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Dienstag, 2. Dezember 2025

Lesetipps zur Winter- und Weihnachtszeit Teil 3: Mystery, Horror, Fantasy

 


Heute gibt es ein paar Tipps von mir zu den Genres Mystery, Fantasy und Horror.  Mit einem Klick auf die Titel kommt ihr wieder zu meinen Rezensionen.



Schatten des Wolfes von Patricia Briggs



Biss der Wölfin von Kelley Armstrong






Schaurige Weihnachten -Verschiedene Autoren
Ich habe gesehen, dass ich hier im letzten Jahr gar keine Rezi geschrieben habe. Kurz zum Inhalt: Im viktorianischen England war ein Weihnachtsfest ohne Schauergeschichte nicht komplett: Man erzählte sie am Kaminfeuer im Musikzimmer oder Salon. So verbreitet war dieser Brauch, dass etliche namhafte Autor*innen ihre Storys dafür schrieben. In diesem Band erzählen Autor*innen wie D. H. Lawrence, A. C. Doyle und weitere Meister*innen des Horrors von verfluchten Herrenhäusern, Schiffen im Eismeer und kalten Londoner Mietswohnungen, in denen das Grauen lauert. Wohlig-schaurige Gruselstunden für die Winter-Weihnachtszeit garantiert!







Montag, 6. Juli 2020

Rezension: "Wenn die Schatten fallen" von Kay Hooper

Gladstone, eine Kleinstadt in Tennessee im Jahr 2000. Sheriff Miranda Knight hatte es bisher nur mit kleineren Delikten zu tun. Aber nun wurden zwei tote Teenager gefunden, brutal gefoltert und ermordet. Und Miranda weiß, der Mörder wird nicht aufhören. Die Umstände machen es erforderlich, dass sie das FBI hinzu zieht. Das Team von Noah Bishop ist ein ganz spezielles, denn alle haben paranormale Fähigkeiten, verfügen über telepathische Kräfte und besonders ausgeprägte Sinne. Vor acht Jahren hat Miranda schon einmal mit Bishop zusammen gearbeitet, als ein Serienkiller in Arizona aktiv war. Damals musste Miranda einen schrecklichen Verlust erleiden und ist mit ihrer kleinen Schwester Bonnie, die ebenfalls medial veranlagt ist, untergetaucht. Wird es ihr nun möglich sein, wieder mit Bishop zu arbeiten, um den Mörder zu jagen und ihre Gefühle dabei außer Acht zu lassen?

Das Buch lag schon sehr lange auf meinem SUB, aber jetzt wurde es endlich mal Zeit, da es auf meiner Liste "20 in 2020" steht.
Insgesamt hat es mir gut gefallen. Beim Lesen des Klappentextes war mir nicht klar, dass es sich um einen Mysterykrimi handelt mit paranormalen Elementen. Da das nicht für jeden etwas ist, erwähne ich das mal hier. Ich mag solche Geschichten ja und war deswegen positiv überrascht. Warum dann nur 4 Punkte? Ganz einfach, es hätte etwas spannender sein können, denn zwischendurch waren doch ein paar Längen.
Was man auch berücksichtigen sollte: Das Buch ist 20 Jahre alt und viele Dinge in der Handlung entsprechen gerade in der technischen Entwicklung natürlich nicht dem heutigen Standard. Zwischendurch dachte ich mal, warum wird nicht per GPS nach dem Smartphone eines vermissten Teenagers gesucht. *g* Okay, gab es da ja noch nicht. Aber darüber sollte man einfach hinweg lesen.

Wie gesagt, hat mir die Geschichte insgesamt gut gefallen und gerade zum Ende hin wird es dann doch spannend, was auch den paranormalen Aspekten zu verdanken ist, wie z. B. ein Ouja-Brett, das immer wieder an den unmöglichsten Stellen auftaucht.

Miranda Knight ist seit fünf Jahren als Sheriff im Amt und ihr ist es seitdem gelungen, ihre Fähigkeiten gut zu verbergen. Ihr oberstes Gebot ist, ihre Schwester zu beschützen, denn nur noch sie beide sind übrig geblieben. Dass es da schwerfällt Noah Bishop wieder in ihr Leben zu lassen, ist verständlich. Sie gibt sich selbst eine Mitschuld an dem, was damals passiert ist und will eine Wiederholung unter allen Umständen verhindern.
Noah Bishop hat nie aufgegeben, seit damals nach dem Killer zu suchen. Und auch nach Miranda, die wie vom Erdboden verschluckt war. Als sie nun selbst Kontakt mit dem FBI aufnimmt und spezielle Hilfe anfordert, macht er sich natürlich Hoffnungen. Denn auch er gibt sich die Schuld an den schrecklichen Vorgängen damals in Arizona.

Bis zum Schluss tappt man im Dunkeln, wer der Täter ist. Es gibt viele Rätsel, die gelöst werden wollen.

Fazit: Wer Mysterykrimis mag, dem wird "Wenn die Schatten fallen" sicher gefallen.

Meine Bewertung: 🦇 🦇 🦇 🦇







Samstag, 12. Oktober 2019

Rezension: "So finster, so kalt" von Diana Menschig

Die Anwältin Merle Hänssler lebt seit Jahren in Hamburg, als sie Nachricht erhält, dass ihre Großmutter gestorben ist. Merle hat in ihrer Kindheit und Jugend jede freie Minute im Haus ihrer Omi verbracht, das im Hochschwarzwald abseits des Dorfes Steinberg mitten im Wald steht. Als sie nun zur Beerdigung zurück kommt, findet sie bei den Sachen ihrer Großmutter Dokumente aus dem 16. Jahrhundert, geschrieben von einem gewissen Johannes. Anscheinend lebte er genau in diesem Haus. Seine Berichte handeln von seiner Schwester Greta und Merle tut sie zunächst als Aberglaube ab. Aber je länger sie in dem alten Haus wohnt, das sie anscheinend vor irgendwas beschützen will, desto öfter kommen Erinnerungen an ihre Kindheit zurück. Außerdem hat sie Albträume von dunklen Wesen  und bösen Wölfen. Und immer mehr gerät sie in den Bann der Märchen, die ihre Oma ihr früher immer erzählt hat. Anscheinend hatte diese selbst schon Nachforschungen angestellt und Kontakt mit einem Experten für Märchen und Sagen aufgenommen.
Dann verschwinden Kinder aus dem Dorf und Merle fragt sich, ob an Johannes' Erzählungen nicht doch mehr dran.  

Es ist schwer, das Buch einem Genre zuzuordnen.Am ehesten würde ich sagen, es passt in den Bereich Mystery. Aber eigentlich ist das auch egal, denn gefallen hat es mir auch so. Es ist düster, irgendwie magisch und märchenhaft. Und darum dreht es sich auch zum größten Teil, um alte Märchen wie "Hänsel und Gretel". Mit diesen bin ich ebenfalls aufgewachsen, genau wie Merle. Es gibt viele Anspielungen auf diese Märchen, angefangen natürlich bei den Namen wie Hans, Greta, der Familienname Hänssler oder auch Jakob Wolf. 
Und es geht darum, dass man mit dem Erwachsenwerden den Glauben an Märchen und das Übernatürliche immer mehr verliert. 

Die Geschichte und der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen und ich habe mich von Anfang bis Ende gut unterhalten. Der überwiegende Teil spielt in der Gegenwart und aus Sicht von Merle. Dann gibt es wieder ein paar Kapitel aus dem Manuskript von Johannes und man erfährt sozusagen aus erster Hand, was damals passiert ist. 

Das Buch passt perfekt in die herbstliche Jahreszeit, wenn der Nebel durch die Wälder kriecht. Und auch für die Fans von Grimms Märchen kann ich "So finster, so kalt" sehr empfehlen.

Beine Bewertung:  🦇 🦇 🦇 🦇





Donnerstag, 24. November 2016

"Onkel Montagues Schauergeschichten" von Chris Priestley


Der junge Edgar liebt es, seinen Onkel Montague zu besuchen. Auch wenn er in einem alten, unheimlichen Haus wohnt, er auf dem Weg dorthin durch einen dunklen Wald muss und der Garten an einen düsteren Friedhof erinnert. Denn sein Onkel erzählt wundervolle Geschichten, Gruseliges von Geistern, Hexen und Dämonen. Und zu allen Geschichten befinden sich Gegenstände in dem alten Haus. Und woher kennt Onkel Montague die ganzen Geschichten? Hat er sie selbst erlebt oder kennt er die Personen, denen sie passiert sind?

Ein wirklich ganz tolles Buch und die 223 Seiten sind recht schnell zu lesen. Es passt wunderbar in diese Jahreszeit und wäre sicher auch perfekt für einen Leseabend an Halloween. Für kleine Kinder ist es sicher nichts, aber Jugendliche so ab zwölf Jahren dürften wohl keine Probleme mit den gruseligen Geschichten haben. Zumindest ist so die offizielle Altersempfehlung. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten.
Auch die Illustrationen im Buch und das Cover sind liebevoll gestaltet.

Meine  Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Mittwoch, 17. Juni 2015

"Ruf ins Jenseits" von John Harwood

London, 1889. Die junge Constance Langton erbt überraschend ein altes Herrenhaus in Suffolk. Der Anwalt John Montague rät ihr dringend Wraxford Hall niemals zu betreten und es so schnell wie möglich zu verkaufen, denn es läge ein Fluch auf dem Anwesen. Aber die junge Frau ist neugierig, warum gerade sie die Erbin ist und ob sie so etwas über ihre Vergangenheit erfahren kann. Montague übergibt ihr daraufhin zwei Tagebücher, einmal sein eigenes und dann noch das einer Eleanor Unwin. Mit ihr fühlt Constance sich durch ihre Erzählung gleich auf eine merkwürdige Weise verbunden und spürt eine Art Seelenverwandtschaft. Findet sie in den Aufzeichnungen vielleicht endlich den Grund dafür, warum sie sich schon als Kind nie zugehörig zu ihrer Familie und sich besonders von ihrer Mutter nie richtig geliebt fühlte? Constance begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und der Leser begleitet sie zurück ins Jahr 1867. Wir erfahren die Geschichte des Hauses Wraxford Hall und seiner Bewohner einmal aus der Sicht von John Montague und dann aus der Sicht von Eleanor Unwin. 


Ich glaube, jeder fragt sich als Kind oder Teenager: Bin ich wirklich das Kind meiner Eltern? Und so waren die Gedankengänge von Constance für mich nicht verwunderlich, zumal sie schon rein äußerlich keinerlei Ähnlichkeit mit ihren Eltern oder ihrer Schwester hat. Als sie dann dieses alte Haus erbt, versucht sie natürlich herauszufinden, was sie mit der Familie Wraxford zu tun hat. Wer würde das nicht? Und als sie von den unheimlichen Vorgängen dort liest, ist ihre Neugier natürlich geweckt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ein historischer Spannungsroman mit Mysteryeffekten. Früher nannte man so etwas Schauerroman. Ich liebe sogenannte Haunted-House-Geschichten, besonders wenn sie im historischen England spielen.
Der Schreibstil ist gut und flüssig, die Sprache sehr bildhaft, nicht zu altmodisch, aber auch nicht zu modern, es passt einfach. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, die Figuren beim Gang durch Wraxford Hall und durch den dunklen Mönchswald zu begleiten.
Besonders Constance mochte ich gleich und auch Eleanor war mir sofort sympathisch. Bis zum Schluss hoffte ich, dass Constance in ihrer Vermutung über ihre Verbindung Recht behalten würde.
Das Ende hat mir schließlich auch gut gefallen, für alle Beteiligten ein schöner Abschluss.

Ein kleines…ja, Highlight für mich am Rande: Constances Besuch am Ende in Whitby. Ob der Autor den Ort an der englischen Küste absichtlich gewählt hat? ;-) „Dracula"-Fans werden wissen, was ich meine.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Montag, 13. Oktober 2014

"Der verbotene Fluss" von Susanne Goga

England 1890. Die junge Lehrerin Charlotte Pauly verlässt Berlin und bekommt im Hause des reichen Abgeordneten Sir Andrew Clayworth eine Anstellung als Gouvernante für dessen achtjährige Tochter Emily.    
Chalk Hill ist ein altes Herrenhaus, auf dem ein düsterer Schatten zu liegen scheint. Das liegt auch daran, dass Sir Andrew allen Angestellten und sogar seiner Tochter verboten hat, über den Tod seiner Frau zu sprechen. Lady Ellen Clayworth ist vor einem halben Jahr anscheinend in den nahen Fluss gestürzt.
Charlotte ist überzeugt, dass es nicht gut ist für das Mädchen, ihre Trauer tot zu schweigen und versucht, so viel wie möglich über die Umstände des Todes von Emilys Mutter herauszufinden. Sir Andrew ist davon alles andere als begeistert, aber als das Mädchen immer mehr Albträume bekommt und behauptet, ihre tote Mutter zu sehen, kann Charlotte ihn endlich überzeugen, etwas zu übernehmen. Erscheint Emily wirklich der Geist von Lady Ellen? Um das herauszufinden engagiert er Tom Ashdown, der seit kurzem zur "Society for Psychical Research" gehört, die sich mit dem Erforschen von übersinnlichen Phänomenen befasst.

Ich bin begeistert. "Der verbotene Fluss" ist ein wunderbarer historischer Roman mit einem Hauch Mystery. Atmosphärisch dicht, manchmal düster, sehr fesselnd und flüssig geschrieben. In manchen Szenen bekommt man wirklich eine Gänsehaut. Die Charaktere haben viele Facetten und auch die Nebenfiguren bleiben keineswegs blass. Charlotte ist eine resolute junge Frau, die trotz der Zeit in der sie lebt, weiß was sie will und den Mut hat, ganz alleine in England ein neues Leben zu beginnen. Auch ihre Art, mit der sensiblen Emily umzugehen fand ich sehr sympathisch. 
Tom Ashdown, der auch vor ein paar Jahren einen schweren Verlust erleiden musste, mochte ich von Anfang an. Er lässt sich auch von dem einflussreichen Sir Andrew nicht einschüchtern, dessen Ruf anscheinend wichtiger für ihn ist als seine Tochter. Nach und nach deckt er zusammen mit Charlotte das Geheimnis von Chalk Hill auf.

Zu Ende des 19. Jahrhunderts ist Spiritismus gerade in England sehr angesagt. Geisterbeschwörungen, Seancen und ähnliches sind gerade in der besseren Gesellschaft sehr beliebt. Die damals gegründete "Society of Psychical Research" gibt es tatsächlich und laut Nachwort der Autorin existiert sie heute noch. Sehr interessant. :-)

Wer historische Romane mit einem Touch Mystery mag, die auch noch im nebeligen England spielen, der liegt mit "Der verbotene Fluss" genau richtig. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Dienstag, 18. Februar 2014

"Lang lebe die Nacht" von Thilo Corzilius

Lang, lang lebe die Nacht,
wie sie aus Traum und Legende erdacht,
wohin sie in all ihrer Düsternis Pracht
die Suche nach Leben und Licht hat gebracht.
Sieh, was sie dereinst aus mir hat gemacht!
Lang, lang lebe die Nacht!

Preußen 1818. Napoleon ist besiegt, der Krieg vorbei, doch die Welt liegt in Schutt und Asche. 
Drei junge Männer, durch ihr jeweiliges Schicksal miteinander verbunden, verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Jagd auf ungewöhnliche Dinge, übernatürliche Wesen wie Geister, Vampire und Werwölfe. Heute würde man sie Geisterjäger nennen. Lucien und seine Freunde Hagen und Salandar haben bereits viel gesehen und wissen, dass es in der Welt weit mehr gibt, als die Wissenschaft erklären kann.
Ihr nächster Auftrag führt sie ins Weserbergland in den Ort Leyen. Der Graf von Eulenbach persönlich beordert die drei Männer dorthin, denn es geschehen merkwürdige Dinge. Bereits drei ungeklärte Todesfälle haben sich geeignet und die Opfer scheinen buchstäblich vor Schreck gestorben zu sein. Wer oder was treibt sein Unwesen in dem friedlichen Städtchen? Und hängen die anderen Geschehnisse damit zusammen? Wieso kann ein Kater sprechen und warum spielt der Geist des Müllers immer noch in seiner Mühle auf dem Akkordeon? Vielleicht hilft ihnen das Gedicht eines ortsansässigen Schriftstellers. Lucien ahnt, dass da weit mehr im Gange ist, als sie bisher ahnen und die drei ahnen, dass sie diesmal all ihr Wissen und ihre Erfahrungen zusammenbringen müssen, um die Bewohner von Leyen von dem Bösen, das sie offensichtlich heimgesucht hat, zu befreien.

Historische Fantasy oder fantastische History, beides passt. Flüssig erzählt, mit interessanten Ideen und einem eingängigen Schreibstil. Mit 256 Seiten bietet das Buch kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch mit sympathischen Charakteren. Es würde mich freuen, mehr von Lucien & Co. zu lesen. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥

Montag, 15. Oktober 2012

Eowyn Ivey: Das Schneemädchen

Eine magische Geschichte, ein schönes Märchen. So würde ich das Buch beschreiben, welches ich bei Vorablesen.de gewonnen habe.

Die Autorin lehnt ihren Roman an das russische Märchen "Das Schneemädchen" an. Ein älteres Ehepaar kann keine Kinder bekommen, also bauen sie eines Tages ein Mädchen aus Schnee, welches lebendig wird und jeden Winter wiederkommt.


Mabel und Jack (beide Ende Vierzig) ziehen in der Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Alaska, angeblich ein Land wo Milch und Honig fließen. Aber das Leben als Famer ist hart und hinzu kommt, dass Mabel nie darüber hinweg kam, dass sie vor ein paar Jahren ihr Kind verloren hat. Das Paar läuft Gefahr sich auseinander zu leben.
Dann, in einer Winternacht, endet eine Schneeballschlacht darin, dass sie aus Schnee ein kleines Mädchen bauen. Am nächsten Morgen ist die Figur fort, aber im Hof finden sie kleine Fußspuren im Schnee. Und dann taucht ein Mädchen bei ihnen auf, sie trägt die Kleidung des Schneemädchens und ein Fuchs begleitet sie. Genau wie in dem russischen Märchen, dass Mabels Vater ihr in ihrer Kindheit immer erzählt hat.
Von da an kommt Faina, so nennt sie sich, jeden Winter wieder, verschwindet aber im Frühling hoch oben in die Berge. Aber Mabel reicht das, für sie ist das Mädchen längst ein Kindersatz geworden. Und jedes Jahr wartet sie sehnsüchtig auf die ersten Schneeflocken.
Inzwischen haben sich Jack und Mabel mit den Nachbarn George und Esther Benson angefreundet, sie haben drei Jungs und als Jack einen Unfall hat, hilft der jüngste Sohn Garrett Mabel auf der Farm. Natürlich hören auch die Bensons von der Geschichte mit dem Schneemädchen, halten Faina aber für ein Hirngespinst von Mabel. Die bodenständige Esther vermutet einen "Hüttenkoller" aufgrund der Einsamkeit in Alaska.
Aber nach ein paar Jahren trifft Garrett zufällig auf einer seiner Wanderungen auf das Mädchen, beide sind inzwischen fast erwachsen und es kommt wie es kommen muss...

Ein tragisch-schönes Märchen in der unberührten, rauhen Wildnis Alaskas des letzten Jahrhunderts. Ein wunderbares Buch für den Herbst und Winter.






Dienstag, 15. Mai 2012

Thomas Finn: Weisser Schrecken

Klappentext:


Fans von Stephen Kings »Es«, aufgepasst - dies wird der Winter des Schreckens! Die kalte Jahreszeit in Perchtal, einem einsamen Dorf im Berchtesgadener Land, scheint besinnlich wie immer. Bis eine Gruppe Jugendlicher einen grauenhaften Leichenfund macht: Ein junges Mädchen treibt unter dem Eis eines Sees, und es ähnelt den Zwillingen Miriam und Elke auf verblüffende Weise. Doch die beiden wissen nichts von einer Verwandten ... Bei ihren Nachforschungen stoßen die Freunde auf ein blutiges Geheimnis, das der Pfarrer des Dorfs hütet. Und sie schrecken dabei eine uralte Macht auf, die ihre Rückkehr in unsere Welt vorbereitet. 



Alles in allem war das Buch spannend und die Geschichte gut erzählt. Zumindest bis auf die letzten zwei oder drei Kapitel. Dann ging alles irgendwie so schnell zuende und ich hatte das Gefühl, der Autor wollte die Geschichte ganz schnell beenden. Ohne aber wirkliche Erklärungen für das "Monster" zu liefern, dass da alle 16 Jahre über Perchtal hereinbricht. Oder habe ich das nur nicht verstanden? 

Was ich total interessant fand, waren die ganzen Mythen und Sagen zum Krampus, Nikolaus, heidnischen und christlichen Glauben usw. Einen Teil wusste ich bereits darüber, aber nicht alles.
Und der Hinweis im Klappentext auf den Vergleich mit Stephen King stimmt schon, man denkt manchmal an "Es".
Auch hatte das Buch für mich teilweise nostalgische Aspekte, wie 1994 die "Dog Martens" von Robert, der Walkman oder die Musik allgemein. Da kamen schon Erinnerungen auf.
Die Figuren waren alle gut ausgearbeitet, Andreas und Robert als die cooleren Jungs der Clique. Niklas, der Streber, der heimlich in ein hübsches Mädchen verliebt ist, das aber natürlich Andreas mehr mag. Die Zwillinge Elke und Miriam, die unter ihren fanatisch-religiösen Eltern leiden. Und dann die Rowdies von Perchtal, Konrad und seine unterbelichteten Kumpels. Auch sehr typisch für Stephen-King-Stories.

Bei einem anderen Ende hätte das Buch bei einer Bewertung die volle Punktzahl von mir bekommen, aber so hat es mir leider nicht gefallen. Es fehlte etwas, ein erklärender Abschluss.
Andere Bücher von Thomas Finn kenne ich bisher noch nicht, aber das wird sich vielleicht noch ändern.