein Mitglied einer einflussreichen Familie war, vielleicht sogar der Königsfamilie. 
Oder wurde er nie gefasst, weil er das Land verlassen hat, nach Amerika gegangen ist? Auch das ist ein Gerücht, dem viele Forscher und Historiker nachgegangen sind.
 
Ich kenne zwei Romane, die diese Möglichkeit auf interessante Weise in eine spannende Handlung eingebaut haben:
 
Stadt in Angst
New York 1891. Eine Prostituierte wird brutal ermordet. Ihre Leiche weist dieselben Verletzungen auf wie die Opfer einer berüchtigten Mordserie in England. Hat der Mörder den Atlantik überquert, um seine Spur zu verwischen? Oder handelt es sich um einen Nachahmungstäter?  Lest hier weiter: KLICK
 
 Der Ripper
London, 1888. In White Chapel treibt Jack the Ripper sein Unwesen. Der sechzehnjährige Trevor Bentley ist eigentlich nur nachts auf den Straßen unterwegs, um seinen Onkel zu suchen, der Polizist ist. Durch Zufall trifft er auf einen Mann, der aufgrund der Tat, bei der Trevor ihn beobachtet, nur der berüchtigte Ripper sein kann. Er erlebt den Mord an Mary Jane Kelley hautnah mit und muss vor dem brutalen Mörder fliehen. Trevor landet auf dem Boot eines amerikanischen Paares und sein Verfolger nutzt die Chance und flieht mit den Dreien als Geiseln über den Atlantik. An der amerikanischen Ostküste nimmt Trevor schließlich die Verfolgung auf, fest entschlossen, den Ripper aufzuhalten.
Lest hier weiter: KLICK 
 
 
Auch in der London-Trilogie von Tom Finnek ist Jack the Ripper in Teil 3 ein Thema:

Vor dem Abgrund
London, 1888. Zwei Menschen stehen im Mittelpunkt der Ereignisse, die diese Geschichte erzählt. Die sechzehnjährige Celia Brooks kommt nach dem Tod der Mutter von Brightlingsea in die Hauptstadt, ihren Vater zu suchen. Ein Hinweis führt sie ins Armenviertel White Chapel im East End. Nicht ungefährlich, denn hier treibt seit einiger Zeit der Frauenmörder Jack the Ripper sein Unwesen. Drei Frauen fielen ihm bereits zum Opfer.  Der junge Hotelierssohn Rupert Ingram dagegen vertreibt sich seine Zeit bis zur von seinem Vater arrangierten Hochzeit mit der Nichte eines Brauunternehmers mit Ausflügen ins East End, verbringt dort die Nächte mit Alkohol und Huren. Hier ist er einer von vielen und kann sein, was er will. 
Lest hier weiter: KLICK
 

Thriller-Autorin Patricia Conrwell hat den Fall ebenfalls recherchiert, mit modernen Methoden und ihre Ergebnisse in einem interessanten Buch veröffentlicht:




 
 
 
 

Montag, 22. August 2022

Buchgeschichte zu "Das Spiel der Könige": Die Schlacht von Bosworth

Heute, am 22. August, kam es im Jahr 1485 zur entscheidenden Schlacht von Bosworth, die das Ende der Rosenkriege einläutete. Henry Tudor, der Earl of Richmond, besiegte die Armee von König Richard III. Entscheidend für diesen Sieg war auch, dass Richards Verbündete Lord Thomas Stanley und Sir William Stanley sich auf die Seite von Henry schlugen und der 4. Earl of Thumberland, Henry Percy, sich neutral verhielt. 
Henry Tudor bestieg danach als Henry VII. den englischen Thron und die Schlacht von Bosworth bedeutete das Ende des Hauses York. Auch der Duke of Norfolk fiel in dieser Schlacht.
 
Richard III. war übrigens der letzte englische König, der in einer Schlacht fiel. Einigen Quellen zufolge wurde seine Krone noch auf dem Schlachtfeld an Henry Tudor übergeben.

Die Tudor-Herrschaft dauert 120 Jahre bis zum Tode von Königin Elisabeth I.
 
Leser der Waringham-Reihe von Rebecca Gablé wissen natürlich, dass die Handlung von "Das Spiel der Könige" genau in dieser Zeit angesiedelt ist.  Die Kinder von John of Waringham, die Zwillinge Julian und Blanche, unterstützen Königin Marguerite im Kampf gegen Richard, Duke of York, damit ihr Sohn Edouard einmal König von England wird und das Haus Lancaster wieder auf dem Thron sitzt.
Gleichzeitig beschützen die Waringhams einen weiteren wichtigen Erben in der Thronfolge, den jungen Henry, Sohn von Edmund Tudor und Margret "Megan" Beaufort, einer Nachfahrin von John of Gaunt, des Duke of Lancaster. 
 
Mir hat dieser 3. Teil der Reihe damals sehr gut gefallen. Julian und Blanche wurden wieder so geschickt in die Geschichte eingewoben, dass man denkt: Ja, so könnte es gewesen sein.

Hier geht es zu meiner Rezension von 2016: KLICK 
 

 
 
 

Donnerstag, 9. Juni 2022

Buchgeschichte zu Kay Scarpetta

Heute feiert die amerikanische Autorin Patricia Cornwell ihren 66. Geburtstag. Ich war früher ein großer Fan ihrer Thriller-Reihe um die forensische Pathologin Kay Scarpetta. Sobald ein neuer Teil auf den Markt kam, habe ich ihn mir gekauft und verschlungen.
 
 
Das änderte sich ab "Das letzte Revier". Danach gab es eine entscheidende Änderung in der Handlung bzw. in der Erzählperspektive. Bis dahin waren alle Bücher in der 1. Person aus Sicht der Hauptfigur Kay Scarpetta geschrieben.  Dadurch hatte ich das Gefühl, immer direkt im Geschehen zu sein. Das änderte sich dann mit Band 11. Ab da gab es keinen Ich-Erzähler mehr, alles wurde aus Sicht der 3. Person erzählt. Irgendwo habe ich gelesen, dass Patricia Cornwell dies aus dramaturgischen Gründen gemacht hat, da es für den weiteren Verlauf von Kays Geschichte notwendig war, die Handlung aus Sicht mehrerer Personen fortzusetzen.
 

Das mag sein, aber mir persönlich hat es überhaupt nicht gefallen. Und ich war nicht die Einzige, es gab viele Kritiken. Ich muss auch sagen, dass mir ab Band 12 die Spannung fehlte. Ich hatte das Gefühl, die Nachfolgebände "Die Dämonen ruhen nicht" und "Staub" seien von einem anderen Autor geschrieben worden. 
Ich habe die Reihe dann abgebrochen, auch wenn ich zwischendurch immer mal wieder überlegt habe, es mal wieder mit einem Band zu versuchen. Mit "Totenstarre" ist im September 2017 allerdings der 24. Teil bei uns auf dem Markt gekommen, da hätte ich einiges nachzuholen.  😉
 
 
 
 
 

Freitag, 27. Mai 2022

Buchgeschichte am Freitag: 125 Jahre Dracula

Am 26. Mai 1897, also vor 125 Jahren wurde "Dracula" von Bram Stoker veröffentlicht.  Und deswegen ist dieser Tag der "World Dracula Day".
Seit wann dieser Tag gefeiert wird und wer ihn dazu ernannt hat, ist leider nicht bekannt. Aber es muss jemand sein, den Stokers Roman und die Figur des Grafen fasziniert hat.
Da geht es ihm wie mir. Wobei ich den Film-Dracula zuerst "kannte". Ich erinnere mich, dass ich damals heimlich, als meine Eltern mal nicht da waren, abends einen Draculafilm im Fernsehen angeschaut habe. Da muss ich so elf oder zwölf gewesen sein. Meine Angst, dass ich erwischt werde, war aber größer als die vor dem Vampir. *g*
Erst sehr viel später habe ich dann zum ersten Mal das Buch gelesen und zwar als der Film von Francis Ford Coppola in die Kinos kam, das war 1992. Zeitgleich wurde der Roman neu veröffentlicht und ich habe ihn mir direkt gekauft und verschlungen. Und bis heute ist diese Verfilmung für mich die einzige, die so nah an die Geschichte des Buchs heran kommt. Außer, dass Dracula im Roman nur am Anfang und am Ende tatsächlich persönlich auftaucht. Ist euch das schon mal aufgefallen? Und trotzdem beherrscht er die gesamte Handlung, ist permanent eine dunkle, unsichtbare Bedrohung und beeinflusst das Handeln der anderen Hauptfiguren.
 
 
Der Aufbau des Romans (eine Mischung aus Abenteuer,- Reise-, Liebes- und Schauergeschichte) besteht aus Tagebucheinträgen, Tonaufzeichnungen, Briefen und  Zeitungsberichten. Es gibt keinen klassischen Erzähler, der durch die Handlung führt, was das Ganze irgendwie dokumentarisch und beinahe authentisch erscheinen lässt. Besonders durch die Tagebucheinträge nimmt der Leser unmittelbar am Geschehen teil. 

Ursprünglich wollte Bram Stoker "Dracula" übrigens in der Steiermark spielen lassen, inspiriert durch die Vampirgeschichte "Carmilla" von Joseph Sheridan Le Fanu. Das zeigt sich in seiner Kurzgeschichte "Draculas Gast", die zunächst die Einleitung zu seinem Roman sein sollte, später aber von ihm wieder gestrichen wurde. Dann verlegte er das Ganze nach Transsilvanien.

Tragisch ist, dass Bram Stoker den großen Erfolg seines Romans nicht mehr erlebt hat. Er starb in dem Glauben, dass er mit "Dracula" einen Ladenhüter geschrieben hat, denn die Geschichte wollte anfangs niemand lesen. Erst die Theateraufführungen und Verfilmungen verliehen der Figur des Grafen Dracula die Unsterblichkeit. Und bis heute ist er der berühmteste Vampir der Welt und Vorbild für viele weitere Roman- und Filmfiguren. 


 Gelesen habe ich "Dracula" bis jetzt drei Mal, aber irgendwann wird es sicher mal wieder Zeit für einen Re-Read. Und es gibt noch viele weitere interessante Bücher zur Figur Dracula:
1. Dracula kehrt zurück von Freda Warrington
2. Dracula - Die Wiederkehr von Dacre Stoker und Ian Holt
3. Dracula, my love von Syrie James
4. Die Geständnisse des Grafen Dracula von Fred Saberhagen
5. Der Historiker von Elizabeth Kostova
6. Department 19 von Will Hill

Und wer "Draculas Gast" lesen möchte, der wird hier fündig, denn die Kurzgeschichte ist in dieser Anthologie des Festa-Verlags veröffentlicht worden:
 








Freitag, 29. April 2022

Buchgeschichte am Freitag: Die Hexen von Pendle Hill

Morgen, am 30. April, wird im Alten Jahreskreis Beltane gefeiert. In Deutschland ist dieser Tag auch  bekannt als Walpurgisnacht, das Fest der Hexen. Sie treffen sich am Hexentanzplatz, um gemeinsam zum Brocken (Blocksberg) zu fliegen und zu feiern.  
 

Anlass für mich, hier ein Buch vorzustellen, das ich vor mehr als zehn Jahren gelesen habe, aber das mir immer noch gut im Gedächtnis ist, weil es so spannend war.
 

Zum Buch:
Als der Fitnesstrainer Luke erstochen wird, fällt der Verdacht sofort auf seine Freundin Sarah, die seitdem verschwunden ist. Doch der Journalist Jack Garrett hegt Zweifel an diesem vorschnellen Urteil und beginnt zu ermitteln. Dabei stößt er auf grauenhaft mittelalterliche Hexenrituale und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Zunächst will Jack den Job nicht übernehmen, als sein Freund Sam, ein Anwalt,  ihn bittet mit den Eltern von Sarah zu reden. Sie sind überzeugt, dass ihre Tochter nicht die Mörderin ihres Freundes ist, aber alles spricht gegen sie. Jack findet heraus, dass in den letzten Jahren mehrere junge Frauen in der Gegend verschwunden sind und einige brutal ermordet aufgefunden wurden. Anscheinend waren sie alle Mitglieder eines Hexenzirkels und alle Nachfahren der sogenannten Pendle-Hexen aus dem 17. Jahrhundert. Auch in Sarahs Stammbaum finden sich Verbindungen. 
 
 
Die Hexen vom Pendle Hill gab es tatsächlich. Sie wurden 1612 der Hexerei angeklagt und hingerichtet. 
Dabei fing alles ganz harmlos an: Im März 1612 braucht Alizon Device ein paar Nadeln, die ihr der fahrende Händler John Law überlassen soll. Der will ihr keine Nadeln schenken. Kurz darauf erleidet der Händler einen Herzinfarkt. Alizon beichtet John Law ihren Fluch, da sie überzeugt ist, den Anfall durch Hexerei ausgelöst zu haben. John Law vergibt ihr.
Zwei Wochen später meldet John Laws Sohn den zuständigen Behörden Alizons Geständnis. Die wiederholt aus freien Stücken ihr Geständnis, das sie noch ausdehnt. Warum, ist mir allerdings ein Rätsel. Außerdem berichtet sie den Behörden von Hexereien, die ihre Großmutter Elizabeth Southerns und eine Frau namens Chattox ausgeführt haben sollen. Daraufhin werden Alizon, ihre Mutter Elizabeth und ihr Bruder James verhört, Alizon daraufhin in Gewahrsam genommen.
Alizon, Elizabeth Southerns, Chattox und ihre Tochter Anne Redfearn werden zunächst zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Freunde der betroffenen Frauen treffen sich am Malkin Tower, dem Wohnort der Familie Device. Das Gericht geht davon aus, dass es sich um einen Hexensabbat handelt.
Jennet Preston, Alizons Schwester, die ebenfalls am Treffen am Malkin Tower teilgenommen hat, wird am 27. Juli des Mordes an Thomas Lister angeklagt. Sie ist neun Jahre alt und wird zwei Tage später in York gehängt.
Am 20. August 1612 werden zehn Personen der Hexerei für schuldig befunden und im Gefängnis von Lancaster gehängt.
Mit ein Grund für den Tod der "Hexen" ist vermutlich die damals durch König James I. geschürte und weit verbreitete Angst vor Hexerei. 
 
Blick auf den Pendle Hill in Lancashire
 
 
 
 
 

Freitag, 25. März 2022

Buchgeschichte am Freitag: Hühner im Garten

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Diese Woche ist ein Buch bei mir eingezogen, das ausnahmsweise mal kein Roman, Krimi oder Ähnliches ist. Aber spannend ist es trotzdem. 
Wir überlegen nämlich, uns im Garten ein paar Hühner zu halten und dazu habe ich das folgende Buch gekauft:

 
 
Eigentlich kam mein Mann auf die Idee. Zunächst war ich skeptisch, denn Tiere bedeuten natürlich immer auch Verantwortung. Hühner allerdings sind sehr selbständig und pflegeleicht und man muss ja auch nicht mit ihnen Gassi gehen. Und ein Vorfühlen bei den Nachbarn hat bisher nur positive Reaktionen hervor gerufen. Außerdem haben bei uns in der Straße auch andere Familien Hühner.
Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass man einen Hahn braucht, damit Hühner Eier legen. Nun wurde ich aber eines Besseren belehrt. Wenn man nur leckere Frühstückseier haben möchte, brauchen die Mädels keinen Kerl, das kriegen sie allein hin. Zur Zucht braucht man natürlich einen Hahn, aber das wollen wir ja nicht. So wird es auch keinen Ärger mit den Nachbarn geben, die dann schon mit dem ersten Morgenlicht geweckt würden.
 
Ein neues Projekt in diesem Jahr wird also der Bau eines Auslaufs mit einem kleinen Stall für zwei, drei Hühnerdamen sein. Somit machen wir wieder einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Selbstversorgung. 
 
Wen es interessiert, wie die weitere Umsetzung des Vorhabens klappt, der kann hier gerne immer mal wieder rein schauen. Ich werde berichten.  😊
 
 
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Freitag, 11. März 2022

Buchgeschichte am Freitag: Frankenstein

Die meisten Leser von Klassikern, Filmfans oder Horrorfans kennen natürlich die Geschichte von "Frankenstein".
Aber ebenso spannend wie den Roman finde ich die Entstehung der Geschichte. Die Autorin Mary Shelley war noch keine 20 Jahre alt, als sie die Idee zu diesem Roman hatte. 
 
Im Jahr 1816 verbrachte Mary (damals noch Godwin) mit ihrem älteren Geliebten, dem Dichter Percy Shelley, den Sommer in einer Villa am Genfer See. Diese gehörte dem damals schon sehr bekannten Dichter Lord Byron. Auch dessen Leibarzt John Polidori und Marys Stiefschwester Claire Clairmont waren dabei.  
Das Wetter im Jahr 1816 war mehr als schlecht und ging tatsächlich als Jahr ohne Sommer in die Geschichte ein. Um sich die Zeit zu vertreiben, unterhielten sich die fünf über alles mögliche, auch über Erasmus Darwin, der angeblich tote Materie in Experimenten wiederbelebt hatte. Und als Lord Byron vorschlug, jeder der Anwesenden solle eine Schauergeschichte schreiben und vorstellen, kam Mary die Idee zu "Frankenstein". 
Ende 1816 starb Percy Shelleys Ehefrau und er und Mary heirateten. 1818 wurde "Frankenstein oder Der moderne Prometheus" zum ersten Mal veröffentlicht, allerdings noch anonym. 1822 starb Percy bei einem Unfall und Mary ging zurück nach England.
 

Übrigens hat auch John Polidori in dem Sommer eine bekannte Geschichte begonnen zu schreiben, aber erst später beendet: "Der Vampyr". Zum Ärger von Polidori wurde die Geschichte 1819 in einer Zeitschrift mit dem Untertitel "Eine Erzählung von Lord Byron" veröffentlicht. Aber dazu vielleicht in einer anderen Buchgeschichte mehr. 😉




 

Freitag, 4. März 2022

Buchgeschichte am Freitag

 


Diesen März ist es 330 Jahre her, dass die wohl berühmtesten Hexenprozesse begonnen haben. In Salem, im US-Bundesstaat Massachussetts, wurden am 1. März 1692 drei Frauen der Hexerei beschuldigt und verhaftet: Elisabeth Good, Elisabeth Osborne und eine indianische oder schwarze Sklavin namens Tituba. Alle drei waren Außenseiter der Gesellschaft.

Vorgebracht hatte der Geistliche der Puritanischen Gemeinde Salems, Samuel Parris, die Vorwürfe, nachdem seine Tochter und ihre Cousine immer wieder Anfälle hatten, sich seltsam benahmen, merkwürdige Laute von sich gaben usw. Hier konnte nur Satan seine Hand im Spiel haben. Und da seine Tochter den Teufel abgewiesen hatte, wollte dieser nun durch seine Handlanger Macht ergreifen, die Hexen. Die Mädchen wurden aufgefordert, die zu benennen, die sie verhext hatten und schnell waren Schuldige gefunden. Elisabeth Good war eine stadtbekannte Bettlerin, die oft Selbstgespräche führte. Elisabeth Osborne war alt und bettlägerig und es hieß, sie hätte die Kinder ihres ersten Mannes um ihr Erbe gebracht. Und Tituba hatte angeblich von Hexenversammlungen erzählt und kannte Namen aus dem Buch Satans. 
Und so ging es weiter. Irgendwann beschuldigte wahrscheinlich Jeder Jeden, um seine eigene Haut zu retten, denn wer verhaftet wurde und der Hexerei angeklagt, konnte dem Galgen entgehen, indem er auf weitere Schuldige zeigte.

Wenn man sich den Verlauf der Geschichte heute ansieht, fragt man sich, wie es so weit kommen konnte. Aber religiöser Fanatismus hat noch nie etwas Gutes bewirkt. Und die Puritaner sahen sich anscheinend als eine Armee Gottes im Kampf gegen den Teufel und Dämonen. 

Das Buch "Das Hexenbuch von Salem" habe ich vor vielen Jahren gelesen, aber einige Szenen sind mir immer noch im Gedächtnis. 

Die Autorin hat bei Stammbaumforschungen herausgefunden, dass sie sowohl mit Elisabeth Howe, als auch mit Elisabeth Proctor verwandt ist. Beide Frauen wurden der Hexerei in Salem angeklagt. Elisabeth Howe wurde gehängt, während Elisabeth Proctor überlebte.





Freitag, 18. Februar 2022

Buchgeschichte am Freitag

In dieser Woche jährte sich die Sturmflutkatastrophe in Hamburg zum 60. Mal. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brach ein verheerendes Orkantief über die Küste herein und traf besonders den Stadtteil Wilhelmsburg sehr hart. Alleine hier starben über 200 Menschen, zum größten Teil Vertriebene aus dem Zweiten Weltkrieg, die dort in einer Gartenkolonie vorübergehend ein neues Zuhause gefunden hatten. 
Ich bin zwar nicht direkt betroffen, aber meine Schwiegermutter hat damals nahe Verwandte bei dieser Katastrophe verloren. Besonders tragisch: Ein Kind (ich glaube, es war ihr Cousin) hat sich vor dem Wasser auf ein Hausdach retten können, ist aber dann bei den eisigen Temperaturen in der Nacht erfroren.

In dem Zusammenhang musste ich wieder an den Roman von Corina Bomann denken, den ich vor ein paar Jahren gelesen habe: Sturmherz.  Eine Geschichte, von der ein Teil zur Zeit der Flutkatastrophe in Hamburg spielt. Die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die mir sehr nahe ging. Und die klar macht, dass auch Eltern Menschen sind, die vor ihrer Zeit als Mutter oder Vater ein Leben gelebt haben. Menschen mit Erfahrungen und Erlebnissen, die sie zu denen gemacht haben, die sie heute sind. 


Hier gibt es mehr zum Buch: KLICK
 
 
 
 

 

Dienstag, 16. Juni 2020

Eine kleine Buchgeschichte zu "Ein Sommer im Rosenhaus"

Vielleicht kennt jemand noch das Bücherforum "Die Buchgesichter"? Es wurde ja leider vor einigen Jahren geschlossen. Dort gab es die sehr beliebte Rubrik der Buchgeschichten. Hier konnte jeder schreiben, was im Zusammenhang mit Büchern oder auch einem bestimmten Buch zu tun hatte, ein Erlebnis, eine Anmerkung, eine Erinnerung.

Da es dieses Forum nicht mehr gibt, schreibe ich meine Buchgeschichten nun auf meinem Blog. Heute geht es um das Buch von Nele Jacobsen, das ich gerade lese. Es handelt von einer Frau, die auf Usedom ein kleines Gärtnerhaus mit einem riesigen alten Rosengarten kauft und noch mal ganz neu anfängt. 


Das Buch gefällt mir sehr gut und ganz toll finde ich auch die Erklärungen zu Rosen. Ich hatte keine Ahnung, dass es verschiedene Rosenklassen gibt. Und wie viele Rosensorten! Auch gibt es Historische Rosen oder Alte Rosen. Diese Definition stammt von der American Rose Society und bezeichnet Rosen, die vor 1867 in Kultur waren, bevor die erste "Teehybride" eingeführt wurde.
In unserem Garten haben wir auch zwei oder drei Rosen und eine wunderschöne Kletterrose an der Hauswand im Innenhof. Ich habe beschlossen, mich nun mal näher mit Rosen zu beschäftigen, die Sorten zu bestimmen und vor allen Dingen, wie man sie am besten pflegt, damit man auch lange Freude daran hat.  Und ganz toll wäre es, wenn bald auch eine Historische Rosenart in unserem Garten einziehen würde. 

 Hier seht ihr eine Reine Victoria (1872), eine Bourbon Rose 







 

Dienstag, 14. Februar 2017

Bücher und Realität


Ich lese ja gerade "Sturmherz" von Corina Bomann und das Buch geht mir teilweise schon recht nah.
Kurz zur Handlung: Alexa Petris Mutter Cornelia liegt nach einem Schlaganfall im Koma. Als der Arzt sie fragt, ob sie als ihre Betreuerin tätig werden will, zögert sie zunächst, denn das Verhältnis zu ihrer Mutter war nicht sehr gut. Aber irgend jemand muss sich kümmern, auch um den Buchladen, den Cornelia führt.
Dann taucht ein Mann aus Cornelias Vergangenheit auf, angeblich ihre Jugendliebe, die sie kannte, bevor sie Alexas Vater heiratete. Und Alexa wird klar, dass sie im Grunde nichts über ihre Mutter weiß, sie eigentlich gar nicht wirklich kennt. 

Ich finde in der Geschichte einige Parallelen zu mir. Meine Mutter ist seit etwa drei Jahren dement. Es fing alles sehr schleichend an und anfangs habe ich mir gedacht: Ach, sie ist ja auch schon über siebzig, da wird man halt ein wenig "tüddelig".  Aber es war leider ernster. Und genau wie Alexas Mutter hatte auch meine nicht wirklich vorgesorgt. Eine Nachbarin sprach mich dann an wegen einer Vorsorgevollmacht, die meine Mutter noch unterzeichnete, als sie geistig noch wesentlich fitter war als heute. So kann ich zumindest jetzt einiges für sie regeln.
Inzwischen lebt meine Mutter in ihrer eigenen kleinen Welt, eine normale Unterhaltung ist so gut wie gar nicht mehr möglich. Ende 2014 musste ich sie in einem Seniorenheim unterbringen und wenn ich sie nun dort besuche und sehe, wie sehr sie abgebaut hat, ist das oft sehr hart. Ich wünsche mir manchmal, dass es wieder besser wird, aber mir ist natürlich klar, dass das nie der Fall sein wird, denn Demenz ist nicht heilbar.
Und genau wie Alexa in "Sturmherz" habe auch ich das Gefühl, dass ich meine Mutter nicht richtig kenne, zumindest den Teil ihrer Vergangenheit, bevor sie meinen Vater heiratete und es später mich gab. Ich würde sie gerne noch so viel fragen. 

Leider gibt es auch niemanden mehr, der mir etwas aus dieser Zeit über sie erzählen kann. Und ich glaube nicht, dass wie im Buch eine alte Jugendliebe plötzlich vor meiner Tür stehen wird und nach meiner Mutter sucht. Das Leben ist eben doch kein Roman...

Aber trotz dieser Parallelen gefällt mir das Buch sehr gut und ihr könnt dann bald hier in einer Rezension meine endgültige Meinung dazu lesen.