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Mittwoch, 10. Januar 2024

(Film-)Rezension: Die letzte Fahrt der Demeter

In meiner Buchgeschichte vom 09.08.2023 ging es um diesen Film. Nun habe ich ihn mir am letzten Wochenende angesehen.

Er beginnt mit der Entdeckung des völlig zerstörten Schiffes an der Küste Whitbys. In einer Rückblende wird dann erzählt, was in den letzten vier Wochen seit der Abfahrt der Demeter in Varna passiert ist. Während der Kapitän Elliott noch Matrosen gesucht werden, werden zeitgleich 50 Kisten auf das Schiff geladen. Niemand weiß, was drin ist, aber a
uf ihnen ist ein Drachen zu sehen. Dies veranlasst einen bereits angeheuerten Helfer, schnellstens die Flucht zu ergreifen, was wiederum dem Arzt Clemens zu einem Platz auf der "Demeter" verhilft. Nach kurzer Zeit hält sich die Freude darüber allerdings in Grenzen. Irgendjemand oder irgendetwas ist an Bord. Das an Bord befindliche Vieh und der Hund werden grausam zugerichtet aufgefunden. Bei einem Sturm öffnet sich unter Deck eine der Kisten und in der Erde findet Clemens die junge Anna. Sie erzählt der verbliebenen Mannschaft, dass der Teufel auf dem Schiff sei, das reine Böse. Nach und nach verschwindet dann die Besatzung und wird ebenfalls tot oder schwer verletzt mit Bissspuren aufgefunden. Auch Anna hat diese Bissspuren, weil sie Dracula als Nahrungsquelle diente.

Als Leser des Romans von Bram Stoker weiß man natürlich, dass in den Kisten Draculas Heimaterde und in einer davon der Vampir selbst liegt. Nacht für Nacht schleicht er auf dem Schiff herum und tötet die Mannschaft, um sich zu nähren, bis die Demeter England erreicht. Das erfährt man aus den Logbucheinträgen des Kapitäns.
Der Film bzw. das Drehbuch zu "Die letzte Fahrt der Demeter" basiert auf diesem einen Kapitel im Roman, das aus den Logbucheinträgen besteht. Nach und nach beschreibt der Kapitän das Grauen, das über das Schiff hereinbricht. Am Ende findet man ihn festgebunden am Steuerrad, ein Gesichtsausdruck, als sei er buchstäblich vor Schreck gestorben. Aber ein Kapitän verlässt sein Schiff nicht. Diese Szene fehlt im Film und vielleicht hätte sie der Handlung gut getan.
Nicht so gut gefallen hat mir auch die Darstellung Draculas. Stoker beschreibt es ja so, dass der Vampir nach und nach immer menschlicher wird, je mehr Blut er zu sich nimmt. Und gerade das macht es ja so schaurig, finde ich, dass er eigentlich harmlos aussieht. Im Film wurde wohl Nosferatu als Vorbild genommen, der Vampir ist durchweg eine hässliche Kreatur, eher eine große Fledermaus. Ein bisschen hat er mich auch an einen Gargoyle erinnert oder an Gollum, zumindest in den ersten Szenen, in denen er auftaucht. 😉 

Auch das Ende fand ich ein wenig gewöhnungsbedürftig, was daran liegen kann, dass ich "Dracula" gelesen habe und zwar nicht nur einmal. In einer Rezension habe ich gelesen, dass man den Eindruck gewinnen kann, es würde einen zweiten Teil geben. Hm, aber wie soll der dann aussehen? Schließlich ist es kein Dr. Clemens, der Dracula in London jagt, sondern Prof. Van Helsing. Es sei denn, Clemens schließt sich ihm, Harker, Seward, Holmwood und Morris an. 

Und wieso lässt der Autor die Schiffscrew so dumm da stehen? Sie wissen, dass Dracula erst nach Sonnenuntergang aktiv ist. Warum durchsuchen sie die "Demeter" dann nachts und nicht am hellen Tag? Nun, das ist sicher der Dramaturgie geschuldet. 

Aber bitte nicht falsch verstehen: Der Film ist durchaus gut gemacht. Ich würde sagen, "Die letzte Fahrt der Demeter" ist ein Horrorfilm der alten Schule, tolle Effekte, spannend, atmosphärisch, passende Musik. Gute Unterhaltung für einen Fernsehabend ist auf jeden Fall garantiert. Aber es hätte im Grunde  auch jedes andere Ungeheuer das Schiff heimsuchen und die Crew auslöschen können. Irgendwo habe ich einen Vergleich mit Ridley Scotts "Alien" gelesen, was gar nicht so falsch ist. 





Sonntag, 3. September 2023

Es war einmal....eine Rezension vom 25.06.2011

Nachfolgend seht ihr eine Rezension zu einer Adaption des Romans "Dracula" von Bram Stoker. Hier war ich erst skeptisch, was wohl aus meinem Lieblingsklassiker gemacht wurde, aber dann fand ich es richtig gut.

Zum Inhalt:
Dieser Roman erzählt die legendäre Geschichte des Grafen Dracula erstmals aus weiblicher Sicht. England 1890: Mina ist glücklich mit Jonathan Harker verlobt, als sie sich in den charmanten Herrn Wagner verliebt. Selbst als sie bereits mit Jonathan verheiratet ist und erfahren muss, dass der faszinierende Fremde und der gefürchtete Dracula ein und dieselbe Person sind, kann sie nicht von ihm lassen. In ihrem intimen Tagebuch enthüllt uns Mina Harker, dass in Wahrheit alles noch erregender war, als es Bram Stoker in seinem Roman "Dracula" geschildert hat. 


Das geheime Tagebuch der Mina Harker. So lautet der Untertitel des Buches. Wer "Dracula" gelesen hat, der weiß, dass Mina wie alle anderen Hauptpersonen auch hier bereits Tagebuch über die Ereignisse in Whitby, London und Transsilvanien geführt hat.
In "Dracula, myl love" erzählt die Autorin allerdings eine etwas andere Geschichte. Im Anhang gibt es ein Interview mit Syrie James, in dem sie erklärt, sie hatte die Idee zu diesem Buch, nachdem sie Stokers Buch ein zweites Mal gelesen hatte und mit einigen Dingen unzufrieden war. Es fehlten ihr z.B. Erklärungen, warum der Graf ausgerechnet in Whitby von Bord ging, warum er ausgerechnet Mina auswählte. In Stokers Buch hat er außerdem eine vergleichsweise kleine Rolle. Er taucht am Anfang auf und später ist er der Grund für alle Ereignisse, erscheint aber nur noch ganz selten. Auch das wollte die Autorin ändern, genau wie sein Äußeres. So, wie sie sich die Geschichte zwischen Mina und Dracula vorstellte, musste er wesentlich jünger und attraktiver sein. Und wer ist dieser Dracula überhaupt? Genau erwähnt wird das nie, aber Syrie James gibt ihm eine Geschichte, die durchaus glaubwürdig ist.

Auch, dass der Leser bei "Dracula" so wenig über Mina und ihre Vergangenheit erfuhr, störte sie. In ihrem Buch erfährt man schließlich viel über ihre Kindheit und warum sie im Waisenhaus aufwuchs. Auch wie sie und Jonathan sich kennenlernten, wird in der ursprünglichen Geschichte nicht näher erwähnt. 

In "Dracula, my love" wird die Geschichte von Bram Stoker aus Sicht von Mina Harker erzählt, sieben Jahre nach den Ereignissen in Transsilvanien und Draculas Tod. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber das Ende ist anders, als wir es bisher kannten. Und auch sonst ist es Syrie James gelungen, eine rundum fesselnde, teilweise neue Version eines großen Klassikers des Horrorgenres zu schreiben mit einer tapferen, für ihre Zeit sehr modernen jungen Frau, die zwei Männer liebt und zum Schluss eine schwere Entscheidung treffen muss.
Und bis zum Schluss fragt man sich: Meint Dracula es ehrlich mit Mina oder ist er doch das Ungeheuer, für das ihn alle halten?

Ich werde es hier nicht verraten, aber allen, die Bram Stokers "Dracula" kennen und lieben, lege ich dieses Buch ans Herz.
Aber auch wer "Dracula" nicht gelesen hat und gute Vampirromane dennoch zu schätzen weiß, dem kann ich "Dracula, my Love" sehr empfehlen.

Bewertung: 📖📖📖📖📖

Ich glaube, es ist mal bald Zeit für einen Re-Read. 😊




Mittwoch, 9. August 2023

Buchgeschichte: Die letzte Fahrt der Demeter

Wer "Dracula" von Bram Stoker gelesen hat oder den Film gesehen hat, der weiß, dass die Demeter das Schiff war, das den Vampir von Bulgarien nach England brachte. Als dieses in Whitby anlegte, war die gesamte Mannschaft tot, der Kapitän ans Steuerrad gefesselt und von Bord sprang ein großer schwarzer Hund. 


Dieser Teil des Romans wurde nun verfilmt. Und ich frage mich: Kann das funktionieren? Sicher, man kann bestimmt einiges an Spannung und Horror erzeugen. Ein Sturm auf einem Schiff, Dunkelheit, es geschehen unheimliche Dinge, nach und nach verschwinden die Crew Mitglieder und eine grauenhafte Gestalt wird immer wieder an Bord gesehen. Aber reicht dieses eine Kapitel des Klassikers für einen gesamten Film?  
Der Trailer verspricht jedenfalls spannende Unterhaltung

Aber mal ehrlich, wer das Buch kennt, weiß ja auch, wie die Geschichte ausgeht. Es sei denn, es wird im Film ein anderes Ende für Dracula geben als bei Bram Stoker. Stellt euch vor, Dracula wäre nie in Whitby von Bord gegangen, weil er vorher auf der Demeter vernichtet wurde. Er hätte niemals sein Unwesen in England getrieben und niemals Mina getroffen. Dr. Seward hätte es nie für notwendig erachtet, seinen Mentor Van Helsing nach London zu holen. Was wäre der Literaturwelt damit entgangen? Nein, ich glaube nicht, dass ich mir das vorstellen möchte. 😉

Ab dem 17. August kann man sich im Kino überzeugen, ob die Umsetzung dieses relativ kleinen Parts aus dem Roman gelungen ist. Ich glaube aber, ich warte, bis man ihn irgendwo streamen kann. 








Freitag, 27. Mai 2022

Buchgeschichte am Freitag: 125 Jahre Dracula

Am 26. Mai 1897, also vor 125 Jahren wurde "Dracula" von Bram Stoker veröffentlicht.  Und deswegen ist dieser Tag der "World Dracula Day".
Seit wann dieser Tag gefeiert wird und wer ihn dazu ernannt hat, ist leider nicht bekannt. Aber es muss jemand sein, den Stokers Roman und die Figur des Grafen fasziniert hat.
Da geht es ihm wie mir. Wobei ich den Film-Dracula zuerst "kannte". Ich erinnere mich, dass ich damals heimlich, als meine Eltern mal nicht da waren, abends einen Draculafilm im Fernsehen angeschaut habe. Da muss ich so elf oder zwölf gewesen sein. Meine Angst, dass ich erwischt werde, war aber größer als die vor dem Vampir. *g*
Erst sehr viel später habe ich dann zum ersten Mal das Buch gelesen und zwar als der Film von Francis Ford Coppola in die Kinos kam, das war 1992. Zeitgleich wurde der Roman neu veröffentlicht und ich habe ihn mir direkt gekauft und verschlungen. Und bis heute ist diese Verfilmung für mich die einzige, die so nah an die Geschichte des Buchs heran kommt. Außer, dass Dracula im Roman nur am Anfang und am Ende tatsächlich persönlich auftaucht. Ist euch das schon mal aufgefallen? Und trotzdem beherrscht er die gesamte Handlung, ist permanent eine dunkle, unsichtbare Bedrohung und beeinflusst das Handeln der anderen Hauptfiguren.
 
 
Der Aufbau des Romans (eine Mischung aus Abenteuer,- Reise-, Liebes- und Schauergeschichte) besteht aus Tagebucheinträgen, Tonaufzeichnungen, Briefen und  Zeitungsberichten. Es gibt keinen klassischen Erzähler, der durch die Handlung führt, was das Ganze irgendwie dokumentarisch und beinahe authentisch erscheinen lässt. Besonders durch die Tagebucheinträge nimmt der Leser unmittelbar am Geschehen teil. 

Ursprünglich wollte Bram Stoker "Dracula" übrigens in der Steiermark spielen lassen, inspiriert durch die Vampirgeschichte "Carmilla" von Joseph Sheridan Le Fanu. Das zeigt sich in seiner Kurzgeschichte "Draculas Gast", die zunächst die Einleitung zu seinem Roman sein sollte, später aber von ihm wieder gestrichen wurde. Dann verlegte er das Ganze nach Transsilvanien.

Tragisch ist, dass Bram Stoker den großen Erfolg seines Romans nicht mehr erlebt hat. Er starb in dem Glauben, dass er mit "Dracula" einen Ladenhüter geschrieben hat, denn die Geschichte wollte anfangs niemand lesen. Erst die Theateraufführungen und Verfilmungen verliehen der Figur des Grafen Dracula die Unsterblichkeit. Und bis heute ist er der berühmteste Vampir der Welt und Vorbild für viele weitere Roman- und Filmfiguren. 


 Gelesen habe ich "Dracula" bis jetzt drei Mal, aber irgendwann wird es sicher mal wieder Zeit für einen Re-Read. Und es gibt noch viele weitere interessante Bücher zur Figur Dracula:
1. Dracula kehrt zurück von Freda Warrington
2. Dracula - Die Wiederkehr von Dacre Stoker und Ian Holt
3. Dracula, my love von Syrie James
4. Die Geständnisse des Grafen Dracula von Fred Saberhagen
5. Der Historiker von Elizabeth Kostova
6. Department 19 von Will Hill

Und wer "Draculas Gast" lesen möchte, der wird hier fündig, denn die Kurzgeschichte ist in dieser Anthologie des Festa-Verlags veröffentlicht worden:
 








Mittwoch, 4. März 2020

Rezension: "Department 19 - Das Gefecht" von Will Hill

Noch 85 Tage bis zur Stunde null: dem Tag, an dem der regenerierte Graf Dracula vollends zu seiner alten Stärke zurückkehren wird. Dem Tag, an dem die finsteren Wesen endgültig den Kampf um Gut und Böse gewinnen werden. Nach der letzten verheerenden Attacke der Vampire muss sich das Department 19 neu organisieren - doch ausgerechnet jetzt werden weltweit die Insassen von Hochsicherheitsgefängnissen befreit. Und die sind nicht nur Schwerverbrecher, sondern wurden inzwischen auch in Vampire verwandelt...

Nach Draculas Angriff auf Schwarzlicht durch Valeri Rusmanov wurde das Team um Jamie, Larissa, Kate und Matt auseinandergerissen. Larissa wurde zu einer Einheit des Departments in den USA in der Area 51 versetzt, während Kate in einer Internen Abteilung zusammen mit Paul versucht, einen Spion bei Schwarzlicht zu entlarven, damit solche Angriffe nicht mehr passieren. Matt arbeitet im Labor an einem Heilmittel gegen Vampirismus und Jamie macht im Außendienst auf die entflohenen, in Vampire verwandelten Schwerverbrecher Jagd. 
Durch die Erzählperspektive ist man als Leser in allen Situationen dabei, so auch bei Dracula, der immer mehr zu seiner alten Stärke zurückfindet. 

Insgesamt ist die Geschichte spannend, auch wenn es zwischendurch ein paar Längen gibt.  Der Erzählstil ist aber flüssig und auch sehr anschaulich, man sieht förmlich das Blut spritzen. ;-) 

Ich finde die Idee von Will Hill nach wie vor faszinierend, denn sie basiert darauf, dass Bram Stokers Roman "Dracula" keine Fiktion ist, sondern fast alles damals so passiert ist und im Kampf gegen Vampire das Department 19 von Harker, Seward, Holmwood und Morris gegründet wurde und die Aufgabe von ihren jeweiligen Nachfahren weitergeführt wird.

"Das Gefecht" ist der dritte Teil der Reihe und leider auch der letzte, der bisher ins Deutsche übersetzt wurde. Was sehr schade ist, denn das Ende ist offen und man will natürlich wissen, wie es weitergeht und ob das Department es mit Dracula aufnehmen kann. 


Bewertung🦇 🦇 🦇 🦇 



Sonntag, 12. Januar 2020

Rezension: "Die Blutchronik" von Liliana Le Hingrat

Osmanisches Reich 1448. Als Vlad Draculua endlich aus der Gefangenschaft des Sultans entlassen wird, ist sein einziges Ziel Rache. Für die Morde an seinem Vater und seinem älteren Bruder Mircea und für alles, was er während seiner Geiselhaft in Edirne erdulden musste. Und er will den Thron zurück erobern und rechtmäßiger Fürst der Walachei werden. Aber nicht nur die alten Feinde seiner Familie machen ihm die Krone streitig, auch sein Bruder Radu, den er in der Geiselhaft von Mehmet II. zurücklassen musste, wendet sich gegen ihn und wird dabei von den Osmanen unterstützt. 
 Doch obwohl er in der Gunst des Papstes steht, muss er mit ansehen, wie Polen, Ungarn und das Osmanische Reich immer wieder die Hand nach der Walachei ausstrecken. Vlad ist jedoch fest entschlossen, das Erbe seines Vaters anzutreten. Und die Jahre in der Gefangenschaft der Osmanen haben ihn zu einem brutalen, hartherzigen und oft rücksichtslosen Herrscher gemacht, der von Rachedurst getrieben ist. Über die Jahre gibt es Siege und Niederlagen und immer wieder muss Vlad mit ansehen, wie seine Heimat und sein Erbe zum Faustpfand im Kampf zwischen Islam und Christentum wird. 

"Die Blutchronik" ist die Fortsetzung von "Das dunkle Herz der Welt", wo es zunächst um die Geschichte von Vlad II. ging und wir später auch schon den jungen Vlad Draculea, seinen Sohn, kennengelernt haben, der zusammen mit seinem Bruder Radu von seinem Vater als Geisel an den Hof von Sultan Murad geschickt wurde. 
Aber dieser historische Roman ist auch viel mehr. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren wird die Geschichte Europas zur damaligen Zeit erzählt. Man hat den Eindruck, dass ständig irgendwo Krieg herrschte. Die Osmanen versuchten am laufenden Band, in andere Länder einzufallen und sie zu erobern. Dagegen wehrten sich vehement Ungarn, Polen sowie auch die kleine Walachei, die anscheinend immer irgendwie dazwischen "hing" und ständig in Gefahr war, überrannt zu werden. Es wurden Allianzen geschlossen, die auch durch politische Hochzeiten unterstrichen wurden. Auch Kinder wurden miteinander verheiratet, wenn es dem Wohl eines Landes diente. Und Vlad Draculea hatte natürlich auch persönliche Gründe, gegen die Osmanen zu kämpfen, nach allem was sie ihm und seinem Bruder in der Geiselhaft angetan hatten. 

Ich muss sagen, ich habe lange keinen so fesselnden historischen Roman mehr gelesen. Vor allen Dingen merkt man ihm die gute Recherchearbeit der Autorin an. Im Nachwort schreibt sie auch, dass sie viele Quellen studierte, aber die Informationen nur dann als gesichert ansah, wenn sie mindestens drei Übereinstimmungen fand. Ich stelle mir das ungeheuder spannend vor.
Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist lebendig und lässt die damalige Zeit vor dem Auge des Lesers auferstehen. Die grünen und geheimnisvollen Wälder der Walachei, die Karpaten, die Burgen und Schlösser und auch die Paläste der Osmanen.

Neben Vlad gibt es ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus "Das dunkle Herz der Welt" wie z. B. Vlads Vertrautem und Berater Roxolan. Smaranda, der ehemaligen Zofe seiner Mutter und Janos Hunyadi, dem früheren Freund von Vlads Vater.
Der Autorin gelingt es sehr gut, dem angeblich blutrünstigen Monster Vlad Draculea eine menschliche Seite zu geben. Weiß man, was er alles erlebt hat und erdulden musste, kann man besser verstehen, wie er zu der historischen Figur Dracula werden konnte. Politische Entscheidungen und die Krone seines Vaters waren wichtiger als alles andere, Schwächen konnte man sich nicht leisten, da diese seine Feinde sofort ausnutzen würden.

Die rund 680 Seiten flogen nur so dahin und ich war fast enttäuscht, als ich das Buch beendet hatte. Ich kann es jedem Leser gut recherchierter und trotzdem unterhaltsam geschriebener historischer Romane empfehlen. Und man erfährt auch noch sehr viel über die Geschichte Europas. 

Bewertung: 🦇🦇🦇🦇🦇






Montag, 27. Mai 2019

"Dracula" wird 122 Jahre alt


Na gut, tatsächlich war er natürlich ein paar Jahrhunderte älter. *g*

Gemeint ist der Tag der ersten Veröffentlichung des Romans von Bram Stoker am 26. Mai 1897 in London. Zugeordnet wird er dem Genre des Schauerromans, da Elemente wie alte Schlösser, übernatürliche Erscheinungen usw. darin vorkommen. Heute würde ich ihn auf jeden Fall zu den Klassikern zählen. 

Fakt ist, dass Stoker mit dem transsylvanischen Vampir Graf Dracula eine Figur schuf, deren Bekanntheitsgrad bis heute ungebrochen ist. Jeder kennt den Namen Dracula und weiß zumindest grob, was ein Vampir ist. 
Um so tragischer finde ich es, dass der Autor von diesem Erfolg nie etwas erfahren hat, denn zu seinen Lebzeiten war das Buch quasi ein Flop. Erst nach Stokers Tod machten die Bühnenaufführungen und später die Filme den Vampir unsterblich.





Sonntag, 4. November 2018

Rezension: "Der Historiker" von Elizabeth Kostova

Ich habe dieses Buch bereits einmal gelesen, das ist mehr als zehn Jahre her. Nun war es Zeit für einen Re-Read, der perfekt in den Oktober passte. Auch beim zweiten Mal bin ich begeistert vom wunderbaren Schreibstil, den Bildern, die beim Lesen im Kopf entstehen und der erzählten Geschichte allgemein.

Es geht darum, dass ein junges Mädchen in der Bibliothek ihres Vaters, eines Historikers, ein Päckchen vergilbter Briefe findet. In diesen Briefen geht es um die Herkunft von Vlad dem Pfähler, dem wahren Dracula und dem Vorbild von Bram Stokers berühmter Romanfigur. Als ihr Vater verschwindet, ist es für das Mädchen keine Frage, dass sie sich auf die Suche nach ihm machen muss, denn sie hat schon ihre Mutter verloren, als sie klein war. Zusammen mit einem Studenten der Oxford-Universität begibt sie auch auf Spurensuche und folgt den Hinweisen in Briefen und Aufzeichnungen ihres Vaters. Hier erfährt sie alles über die Jagd ihrer Eltern nach Dracula, ihre atemberaubenden Reisen in die Türkei, nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Über ihre Suche nach dem wahren Grab von Vlad dem Pfähler. 

Auch dieses Mal fällt wieder auf, dass im ganzen Buch nicht einmal der Name des Mädchens erwähnt wird. Ihre Kapitel sind in der Ich-Form geschrieben und ansonsten heißt es nur "Meine Tochter" oder "Kind". Auch ihr Vater heißt nur "Paul", es fällt nie der Nachname. 

Wie schon oben geschrieben, hat die Autorin einen wunderbaren und sehr anschaulichen Schreibstil. Die Länder und Städte, Bibliotheken, Kirchen und Archive werden beim Lesen lebendig. Alles ist sehr atmosphärisch beschrieben. Das gilt besonders für die Szenen, in denen Dracula auftaucht, z. B. nachts in der verfallenen Burg oder in der Bibliothek unter der Krypta. 
Und es ist deutlich, dass sie für ihren Roman sehr intensiv über Vlad Dracula recherchiert hat, sowohl über die historische Figur, als auch über die Vampirlegenden auf dem Balkan. Tatsächlich gibt es die Legende, dass der Woiwode auf einer Klosterinsel im Snagov-See begraben wurde. Aber Wissenschaftler fanden dieses Grab leer vor. Perfektes Futter für den Vampirmythos. ;-)

Große Actionszenen sucht man hier vergeblich, aber von Anfang bis Ende ist die Geschichte spannend und fesselnd erzählt. Über allem schwebt die ständige Bedrohung und die Frage: Ist Dracula tatsächlich am Leben? Ist er tot? Oder untot? 

Vlad Dracula war sicher ein brutaler und blutrünstiger Herrscher, aber letztendlich wollte er nur eins: sein Land vor der Übernahme der Osmanen bewahren, sein Volk beschützen. Und der, der er später war, wurde er durch seine Gefangenschaft bei den Osmanen. 

Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der sich für die Dracula-Legende interessiert und allen, die einfach perfekt unterhalten werden wollen, gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten. 

Bewertung: 🦇🦇🦇🦇🦇






Freitag, 26. Mai 2017

Erstveröffentlichung von "Dracula" heute vor 120 Jahren

26. Mai 1897. An diesem Tag wurde der Klassiker "Dracula" von Bram Stoker zum ersten Mal veröffentlicht. 

Sieben Jahre arbeitete Bram Stoker an seinem Roman. Er starb 1912 in dem Glauben, dass er damit einen Ladenhüter geschrieben hatte, denn der große Erfolg blieb zunächst aus. Erst zehn Jahre nach seinem Tod war die Welt anscheinend bereit für "Dracula". Heute gibt es kaum jemanden auf der Welt, der noch nicht von dem untoten Grafen gehört hat.
Diese Bekanntheit von "Dracula" hat natürlich auch mit den zahlreichen Verfilmungen zu tun. Ich kenne allerdings nur einen Film, dessen Handlung so nah an der des Buches ist, wie die Version von Francis Ford Coppolla.


Dacre Stoker, der Ur-Großneffe von Bram Stoker, glaubt übrigens, dass sein Onkel geplant hatte, noch eine Fortsetzung zu schreiben und begründet das damit, dass Dracula im Buch durch einen Schwertstoß ins Herz stirbt. Aber jedes Kind weiß schließlich, dass man einen Vampir nur durch einen Holzpflock töten kann. ;-)

Für mich hat die Geschichte von "Dracula" auch nach 120 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren. Und ich hätte Bram Stoker gewünscht, dass er noch erlebt hätte, welch ein Meisterwerk er geschaffen hat. 



©Blackfairy71


Samstag, 23. April 2016

Zum Welttag des Buches - Faszination Dracula


Heute ist es soweit, der Feiertag für alle Leseratten und Buchfreunde ist da: Der Welttag des Buches.
Zu diesem besonderen Anlass möchte ich euch - auch im Rahmen der Aktion Blogger schenken Lesefreude  - heute ein Buch etwas genauer vorstellen, das mich im Grunde seit Jahrzehnten begleitet und immer wieder aufs Neue fasziniert:
 
Die Handlung ist ja soweit eigentlich bekannt, daher versuche ich mich kurz zu fassen. 

Der junge Anwalt Jonathan Harker reist im Auftrag seiner Kanzlei ins entlegene Transsilvanien und führt vom ersten Tag an ein Reisetagebuch. Hauptsächlich, um seine Erlebnisse später mit seiner Verlobten Mina zu teilen, die daheim England auf ihn wartet. Ziel ist die Burg des Grafen Dracula, der durch die Kanzlei in London eine alte Abtei gekauft hat und demnächst dorthin übersiedeln will. Schon auf der Reise geschehen merkwürdige Dinge und die Menschen in Transsilvanien scheinen in tiefem Aberglauben zu leben und warnen Harker vor einer Weiterreise zur Burg. Aber der junge Anwalt lässt sich nicht abschrecken. Schon hier gelingt es Stoker, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen.
Nach seiner Ankunft auf der Burg muss Harker nach und nach erkennen, dass der Graf nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Er ist sich nicht mal sicher, ob sein Gastgeber wirklich menschlich ist.
Währenddessen wartet Mina daheim auf Nachricht von ihrem Verlobten und vertreibt sich die Zeit mit einem Besuch bei ihrer Freundin Lucy an der Küste in Whitby die Zeit. Aber die unbeschwerte Zeit wird getrübt, denn Lucy scheint krank zu sein und sie schlafwandelt. Ein Freund der Familie, der Arzt John Seward, ruft schließlich seinen alten Studienprofessor Van Helsing zu Hilfe, der sich mit ungewöhnlichen Fällen und Methoden auskennt. Dieser befürchtet schließlich, dass Lucy das Opfer eines Vampirs geworden ist.
Aufgrund der Tagebucheinträge von Mina und Jonathan Harker kommen Van Helsing und Seward zusammen mit Lucys Verlobtem Arthur sowie seinem alten Freund, dem Texaner Quincey Morris, dem Grafen auf die Schliche und versuchen, ihn endgültig zu vernichten.



Was soll ich noch sagen? Ich liebe dieses Buch. Und ich finde den Aufbau der Geschichte aus Tagebucheinträgen, Phonografenaufnahmen, Briefwechseln und Zeitungsberichten einfach total gelungen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, keiner ist oberflächlich dargestellt und von Anfang an gelingt es dem Autor eine durchgehende Spannung zu erzeugen. 

Was mir beim erneuten Lesen des Buches vor gut einem Jahr aufgefallen ist: die Titelfigur Dracula taucht im Grunde nur am Anfang auf und zum Ende hin. Trotzdem beherrscht sie die gesamte Handlung und die Bedrohung durch den Vampir schwebt die ganze Zeit über den Hauptfiguren und zieht sich bis zum Schluss zu einem dunklen Netz zusammen. 

Heute ist Dracula ein Klassiker und ein Meisterwerk. Es gibt kaum jemanden, der den Namen nicht schon mal gehört hat. 1897, als der Roman veröffentlicht wurde, war das ganz anders. Sieben Jahre arbeitete Bram Stoker an seinem Roman und starb, ohne etwas von dem späteren großen Erfolg mitbekommen zu haben. Seine Witwe Florence lebte in ziemlich bescheidenen Verhältnissen. 
Erst zehn Jahre nach Stokers Tod, der am 20.04.1912 starb, war die Welt anscheinend langsam bereit für Dracula, denn Schauerliteratur wurde immer populärer. 
1922 verfilmte die deutsche Filmfirma Prana Film den Roman unter dem Titel Nosferatu....ohne eine Genehmigung. Florence Stoker verklagte die Firma wegen Verletzung der Urheberrechte, gewann zwar nach drei Jahren den Prozess, sah aber trotzdem keinen Cent, da die Firma inzwischen pleite war. Dacre Stoker, der Urgroßneffe von Bram, sagt im Nachwort zu seinem Roman Dracula - Die Wiederkehr, dass das Buch seiner Familie kein Glück gebracht habe. Und das war auch ein Grund, warum er zusammen mit Ian Holt später die Fortsetzung schrieb. Dacre war übrigens der Meinung, dass sein Großonkel schon immer geplant hatte, eine Fortsetzung zu schreiben und zwar begründet er das mit Draculas Ende. Denn es ist kein Holzpflock, der ihm am Schluss ins Herz gestoßen wird, sondern ein Dolch. Und sogar Van Helsing weiß, dass man einen Vampir damit nicht endgültig vernichten kann. ;-)

Habt ihr euch schon mal gefragt, wieso es so viele verschiedene Dracula-Verfilmungen gibt und kaum einer inhaltlich mit der Handlung des Buches zu tun hat? Nun, in den USA galten die Urheberrechte nicht, da Stoker irgendeine kleine Bedingung der Urheberrechtsbehörde nicht erfüllt hatte. Somit galt Dracula in Amerika als gemeinfrei und Hollywood "verwurstete" den Stoff zu allem möglichen....und unmöglichen. Ich kenne eigentlich nur eine Verfilmung, die das Recht hat, als Adaption des Romans bezeichnet zu werden und das ist Bram Stokers Dracula von Francis Ford Coppola. Meiner Meinung nach gibt es keinen Film, der in der Handlung so genau dem Buch entspricht.

Zu Lebzeiten arbeitete Bram Stoker als Journalist und Theaterkritiker. So lernte er den Schauspieler John Henry Irving kennen und Gerüchten zufolge soll dieser als Vorbild für die Figur des Grafen Dracula gedient haben. Ob das stimmt...wer weiß. Stoker ließ sich aber auch von vielen anderen Dingen beeinflussen. So war er sehr beeindruckt von Joseph Sheridan Le Fanus Vampirgeschichte Carmilla. Eigentlich sollte auch sein Roman zunächst in der Steiermark spielen, aber dann verlegte er das Ganze doch nach Transsilvanien. Das ursprüngliche Eröffnungskapitel entfiel und wurde später als Kurzgeschichte Draculas Gast gesondert veröffentlicht. Hier findet Jonathan Harker das Grab der Vampirin. Zu finden ist die Geschichte u.a. in der Anthologie Denn das Blut ist Leben, erschienen im Festa Verlag.
Transsilvanien wurde es wohl deshalb, weil Stoker die historische Figur des walachischen Fürsten und Feldherrn Vlad Draculea als Vorbild für seinen Grafen Dracula nahm. Bis heute ist er damit untrennbar verbunden. Ebenso wie die so genannte "Blutgräfin" Bathory. Er recherchierte ausgiebig das Thema Vampire und stieß in alten Legenden auf Dinge wie Knoblauch, pfählen, Sonnenlicht vermeiden, Blut trinken, usw. Übrigens ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass Dracula sich nur in der Nacht und bei Dunkelheit draußen bewegen kann. Er ist sehr wohl auch am Tage unterwegs, allerdings ist er dann nicht so mächtig wie in der Nacht und kann sich beispielsweise nicht in eine Fledermaus oder einen Wolf verwandeln. Nur direktes Sonnenlicht bekommt ihm gar nicht. 

Quellen: Wikipedia, Dracula - die Wiederkehr von Dacre Stoker/Ian Holt

Bram Stokers Dracula ist für mich mit Abstand der beste Vampirroman , den ich kenne. Und es gibt ein paar andere Bücher, die das Thema aufgreifen und die es meiner Meinung nach durchaus wert sind, gelesen zu werden:


Dracula kehrt zurück von Freda Warrington
Dracula, my love von Syrie James
Dracula - Die Wiederkehr von Dacre Stoker und Ian Holt
Der Historiker von Elisabeth Kostova
Die Geständnisse des Grafen Dracula von Fred Saberhagen

Ich kann gar nicht mal genau sagen, was mich letztendlich so an Dracula fasziniert, dass ich es immer wieder lesen könnte. Und auch alles andere rund um dieses Thema. Auf jeden Fall hat Bram Stoker mit seinem Buch den Urvater aller Vampire erschaffen und manche von den späteren Blutsaugern hätten ohne ihn sicher nie das Licht der Welt erblickt. 

Das brachte mich auf die Idee einige der heutigen Autoren von Vampirromanen mal zu diesem Thema zu befragen. Hier findet Ihr nun die Antworten.



Hope Cavendish, Autorin der historischen Vampirromanreihe Zeitgenossen schreibt:

1. Hast du "Dracula" von Bram Stoker gelesen?
Ja.

2. Hast du das Buch bisher einmal gelesen oder öfter?
Einmal ganz und vereinzelte Szenen öfter, um gewisse Aspekte wie z.B. die "Tageslichttauglichkeit" des Grafen nachzuschlagen. ;-)

3. Wann hast du es zum ersten Mal gelesen?
Ich glaube, vor ungefähr 6 Jahren.

4. Wie ist deine Meinung zum Buch?
Das Buch vermittelt die klassische Atmosphäre eines viktorianischen Schauerromans.
Dadurch, dass Stoker die Ereignisse über Briefe, Tagebucheinträge und Protokolle der beteiligten Figuren erzählt, wird man als Leser sofort in das Geschehen hineingezogen und empfindet schnell einen latenten Grusel. Man muss dabei allerdings auch gewillt sein, sich auf diesen Stil einzulassen.


5. Hat Stokers Roman dich inspiriert, selbst Vampirromane zu schreiben und hat „Dracula“ Einfluss auf deine eigenen Bücher?
Vermutlich ist jeder Vampirroman-Autor letztendlich irgendwie auch durch Stoker inspiriert. Schließlich gilt sein Graf als der Inbegriff des klassischen Vampirs, wenngleich er auch nicht der erste Vampir der Literaturgeschichte war.  Auf meine historische Vampirromanreihe "Zeitgenossen" hatte Bram Stoker tatsächlich auch einen ganz konkreten Einfluss, da viele reale historische Figuren und Ereignisse in die Handlung mit eingebunden sind. Und in "Pakt mit den Rittern des Dan", dem dritten Band der Reihe, ist die Begegnung der Protagonisten mit Bram Stoker und dem Orientalisten Arminius Vámbéry eines solcher Ereignisse. Die Protagonisten erhalten dabei nämlich einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte des "Dracula"-Romans.


Weitere Infos zu Hopes Romanen findet Ihr hier: http://www.zeitgenossen-romane.de/




Auch die Autorin Sandra Florean war so nett, ihre Meinung zum Buch mitzuteilen : 

1. Hast du "Dracula" von Bram Stoker gelesen?
Ich muss gestehen, nur teilweise. Von meiner Mama habe ich drei wirklich alte Vampirromane bekommen. Einer davon war Dracula. Vielleicht lag es an der Ausgabe oder daran, dass ich so ziemlich jeden Film zig Mal gesehen habe, aber ich habe das Buch nie ganz gelesen. (Asche auf mein Haupt)

Hm, ich hab jetzt mal beantwortet, was doch noch irgendwie passen würde ....

5. Hat Stokers Roman dich inspiriert, selbst Vampirromane zu schreiben und hat „Dracula“ Einfluss auf deine eigenen Bücher?
Auch ohne den Roman "Dracula" komplett gelesen zu haben, kenne ich natürlich die Hintergründe, die zu dieser Figur führten, und etliche andere Geschichten um den großen "Meister" Dracula. Die haben mich tatsächlich wesentlich mehr interessiert. Wo kam er her? Was wäre ein historischer Beleg für seine Existenz? (Ich bin ja historischer Reenactor, da ist sowas enorm wichtig ;) ). Wieso diese "Eigenarten" mit der Schwäche gegen Tageslicht und heilige Symbole und und und. Also, insofern hat mich eher der Mythos Vampir oder die Legende Dracula inspiriert als der Roman an sich. Wobei ich die Geschichte von Bram Stoker auch sehr spannend finde ;) 

Ist die Antwort „Nein“, dann würde ich natürlich gerne wissen, warum du „Dracula“ noch nicht gelesen hast. *grins*
 siehe oben ;)

Mehr Infos über Sandras Bücher findet ihr hier: 


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Die nächste Antwort kommt von der Autorin Linda K. Heyden: 


Tatsächlich gehöre ich zu denen, die Dracula noch nicht gelesen haben - obwohl ich mich in diesem Genre so wohl fühle und selbst Vampirromane schreibe.
Viele Jahre war für mich "Dracula" untrennbar mit Christopher Lee in der Filmhauptrolle verbunden, und auch wenn ich ihn als Schauspieler ungemein schätze, löste die Erinnerung an das Nachtprogamm meiner Kindheit nicht den Wunsch in mir aus, die Bücher von Bram Stoker zu lesen. Auch war mein Interesse an Vampiren äußerst gering.
Dies hat sich erst geändert, als neue Vampirromane auf dem deutschsprachigen Markt erschienen. Einige der teilweise sehr unterschiedlichen Werke mit unterschiedlichen Schwerpunkten haben mich begeistert  (z.B. war mein "erster" Vampirroman einer von Tanya Huff) und meine Fantasie beflügelt, sodass ich dem Vampir-Genre verfallen bin und mir meine eigene Vampirwelt "erschrieb". Wunderbarerweise stehen uns Autoren für die Vampirwelten, die wir erschaffen, ja vielen Motive zur Verfügung: Liebe, Freundschaft, Verlust, Schönheit, Ewigkeit u.v.m.
Jedenfalls hast du mich dadurch, dass du so leidenschaftlich für "Dracula" einstehst, sehr neugierig gemacht. Dafür danke ich dir. Gestern habe ich mir eine Leseprobe von "Dracula" vorgenommen und war angenehm überrascht, wie gut und spannend sich der Roman liest. Auf dem Klappentext stand, dass es in der Geschichte insbesondere um Freundschaft geht. Das hat mich sehr angesprochen. Freundschaft ist auch ein wichtiges Thema innerhalb der Nacht-Patrouille, "meiner" Vampirgemeinschaft in Berlin.
Also, aufgeschoben ist bestimmt nicht aufgehoben. Bram Stoker steht auch in der nächsten Zeit nicht ganz oben auf meiner Prioritätenliste, aber ich werde das "Original" bestimmt noch lesen.
Versprochen.

Und hier erfahrt Ihr mehr über Lindas Bücher: 
Website: www.lindakheyden.com
Facebook: www.facebook.com/pages/Linda-K-Heyden-Autorin/123520454467739?ref=hl



    

Vielen Dank an Hope, Sandra und Linda, dass ihr Euch die Zeit genommen habt. Drei Autorinnen, drei unterschiedliche Meinungen, wirklich sehr interessant.  

So, das war also mein Beitrag zum Welttag des Buches. Auch wenn es hier nichts zu gewinnen gibt, vielleicht gefällt es dem einen oder anderen ja trotzdem. Und vielleicht habe ich ja einige von euch neugierig auf den unsterblichen Grafen Dracula gemacht und ihr gehört bald auch zu seinen Fans. 

Ich wünsche euch noch einen schönen "Feiertag" und ein schönes Wochenende. Macht das Beste daraus. 


Sonntag, 6. Dezember 2015

"Das dunkle Herz der Welt" von Liliana Le Hingrat



Das heutige Rumänien im 15. Jahrhundert: Vladislav Basarab Draco, Ritter des Drachenordens, kämpft um den walachischen Thron seines Vaters. Dabei gerät er in Konflikt mit den Königen von Ungarn und Polen, die, selbst verfeindet, ihren eigenen Anwärter auf den walachischen Thron setzen wollen. 
Im Alter von fünf Jahren von seiner Familie getrennt, wächst Vladislav am Hof König Sigismunds auf, als Geisel und Garant für die Politik seines Vaters, des Fürsten Mircea Basarab. Der ungarische Monarch, der auch der Großmeister des Drachenordens ist, nimmt ihn in seine Dienste und am 8. Februar 1431, in Nürnberg, in die höchste Klasse der Societas Draconis auf. 
Vladislavs bester Freund und Schwertbruder János Hunyadi, Sohn eines Kleinadligen, erfährt am Tag zuvor von dem polnischen König Jagiello, dass er der uneheliche Sohn Sigismunds ist. Voller Neid verfolgt er die Zeremonie seines Freundes und meint, dass die Ehrungen ihm und nicht Vladislav zustehen. Als er von Vladislav vor den Augen König Sigismunds auch noch im Turnier besiegt wird und obendrein zusehen muss, wie Vladislav, obwohl er verheiratet ist, seine verehrte Clara von Thegzes verführt, wandelt sich die Freundschaft in Missgunst und Hass...

Über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren begleiten wir Vladislav Basarab Draco auf seinem Kampf um den Thron der Walachei, dem heutigen Rumänien. Er ist der Vater von Vlad Draculea, später besser bekannt als Vlad Tepes, der Pfähler. Gemeinsam mit seinem treuen Freund Roxolan, einem Hohepriester der Alten Mysterien und seinem ehemaligen Stallburschen Ilarion  kämpft Vladislav gegen die Osmanen, die die westlichen Länder wie Ungarn und Österreich erobern und beherrschen wollen. Um die Walachei, das Land seiner Ahnen, zu retten, geht er schließlich ein Bündnis mit dem Sultan Murad ein, was ihm wiederum den Hass des christlichen Ungarn und Österreich einbringt. 
Auch privat läuft nicht alles rund. Vladislav ist mit einer wunderbaren Frau verheiratet, aber die Ehe wurde arrangiert. Vasilissa und er respektieren und achten sich gegenseitig, aber Vladislavs Liebe gehört Clara, während Vasilissa sich in den Burgunder Wallerand verliebt. Im Laufe der Jahre schenkt Vasilissa ihrem Mann vier Kinder, Mircea, Vlad, Radu und Alexandra. Aber sein Kampf um den Thron und sein Bündnis mit den Osmanen fordert Opfer und macht auch vor seinen Kindern nicht halt.

Man merkt dem Roman an, dass die Autorin sehr genau und gründlich recherchiert hat und alles möglichst genau wiedergeben möchte. Sie ist selbst Rumänin und ihr liegt ihr Land und dessen Geschichte natürlich am Herzen. 
Im Nachwort schreibt sie, sie wollte mit diesem Roman zeigen, dass die wahre Geschichte der Draculas eben so spannend sein kann wie die von Bram Stoker erzählte. Ich finde, das ist ihr gelungen. 
Das Buch hat eigentlich alles, was ein historischer Roman braucht: Fakten und Fiktion, die gekonnt miteinander verwoben sind, interessante Charaktere, von denen keiner blass bleibt, Emotionen und auch amüsante Momente. Ich mochte besonders Roxolan. Es geht um Liebe, Freundschaft, Hass, Stolz, Ehre, die Familie und die Verpflichtung den Ahnen gegenüber. Werte, die man heute leider nicht mehr oft kennt. 
Für mich persönlich war es allerdings ein bisschen zu viel Politik und manchmal fiel es mir schwer allem zu folgen, bei den vielen Namen, Titeln und Bezeichnungen. Aber das ist halt Geschmacksache. 

Liliana Le Hingrat schreibt außerdem, dass sie eine Fortsetzung der Gechichte Vlad Draculea widmen will. Darauf bin ich schon gespannt und werde es sehr gerne auch lesen. 

Und zuletzt natürlich noch ein Dankeschön an die Losfee von Vorablesen.de, dass ich das Buch lesen durfte. ;-)


Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥


© Blackfairy71


Freitag, 12. Juni 2015

Freitagsgetippsel - Der Sommer ist zurück

Und wieder ist Freitag...und wieder ist Sommer. *g* Und genau wie letzte Woche sind für heute Abend und morgen Gewitter angesagt nach Temperaturen um die 30 Grad.



Lesetechnisch ist diese Woche nicht viel passiert. Ich habe noch etwa 100 Seiten in Ruf ins Jenseits von John Harwood, die ich sicherlich dieses Wochenende schaffen werde. Das Ganze hat nun eine interessante Wendung genommen.

Dann kam heute früh eine Mail von Amazon, dass Tanz der Wölfe von Patricia versendet wurde. Schön, dann kann ich damit vielleicht gleich anschließen...wenn der Poststreik nicht dazwischen kommt.

Und nächste Woche, am 18. Juni, müsste der dritte Teil der Graveyard-Queen-Reihe von Amanda Stevens bei mir ankommen: Totenstimmen. Also die nächsten Wochen werden sehr interessant mit meinen Seitlingen.

Als großer Dracula-Fan war ich gestern schon traurig, als ich die Nachricht von Christopher Lees Tod hörte. Gut, 93 Jahre sind ein stolzes Alter und dann darf man auch mit gutem Gewissen gehen. Er hat sicher viel erreicht in seinem Leben und seiner Karriere. Nicht nur als einer der bekanntesten Darsteller des Vampirgrafen, sondern auch in Filmen wie Herr der Ringe, James Bond oder Star Wars. Trotzdem werde ich ihn immer in erster Linie mit Dracula in Verbindung bringen, denn - wie auch jemand anders schon geschrieben hat - bin ich damit aufgewachsen und es ist ein Stück Kindheitserinnerung, wenn ich spätabends heimlich den Fernseher angemacht und mich wohlig gegruselt habe, wenn meine Eltern mal nicht da waren. *g*
Mit den heutigen Teenievampiren ist dieses Charisma des Schauspielers überhaupt nicht zu vergleichen.


Nun wünsche ich euch ein schönes, sonniges Wochenende und dass ihr gut mit der Hitze klar kommt. Ich habe gestern ein Päckchen vom Teewicht bekommen mit köstlichen Mischungen für leckeren Eistee. Dazu dann ein gutes Buch....passt! ;-)




Montag, 10. November 2014

"Dracula kehrt zurück" von Freda Warrington

Nachdem ich das Buch nach mehr als zehn Jahren nun zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich endlich auch eine ausführliche Rezension dazu schreiben.
Sieben Jahre sind vergangen, seit Dracula in Transsylvanien getötet wurde. Mina und Jonathan Harker haben einen sechsjährigen Sohn mit Namen Quincey, zu Ehren ihres damals getöteten Freundes Quincey Morris. John Seward und Arthur Holmwood - Lord Godalming - sind inzwischen ebenfalls beide verheiratet.  
Und Professor Van Helsing ist überzeugt, dass nun die Zeit gekommen ist, wieder dorthin zu reisen, um sich noch einmal zu überzeugen, dass der Vampir wirklich endgültig vernichtet ist.
Also machen sich die Freunde zunächst auf den Weg nach Budapest zu einem alten Freund Van Helsings, Professor André Kovacz. Dort treffen sie auch auf Elena, Andrés Nichte, die mit ihrem Vater dort lebt. Die junge Frau freundet sich mit Mina an und bewundert die elegante Engländerin. Sie sehnt sich selbst nach einem freien Leben und möchte nicht als Ehefrau und Mutter enden, so wie es ihr strenger Vater für sie vorgesehen hat.
Als die Freunde schließlich weiter zum Borgopass reisen wollen, begleiten Elena und ihr Vater sie und zusammen wohnen sie bei einer befreundeten Bauernfamilie. Ihren wahren Grund für den anschließenden Ausflug in die Berge verschweigen sie allerdings der Familie und auch Elena und ihrem Vater. Nur André Kovacz weiß Bescheid, da Van Helsing seinen alten Freund in einer Weinlaune eingeweiht hat. Ein tragischer Fehler, wie er später erkennen muss.
An der Burg Dracula angekommen, erlebt jeder der Freunde diese erneute Begegnung mit dem Ort des Schreckens anders. Und als sie wieder ins Tal zurück und dann nach England heimkehren, ist nichts mehr wie vorher, denn Dracula ist erwacht und er sinnt auf Rache. Hierzu bedient er sich zunächst der jungen Elena und als sie nach dem Tod ihres Vaters als Kindermädchen nach England kommt, bringt sie das Grauen wieder ins Haus der Harkers. Jonathan verfällt immer mehr in Depressionen, die sonst friedliche Katze wird zunehmend aggressiver und Mina sehnt sich plötzlich auf eine Art und Weise nach ihrem Ehemann, wie es sich für die damalige Zeit einfach nicht gehört. Und schließlich wird klar: ihr alter Feind ist zurück. Wird es ihnen zusammen mit ihren Verbündeten dieses Mal gelingen, ihn zu bekämpfen und endgültig zu vernichten?

Veröffentlicht wurde diese Fortsetzung von Freda Warrington 1997 und damit 100 Jahre nach Bram Stokers „Dracula“. Was man aber nach ein paar Seiten bereits vergisst, denn der Schreibstil ist sehr ähnlich und auch der Aufbau des Buches, denn auch hier gibt es Tagebucheinträge und Briefe.
Aber in „Dracula kehrt zurück“ hat der Vampir eine viel größere Rolle, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch erhält er hier durchaus menschliche Züge, während Stoker ihn ja eigentlich nur als blutsaugendes Ungeheuer darstellt. Könnte natürlich daran liegen, dass dieses Buch eine Frau geschrieben hat. *g*
Womit ich aber nicht sagen will, dass die Geschichte schmalzig oder schnulzig ist, keineswegs. Man kann durchaus nachvollziehen, dass Mina hin und her gerissen ist zwischen ihrem Ehemann und dem Einfluss des Vampirs, denn schließlich geht es um das Leben ihres Sohnes. Aber ist sie wirklich bereit, dafür ihre sterbliche Seele zu opfern?
In die Geschichte eingebunden wurde der Mythos der sog. Schule der Scholomanten. Eine Schule mit zehn Schülern, die vom Teufel persönlich geleitet wurde und wo Dracula sein dunkles Wissen und seine teuflischen Fähigkeiten erlernte.

Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die sich nicht hinter dem Klassiker verstecken muss und die damit beginnt, womit „Dracula“ endete: Jonathan Harkers letzter Anmerkung zu den Geschehnissen in Transsylvanien. Die Charaktere sind vielschichtig und neben den altbekannten Figuren kommen ein paar neue wie Elena und André Kovacz hinzu. Dadurch sind John Seward und Arthur Holmwood leider ein wenig zu kurz gekommen, aber man kann halt nicht allen Charakteren den gleichen Raum geben. Und dafür hat die Titelfigur dieses Mal eben auch einen größeren Part bekommen, meiner Meinung nach ein Pluspunkt für die Geschichte. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 2. November 2014

"Dracula" von Bram Stoker

Ich habe das Buch jetzt nach vielen Jahren zum dritten Mal gelesen, dieses Mal in einer Leserunde. Und auch nach der all der Zeit hat die Geschichte für mich nichts von ihrer Faszination verloren. 
Die Handlung ist ja soweit eigentlich bekannt, daher  versuche ich mich kurz zu fassen. 


Der junge Anwalt Jonathan Harker reist im Auftrag seiner Kanzlei ins entlegene Transsilvanien und führt vom ersten Tag an ein Reisetagebuch. Hauptsächlich, um seine Erlebnisse später mit seiner Verlobten Mina zu teilen, die daheim England auf ihn wartet. Ziel ist die Burg des Grafen Dracula, der durch die Kanzlei in London eine alte Abtei gekauft hat und demnächst dorthin übersiedeln will. Schon auf der Reise geschehen merkwürdige Dinge und die Menschen in Transsilvanien scheinen in tiefem Aberglauben zu leben und warnen Harker vor einer Weiterreise zur Burg. Aber der junge Anwalt lässt sich nicht abschrecken.
Schon hier gelingt es Stoker, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen.
Nach seiner Ankunft auf der Burg muss Harker nach und nach erkennen, dass der Graf nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Er ist sich nicht mal sicher, ob sein Gastgeber wirklich menschlich ist.
Währenddessen wartet Mina daheim auf Nachricht von ihrem Verlobten und vertreibt sich die Zeit mit einem Besuch bei ihrer Freundin Lucy an der Küste in Whitby die Zeit. Aber die unbeschwerte Zeit wird getrübt, denn Lucy scheint krank zu sein und sie schlafwandelt. Ein Freund der Familie, der Arzt John Seward, ruft schließlich seinen alten Studienprofessor Van Helsing zu Hilfe, der sich mit ungewöhnlichen Fällen und Methoden auskennt. Dieser befürchtet schließlich, dass Lucy das Opfer eines Vampirs geworden ist.
Aufgrund der Tagebucheinträge von Mina und Jonathan Harker kommen Van Helsing und Seward zusammen mit Lucys Verlobtem Arthur sowie seinem alten Freund, dem Texaner Quincey Morris, dem Grafen auf die Schliche und versuchen, ihn endgültig zu vernichten.

Was soll ich noch sagen? Ich liebe dieses Buch. Und ich finde den Aufbau der Geschichte aus Tagebucheinträgen, Phonografenaufnahmen, Briefwechseln und Zeitungsberichten einfach total gelungen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, keiner ist oberflächlich dargestellt und von Anfang an gelingt es dem Autor eine durchgehende Spannung zu erzeugen.
Was mir jetzt beim erneuten Lesen des Buches aufgefallen ist: die Titelfigur Dracula taucht im Grunde nur am Anfang auf und zum Ende hin. Trotzdem beherrscht sie die gesamte Handlung und die Bedrohung durch den Vampir schwebt die ganze Zeit über den Hauptfiguren und zieht sich bis zum Schluss zu einem dunklen Netz zusammen.

Absolute Leseempfehlung für Vampirbuchfans. 


Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Mittwoch, 30. Oktober 2013

"Department 19 - Die Mission" von Will Hill

Klappentext: Jamies Leben wird nie wieder dasselbe sein. Sein Vater tot, seine Mutter vermisst und er selbst von einem Hünen namens Frankenstein entführt - an einen Ort wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier residiert die geheimste Organisation der britischen Regierung: das Department 19. Verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, dem Erzfeind des Grafen Dracula ... Mit der Hilfe von Frankensteins Monster, einem schaurig-schönen Vampirmädchen mit ganz eigenen Absichten und den Mitgliedern der Organisation muss Jamie nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch seine Mutter vor einem grauenvollen, übermächtigen Vampir retten - während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann ...

Jamie Carpenter ist 14 Jahre alt, als er mit ansehen muss, dass sein Vater erschossen wird. Angeblich hat er die Regierung verraten und mit Terroristen zusammengearbeitet. Jamie ist tief enttäuscht, denn anscheinend hat sein Vater seine Familie jahrelang hintergangen. Aufgrund ständiger Anfeindungen zieht seine Mutter mit ihm mehrfach um und als Jamie zwei Jahre später eines Tages nach Hause kommt, ist sie verschwunden und das Haus verwüstet. Und im Wohnzimmer steht plötzlich ein Riese, der sich als Frankenstein vorstellt und ihm erzählt, er sei in großer Gefahr. 
Das Department 19, auch Schwarzlicht genannt, ist die geheimste Organisation der Regierung und ihr Ziel ist der Kampf gegen das Übernatürliche. Jamie muss erfahren, dass Vampire tatsächlich existieren und "Dracula" keine Fiktion eines irischen Schriftstellers ist. Alles ist wirklich passiert und ihm begegnen in der Organisation die Nachfahren der Gründer: Harker, Holmwood, Morris und Seward. Und er erfährt, dass auch seine Familie eine wichtige Rolle im Department 19 spielt. 
Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden und der Leser erfährt, wie es zur Gründung der Organisation kam usw.
Schließlich stellt sich die Frage: Ist Dracula damals in den transsilvanischen Bergen wirklich endgültig gestorben? Und wer hat Jamies Mutter entführt und zu welchem Zweck?
Gemeinsam mit dem Monster, das sich zu Ehren seines Erschaffers Viktor Frankenstein nennt, dem Vampirmädchen Larissa sowie weiteren Mitglieder von Schwarzlicht macht Jamie sich auf die Suche nach seiner Mutter. Und ihm ist klar, ab jetzt gibt es keine Rückkehr mehr in ein normales Leben...

Jamie mochte ich gleich, anfangs ist er ein typischer Teenager, aber dann muss er schnell erwachsen werden.  Auch Frankenstein war mir sympathisch, aber das ging mir schon in den Filmen immer so. *g* Denn das Monster selbst war nie böse, es waren immer die Umstände.

Endlich mal wieder ein Vampirbuch ohne weichgespülte Kuschelvampire á la Twilight. Wie heißt es so schön vom "Telegraph" auf dem Buchrücken: "Bram Stoker muss sich nicht länger im Grab umdrehen. Sein Vermächtnis für das 21. Jahrhundert reicht über Twilight hinaus!
Dem kann ich mich nur anschließen. Eine spannende, gut durchdachte Geschichte, ohne Blutarmut. ;-)  Sicher nichts für zarte Gemüter, die eher auf Edward Cullen stehen. Aber mir hat es sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie es in "Department 19 - Die Wiederkehr" weitergeht. Auf der letzten Seite verrät der Autor: "Jamie wird auch im nächsten Buch wieder dabei sein. Und leider auch Dracula."

Samstag, 13. April 2013

"Gepfählt" von Jeffrey Sackett

Klappentext: Der junge New Yorker Malcolm Harker kann es nicht fassen: Sollte es tatsächlich wahr sein, dass Dracula einst seiner Urgroßmutter das Blut aussaugte und ihr von seinem eigenen zu trinken gab? Fließt in den Adern der Familie Harker seit jener Zeit teuflisches, vampirhaftes Blut, wie Großvater Quincy behauptet? Der ungläubige Malcolm reist mit seiner Freundin Holly und seinem Freund Jerry nach England, um den Geheimnissen der Vergangenheit auf die Spur zu kommen...

Malcolm Harker ist siebenundzwanzig Jahre alt, als er Veränderungen an sich bemerkt. Er arbeitet nachts, weil er dann am wachesten ist. Er verschläft den ganzen Tag. Er hat kaum noch Appetit. Als er eine Frau anfällt und und sie fast umbringt, beschließt sein Großvater Quincy ihm die Wahrheit über seine Familie zu erzählen. Quincys Mutter, Malcolms Urgroßmutter war Mina Harker, verheiratet mit Jonathan Harker und vor rund hundert Jahren in England an der Jagd nach dem mächtigen Vampir Dracula beteiligt. Damals trank Dracula ihr Blut und gab ihr von seinem, welches seit damals von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Und es fließt auch in Malcolms Adern. Natürlich glaubt der junge Mann die Geschichte nicht, aber nachdem er ein altes Manuskript seiner Urgroßmutter und den Roman "Dracula" von Bram Stoker miteinander vergleicht, wird klar, dass der Schriftsteller die Harkers kannte und einen Roman geschrieben hat, der auf Tatsachen beruht. 
Um der Sache auf den Grund zu gehen, fliegt Malcolm nach England und sucht die Orte auf, die im Buch erwähnt werden. Als er Lucys Grab findet, gibt es kein Zurück mehr und es  beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Denn schon damals bei seiner Vernichtung in Transsilvanien hat Dracula Rache gegenüber seinen Verfolgern geschworen. 
Zitat aus Dracula: "...Meine Rache hat erst angefangen! Sie reicht über die Jahrhunderte und die Zeit steht auf meiner Seite! Eure Mädchen, die Ihr alle so sehr liebt, sind bereits mein..."

Diesen Roman aus dem Jahr 1989 habe ich vor einigen Jahren zufällig entdeckt, als ich nach Büchern über Dracula suchte. Aber irgendwie hatte ich dann nicht mehr daran gedacht, bis ich ihn vor kurzem gebraucht gekauft habe. Und es hat sich gelohnt. Für Dracula-Fans ein Muss und eine absolute Leseempfehlung. Für anderer sicher ein spannender Horrorroman. Ich würde aber empfehlen, Stokers Roman vorher zu lesen. 
Außerdem gibt es Rückblicke auf das Leben von Vlad dem Pfähler und Sackett erklärt hier, wie der Woiwode seinen Pakt mit dem Teufel einging und zum berühmtesten Vampir der Geschichte wurde.  
Im Original heißt das Buch "Blood of the Impaler", als "Blut des Pfählers". Was eigentlich besser passen würde als "Gepfählt". Das ist aber auch schon der einzige Minuspunkt.  ;-)

Fazit: Ich vergebe 5 von 5 Pflöcken