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Dienstag, 5. August 2025

Rezension: "Dänische Gier" von Frida Gronover

Gitte Madsen lebt mittlerweile seit einem Jahr in Marielyst auf Falster. Sie hat sich gut eingelebt und in ihrem neuen Job als Bestatterin ist sie auch angekommen. Zusammen mit ihrem Chef Paul ist sie zu einem Richtfest eingeladen. Auf dem Heimweg fährt sie dann quasi mit ihrem Rad in eine Leiche hinein. Es ist der Polier August Borg, der vorher noch am Neubau den Richtspruch aufgesagt hat. Als Pauls Bestattungsunternehmen mit der Beisetzung beauftragt wird, kann Gitte sich natürlich nicht zurückhalten und stellt erste Untersuchungen an, denn der Tod des Poliers war kein Unfall. Kommissar Ole Ansgaard ist natürlich wenig begeistert von Gittes Ermittlungseifer. 

„Dänische Gier“ ist der dritte Teil der Krimireihe um Bestatterin Gitte Madsen. Die Tochter einer deutschen Mutter und eines dänischen Vaters ist vor einem Jahr von Münster auf die Insel Falster gezogen und hat ihren Job als Opferbetreuerin bei der Polizei für ihre neue Arbeit als Bestatterin aufgegeben. Und sie kann es nicht lassen, bei Mordfällen eigene Recherchen anzustellen. Natürlich immer unter dem Vorwand, mehr über die Opfer zu erfahren, um die Bestattungen persönlicher zu machen. 
Auch dieses Mal ist wieder der Schwede Erik dabei, der wie jeden Sommer das Ferienhaus neben dem von Gitte gemietet hat. Seine Frau Kate ist ebenfalls mit von der Partie und ihre etwas morbilde Veranlagung bringt Ole mehr als einmal zur Verzweiflung.
Spannend und amüsant, mit einem flüssigen Schreibstil führt uns die Autorin durch die Geschichte. Neben der Handlung, in der es immer wieder überraschende Wendungen gibt, erfährt man auch wieder Interessantes über Dänemark und die dänischen Sitten und Gewohnheiten. Auch ein Besuch in Christiania in Kopenhagen ist dieses Mal dabei. 
In einem zweiten Handlungsstrang geht es weiter um die Suche von Gitte nach ihrem Vater, der vor 18 Jahren spurlos in Marielyst verschwunden ist. Seine Schwester, Stine, hat sich auf den Weg gemacht nach Kiew, um ihn zu suchen. Ob sie ihn findet? Das verrate ich hier natürlich nicht. 

Ein wieder rundum gelungener Urlaubskrimi mit viel dänischem Flair, liebenswerten Charakteren, Spannung und der richtigen Dosis Humor. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹







Samstag, 28. Juni 2025

Rezension: "Nordlicht - Die Spur des Mörders" von Anette Hinrichs

Am Sockel des Idstedt-Löwen auf dem Alten Friedhof in Flensburg wird die Leiche des 73-jährigen Karl Bentien gefunden. Er wurde brutal zu Tode getreten und ausgeraubt. Ein zufälliges Opfer oder gezielter Mord? Der pensionierte Studienrat gehörte der dänischen Minderheit an, Medien und Behörden sehen nach dem Mordfall bereits das friedliche Zusammenleben im Grenzland in Gefahr. Hauptkommissarin Vibeke Boisen und ihr Kollege Rasmus Nyborg von der dänischen Polizei stehen unter Hochdruck und müssen rasch Ergebnisse liefern. Dann stoßen sie im Keller des Toten auf eine versteckte Kammer mit brisantem Inhalt...

"Die  Spur des Mörders" ist der zweite Teil aus der Krimireihe "Nordlicht" von Anette Hinrichs. Dieses Mal geht es zwar um einen Toten in Deutschland, aber da dieser der dänischen Minderheit angehörte, ist auch die dänische Polizei an den Ermittlungen beteiligt. 
Es stellt sich heraus, dass der Tote eine Verbindung zu einem Flüchtlingslager in Oksböl hat. Hierher kamen zum Ende des 2. Weltkrieges Zehntausende Menschen aus Ostpreußen, Pommern usw. auf der Flucht vor der Russischen Armee. Unter ihnen waren auch Tausende Kinder, die teils als Waisen im Lager endeten. Krankheit und Tod waren allgegenwärtig. Das Grausame daran beschreibt die Autorin in ihrem Nachwort: Der dänische Ärzteverband untersagte deutschen Flüchtlingskindern medizinische Hilfe. Es starben Siebentausend deutsche Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung und Infektionskrankheiten. Grund dafür war natürlich der Hass auf die Deutschen wegen der Besetzung Dänemarks, aber was können Kinder dafür? 
So ist das Buch nicht einfach nur ein Krimi, sondern war für mich auch sehr lehrreich in Sachen deutsch-dänischer Geschichte., denn dieses Kapitel deutscher Flüchtlinge war mir bisher nicht bekannt. 

Von diesem Aspekt abgesehen ist aber auch die gesamte Handlung wieder sehr spannend mit Überraschungen und Wendungen und einer Auflösung, die für mich  überraschend kam. Bis dahin gibt es viele Verdächtige und das regt zum Miträtseln an.
Neben den beiden Hauptfiguren Vibeke und Rasmus gibt es auch ein Wiedersehen mit dem Team der Sondereinsatztruppe in Padborg: Sören, Jens, Pernille und Luis. 
Besonders für Vibeke ist der Fall nicht leicht, denn sie ist wie Karl Bentien selbst in Heimen und Pflegefamilien aufgewachsen. Daher ist es ihr besonders wichtig, dem Toten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Auch Rasmus hat aufgrund des Todes seines Sohnes Probleme mit dem sinnlosen Tod der vielen Flüchtlingskinder umzugehen. 



Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹



Übrigens gibt es auf dem Gelände des  ehemaligen Flüchtlingslagers inzwischen ein Museum und damit einen weiteren wichtigen Schritt zur Aufarbeitung der dänisch-deutschen Vergangenheit. Und 15 Kilometer von Esbjerg findet man die Deutsche Kriegsgräberstätte Osböl, wo 121 deutsche Soldaten und 1675 Flüchtlinge begraben sind. Hier wurde als erstes Zeichen der Versöhnung im Jahr 1997 von deutschen und dänischen Jugendlichen ein Gingko-Baum gepflanzt. 





Freitag, 27. Juni 2025

Rezension: "Dänische Schuld" von Frida Gronover

Die Bestatterin Gitte Madsen hat sich gut in ihrer neuen Heimat, dem dänischen Ferienort Marielyst, eingelebt. Doch die Ruhe währt nicht lang: Als sie im Restaurant Schou's zu Abend isst, fällt ein anderer Gast tot vom Stuhl. Was zunächst wie eine fatale Pilzvergiftung aussieht, entpuppt sich schnell als heimtückischer Giftmord - und ehe sie sich's versieht, ermittelt Gitte in einem neuem Fall.

"Dänische Schuld" ist der zweite Teil der Krimireihe mit der sympathischen Gitte Madsen. Die Bestatterin ist vor ein paar Monaten nach Dänemark gezogen, um hier zu leben und zu arbeiten. Der zweite Grund ist das Verschwinden ihres Vaters vor fast zwanzig Jahren. Der gebürtige Däne verließ Frau und Tochter in Münster und kehrte nie wieder aus Marielyst zurück. 

Dieses Mal ist sie dabei, als der Geschäftsmann Lars Andresen stirbt, wovon Kommissar Ole Ansgaard wenig begeistert ist. Erst recht nicht, als er erfährt, dass Björn, der Sohn des Opfers, Gitte bittet, ihm bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Für ihn zählt der junge Mann, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, zum Kreis der Verdächtigen. Aber davon gibt es viele, denn anscheinend hat Andresen sich durch seine Geschäfte nicht nur Freunde gemacht. Es gibt immer mal wieder Überraschungen und Wendungen, was die Spannung aufrecht hält. 

Neben dem Fall gibt es auch wieder Interessantes und Amüsantes nebenbei. Wie schon in Teil 1 erfährt man viel über die dänische Lebensart und die Gewohnheiten und Sitten des Landes. Wir waren ja gerade dort im Urlaub und ich musste oft schmunzeln und einige Mal zustimmend nicken. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt und das macht die Geschichten so authentisch.

Schön fand ich das Wiedersehen mit Erik, dem Schweden, der mir schon in Teil 1 sympathisch war. Ob wir nun auch endlich seine Frau kennenlernen? Das verrate ich nicht, lest selbst. :-)

Muss man Teil 1 "Ein dänisches Verbrechen" vorher gelesen haben? Nein, muss man nicht, aber sollte man, denn sonst hat man etwas verpasst. ;-) 

Ich habe mich jedenfalls wieder sehr gut unterhalten und die Seiten flogen nur so dahin. Teil 3 wird auf jeden Fall auch bald gelesen. 

Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹





Freitag, 6. Juni 2025

Ich bin dann mal weg...

Nein, ich werde diesen Bücherblog nicht schließen oder aufgeben. Ich fahre nur in den Urlaub. 😊


Wir fahren das erste Mal seit Jahren mal wieder für zwei Wochen in den Urlaub. Es geht nach Dänemark und zwar nach Saeby an der Ostseeküste von Nordjütland. Dort haben wir ein Ferienhaus gemietet und natürlich kommt unsere Fellnase auch mit. Ich bin schon sehr gespannt, denn ich war noch nie in Dänemark. Wobei, das stimmt nicht ganz, einmal kurz mit einer Fähre von Fehmarn, aber das war nur zum Einkaufen, zählt also nicht wirklich *g* 

Passende Lektüre begleitet mich natürlich auch. Zum einen der zweite Teil der Gitte Madsen-Reihe von Frida Gronover: Dänische Schuld.
Und falls es noch rechtzeitig ankommt, auch der zweite Teil aus der Nordlicht-Reihe von Anette Hinrichs. Und natürlich auch jede Menge Reiseführer. 
Mehr werde ich sicher nicht schaffen, denn natürlich werden wir auch viel unterwegs sein. Ein Muss ist auf jeden Fall Skagen, wo sich Nord- und Ostsee treffen. 

Ich werde sicher mit vielen Fotos aus dem Norden zurückkommen, die ich euch dann gerne hier zeigen werde.

Habt eine gute Zeit und wir lesen uns dann nach Mittsommer wieder. 


Update am 04.07.25: Ich bin wieder da! *g* Und wer Fotos sehen möchte, schaut gerne hier: KLICK









Mittwoch, 28. Mai 2025

Rezension: "Nordlicht - Die Tote am Strand" von Anette Hinrichs

Das Böse kennt keine Grenzen – Zwei Länder, zwei Ermittler, ein Mord…
Im beschaulichen Küstenort Kollund an der deutsch-dänischen Grenze wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Die Tote wird als Liva Jorgensen identifiziert, die zwölf Jahre zuvor verschwand. Jetzt stellt sich heraus, dass Liva jahrelang unter falschem Namen in Deutschland gelebt hat. Was ist damals wirklich geschehen? Vibeke Boisen, gerade frisch als Leiterin der Flensburger Mordkommission angetreten, und ihr dänischer Kollege Rasmus Nyborg rollen den Fall wieder auf und stechen damit in ein gefährliches Wespennest.

„Die Tote am Strand“ ist der erste Fall für das deutsch-dänische Ermittlerteam Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg. Inzwischen gibt es sechs Teile der Reihe „Nordlicht“ und im nächsten Jahr erscheint der siebte. 

Vibeke Boisen ist 36 Jahre alt und lebt in Flensburg. Aufgewachsen ist sie bei ihren Adoptiveltern Elke und Werner. Ihre leibliche Mutter hat sie nie kennengelernt. Werner, selbst Polizist, hat sie nach einem Einsatz als kleines Mädchen zu sich genommen. Für Vibeke sind die beiden ihre Eltern. Deswegen ist es besonders schwer für sie, dass Werner zur Zeit nach einem Schlaganfall im Krankenhaus im Koma liegt. 
Vibeke ist bodenständig, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und hält sich stets an die Regeln. Deswegen hat sie auch immer wieder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem dänischen Kollegen Rasmus Nyborg von der Polizei Esbjerg in Südjütland. Dieser ist zwar ein brillanter Ermittler, aber eher ein Bauchmensch und er gibt nicht viel auf Konventionen. Nach der Scheidung von seiner Frau lebt der Sechsundvierzigjährige in einem alten Bulli. Der Tod seines fünfzehnjährigen Sohnes hat ihn tief getroffen und letztendlich seine Ehe zerstört. 
Trotzdem müssen sich die beiden zusammenraufen, um den Tod von Liva Jorgensen aufzuklären. Auch der Rest des Teams passt gut dazu, jeder hat seine Eigenheiten und besonderen Fähigkeiten und kann so zur gemeinsamen Arbeit beitragen. Zum Schmunzeln fand ich manchmal auch, wenn das „typisch deutsche“ oder das „typisch dänische“ erwähnt wird. Das macht das Ganze sehr authentisch. 

Ein gelungenes Krimidebut. Von Anfang bis Ende habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Spannung wird durch viele Überraschungen und Wendungen aufrecht erhalten, immer wieder gibt es neue Ermittlungsansätze. 
Auch der flüssige Schreibstil hat mir gut gefallen, ebenso wie die anschauliche Beschreibung der Gegend im Grenzgebiet Südjütland und die Arbeit der dortigen Behörden. 
Meistens wird aus Sicht von Vibeke oder Rasmus erzählt, ein paar Mal aber auch aus der anderer Charaktere.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich schon auf den 2. Teil. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹






Mittwoch, 7. Mai 2025

Rezension: "Ein dänisches Verbrechen" von Frida Gronover

Gitte Madsen ist Mitte dreißig, halb Deutsche und halb Dänin. Lange Jahre hat sie in Deutschland als Opferbetreuung bei der Polizei in Kiel gearbeitet. Nach der Trennung von ihrem Freund, dem Tod ihrer Mutter und einer entsprechenden Weiterbildung, zieht sie nach Marielyst in Dänemark und fängt einen neuen Job beim örtlichen Bestatter an. Sie kennt den Ort aus ihrer Kindheit und hofft auf eine ruhigere Arbeit. Außerdem hat sie im Hinterkopf, mehr über ihren Vater herauszufinden, der vor fast 20 Jahren auf einer geschäftlichen Reise nach Dänemark spurlos verschwunden ist. 
Aber die Idylle in dem Ferienort mit dem schönsten Strand Dänemarks trügt, denn gleich am ersten Abend findet Gitte auf der Veranda ihres gemieteten Ferienhauses eine Leiche. Den jungen Griechen hatte sie bereits auf der Fähre bei der Hinfahrt getroffen, nun liegt er tot vor ihrer Tür. Wurde er dort abgelegt oder hat er sich aus irgendeinem Grund zu ihr geschleppt? Und was bedeuten die Wikingerrunen, die auf seinem Rücken eingeritzt sind? 
Der einheimische Kommissar Ole Ansgaard leitet die Ermittlungen und es gefällt ihm gar nicht, dass Gitte sich mehr einmischt, als gut für sie ist. 

Normalerweise sind skandinavische Krimis oder Thriller ja eher düster, was hier aber nicht der Fall ist. Was nicht heißen soll, dass die Geschichte zu leicht oder gar komisch ist. 
Mir hat dieser erste Teil der Krimireihe sehr gut gefallen, denn man erfährt außerdem viel über das dänische Leben, Sitten und Gebräuche. Sehr atmosphärisch und lebendig, mit überraschenden Wendungen führt die Autorin durch die Geschichte und erklärt nebenbei viele Dinge, die "typisch dänisch" oder auch "typisch westfälisch" sind, denn Gitte hat vorher in Münster gelebt. 
Gitte ist ein sehr sympathischer Charakter. Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben, geht Herausforderungen direkt an und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. 
Auch sonst gibt es ein paar interessante Charaktere, wie Gittes Tante Stine, die anscheinend gerne Miss Marple spielt. Oder auch ihr Nachbar Erik, ein Schwede, der alleine Urlaub macht, weil seine Frau nicht gerne verreist und der ebenfalls gerne Detektiv zu spielen scheint. 

Ein Krimi mit Spannung, Herz und ein bisschen Humor an den passenden Stellen. Cosy Crime aus Dänemark, ja, das geht. Oder nennt man das dann "Hygge Crime"? 😉

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹



Mittwoch, 4. September 2024

Rezension: "Grabesstern" von Anne Mette Hancock

Eigentlich wollte Journalistin Heloise Kaldan nur einen Artikel über Sterbebegleitung schreiben. Doch als sie sich mit dem todkranken Jan Fischhof anfreundet, beginnt ihr die Sache nahezugehen. Jan scheint etwas auf dem Gewissen zu haben. Seine Hinweise führen Heloise nach Jütland, an die Flensburger Förde, zu einem lange zurückliegenden Vermisstenfall. Heloises guter Freund Kommissar Erik Schäfer ist misstrauisch: Was weiß sie wirklich über Jan Fischhof? Heloise stößt in ein gefährliches Wespennest. Kann sie ihrer Intuition trauen?

Heloise ist Anfang Vierzig und arbeitet als Investigativ-Journalistin bei einem Magazin in Kopenhagen. Den Kontakt zu Jan Fischhof hat sie aufgenommen, um einen Artikel über Sterbebegleitung zu schreiben. Den "Job" hat sie durch Erik Schäfers Frau Connie bekommen, die ebenfalls als Sterbebegleiterin arbeitet. Jan hat Krebs und außerdem fortschreitende Demenz, aber auch noch klare Momente. Seine Andeutungen wecken Heloises Instinkt und sie würde viel lieber über den alten Fall des vermissten Mädchens schreiben. Ihr Chef ist davon nicht begeistert. Trotzdem macht sie sich auf nach Jütland und wühlt in Fischhofs Vergangenheit.
So ganz wurde ich mit Heloise und auch mit Erik Schäfer nicht warm, aber das Problem habe ich häufig mit den Figuren in skandinavischen Krimis. 

"Grabesstern" ist der dritte Teil der dänischen Krimireihe und vielleicht lag es daran, dass ich anfangs nicht so richtig in die Geschichte rein gekommen bin, weil ich die ersten Teile nicht kenne. Jedenfalls kam erst mal keine richtige Spannung auf und ich hatte tatsächlich schon überlegt, das Buch erst mal zur Seite zu legen. Aber dann nahm die Geschichte doch noch Fahrt auf und zum Ende hin gab es auch noch eine überraschende Wende, die ich nicht erwartet hätte. 
Der Schreibstil war okay für mich, die Kapitel haben eine angemessene Länge. 

Was allerdings mal wieder nicht passt, ist der deutsche Titel. Wofür soll "Grabesstern" stehen? Der Originaltitel lautet "Pittbull" und wer das Buch gelesen hat, weiß, dass das passt wie die Faust aufs Auge. 

Das Buch habe ich übrigens auch bei bookbot.de erstanden. 


Bewertung: 🌹🌹🌹



Montag, 21. März 2022

Rezension: "Gezeitenmord" von Dennis Jürgensen

Lykke Teit von der Polizei in Kopenhagen bekommt ihren ersten eigenen Fall. In Südjütland wurde im Watt die Leiche eines Mannes gefunden und da sie genau auf der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland liegt, bekommt Lykke Unterstützung von Rudi Lehmann von der Kripo Flensburg. Die zuständige Polizei vor Ort ist nicht begeistert, aber da der Tote aus Kopenhagen stammt und sich in dem kleinen Ort Melum verkrochen hat, ermittelt hier nun Lykke. Gleichzeitig wird ein elfjähriger Junge vermisst und Lykke und Rudi erfahren, dass in Melum vor eineinhalb Jahren schon mal ein Kind verschwunden und bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Der damals zuständige Beamte hatte sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert bei der Suche nach der kleinen Rosa Molberg. Hängen die Fälle zusammen und hat der Tote im Watt irgendwas damit zu tun?

Der Erzählstil hat mir gut gefallen, er ist lebendig und flüssig zu lesen. Es gab immer wieder neue Wendungen und Überraschungen, auch am Ende eines Kapitels, so dass man "dran bleiben" musste.
 
Das Zusammenspiel der Figuren fand ich ebenfalls gut. Der Autor verpasst beiden Hauptcharakteren einen Hintergrund, um sie dem Leser näher zu bringen. Wobei ich die Geschichte von Rudi ein wenig klischeehaft finde. Ja, er ist Deutscher, aber muss man deswegen hier wieder die Nazis ins Spiel bringen? Es hätte doch tausende andere Möglichkeit gegeben, Rudi einen Background zu verpassen. Aber zum Glück spielt das hier bei der Entwicklung des Falles keine Rolle. Und das Privatleben und die Probleme der Ermittler stehen auch nicht im Vordergrund der Handlung.
 
Man kann während des Lesens gut mit rätseln bei der Tätersuche und wird ein paar Mal in die Irre geführt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was die manchmal schwere Kost ein wenig auflockert.

Das Buch habe ich bei einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und ich muss sagen, es war ein guter Auftakt einer neuen Krimireihe. Zumindest steht auf dem Cover "Der erste Fall des Deutsch-Dänischen Ermittlerteams", deswegen hoffe ich, es geht irgendwann weiter. Ein bisschen Luft nach oben hat das Ganze für mich zwar noch, aber wie gesagt, für den ersten Fall der beiden Ermittler habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Bewertung: 🌹🌹🌹🌹