Donnerstag, 30. April 2026

Top Ten Thursday: Farbenfrohe Buchtitel




Am letzten Tag im April geht es bei der wöchentlichen Aktion auf Aleshanees Weltenwandererblog um Buchtitel.

Bilde aus den Anfangsbuchstaben von 10 Buchtiteln das Wort

FARBENFROH

Am 30. April, der Walpurgisnacht, muss natürlich mindestens ein "Hexentitel" dabei sein. 😉 Und beim zweiten "R" habe ich ein wenig geschummelt. Ich hoffe, das ist in Ordnung. 


F
Frühlingsfunkeln (Das kleine Bücherdorf 2) von Katharina Herzog

A
Am dunkelsten Tag von Nora Roberts

R
Requiem für einen blutroten Stern von Annika Beer

B
Bernsteinsommer von Anne Barns

E
Ein Sommer in Irland von Ricarda Martin

N
Nordseesterne von Marie Merburg

F
Frühlingsgeheimnisse (Season Sisters 1) von Anna Helford

R
(Das) Rosencottage (Constanze Wilken)

O
Outback von Patricia Wolf

H
Hexenblut von Neil White

 



Blessed Beltane und eine schöne Walpurgisnacht


So wie Samhain (Halloween) ein Fest des Todes und der Toten und Ahnen ist, so ist Beltane ein Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit und des Sieges der Sonne und des Sommers über den Winter. Beltane ist also im Grunde der Beginn des Sommers. 
Damals waren die Unterschiede in den Jahreszeiten eh viel mehr zu spüren. Die Winter waren  gekennzeichnet von Kälte, Hunger, Krankheiten und Tod. Eine Jahreszeit, die mit viel Angst verbunden war. Dann kam der Sommer mit seiner lebenspendenden Sonne, der Wärme und seinen vielen Früchten. Da kann man sich sehr gut vorstellen, welches Glück und welche Freude die ersten Sonnenstrahlen und der Beginn des Frühjahrs und Sommers für diese Menschen brachten. Bedeuteten sie doch, dass das Leben weiterging und man überlebt hatte. 

Mit dem 1. Mai begann bei den Kelten das Sommerhalbjahr, das vor allem durch Fröhlichkeit, Wärme, Licht, Feste und Feiern gekennzeichnet war. Dieser Tag liegt zwischen der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche und der Sommersonnwende. Früher wurde Beltane wohl am nächstgelegenen Vollmond, heute allerdings vorwiegend in der Nacht auf den 1. Mai gefeiert. 

Zu den wichtigsten Bräuchen, die sich bis heute erhalten haben, gehört das Aufstellen des Maibaums. Während heute nur noch im Dorfmittelpunkt oder an einem besonderen Platz dieser Maibaum aufgestellt wird, gab es in früheren Zeiten fast in jedem Garten einen Maibaum. Sie standen nicht nur vor jedem Haus, sie standen oft sogar in jedem Zimmer. Mit dem Tanz um den Maibaum und dem Verweben und Verknüpfen der Bänder (Bändertanz um den Maibaum) drückte man u. a. die Verknüpfung der drei Welten (Himmel, Erde, Anderswelt) aus, die durch den Maibaum auch symbolisiert werden und nun fest in das Gefüge des Lebens selbst eingewoben werden.  

Wie und wo auch immer gefeiert wird, überall gilt die Nacht zum 1. Mai als magische Nacht, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind und auch Feen, Elfen und Kobolde von ihren Hügeln kommen und feiern. 

Jedes Jahreskreisfest hat seine Farben. Die von Beltane sind in erster Linie Weiß, wie beim Weißdorn oder der Eberesche und Grün wie beim Waldmeister oder Bärlauch. 

In Deutschland ist die Nacht auf den 1. Mai eher als Nacht der Hexen, Walpurgisnacht, bekannt. Populär wurde diese Bezeichnung auch durch Goethes "Faust". 


Das Bild habe ich vor ein paar Jahren auf dem Hexentanzplatz in Thale gemacht. Von hier aus fliegen die Hexen zum Brocken. 





Montag, 27. April 2026

Rezension: "Tatort Trelleborg" von Mattias Edvardsson

Trelleborg, Südschweden, 1989: Polizeimeisterin Gunni Hilding wird überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen rekrutiert. Doch die junge Beamtin fühlt sich der Aufgabe alles andere als gewachsen: Von ihren eigenen Eltern verstoßen, muss ausgerechnet Gunni ein Verbrechen aufdecken, das eine Familie zu zerreißen droht. Denn ein achtjähriges Kind ist spurlos im Wald verschwunden … Fünf Jahre später wiederholt sich ein ähnlicher Fall – Gunni sieht als Einzige eine Parallele. Und wenn sie recht hat, bedeutet das, dass ein gefährlicher Serientäter noch immer auf freiem Fuß ist...

Gunni Hilding ist siebenundzwanzig Jahre alt und vor zehn Jahren hat sie die Gemeinschaft der Zeugen  Jehovas nach einem unschönen Vorfall verlassen. Seitdem hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie, telefoniert nur heimlich mit ihrer jüngeren Schwester. Sie findet Zuflucht bei ihrer Tante und ihre Freizeit verbringt sie mit ihrem Pferd Stjärna. 
Als der achtjährige Robin in ihrer Gegend verschwindet, ist die Polizeimeisterin mit ihrem Kollegen als erstes vor Ort. Das Dezernat für Gewaltverbrechen übernimmt die Ermittlungen und der leitende Kommissar ist so beeindruckt von Gunnis Gespür und ihrer Art, mit der betroffenen Familie umzugehen, dass er sie in seine Abteilung versetzen lässt. Gunni selbst ist sich nicht sicher, ob sie dem gerecht werden kann, denn auch nach all den Jahren hat sie immer noch Schwierigkeiten, sich im "normalen" Leben zurecht zu finden. So erdrückend die Regeln bei den Zeugen Jehovas auch waren, die Gemeinschaft gab ihr auch Sicherheit und Halt. Diesen inneren Zwiespalt stellt der Autor sehr gut dar und ich konnte Gunnis Verhalten und ihre Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ebenso der Aufbau der Handlung. Es gibt zwei Zeitebenen, 1989 im 1. Teil und 1994 im 2. Teil. Erzählt wird immer in der dritten Person, abwechselnd aus Gunnis Sicht, sowie aus der der Eltern des Jungen und anderer Einwohner der Gegend.  
Geschickt legt der Autor immer wieder falsche Fährten, es gibt überraschende Wendungen und fast ganz zum Schluss wird alles erst aufgeklärt. 
Auch wenn es keine große "Action" gibt, war das Buch von Anfang bis Ende für mich fesselnd und die Geschichte wirkte außerdem sehr authentisch. Es wird deutlich, wie schnell Zeugenaussagen in eine falsche Richtung weisen können und wie wichtig es ist, auch wirklich alle Beweise auszuwerten. 

Das Ende deutet auf eine Fortsetzung hin und ich hoffe sehr, dass wir darauf nicht zu lange warten müssen. 
"Tatort Trelleborg" ist für mich auf jeden Fall ein Highlight in diesem Jahr. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹





Freitag, 24. April 2026

Buchtipps zur Walpurgisnacht am 30. April



Im letzten Jahr habe ich euch ein paar passende Bücher vorgestellt, die perfekt zum Thema Hexen und Walpurgisnacht passen.

Wenn Ihr auf die jeweiligen Titel klickt, kommt ihr zu den Buchvorstellungen und meinen Rezensionen.


1. Brennen muss die Hexe von Sven Koch (Thriller)


2. Das Hexenbuch von Salem von Katherine Howe (zwei Zeitebenen)


3.  Nacht der Hexen und Pakt der Hexen von Kelley Armstrong (Urban Fantasy)


4. Des Teufels Drucker von Rainer Maria Wacke (Historischer Krimi)


5. Die Hexe von Nassau von Nicole Steyer (Historischer Roman)


6. Hexenblut von Neil White (Thriller)


7. Mit der Hexe durchs Jahr - Frühling (Rezepte und viele interessante Infos) 


8. Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness


9. Blutspur von Kim Harrison (Auftakt der Rachel-Morgan-Reihe, Urban Fantasy)





Donnerstag, 23. April 2026

Top Ten Thursday: Wunschliste

 

Nach längerer Zeit bin ich auch mal wieder dabei. 
Am heutigen Welttag des Buches geht es auf Aleshanees Weltenwandererblog um die Wunschliste. Ich glaube, sowas hat jeder, wobei ich meine eher "Merkliste" nenne, da ich eigentlich immer sofort ein Buch notiere, wenn ich es irgendwo sehe und meine, das wäre was für mich. Manchmal fliegt es dann nach einiger Zeit auch wieder runter. 

Von den Vorschlägen habe ich diese 10 ausgewählt:


 1. Dein ältestes Buch auf der WL
Das Buch ist eine Reihenfortsetzung und ich habe nach Band 4 damals irgendwie den Anschluss verpasst und nun gibt es das Buch seit langem nicht mehr. Auf meiner Merkliste steht es seit 2014. 


2. Dein neuestes Buch auf der WL
Der 5. Teil der sehr unterhaltsamen Krimireihe erscheint demnächst, aber ich muss erst mal Teil 4 lesen. 



3. Ein Buch aus deinem Lieblingsgenre
Teil 3 der Krimireihe, die grenzübergreifend im dänisch-deutschen Gebiet um Flensburg spielt



4. Ein Reihenauftakt
Teil 1 einer historischen Krimireihe aus Dresden. Ich mochte die Reihe des Autors mit Max Heller sehr. 



5.  Auf der Wunschliste weil es eine Reihenfortsetzung ist
Der mittlerweile 17. Teil der Thrillerreihe erscheint im Juli. 



6.  Auf der Wunschliste weil du die Bücher von dem Autor sehr magst
Darauf bin ich sehr gespannt, denn dieser Thriller ist ein "Stand Alone" und nicht aus der 
Hunter & Garcia-Reihe



7. Auf der Wunschliste weil der Autor noch völlig neu für dich ist
Ich denke, das ist auch perfekt für Halloween 



8.  Auf der Wunschliste für Halloween
Ich habe inzwischen einige Bücher von Darcy Coates gelesen und sie passen einfach perfekt 
in die Zeit um Halloween



9. Auf der Wunschliste für Weihnachten
Normalerweise lese ich jedes Jahr Tanjas Winterbücher, aber im letzten Jahr hat es 
irgendwie nicht geklappt. 



10. Auf der Wunschliste weil es ein Klassiker ist
In diesem Jahr habe ich "Sturmhöhe" von Emily Bronte gelesen. Dieses Buch ihrer Schwester kenne ich zwar als Verfilmung, möchte es aber auch gerne irgendwann lesen. 





Happy Welttag des Buches

 

Es ist wieder soweit! Der Tag für alle Leseratten, Buchbegeisterten und solche, die es werden wollen, ist da!

1995 erklärte die UN-Organisation für Kultur und Bildung (UNESCO) den 23. April zum weltweiten Feiertag für das Lesen, für Bücher und auch für die Rechte der Autoren. 

Warum gerade der 23. April?
Zum einen ist es der Todestag von William Shakespeare. Zum anderen der Namenstag des katalanischen Volksheiligen St. Georg und zu dessen Ehren werden an diesem Tag Rosen und Bücher verschenkt. Mein Bücherblog passt also perfekt zu diesem Tag. 

Rund um den Welttag des Buches gibt es viele Aktionen, wie z. B. "Ich schenke dir eine Geschichte", bei der inzwischen über eine Million Schüler von lokalen Buchhandlungen ein Buchgeschenk bekommen. 
Das finde ich wichtiger denn je, denn im Zeitalter der Digitalisierung können immer mehr Kinder nicht richtig lesen und schreiben. Es gibt Länder wie Schweden und Dänemark, die im Schulunterricht wieder "back to the roots" mit Papier und Stift arbeiten, statt mit Tablets. 

Wie bin ich zu meinem liebsten Hobby gekommen? 
Ich lese, seitdem ich lesen kann und vorher haben mir meine Eltern vorgelesen. Mein Vater hat auch oft Geschichten erfunden und mir als Gute-Nacht-Geschichte erzählt.
Angefangen hat es bei mir mit Märchenbüchern. Die Geschichten der Gebrüder Grimm konnte ich auswendig. 
Dann kamen irgendwann die typischen "Mädchenbücher" wie Hanni und Nanni, Tina und Tini, Dolly, Bille und Zottel, Britta, Fünf Freunde, TKKG usw. Natürlich wollte ich auch immer ein Pferd haben und einen Hund wie Timmy. 😊
In der 10. Klasse kurz vor dem Schulabschluss entdeckte ich in einer Buchhandlung "Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King. Bis dahin sagte mir der Autor gar nichts, aber der Klappentext klang sehr spannend und so ganz anders als alles, was ich bisher gelesen hatte. Und danach las ich alles, was King bis dahin geschrieben hatte. Außerdem John Saul und Dean Koontz. Und da ich immer schon Krimis mochte, fing ich auch mit Sidney Sheldon an. "Kalte Glut" war so spannend, ich habe es fast in einem Rutsch gelesen. Und dann kam es auch noch mit dem Titel "Rache ist ein süßes Wort" als Dreiteiler im Fernsehen". 
Weitere Krimi- und Thrillerautoren, die ich früher gelesen habe und teilweise auch heute noch lese, sind Joy Fielding, Patricia Cornwell, Kathy Reichs, Elisabeth George und Deborah Crombie.
Und es gibt auch immer wieder etwas Neues zu entdecken, sei es im Buchladen oder in den Sozialen Medien wie Bookstagram. 










Samstag, 11. April 2026

Rezension: "Sommerglück in Schweden" von Lisa Andersson

Sofia lebt und arbeitet in Stockholm. Sie ist bei der Finanzbehörde und dort auch zuständig für die Kunden, die ihre Steuern nicht pünktlich zahlen können. So hat sie Milla und ihren kleinen Sohn Emil kennengelernt. Milla ist vor kurzem Witwe geworden und Sofia hat Mitleid und gewährt ihr immer wieder Zahlungsaufschub. Das passt Rune, Leiter der Abteilung und Sofias Lebensgefährte aber gar nicht. Als Mila dann nach einem Unfall ins Krankenhaus muss, scheint der geplante Urlaub von ihr und Emil zu platzen. Dabei wünscht sich Emil nichts mehr als einen Sommer in "Bullerbü", dort wo seine Lieblingsgeschichten von Astrid Lindgren spielen. Sofia übernimmt kurzentschlossen Millas Platz, denn sie ist in Smaland aufgewaschen. Zusammen mit Emil reist sie in die Gegend, die sie vor zehn Jahren überstürzt verlassen hat. Als sie beim Versuch, einem Hund auszuweichen, dessen Besitzer anfährt, bleibt sie im Dorf Byn hängen. Bengt, der Tierarzt, braucht wegen seiner Verletzung nun Hilfe in der Praxis und Emil freundet sich direkt mit Bengts Kindern Lasse, Greta und Ronja. Und dann ist da noch Gösta, Bengts Schwiegervater. Aber wo ist Bengts Frau? 
Sofia hat ein schlechtes Gewissen und willigt ein, zwei Wochen in der Praxis auszuhelfen und Bengt zu "Hausbesuchen" zu fahren. Außerdem scheint Emil sich direkt wohlzufühlen und Byn ist für ihn sein Bullerbü. 

Was für eine schöne und herzerwärmende Geschichte. Einfach zum Wohlfühlen, Träumen und Abtauchen. Ein Sommer in einem Dorf in Schweden, wunderbar gezeichnete Charaktere, Szenen zum Schmunzeln, aber auch emotionale Momente.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr lebendig und anschaulich führt die Autorin uns durch die Geschichte und macht das sommerliche Bullerbü....Verzeihung, Smaland vor dem geistigen Auge sichtbar. 

Natürlich weiß man, wohin die Reise geht und vielleicht ist die eine oder andere Fügung des Schicksals ein wenig zu viel des Guten. Aber "Sommerglück in Schweden" ist schließlich kein Tatsachenbericht, sondern ein Roman, der unterhalten soll und das hat die Autorin bei mir zu hundert Prozent erreicht. 


Meine Bewertung: 🌹🌹🌹🌹





Rezension: "Die Frauen am Fluss" von Katherine Webb

England 1922: Zuerst stellt die Ankunft der Londonerin Irene die Ordnung des idyllischen Dorfes Slaughterford auf eine harte Probe. Kurz darauf geschieht ein brutaler Mord. Der Tote ist ein angesehener Gutsherr – und Irenes Mann. Gemeinsam mit dem Stallmädchen Pudding begibt sich Irene auf die Suche nach der Wahrheit. Die Spuren führen das ungleiche Paar tief in die angrenzenden Wälder und zu einer Liebe, die nicht sein durfte und ein ganzes Dorf voller Schuld zurückließ.

Slaughterford ist ein kleines Dorf in der Grafschaft Wiltshire. Jeder kennt jeden und Irene hat es nicht leicht, sich in ihrer Ehe und in der Gemeinschaft zurechtzufinden. Dabei müsste sie Alistair Hadleigh eigentlich dankbar sein, dass er sie trotz des Skandals, in den sie in London verwickelt war, geheiratet hat. Alistair ist im ganzen Dorf beliebt. Er ist der größte Arbeitgeber in Slaughterford, niemand lässt ein böses Wort über ihn fallen und alle lieben ihn. Nur Irene nicht, so scheint es. Damit fällt sie direkt in Ungnade bei Alistairs Tante Nancy, die ihn nach dem Tod seiner Eltern wie ihren eigenen Sohn großgezogen hat. Als Irene schließlich zögerlich Vertrauen zu ihrem Mann aufbaut und sicher ist, sie könnte sich eines Tages auch in ihn verlieben, wird er brutal ermordet. Nun ist sie die neue Gutsherrin . Aber will sie diese Rolle überhaupt? 

Die zweite Hauptfigur in der Geschichte ist die fünfzehnjährige Pudding, die als Stallmädchen auf dem Gut arbeitet. Sie hat es nicht leicht in ihren jungen Jahren. Ihr Vater ist der Dorfarzt und tagsüber fast nie zuhause. Ihre Mutter ist an Demenz erkrankt, was damals natürlich noch nicht erforscht war. Und Puddings älterer Bruder Donald kam mit einer schweren Kopfverletzung aus dem Weltkrieg zurück und ist seitdem nicht mehr der Alte. Als man ihn blutverschmiert nach dem Mord an Alistair in der Mühle findet, sind alle überzeugt, dass er den Gutsherrn getötet hat.
Alle bis auf seine Schwester. Pudding ist sicher, niemals wäre ihr Bruder zu einer solchen Tat fähig. Welches Motiv hätte er? Alistair war immer freundlich zu ihm. Er war selbst im Krieg und wusste, welche schrecklichen Dinge Donald gesehen hat. 
Weil sie alleine nicht weiterkommt, bittet sie Irene um Hilfe, denn schließlich wird sie doch auch wissen wollen, wer ihren Mann tatsächlich ermordet hat und warum. Pudding ist überzeugt, dass die Familie Tanner damit zu tun hat, deren Mitglieder alle schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Und dann ist da noch Clemmie, siebzehn Jahre alt und stumm von Geburt an. Da sie auch nicht schreiben kann, hat sie kaum Möglichkeiten sich mitzuteilen, wenn man ihr nicht direkt die richtigen Fragen stellt. Das bringt sie oft zur Verzweiflung, da sie ihrer Umwelt unbedingt etwas mitteilen will, aber nicht weiß, wie. Dieser Erzählstrang ist sehr interessant und geschickt in die Handlung eingewoben. Ich hatte zwar mit der Zeit einen Verdacht, aber damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Erst recht spät klärt sich alles auf und die Fäden werden für mich zufriedenstellend zusammengeführt. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, auch die Sprache passt sehr gut in die damalige Zeit. Bildhaft erzählt die Autorin vom Dorf Slaughterford, dem Fluss, der Mühle, den dort lebenden Familien und ich konnte alles beim Lesen direkt vor mir sehen. 

Ein fesselnder historischer Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe und auch ohne Einschränkungen weiterempfehlen kann.


Meine Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹




Dienstag, 31. März 2026

Rezension: "Die Hand des Todes" von Kathy Reichs

Eine Reihe bizarrer Mordfälle führt die forensische Anthropologin Tempe Brennan auf die karibischen Turks- und Caicos-Inseln. Stehen die grausam verstümmelten Leichen junger amerikanischer Touristen in Zusammenhang mit Bandenkriminalität? Je tiefer Tempe recherchiert, desto beunruhigendere Dimensionen nimmt der Fall an. Und plötzlich findet sie sich im Mittelpunkt einer Verschwörung wieder, die viele Hunderte Menschenleben kosten könnte …

Auch der bereits 22. Band der Reihe hat mich wieder von Anfang an mitgenommen. Die Geschichte beginnt in Montreal, wo im Hafen ein Toter gefunden wird, der angeblich vom Blitz getroffen wurde. Tempes Untersuchungen ergeben etwas anderes und die Spur führt sie in die Karibik. Die dort ermittelnde Polizeibeamtin glaubt, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen den ungeklärten Fällen von amerikanischen Touristen, die während ihres Aufenthalts auf den Inseln verschwanden und irgendwann später tot aufgefunden wurden.  

Der Schreibstil hat mir wie immer gut gefallen. Durch die Erzählung in der ersten Person aus Sicht von Tempe Brennan ist man immer nah am Geschehen und erlebt alles hautnah mit. Ich mag auch den teilweise trockenen Humor und die verbalen Schlagabtausche zwischen ihr und Ryan. Und auch über ihre Diskussionen mit ihrem Kater Bird muss ich immer schmunzeln. Wir wissen nun, dass Ryan und Birdy Death Metal lieben. 😄

Die Länge der Kapitel war für mich genau richtig, so bleibt die Spannung erhalten. Andeutungen wie "Es sollte anders kommen" oder "Da war sie schon tot" halten den Leser natürlich "bei der Stange".  

Das Szenario, das Kathy Reichs entwirft, ist schon recht beängstigend und geschickt führt sie zum Ende hin die losen Fäden zusammen.  
Eins hat mir allerdings gar nicht gefallen und das war die Sache mit dem Hund. Ich bin da sehr empfindlich, auch wenn diese Entwicklung hier vielleicht dramaturgische Gründe hatte.

Alles in allem wieder ein gelungener neuer Fall für die forensische Anthropologin, der für Fans der Reihe natürlich ein Muss ist. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹

 



Freitag, 20. März 2026

Blessed Ostara - Hallo Frühling

 



Das Osterfest, wie wir es heute kennen, gab es nicht immer. Erst durch die Kirche und die Bibel wurde es zum Auferstehungsfest von Jesus Christus. Lange davor wurde das Frühlingsfest Ostara gefeiert und zwar zur Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche am 20./21. März. Auch wenn es nicht zu hundert Prozent belegt ist, soll dieses Fest der Frühlingsgöttin Eostre gewidmet worden sein. Auf Bildern sieht man sie immer mit Hasen und auch bunte Eier sowie Frühlingsblumen gehören stets dazu. Das wäre zumindest die Erklärung dafür, dass der Osterhase die Eier bringt. Denn mit dem christlichen Glauben ist das ja nicht wirklich zu erklären. 😉

Aber warum hat Ostern eigentlich keinen festen Termin, wie z. B. das Weihnachtsfest? Nun, die Kirche konnte den heidnischen Ursprung nicht ganz abschaffen, auch wenn sie es sicher gerne getan hätte. Und deswegen feiern wir Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond der auf Ostara folgt. In diesem Jahr ist der erste Vollmond nach der Tag-Und-Nachtgleiche am 2. April, das ist ein Donnerstag. Deswegen wird am darauffolgenden Sonntag, 5. April, das christliche Osterfest gefeiert.

Und wie der Name sagt, hat der Tag genauso viele Stunden wie die Nacht bzw. eine Differenz von nur wenigen Minuten. Sonnenaufgang ist um 6:35 Uhr und Sonnenuntergang um 18:45 Uhr. 

Donnerstag, 19. März 2026

Top Ten Thursday: 10 für 2026

 



Diese Woche geht es um den SUB bei Aleshanees Aktion auf ihrem Weltenwandererblog.   
Drei der unten genannten Bücher sind bereits läner auf meinem SUB und auch schon das zweite oder dritte Jahr auf meiner "12 für....."-Liste. 😏

Zeige uns 10 Bücher von deinem SUB, die du dieses Jahr noch lesen möchtest



1. Anna Lindqvist: Lichterzauber in Schweden


2. Diverse Autoren: Gruselige Weihnacht überall


3. C. J. Sansom: Die Gräber der Verdammten



4. Frida Gronover: Dänische Brandung


5. Katherine Webb: Die Frauen am Fluss


6. Rebecca Gablé: Das zweite Königreich



7. Romy Herold: Das Marzipanschlösschen


8. Sabine Weigand: Ich, Eleonore, Königin zweier Reiche



9. Sabrina Qnaj: Die fremde Prinzessin



10. Dan Wells: Mr Monster







Dienstag, 17. März 2026

Lesetipps für den Frühling


Am Freitag ist kalendarischer Frühlingsanfang. Höchste Zeit, ein paar Bücher vorzustellen, die in dieser Jahreszeit spielen. Alle sind zwar Teile von Reihen, aber man kann sie auch prima als Einzelbuch lesen. 



1. Season Sisters - Frühlingsgeheimnisse 
"Frühlingsgeheimnisse" ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. Im Mittelpunkt stehen die vier Schwestern der Familie Season: Spring, Summer, Autumn und Winter. Aufgewachsen sind sie auf einer Farm in Wales, in der Nachbarschaft von Daffodil Castle. Was man über ihre Kindheit und ihre Eltern erfährt, lässt einem die Haare zu Berge stehen: Drogen, Alkohol, Parties, ständig chronisch pleite, die Mädchen haben sich praktisch selbst groß gezogen. Mit 16 hielt Spring es nicht mehr aus und ist nach London abgehauen. Hier gerät sie auch wieder in schlechte Kreise und wird wegen Diebstahl und Drogenmissbrauch zu Sozialstunden verdonnert. So lernt sie Sophia Fowler kennen. Spring erinnert sich, dass sie mit den Kindern von Sophias Sohn aufgewachsen ist und alle zusammen immer im Schlosspark gespielt haben. Ethan war damals ihre erste große Liebe. Sophia und Spring beschließen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und reisen nach Wales. Spring, um acht Jahre nach ihrem Weggang nach der Farm, ihren Eltern und ihrer jüngsten Schwester Autumn zu schauen. Sophia, um ihren Sohn zur Rede zu stellen und ihre Enkel kennenzulernen, die sie nie gesehen hat. Nach und nach erzählt Sophia Ethan und Spring von einem Geheimnis der Fowlers, das für die Familie alles verändern könnte.


2. Das kleine Bücherdorf - Frühlingsfunkeln
Niemand würde vermuten, dass die toughe Shona nicht nur ein Café in Swinton führt und fantasievolle Cupcakes backt, sondern auch einen Blog betreibt, in dem sie nie abgeschickte Briefe veröffentlicht. Einer dieser Briefe ist von ihr selbst. Sie hat ihn an Alfie, ihren verstorbenen Freund, geschrieben, an dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hätte: Eines Tages bekommt sie eine Antwort darauf, und der unbekannte Schreiber scheint sie besser zu kennen, als ihr lieb ist.
Nathan Wood, Bestsellerautor und das Enfant terrible von Swinton, hat den Ort vor Jahren verlassen, nach dem Tod seines besten Freundes Alfie. Shona, Nathan und Alfie waren von Kindheit an unzertrennlich, doch irgendwann wurden die Dinge kompliziert – und schmerzhaft. Als Nathan nach einigen wilden Jahren in Edinburgh nun unerwartet nach Swinton zurückkehrt, möchte er Shona endlich seine Gefühle gestehen. Doch dafür müsste er enthüllen, was er damals getan hat 


3. Tödlicher Inselfrühling
Der Frühling und die bevorstehende Walpurgisnacht wecken die Lebensgeister auf Bullholmen. Cilla und ihre Freunde freuen sich auf entspannte Wochen in ihren Ferienhäusern. Auch eine Bekannte von Cillas bestem Freund Zacke möchte die Idylle der Schären nutzen, um endlich ihr Buch über Wein zu schreiben. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt schon bald etwas Anderem. Am gegenüberliegenden Ufer lebt ein elegantes Paar, das sie von ihrer Terrasse aus beobachten kann. Eines Abends sieht sie jedoch etwas, das ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt, und mal wieder ist Cillas Spürsinn gefragt.


4. Zwischen Himmel und Meer 
Sally lebt mit Anfang fünfzig allein in Stockholm. Sie hat nie erfahren, warum ihre Mutter sie als Kind verlassen hat, und auch heute kämpft sie noch mit dieser Erfahrung – und auch damit, zu ihrer eigenen Tochter Josefin nur sporadisch Kontakt zu haben. Als Sally das Haus ihres Onkels in ihrem Heimatdorf erbt, scheint dies die perfekte Gelegenheit, einen Neuanfang zu wagen – denn Josefin lebt mittlerweile wieder in Österlen. Doch Sally ahnt nicht, dass auch ihre eigene Mutter Vanja wieder dort lebt – und zu Josefin eine enge Bindung aufgebaut hat. Sally entschließt sich, das alte Haus in ein wunderschönes Bed&Breakfast zu verwandeln, und für Josefin will sie endlich die Mutter werden, die sie immer sein wollte. 

Frühling, Sommer und Herbst im Bed & Breakfast von Sally in Skåne: drei Frauen, drei Generationen und drei Geschichten darüber, was es bedeutet, Mutter und Tochter zu sein.