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Montag, 22. Juni 2026

Rezension: "Ostseefinsternis" von Eva Almstädt

Die blinde Helmgard Böttcher regiert ihre große Familie an der Ostsee mit fester Hand. Als ihre Enkelin auf dem Heimweg überfallen wird, lässt die Rache nicht lange auf sich warten: Ein junger Mann aus dem Nachbarort erleidet eine schwere Vergiftung und stirbt. Ausgerechnet eine Pflanze, die auch in Helmgards Garten wächst, war die Ursache dafür. Kommissarin Pia Korittki, die eigentlich ein entspanntes Wochenende mit ihrem Sohn Felix und ihrem Freund Marten in dessen neuem Haus an der Ostsee verbringen wollte, stößt bei den Ermittlungen in einen tödlichen Morast aus Hass, Lügen und alter Feindschaft ...

Der Klappentext ist nicht so ganz korrekt, wie man nach dem Lesen des Buches feststellen muss. 
Eigentlich ist Kommissarin Pia Korittki im Urlaub und möchte die nächsten zwei Wochen mit ihrem Sohn Felix bei ihrem neuen Freund Marten in dessen Haus an der Ostsee verbringen. Aufgrund chronischer Unterbesetzung der Abteilung bittet sie aber gleich am ersten Tag ihr Chef darum, sich um einen Todesfall ganz in der Nähe am Strand zu kümmern. So nach dem Motto "Wenn du schon mal da bist und das geht bestimmt schnell". 
Außerdem wurde einige Tage vorher eine junge Frau namens Stella Böttcher auf dem Heimweg überfallen und wie sich herausstellt, waren Stella und der Tote, Benno Hagendorf, zusammen. Oder besser gesagt, sie hatten eine Affäre, denn Benno war verheiratet. 
Hängen die beiden Fälle zusammen? Immer wieder stoßen Pia und ihre Kollegen (die dann doch irgendwie alle dabei sind, obwohl es "Personalmangel" gibt) auf neue Erkenntnisse und Geheimnisse, die die Ermittlungen nicht einfacher machen. So viel dazu, dass der Fall schnell gelöst sein wird und Pia ihren Urlaub fortsetzen kann. 

Ehrlich gesagt, zog sich das Ganze für mich stellenweise ein bisschen hin und mehr Spannung wäre schon schön gewesen.  
Auch konnte ich Pias Verhalten in Bezug auf das Verhältnis zwischen Marten und Felix nicht immer ganz nachvollziehen. 
Und es wird immer wieder auf eine alte Fehde und eine seit Generationen bestehende Feindschaft zwischen den Familien Böttcher und Hagendorf angespielt. Als dann fast schon am Ende Broders versucht der Lösung des Geheimnisses auf die Spur zu kommen, war ich doch ziemlich enttäuscht, dass dies nur in einem Nebensatz abgehandelt wird. 

Was den Täter betrifft, muss ich sagen, überrascht hat es mich jetzt nicht wirklich. Aber insgesamt finde ich alles ein bisschen zu sehr konstruiert. Was genau mich stört, schreibe ich hier jetzt nicht, das würde zu viel verraten. 

Fazit: Dieser Teil der Reihe hat mich leider nicht wirklich überzeugt. Schade, denn bisher mochte ich die Ostseekrimis von Eva Almstädt sehr. 



Bewertung: 🌹🌹🌹







Mittwoch, 14. August 2024

Rezension: "Das Licht in den Bäumen" von Patricia Koelle

Der Wald ist voller Geschichten und jeder Baum erzählt seine eigene...
Viele dieser Geschichten hat Nele von ihrer Großmutter Vio erfahren, als sie klein war. Jetzt, mit Anfang 30, ist Nele erwachsen und sucht noch nach ihrem Platz im Leben. Da bittet Vio ihre Enkelin, eine kleine Kiefer nach Rügen zu bringen, damit sie dort im sogenannten Geschichtengarten weiter wachsen kann. Bei ihrer Ankunft erfährt sie zum ersten Mal mehr über die Vergangenheit ihrer Großmutter und deckt ein Geheimnis auf, das weit in ihre Familiengeschichte reicht. Sie folgt den Spuren zum Darßer Urwald und schon bald lässt dieser Wald sie nicht mehr los. Kann sie auf der Suche nach der Vergangenheit vielleicht auch zu sich selbst finden?

"Das Licht in den Bäumen" ist der erste Teil der Sehnsuchtswald-Reihe von Patricia Koelle und er stand schon länger auf meiner Merkliste. Ich hatte das Glück, das Buch letztens auf dem Büchermarkt zu ergattern. 
Übrigens ist es ein perfektes Buch für den Herbst, denn die Geschichte beginnt im September. 
Zitat Seite 100
Es wird Herbst. [...] Da ist diese erste glückliche Ahnung in der Luft. Ich habe es schon heute morgen gerochen, als Timon das Fenster geöffnet hat. Ich freue mich darauf.
Aber natürlich kann man das Buch das ganze Jahr über lesen, denn es ist wirklich eine wunderbar erzählte Geschichte.
Nele war mir gleich sympathisch. Anfangs ist sie noch ein wenig verloren und weiß nicht, was sie von dem Vorschlag ihrer Großmutter halten soll, eine kleine Kiefer nach Rügen zu bringen. Aber genau wie das Bäumchen findet Nele im Laufe des Buches dort an der Ostsee ihren Platz im Leben und die Entwicklung mitzuerleben, hat mir sehr viel Freude bereitet. 
Auch geht es um den Respekt der Natur, insbesondere den Bäumen gegenüber. Sie sind wunderschöne, lebende und atmende Wesen, die Jahrhunderte an derselben Stelle stehen und unendlich viele Geschichten erzählen könnten. 
Zitat Seite 98:
Das Licht in den Bäumen, das so grün und bewegt war, immer im Tanz mit dem Wind und den Blättern, hatte dieselbe Kraft wie immer schon und wies auf das Filigrane, Erstaunliche hin, das man sonst leicht übersah. 
Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig,  manchmal fast schon poetisch und magisch. Ich sah beim Lesen alles ganz klar vor mir, die Bäume, das Meer, den Strand. Ich hörte den Wind rauschen, fühlte den beginnenden Herbst in der Luft, spürte am Strand den Sand unter den Füßen. 

Kleine Randnotiz: Es gibt ein Wiedersehen mit Charakteren aus "Das Meer in deinem Namen". Das habe ich vor vier Jahren gelesen, aber mir ist es erst aufgefallen, als Nele auf Carly trifft. Obwohl der Name Joram ja nicht alltäglich ist, hat es nicht sofort "Klick" gemacht. Und dann erinnerte ich mich auch daran, dass mir Jakob schon mal begegnet war. 

Fazit: Eine wirklich schöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Ich mochte den Wald und Bäume schon immer, aber nun sehe ich sie noch mal mit anderen Augen, denn im Grunde sind es Wunder, die auf jeden Fall unseren Respekt verdienen und sie sind es wert, geschützt zu werden. 

Bewertung🌹🌹🌹🌹🌹


Es gibt noch drei weitere Bücher aus der Sehnsuchtswaldreihe, die ich sicher auch noch lesen werde:

🍂Das Glück in den Wäldern
🍂Das Leuchten der Blätter
🍂Der Klang des Windes





Freitag, 23. Juni 2023

Rezension: "Leuchtturmsommer" von Marie Merburg

Nach einer Lebenskrise zieht Eva mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter an die Ostsee, um sich dort ihren Traum zu erfüllen und neu zu starten. Doch ihr Optimismus wird auf eine harte Probe gestellt, denn ihre Teenagertochter scheint Probleme magisch anzuziehen, und die Übernahme des örtlichen Cafés läuft alles andere als rund. Besonders der brummige Standesbeamte Jakob sieht die Neuzugänge im Ort kritisch. Dabei benötigt Eva für das Café dringend die Hochzeitsempfänge, um Geld in ihre Kasse zu spülen. Erst als Eva Jakob näher kennenlernt, erkennt sie, wie es gelingen könnte, seine harte Schale zu knacken. 

Ein Tapetenwechsel ist dringend nötig für Eva, denn ihr Noch-Ehemann hat sie finanziell übelst betrogen. Sie musste sogar das Hotel am Tegernsee verkaufen, das seit Generationen im Familienbesitz war. Mit dem Erlös zieht sie mit ihrer Tochter an die Ostsee in den kleinen Ort Liebwitz, wovon Nele wenig begeistert ist, was sie ihre Mutter nur allzu oft spüren lässt. Und dann trifft sie auch noch auf Jakob, der anscheinend dauerhaft schlecht gelaunt ist. Allerdings wäre es gut für den Erfolg des Cafés, wenn die beiden zusammen arbeiten würden, denn Hochzeit bringen gutes Geld und außerdem würde das das Image von Liebwitz steigern.  Das Problem ist nur, dass Jakob so gar keinen Sinn für Romantik hat, was bei den Trauungen leider auch so rüberkommt. Also schließen die beiden einen Kompromiss: Jakob zeigt Eva ihre neue Heimat, wenn sie ihm dafür in Sachen Romantik ein wenig auf die Sprünge hilft.

Das klingt jetzt vielleicht nach einem kitschigen Liebesroman, aber ich habe das beim Lesen gar nicht so empfunden. Es geht um den Mut, ganz neu anzufangen, etwas Neues zu beginnen und sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Es geht um Familie und Freundschaft. 
Mir hat der Schreibstil gut gefallen, ich war sofort mittendrin in der Geschichte. Erzählt wird in der ersten Person aus Sicht von Eva und oft musste ich schmunzeln bei ihren Gedankengängen. Überhaupt gibt es viele witzige Momente und interessante Figuren. 
Auch die landschaftlichen Beschreibungen fand ich sehr schön, allein der Moment im Darßwald. 

Ein passender Roman für den Sommer, zum Abtauchen und Wohlfühlen. 



Bewertung: 📖📖📖📖📕





Dienstag, 6. Juli 2021

Rezension: "Das Brombeerzimmer" von Anne Töpfer

Nora ist seit einem Jahr Witwe. Ihr Mann Julian wurde ganz plötzlich aufgrund einer Herzmuskelentzündung aus ihrem gemeinsamen Leben gerissen. Dabei hatten sie noch so viel vor. Nun muss sie allein klar kommen, was ihr unsagbar schwer fällt. Einzig ihr Hund Watson und ihre beste Freundin Katharina helfen ihr ein wenig durch die schwere Zeit. Und Nora liebt es, Marmeladen selbst zuzubereiten. Früher hat sie dies für ihren Mann gemacht, nun stapeln sich die Gläser turmhoch in Julians altem Arbeitszimmer. Beim Aufräumen findet sie dort einen Brief von Julians Großtante Klara, mit der er anscheinend kurz vor seinem Tod überraschend Kontakt aufgenommen hat. Dabei ist ein altes Marmeladenrezept, mit dem er Nora eine Freude zum Hochzeitstag machen wollte. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist Nora kurzentschlossen in die Vorpommersche Boddenlandschaft, um mehr über Klara zu erfahren und warum der Rest der Familie nicht über sie spricht. Dort stößt sie auf ein altes Familiengeheimnis.
 
Anne Töpfer ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die ebenfalls auch als Anne Barns schreibt. Ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich ein Buch sein kann, wenn es zwar unter anderem Namen geschrieben wurde, aber von derselben Person.
Die Bücher von Anne Barns haben mir bisher alle richtig gut gefallen, egal, ob es die Winter- oder die Sommerbücher waren. 
"Das Marmeladenzimmer" fand ich zwar auch sehr schön, aber anfangs hatte ich ein paar Probleme, in die Geschichte rein zu kommen. Woran es lag, kann ich nicht mal genau sagen. Aber die zweite Hälfte hat mir dann besser gefallen, da man merkt, wie Nora sich langsam erholt und auflebt in der neuen Umgebung. Daran ist Klara natürlich nicht ganz unschuldig, denn die resolute alte Dame steht mit beiden Beinen fest im Leben und teilt Noras Leidenschaft: das Herstellen von Marmelade. 

Alle Figuren sind gut ausgearbeitet und nicht oberflächlich. Wie immer spielt das Thema Freundschaft eine große Rolle, hier sind es Nora und ihre beste Freundin Katharina. Aber wenn ihr fragt, wer mein Lieblingscharakter ist, lautet die Antwort: Watson! 😊 Er erinnert mich in seinem Verhalten so sehr an unseren Hund, ich musste oft schmunzeln bei Szenen mit dem Labrador. 
 
Insgesamt habe ich das Buch zwar gerne gelesen, aber die volle Punktzahl, wie bei den Geschichten von Anne Barns, kann ich leider nicht vergeben. Irgendetwas fehlte.  
 
Bewertung:🌹🌹🌹🌹 
 
 
 




 
 

Sonntag, 6. Juni 2021

Rezension: "Bernsteinsommer" von Anne Barns

Die gelernte Konditorin Christina hat vor ein paar Jahren ihr eigenes Café eröffnet, das sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liljana in Frankfurt führt. Allerdings müsste der Laden dringend saniert werden und dann kommt auch noch ein Wasserschaden hinzu. Auch privat ist es zur Zeit nicht einfach. Christinas Mann hat sich von ihr getrennt und ihr Vater ist seit einigen Jahren ań Alzheimer erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. Er verändert sich und lebt immer mehr in seiner eigenen Welt. Sie kann förmlich sehen, wie der Vater, den sie kannte, mehr und mehr verschwindet und kommt nur schwer damit klar. Doch dann fragt er eines Tages nach seinen Malkreiden und positiv gestimmt, macht sie sich in seinem ehemaligen Arbeitszimmer auf die Suche. Dabei findet sie ein Ölgemälde, das nicht von ihrem Vater stammen kann, denn es ist so ganz anders, als die Aquarelle ihres Vaters, die in ihrem Cafe die Wände schmücken. Neugierig geworden begibt sich Christina auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf Rügen und Hiddensee deckt sie alte Familiengeheimnisse auf und lernt so viele wunderbare Menschen kennen.

"Bernsteinsommer" ist der neue Sommerroman von Anne Barns und erführt den Leser dieses Mal von Frankfurt und Hanau an die Ostsee nach Rügen und Hiddensee. Und es gibt ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus "Eisblumenwinter", denn Thea, die Christina auf Rügen besucht, ist die Cousine ihres Vaters. Ich finde es schön, wie die Autorin ihre Geschichten miteinander verbindet, neue Figuren auf "alte" treffen lässt und so den Faden weiterspinnt. 
Christina war mir gleich sympathisch. Vermutlich weil ich ihre Situation so gut nachempfinden kann, denn meine Mutter ist vor einigen Jahren an Demenz erkrankt und es fiel mir sehr schwer ihren geistigen Verfall mitanzusehen. Ich finde, Anne Barns hat die ganze Situation sehr realistisch geschrieben. Bei manchen Szenen mit dem Vater kann man sogar schmunzeln (Stichwort Pferd).

Die Szenen auf Rügen und Hiddensee sind anschaulich beschrieben. Es ist, als würde man selbst am Strand entlanglaufen, die Kreidefelsen und Leuchttürme bewundern und Bernstein suchen. Man hört die Ostsee an den Strand plätschern und kann das Salz förmlich schmecken. Vielleicht konnte ich es mir auch so gut vorstellen, weil ich selbst schon auf Rügen war.  
Überhaupt ist der gesamte Schreibstil sehr angenehm und man fühlt sich mit dem Buch einfach wohl, auch wenn es nicht immer luftig und leicht ist, sondern auch ernste Themen wie Alzheimer und der Zweite Weltkrieg eine Rolle spielen. Aber das macht "Bernsteinsommer" so authentisch.

Fazit: Ein Sommerroman zum Wohlfühlen, ohne "Schmalz", dafür mit Tiefgang und liebevollen Charakteren. Und natürlich wird wieder viel geschlemmt und am Ende gibt es auch ein paar Rezepte. 



Bewertung: 


   





Montag, 3. Mai 2021

Rezension: "Ostseegruft" von Eva Almstädt

Kommissarin Pia Korittki steht am Grab ihrer alten Freundin Kirsten, als ein Unbekannter dort auftaucht und behauptet, ihr Tod sei kein Unfall gewesen. Sofort ist Pias Spürsinn geweckt und sie beginnt zu recherchieren. Kirsten hat vor zwei Jahren ihren Mann Harro Welling geheiratet und lebte seitdem mit ihm auf dem Bauernhof seiner Eltern. Bei der Hochzeit, auf der auch Pia war, machte sie einen glücklichen Eindruck und auch wegen Kirsten sportlicher Konstitution kann sich Pia weder einen Selbstmord noch einen Unfalltod vorstellen. Aber wer sollte einen Grund haben, ihre Freundin zu ermorden? Und wer war der Unbekannte auf dem Friedhof? Bei ihren Nachforschungen stößt Pia auf Harros Ex-Frau, die behauptet, dass auch auf sie während ihrer Ehe ein Mordanschlag verübt worden sei. 
 
"Ostseegruft" ist der vorletzte und fünfzehnte Band der Reihe um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki, die wie immer versucht, ihren Beruf und ihr Privatleben als alleinerziehende Mutter eines Sechsjährigen unter einen Hut zu bringen. 
 
Der Fall ist solide erzählt, die Anzahl der Charaktere (abgesehen von den Hauptfiguren der Reihe) gerade so groß, dass man nicht den Überblick verliert. Zum Ende wird die Spannung noch mal aufgebaut, als es darum geht, den Unbekannten vom Friedhof endlich zu finden. Die Auflösung ist gut konstruiert und es gibt überraschende Wendungen im Laufe der Handlung. 
Auch Pias Privatleben hat einen Anteil im Buch, aber der Fall gerät dadurch nicht in den Hintergrund. Und es taucht ein Kollege aus der Vergangenheit auf, bei dem ich gespannt bin, wie es damit weitergehen wird.

Was mir wie immer gut gefallen hat, sind die örtlichen Beschreibungen von Lübeck und Umgebung.  
 

 Bewertung: 
 
 
 
 
 
 
 

Dienstag, 21. Juli 2020

Rezension: "Das Meer in deinem Namen" von Patricia Koelle

Zitat: "Das Meer in deinem Namen...", flüsterte sie. "Ralph, das Meer hat uns in Vaters Namen einen Seestern geschenkt. Er ist...hier - spürst du das?" S. 349

Berlin 1999. Carly ist Mitte zwanzig, hat ihr Astronomiestudium abgeschlossen und arbeitet als Assistentin für Professor Thore Sjöberg. In ihm sieht sie ihren Seelenverwandten, aber Thore ist verheiratet, hat zwei Kinder und erwidert ihre Gefühle nicht auf dieselbe Weise. Da bietet er ihr an für ihn an die Ostsee zu fahren, nach Ahrenshoop. Er hat dort von einer Verwandten ein Häuschen geerbt, hat aber selbst keine Zeit dorthin zu fahren, um eine Bestandsaufnahme für einen Verkauf zu machen. 
Carly sieht darin auch eine Chance, endlich ihre Angst vor dem Meer zu überwinden, die sie seit dem Tod ihrer Eltern begleitet. Angekommen in "Naurulokki", wie das Haus heißt, findet sie überall Notizen und Briefe der verstorbenen Henny Badonin. So fühlt sie sich ihr bald sehr nahe und erfährt viel über die Künstlerin, ihr Leben und ihre Vergangenheit. Es dauert nicht lange und Carly verliebt sich: in das Haus, die Gegend, das Meer und in die Menschen, denen sie begegnet. Sie ist fasziniert davon, wie hell die Sterne hier leuchten, wie dunkel die Nacht tatsächlich sein kann, abseits der Großstadtlichter. Und sie spürt, hier gibt es etwas, das sie in Berlin nie gefunden hat: ein Zuhause.


Zitat: "Auf diese Weise gibt mir das Meer in deinem Namen zu verstehen, dass du nicht weit fort bist, nicht so weit, als dass du mir nicht doch nahe bist..." S. 195

"Das Meer in deinem Namen" ist der erste Teil der Ostseetrilogie von Patricia Koelle. Man kann es aber auch sehr gut als eigenständiges Buch lesen. Der Autorin gelingt es mit manchmal fast schon poetischen Beschreibungen, die Gegend um Ahrenshoop, das Meer am Tage wie auch in der Nacht, das Leben am Bodden lebendig werden zu lassen. Man hört das Meeresrauschen, den Ostseewind, schmeckt das Salz und auch den Tee. Dazu gibt es auch noch einen Hauch von Magie und Mystik. Auch die Beschreibung des Hauses ist sehr schön. Man begleitet Carly durch die Räume, sieht alles direkt vor sich. Ich finde es immer schön, einem Haus einen Namen zu geben, in England ist das ja auch üblich. Naurulokki ist übrigens finnisch und bedeutet Lachmöwe.

Die Geschichte um Carly, die früh ihre Eltern verloren hat und dann zusammen mit ihrem Bruder bei ihrer Tante aufwuchs, zieht den Leser von Anfang an in ihren Bann. Man fühlt mit ihr und ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen. Tante Alissa fördert unbewusst Carlys Angst vor dem Meer, in dem sie nie mit ihr über den Tod ihrer Eltern spricht und alles, was mit dem Meer zu tun hat, aus ihrem Leben verbannt. Es gibt nicht mal Fischstäbchen. Trotzdem fühlt Carly immer eine Sehnsucht nach dem Meer und schließlich nutzt sie Thores Angebot als Chance, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Zitat: "...das Meer hat auf alles eine Antwort. Aber es hat auch sehr viel Zeit. Es dauert, ehe man sie hören kann." S. 173

Dann sind da noch die anderen Charaktere, die ebenfalls mit viel Liebe zum Detail gezeichnet sind, wie Carlys Bruder Ralph, ihr bester Freund Orje, der Nachbar Jakob und seine Tochter Anna-Lisa sowie die Küstenbewohner von Ahrenshoop, Synne, Daniel, Harry und Myra. 
Und natürlich Henny und Joram. Von ihnen erfahren wir viel durch kleine Rückblicke und durch die Notizen, die Carly überall im Haus findet.

Die Handlungen der Figuren sind oft so normal, aber doch etwas Besonderes. Und ich denke, das ist auch das Besondere an diesem Buch. Eine Geschichte, die jedem passieren könnte.

Und nicht zu vergessen: Es finden sich tolle Rezepte, die man nachkochen oder -backen kann. Die Sanddornmuffins zum Beispiel klingen sehr lecker. 

Zitat: "Wusstest du, dass Sjöberg Meeresfelsen bedeutet?" ... Das Meer in deinem Namen, dachte sie. Bei ihm trifft es also wörtlich zu. Das sieht ihm ähnlich. S. 520

Fazit: Eine wunderbare Sommerlektüre, nicht schmalzig oder kitschig, sondern ehrlich und leicht, aber trotzdem mit Tiefgang. Es gibt traurige, freudige und auch komische Momente.

Bewertung:






Montag, 29. Juni 2020

Rezension: "Honigduft und Meeresbrise" von Anne Barns

Als Anna ihre Oma Johanna in Lüdinghausen besucht, erhält diese überraschend einen Brief aus dem Jahre 1941. Es handelt sich um verlorengegangene Feldpost, ursprünglich abgeschickt von der Insel Jersey, und diese ist an Johannas Mutter Martha in Ahrenshoop adressiert. Der Brief beginnt mit den Worten "Geliebte Martha, von dir zu lesen, gibt mir unendlich viel Kraft" und Absender ist ein Johannes. Annas Urgroßvater hieß allerdings Friedrich. Gemeinsam mit ihrer Oma beginnt sie zu forschen und fährt schließlich an die Ostsee nach Ahrenshoop, um einem alten Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Dabei ergeben sich auch für ihr eigenes Leben ganz neue Perspektiven. 

 

"Der Krieg ist wie das Meer. Was er sich einmal geholt hat, gibt er nicht immer wieder zurück." Ein Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist. 

Erzählt wird in der Ich-Form von Anna, der Urenkelin von Martha. Zusammen mit ihrer Oma, Marthas Tochter, deckt sie Geheimnisse aus der Vergangenheit auf, die ihre bisherigen Familienverhältnisse stark durcheinander wirbeln.  

Anna ist emotional noch ziemlich angeschlagen, denn vor einem Jahr starb ihre beste Freundin Mona bei einem Autounfall, als sie gerade auf dem Weg zu Anna war. Und seit kurzem läuft es in ihrer Beziehung zu Jens auch nicht mehr gut. 

Kurz nach Mona starb auch Annas Großvater, Johannas Mann. Aber Johanna ist eine starke Frau und dankbar für die vielen Jahre, die sie mit ihm hatte. Seit seinem Tod widmet sie sich noch intensiver ihren Bienen und der Tätigkeit als Imkerin. 

"Honigduft und Meeresbrise" hat mir sehr gut gefallen, es ist ein richtiges Wohlfühlbuch, besonders gut geeignet für den Sommer. Anne Barns gelingt es mal wieder, dass man von Beginn an in ihre Geschichte eintaucht. 

Es geht um Familie, Freundschaft, Liebe, Trauer und auch den Mut, neu anzufangen. 

Die Beschreibungen und der Schreibstil sind wie immer sehr lebendig und anschaulich. Sowohl die Gegend rund um Ahrenshoop an der Ostsee als auch Lüdinghausen konnte ich direkt vor mir sehen. Das kann auch daran liegen, dass ich Lüdinghausen kenne und selbst schon in der Altstadt und an der Burg Vischering war. ;-) 

Die Figuren sind liebevoll und mit Tiefe gezeichnet, was sie sehr authentisch macht. Neben Anna und Johanna gibt es noch Peggy, eine alte Freundin von Anna, Monas Ex-Freund Timo und Annas Freund Jens. 

Die Geschichte hat emotionale, aber auch witzige Momente und es wird nie langweilig, da immer wieder etwas Neues passiert. 

Und am Ende gibt es auch wieder leckere Rezepte. Das Vanilleeis mit Honig habe ich am Wochenende ausprobiert. Sehr lecker! Den Honigkuchen werde ich auch noch testen. :-)

Bewertung: 🦇 🦇 🦇 🦇 🦇









Donnerstag, 18. Juni 2020

Rezension: "Ein Sommer im Rosenhaus" von Nele Jacobsen

Die gelernte Botanikerin Sandra ist 46 Jahre alt und seit
zwei Jahren Witwe. Nachdem ihr Sohn bereits nach München gegangen ist, zieht nun auch Tochter Tine für ein Studium in die USA. Da entdeckt Sandra auf der Seite einer Immobilienfirma zufällig, dass das alte Gärtnerhaus auf Usedom, das sie und ihr Mann bei Urlauben immer bewundert haben, zum Verkauf steht. Zusammen mit dem riesigen Rosengarten. Zeit für einen Neuanfang, denkt sich Sandra, packt ihr Hab und Gut und zieht von Hamburg nach Bantekow. Leider ist sowohl das Häuschen als auch der verwilderte Garten in einem schlechteren Zustand als befürchtet. Sandra wird klar, ohne Hilfe wird sie die zahlreichen, pflegebedürftigen Rosen nicht wieder zu ihrer alten Pracht zurückführen können. Sie engagiert den englischen Rosenexperten Julian Baker, der sofort begeistert zusagt. Zu begeistert, wie Sandra findet, denn warum sollte jemand, der in London die Rosen in den Englischen Parks pflegt, so darauf aus sein, in die ostdeutsche Provinz zu reisen, um eine private Rosenzucht aufzupäppeln? Und  tatsächlich scheint es da ein altes Familiengeheimnis zu geben.

Ein wirklich wunderbares Buch, das ich sehr gerne gelesen haben und fast traurig war, als ich es beendet hatte. Schon das Cover ist wunderschön, man hört fast die Wellen rauschen und die Möwen kreischen.

Sandra war mir gleich sympathisch. Eine Frau, die trotz einiger Rückschläge immer wieder auf die Füße fällt und sich durchbeißt. Sie will ihren Traum von der Rosenschule unbedingt wahr machen und gibt nicht auf.
Julian mochte ich eigentlich auch, auch wenn er anfangs ja mit anderen Absichten nach Usedom kam. Aber er interessiert sich für seine Familie und seine Vorfahren und sowas finde ich immer sympathisch.

Wer mit diesem Buch eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, der wird sicher enttäuscht sein, denn das ist es nicht. Es geht eher darum, dass man seine Träume nicht aufgeben sollte und wenn sich einem eine Chance bietet, zugreifen und einfach mal mutig sein sollte. Und natürlich geht es auch um Rosen, deren Pflege und Aufzucht. Das fand ich besonders interessant, denn ich hatte keine Ahnung, wie viele verschiedene Rosensorten es gibt.

Bei mir hat das Buch auf jeden Fall das Interesse geweckt, mich mehr mit Rosen zu beschäftigen und mich in unserem Garten auch mehr um sie zu kümmern. Denn schließlich ist die Rose die Königin der Blumen und sollte auch so behandelt werden. 😊

Ach ja, am Ende des Buches gibt es auch ein paar interessante Rezepte, z. B. eine Rosentorte.

Bewertung: 🦇 🦇 🦇 🦇 🦇








Sonntag, 14. Juli 2019

Rezension: "Vom Himmel zum Meer" von Lisa Marcks

1892. Die junge Agnes Martin wächst in Straßburg in einem Waisenhaus auf, wo sie mit den Jahren ihre Leidenschaft fürs Backen und Kochen entdeckt. Mit 21 Jahren muss sie das Haus verlassen und soll als Gesellschafterin nach Hamburg zur Pfarrerswitwe Tilly Bredenkamp gehen. Nicht lange nach ihrer Ankunft in dem ärmlichen Viertel bricht die Cholera aus und Agnes und Tilly flüchten mit einigen Kindern, die in ihrer Obhut sind, an die Ostseeküste. Dort steht Tillys Elternhaus, das die Witwe allerdings nicht betreten will, weil irgendetwas Schreckliches in ihrer Vergangenheit dort geschehen ist. Agnes kümmert sich also um die Küche und die Versorgung der Kinder. Die kleine Kate ist dafür mehr schlecht als recht geeignet und als Agnes bei einem Spaziergang ein leerstehendes Herrenhaus mit einer großen und funktionsfähigen Küche entdeckt, reift in ihr eine Idee. Denn erst kürzlich hat sie am Strand an die reichen Feriengäste ein paar ihrer selbst gebackenen Köstlichkeiten verkauft. Wenn sie nun eine bessere Küche nutzen könnte, wäre das ein Traum. Aber wie reagiert der Besitzer des riesigen Hauses, Benjamin von Reiker, auf ihre Idee?

Ein lebendig geschriebener Roman vor historischer Kulisse. Das Porträt einer mutigen jungen Frau, die sich nicht so schnell entmutigen und unterkriegen lässt, um ihre Träume zu verwirklichen.
Oft wird deutlich, wie die Rolle der Frau damals in der Gesellschaft war, denn Agnes stößt mit ihren Ideen mehr als einmal an Grenzen. Grenzen, die ihr von den Männern gesetzt werden. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, die für uns heute selbstverständlich sind. Trotzdem bleibt sie optimistisch und hört nicht auf zu träumen. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, was sie dem Leser gleich sympathisch macht und kümmert sich liebevoll um die ihr anvertrauten Kinder. 

"Vom Himmel zum Meer" ist ein unterhaltsamer Roman, der einen manchmal zum Schmunzeln und manchmal auch zum Nachdenken bringt. Es gibt auch viele gefühlvolle Szenen.
Trotzdem hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Ich kann es schlecht genauer benennen, aber um die volle Punktzahl zu vergeben, fehlt mir irgendwas.  Vielleicht, weil die junge Agnes, die ja bisher nur das Leben im Waisenhaus kannte, manchmal doch ein wenig zu abgeklärt und erfahren wirkte.

Trotzdem hat mir das Buch gefallen, es liest sich leicht und spendet wie gesagt unterhaltsame Lesestunden. 
Außerdem ist das Cover einfach wunderschön anzusehen. 

Bewertung: 🦇🦇🦇🦇



Montag, 15. April 2019

Rezension: "Ostseeangst" von Eva Almstädt

Eine Gruppe Jugendlicher stößt bei einer Kajaktour auf eine abgetrennte Hand. Dann verschwindet in der darauffolgenden Nacht eine der Betreuerinnen spurlos aus der Jugendherberge. Als dann in einer abgelegenen Scheune ein Unterarm gefunden wird, stellen die Ermittler fest, dass dieser nicht zu der gefundenen Hand passt. Pia Korittki und ihre Kollegen von der Lübecker Polizei werden mit dem Fall betraut. Schließlich rufen weitere Ereignisse auch ermittelnde Kollegen vom LKA auf den Plan, was zu weiteren Reibereien führt, da sich keiner "seinen" Fall wegnehmen lassen will. Nach dem Tod Ihres Freundes vor fast einem Jahr ist Pia allerdings noch nicht wieder ganz bei der Sache und ihr Vorgesetzter behält sie besonders im Auge und möchte sie am liebsten zu einer Auszeit überreden. Aber dann werden in einem See weitere Leichenteile entdeckt und jeder verfügbare Ermittler wird dringend gebraucht.

"Ostseeangst" ist mittlerweile der 14. Teil der Reihe, ich selbst habe auch nur die letzten fünf Teile gelesen. Es ist also kein Problem, mittendrin einzusteigen. Obwohl es im letzten Teil natürlich schon ein sehr einschneidendes Erlebnis in Pia Korittkis Leben gab. Und ehrlich gesagt, frage ich mich immer noch, warum das sein musste. Aber gut, es ist eben so passiert und die Hauptfigur muss nun damit klar kommen.
Die volle Punktzahl kann ich hier leider nicht vergeben, denn so wirklich richtig gut gefallen hat mir der Fall dieses Mal nicht. Es war teilweise ein wenig zu konstruiert, finde ich. Es gab ein paar Längen, dann wiederum aber auch überraschende Wendungen. 

Was ich von der Sache mit dem LKA-Kollegen halten soll, weiß ich auch noch nicht so recht.

Und dieses Mal fehlte mir auch ein wenig die sonst sehr lebendige Beschreibung der Stadt Lübeck, das kam ein bisschen zu kurz. 

Gute Krimiunterhaltung ist "Ostseeangst" aber trotzdem, wenn ich auch von der Reihe Besseres gewohnt bin. 

Meine Bewertung: 🦇🦇🦇🦇


Montag, 9. April 2018

Rezension: "Ostseerache" von Eva Almstädt

Klappentext: 
In dem beschaulichen Dorf Niensühn an der Ostsee wird eine junge Frau auf grausame Weise ermordet. Die Dorfbewohner verdächtigen Flora, die als Jugendliche eine Mitschuld am Tod eines Nachbarjungen gehabt haben soll und die nun wieder in ihr Elternhaus zurückgekehrt ist. Die Mordkommission Lübeck ermittelt. Auch Kommissarin Pia Korittki, die gerade ihre Hochzeit plant, sieht einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen und rollt den früheren Todesfall wieder auf. Schon bald muss sie fürchten, dass es nicht bei diesen zwei Morden bleiben wird...

Dies ist bereits der 13. Fall für Kommissarin Pia Korittki, die ihre Arbeit bei der Polizei Lübeck und die Erziehung ihres vierjährigen Sohnes Felix unter einen Hut bringen muss und das auch meistens gut hinbekommt. Nachdem ihr Freund ihr einen Heiratsantrag gemacht hat, scheint sich auch in ihrer Beziehung alles zum Positiven zu wenden.
Auch im Job wird ihr ein Angebot gemacht, das aber einige Veränderungen mit sich bringen würde.
Der hier beschriebene Mordfall ist wie immer in sich abgeschlossen, weswegen das Buch auch für Einsteiger geeignet ist.

Von Anfang an gelingt es der Autorin die Spannung aufrecht zu halten. Erzählt wird in der dritten Person, meistens aus Pias Sicht, aber auch aus der anderer Charaktere wie Flora oder anderer Dorfbewohner. Oft werden falsche Fährten gelegt und es kommt zu überraschenden Wendungen bei der Tätersuche. 
Die Stimmung in dem kleinen Dorf Niensühn, wo praktisch jeder jeden kennt, ist gut beschrieben, das gegenseitige Misstrauen nachvollziehbar. Ich fühlte mich ein wenig an "Inspector Barnaby" erinnert. *g*

Pia Korittkis Privatleben spielt zwar eine große Rolle, steht aber nicht im Vordergrund der Handlung und drängt die Ermittlungen auch nicht in den Hintergrund. Durch diesen Ausgleich wird klar, dass Pia zwar eine starke Frau, aber keine Superheldin ist. Sie hat auch mit den gewöhnlichen Problemen einer berufstätigen Mutter zu kämpfen. Das gefiel mir schon immer an den Büchern. 

Fazit: Gute Krimiunterhaltung mit einer sympathischen und taffen Ermittlerin. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥






Donnerstag, 6. April 2017

"Ostseetod" von Eva Almstädt


In einem Dorf an der Ostsee verschwindet ein elfjähriges Mädchen. Kommissarin Pia Korittki von der Polizei in Lübeck ermittelt mit ihren Kollegen auf Hochtouren. Aber die Einwohner von Grotenhagen sind der Meinung, die Polizei unternimmt nicht genug und formen selbst eine Bürgerwehr. Bald darauf wird im Wald erhängt an einer Brücke die Leiche eines Mannes gefunden. War es Selbstmord und er der Entführer von Lara? Oder war es doch Mord? Gibt es überhaupt eine Verbindung zwischen ihm und dem Mädchen?
Pia weiß, dass jede Sekunde zählt. Sie ist selbst Mutter und kann gut verstehen, was die Angehörigen durchmachen. Dann verschwindet ein weiteres Mädchen...

"Ostseetod" ist schon der 11. Fall für Pia Korittki, die gleich zu Beginn ihre Beförderung feiert. Mit Martin Rist hat sie nun leider auch einen neuen Vorgesetzten und die Zusammenarbeit wird nicht einfach werden. Es dauert dann auch nicht lange, bis es knallt zwischen den beiden.
Ich selbst habe erst bei Band 9 mit der Reihe begonnen und kann sagen, ich hatte keine Schwierigkeiten so spät erst einzusteigen. Hier taucht zwar jemand aus Pias Vergangenheit auf, der wohl in früheren Teilen schon mal dabei war, aber ich konnte dem Ganzen trotzdem folgen. Die Autorin liefert ausreichend Erklärungen für Quereinsteiger. 😊

Wie auch in den beiden anderen Teilen davor, nimmt man als Leser auch am Privatleben einiger Ermittler teil, allen voran an dem von Pia. Das Private nimmt aber nicht zu viel Raum ein, der Kriminalfall und die Ermittlungen stehen auf jeden Fall im Vordergrund.

Was den Fall betrifft, so ist der gut geschrieben, spannend erzählt und von Beginn an logisch aufgebaut. Ich hatte zwar irgendwann eine Ahnung, was den Täter betrifft, aber ganz sicher war ich mir bis zum Schluss nicht.
Das Leben in dem Dorf kann ich mir durchaus so vorstellen und ich empfand das Ganze deswegen auch als durchaus realistisch.
Die Charaktere sind authentisch, vielschichtig und kleine menschliche Schwächen machen sie sympathisch, besonders die der Ermittler wie Pia oder Broders.
Die anschaulichen Landschaftsbeschreibungen an der Ostsee machen das Buch zu einem unterhaltsamen und lesenswerten Regionalkrimi.

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥




Samstag, 3. August 2013

"Ostfriesenblut" von Klaus-Peter Wolf

Klappentext:
Ein Unbekannter legt Ann Kathrin Klaasen eine Leiche vor ihr ostfriesisches Einfamilien-haus. Die Tote, Regina Orth, ist keines natürlichen Todes gestorben, obwohl im Totenschein „Tod durch Herzversagen“ angegeben wurde. Doch noch während Kommissarin Ann Kathrin Klaasen im Umfeld der Toten ermittelt, erhält sie Hinweise auf das nächste Opfer des Mörders. Offenbar ist sie Teil eines Spiels, dessen Regeln sie noch nicht kennt.

Meine Meinung:
Hm...dies ist nun der zweite Teil der Ostfriesenkrimi-Reihe von Klaus-Peter Wolf. Und ich muss leider sagen, auch dieses Buch war nicht mein Fall. Wenig spannend und mich nervt Ann Kathrin Klaasen immer noch. Ihr Verhalten kann ich so gar nicht nachvollziehen. Sicher, in so einem Beruf sollte einem die Arbeit schon wichtig sein. Aber dass sie ihr in dem Maße wichtiger ist, als ihr Sohn oder ihre Familie allgemein, finde ich schon wenig realistisch. 
Der Fall an sich war nicht schlecht ausgedacht, aber wie gesagt, mir fehlte die richtige Spannung. 
Mal sehen, ich habe ja noch die weiteren Teile hier liegen, vielleicht wird es ja irgendwann besser.
Warum ich die Bücher überhaupt lese, ist eigentlich nur, weil ich die Gegend da oben um Norddeich so gut kenne und mich immer wieder freue, wenn der Autor eine Straße oder eine Lokalität nennt und ich sagen kann: Kenn ich! Da war ich schon! *g*