Samstag, 11. April 2026

Rezension: "Sommerglück in Schweden" von Lisa Andersson

Sofia lebt und arbeitet in Stockholm. Sie ist bei der Finanzbehörde und dort auch zuständig für die Kunden, die ihre Steuern nicht pünktlich zahlen können. So hat sie Milla und ihren kleinen Sohn Emil kennengelernt. Milla ist vor kurzem Witwe geworden und Sofia hat Mitleid und gewährt ihr immer wieder Zahlungsaufschub. Das passt Rune, Leiter der Abteilung und Sofias Lebensgefährte aber gar nicht. Als Mila dann nach einem Unfall ins Krankenhaus muss, scheint der geplante Urlaub von ihr und Emil zu platzen. Dabei wünscht sich Emil nichts mehr als einen Sommer in "Bullerbü", dort wo seine Lieblingsgeschichten von Astrid Lindgren spielen. Sofia übernimmt kurzentschlossen Millas Platz, denn sie ist in Smaland aufgewaschen. Zusammen mit Emil reist sie in die Gegend, die sie vor zehn Jahren überstürzt verlassen hat. Als sie beim Versuch, einem Hund auszuweichen, dessen Besitzer anfährt, bleibt sie im Dorf Byn hängen. Bengt, der Tierarzt, braucht wegen seiner Verletzung nun Hilfe in der Praxis und Emil freundet sich direkt mit Bengts Kindern Lasse, Greta und Ronja. Und dann ist da noch Gösta, Bengts Schwiegervater. Aber wo ist Bengts Frau? 
Sofia hat ein schlechtes Gewissen und willigt ein, zwei Wochen in der Praxis auszuhelfen und Bengt zu "Hausbesuchen" zu fahren. Außerdem scheint Emil sich direkt wohlzufühlen und Byn ist für ihn sein Bullerbü. 

Was für eine schöne und herzerwärmende Geschichte. Einfach zum Wohlfühlen, Träumen und Abtauchen. Ein Sommer in einem Dorf in Schweden, wunderbar gezeichnete Charaktere, Szenen zum Schmunzeln, aber auch emotionale Momente.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr lebendig und anschaulich führt die Autorin uns durch die Geschichte und macht das sommerliche Bullerbü....Verzeihung, Smaland vor dem geistigen Auge sichtbar. 

Natürlich weiß man, wohin die Reise geht und vielleicht ist die eine oder andere Fügung des Schicksals ein wenig zu viel des Guten. Aber "Sommerglück in Schweden" ist schließlich kein Tatsachenbericht, sondern ein Roman, der unterhalten soll und das hat die Autorin bei mir zu hundert Prozent erreicht. 


Meine Bewertung: 🌹🌹🌹🌹





Rezension: "Die Frauen am Fluss" von Katherine Webb

England 1922: Zuerst stellt die Ankunft der Londonerin Irene die Ordnung des idyllischen Dorfes Slaughterford auf eine harte Probe. Kurz darauf geschieht ein brutaler Mord. Der Tote ist ein angesehener Gutsherr – und Irenes Mann. Gemeinsam mit dem Stallmädchen Pudding begibt sich Irene auf die Suche nach der Wahrheit. Die Spuren führen das ungleiche Paar tief in die angrenzenden Wälder und zu einer Liebe, die nicht sein durfte und ein ganzes Dorf voller Schuld zurückließ.

Slaughterford ist ein kleines Dorf in der Grafschaft Wiltshire. Jeder kennt jeden und Irene hat es nicht leicht, sich in ihrer Ehe und in der Gemeinschaft zurechtzufinden. Dabei müsste sie Alistair Hadleigh eigentlich dankbar sein, dass er sie trotz des Skandals, in den sie in London verwickelt war, geheiratet hat. Alistair ist im ganzen Dorf beliebt. Er ist der größte Arbeitgeber in Slaughterford, niemand lässt ein böses Wort über ihn fallen und alle lieben ihn. Nur Irene nicht, so scheint es. Damit fällt sie direkt in Ungnade bei Alistairs Tante Nancy, die ihn nach dem Tod seiner Eltern wie ihren eigenen Sohn großgezogen hat. Als Irene schließlich zögerlich Vertrauen zu ihrem Mann aufbaut und sicher ist, sie könnte sich eines Tages auch in ihn verlieben, wird er brutal ermordet. Nun ist sie die neue Gutsherrin . Aber will sie diese Rolle überhaupt? 

Die zweite Hauptfigur in der Geschichte ist die fünfzehnjährige Pudding, die als Stallmädchen auf dem Gut arbeitet. Sie hat es nicht leicht in ihren jungen Jahren. Ihr Vater ist der Dorfarzt und tagsüber fast nie zuhause. Ihre Mutter ist an Demenz erkrankt, was damals natürlich noch nicht erforscht war. Und Puddings älterer Bruder Donald kam mit einer schweren Kopfverletzung aus dem Weltkrieg zurück und ist seitdem nicht mehr der Alte. Als man ihn blutverschmiert nach dem Mord an Alistair in der Mühle findet, sind alle überzeugt, dass er den Gutsherrn getötet hat.
Alle bis auf seine Schwester. Pudding ist sicher, niemals wäre ihr Bruder zu einer solchen Tat fähig. Welches Motiv hätte er? Alistair war immer freundlich zu ihm. Er war selbst im Krieg und wusste, welche schrecklichen Dinge Donald gesehen hat. 
Weil sie alleine nicht weiterkommt, bittet sie Irene um Hilfe, denn schließlich wird sie doch auch wissen wollen, wer ihren Mann tatsächlich ermordet hat und warum. Pudding ist überzeugt, dass die Familie Tanner damit zu tun hat, deren Mitglieder alle schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Und dann ist da noch Clemmie, siebzehn Jahre alt und stumm von Geburt an. Da sie auch nicht schreiben kann, hat sie kaum Möglichkeiten sich mitzuteilen, wenn man ihr nicht direkt die richtigen Fragen stellt. Das bringt sie oft zur Verzweiflung, da sie ihrer Umwelt unbedingt etwas mitteilen will, aber nicht weiß, wie. Dieser Erzählstrang ist sehr interessant und geschickt in die Handlung eingewoben. Ich hatte zwar mit der Zeit einen Verdacht, aber damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Erst recht spät klärt sich alles auf und die Fäden werden für mich zufriedenstellend zusammengeführt. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, auch die Sprache passt sehr gut in die damalige Zeit. Bildhaft erzählt die Autorin vom Dorf Slaughterford, dem Fluss, der Mühle, den dort lebenden Familien und ich konnte alles beim Lesen direkt vor mir sehen. 

Ein fesselnder historischer Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe und auch ohne Einschränkungen weiterempfehlen kann.


Meine Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹




Dienstag, 31. März 2026

Rezension: "Die Hand des Todes" von Kathy Reichs

Eine Reihe bizarrer Mordfälle führt die forensische Anthropologin Tempe Brennan auf die karibischen Turks- und Caicos-Inseln. Stehen die grausam verstümmelten Leichen junger amerikanischer Touristen in Zusammenhang mit Bandenkriminalität? Je tiefer Tempe recherchiert, desto beunruhigendere Dimensionen nimmt der Fall an. Und plötzlich findet sie sich im Mittelpunkt einer Verschwörung wieder, die viele Hunderte Menschenleben kosten könnte …

Auch der bereits 22. Band der Reihe hat mich wieder von Anfang an mitgenommen. Die Geschichte beginnt in Montreal, wo im Hafen ein Toter gefunden wird, der angeblich vom Blitz getroffen wurde. Tempes Untersuchungen ergeben etwas anderes und die Spur führt sie in die Karibik. Die dort ermittelnde Polizeibeamtin glaubt, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen den ungeklärten Fällen von amerikanischen Touristen, die während ihres Aufenthalts auf den Inseln verschwanden und irgendwann später tot aufgefunden wurden.  

Der Schreibstil hat mir wie immer gut gefallen. Durch die Erzählung in der ersten Person aus Sicht von Tempe Brennan ist man immer nah am Geschehen und erlebt alles hautnah mit. Ich mag auch den teilweise trockenen Humor und die verbalen Schlagabtausche zwischen ihr und Ryan. Und auch über ihre Diskussionen mit ihrem Kater Bird muss ich immer schmunzeln. Wir wissen nun, dass Ryan und Birdy Death Metal lieben. 😄

Die Länge der Kapitel war für mich genau richtig, so bleibt die Spannung erhalten. Andeutungen wie "Es sollte anders kommen" oder "Da war sie schon tot" halten den Leser natürlich "bei der Stange".  

Das Szenario, das Kathy Reichs entwirft, ist schon recht beängstigend und geschickt führt sie zum Ende hin die losen Fäden zusammen.  
Eins hat mir allerdings gar nicht gefallen und das war die Sache mit dem Hund. Ich bin da sehr empfindlich, auch wenn diese Entwicklung hier vielleicht dramaturgische Gründe hatte.

Alles in allem wieder ein gelungener neuer Fall für die forensische Anthropologin, der für Fans der Reihe natürlich ein Muss ist. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹

 



Freitag, 20. März 2026

Blessed Ostara - Hallo Frühling

 



Das Osterfest, wie wir es heute kennen, gab es nicht immer. Erst durch die Kirche und die Bibel wurde es zum Auferstehungsfest von Jesus Christus. Lange davor wurde das Frühlingsfest Ostara gefeiert und zwar zur Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche am 20./21. März. Auch wenn es nicht zu hundert Prozent belegt ist, soll dieses Fest der Frühlingsgöttin Eostre gewidmet worden sein. Auf Bildern sieht man sie immer mit Hasen und auch bunte Eier sowie Frühlingsblumen gehören stets dazu. Das wäre zumindest die Erklärung dafür, dass der Osterhase die Eier bringt. Denn mit dem christlichen Glauben ist das ja nicht wirklich zu erklären. 😉

Aber warum hat Ostern eigentlich keinen festen Termin, wie z. B. das Weihnachtsfest? Nun, die Kirche konnte den heidnischen Ursprung nicht ganz abschaffen, auch wenn sie es sicher gerne getan hätte. Und deswegen feiern wir Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond der auf Ostara folgt. In diesem Jahr ist der erste Vollmond nach der Tag-Und-Nachtgleiche am 2. April, das ist ein Donnerstag. Deswegen wird am darauffolgenden Sonntag, 5. April, das christliche Osterfest gefeiert.

Und wie der Name sagt, hat der Tag genauso viele Stunden wie die Nacht bzw. eine Differenz von nur wenigen Minuten. Sonnenaufgang ist um 6:35 Uhr und Sonnenuntergang um 18:45 Uhr. 

Donnerstag, 19. März 2026

Top Ten Thursday: 10 für 2026

 



Diese Woche geht es um den SUB bei Aleshanees Aktion auf ihrem Weltenwandererblog.   
Drei der unten genannten Bücher sind bereits läner auf meinem SUB und auch schon das zweite oder dritte Jahr auf meiner "12 für....."-Liste. 😏

Zeige uns 10 Bücher von deinem SUB, die du dieses Jahr noch lesen möchtest



1. Anna Lindqvist: Lichterzauber in Schweden


2. Diverse Autoren: Gruselige Weihnacht überall


3. C. J. Sansom: Die Gräber der Verdammten



4. Frida Gronover: Dänische Brandung


5. Katherine Webb: Die Frauen am Fluss


6. Rebecca Gablé: Das zweite Königreich



7. Romy Herold: Das Marzipanschlösschen


8. Sabine Weigand: Ich, Eleonore, Königin zweier Reiche



9. Sabrina Qnaj: Die fremde Prinzessin



10. Dan Wells: Mr Monster







Dienstag, 17. März 2026

Lesetipps für den Frühling


Am Freitag ist kalendarischer Frühlingsanfang. Höchste Zeit, ein paar Bücher vorzustellen, die in dieser Jahreszeit spielen. Alle sind zwar Teile von Reihen, aber man kann sie auch prima als Einzelbuch lesen. 



1. Season Sisters - Frühlingsgeheimnisse 
"Frühlingsgeheimnisse" ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. Im Mittelpunkt stehen die vier Schwestern der Familie Season: Spring, Summer, Autumn und Winter. Aufgewachsen sind sie auf einer Farm in Wales, in der Nachbarschaft von Daffodil Castle. Was man über ihre Kindheit und ihre Eltern erfährt, lässt einem die Haare zu Berge stehen: Drogen, Alkohol, Parties, ständig chronisch pleite, die Mädchen haben sich praktisch selbst groß gezogen. Mit 16 hielt Spring es nicht mehr aus und ist nach London abgehauen. Hier gerät sie auch wieder in schlechte Kreise und wird wegen Diebstahl und Drogenmissbrauch zu Sozialstunden verdonnert. So lernt sie Sophia Fowler kennen. Spring erinnert sich, dass sie mit den Kindern von Sophias Sohn aufgewachsen ist und alle zusammen immer im Schlosspark gespielt haben. Ethan war damals ihre erste große Liebe. Sophia und Spring beschließen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und reisen nach Wales. Spring, um acht Jahre nach ihrem Weggang nach der Farm, ihren Eltern und ihrer jüngsten Schwester Autumn zu schauen. Sophia, um ihren Sohn zur Rede zu stellen und ihre Enkel kennenzulernen, die sie nie gesehen hat. Nach und nach erzählt Sophia Ethan und Spring von einem Geheimnis der Fowlers, das für die Familie alles verändern könnte.


2. Das kleine Bücherdorf - Frühlingsfunkeln
Niemand würde vermuten, dass die toughe Shona nicht nur ein Café in Swinton führt und fantasievolle Cupcakes backt, sondern auch einen Blog betreibt, in dem sie nie abgeschickte Briefe veröffentlicht. Einer dieser Briefe ist von ihr selbst. Sie hat ihn an Alfie, ihren verstorbenen Freund, geschrieben, an dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hätte: Eines Tages bekommt sie eine Antwort darauf, und der unbekannte Schreiber scheint sie besser zu kennen, als ihr lieb ist.
Nathan Wood, Bestsellerautor und das Enfant terrible von Swinton, hat den Ort vor Jahren verlassen, nach dem Tod seines besten Freundes Alfie. Shona, Nathan und Alfie waren von Kindheit an unzertrennlich, doch irgendwann wurden die Dinge kompliziert – und schmerzhaft. Als Nathan nach einigen wilden Jahren in Edinburgh nun unerwartet nach Swinton zurückkehrt, möchte er Shona endlich seine Gefühle gestehen. Doch dafür müsste er enthüllen, was er damals getan hat 


3. Tödlicher Inselfrühling
Der Frühling und die bevorstehende Walpurgisnacht wecken die Lebensgeister auf Bullholmen. Cilla und ihre Freunde freuen sich auf entspannte Wochen in ihren Ferienhäusern. Auch eine Bekannte von Cillas bestem Freund Zacke möchte die Idylle der Schären nutzen, um endlich ihr Buch über Wein zu schreiben. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt schon bald etwas Anderem. Am gegenüberliegenden Ufer lebt ein elegantes Paar, das sie von ihrer Terrasse aus beobachten kann. Eines Abends sieht sie jedoch etwas, das ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt, und mal wieder ist Cillas Spürsinn gefragt.


4. Zwischen Himmel und Meer 
Sally lebt mit Anfang fünfzig allein in Stockholm. Sie hat nie erfahren, warum ihre Mutter sie als Kind verlassen hat, und auch heute kämpft sie noch mit dieser Erfahrung – und auch damit, zu ihrer eigenen Tochter Josefin nur sporadisch Kontakt zu haben. Als Sally das Haus ihres Onkels in ihrem Heimatdorf erbt, scheint dies die perfekte Gelegenheit, einen Neuanfang zu wagen – denn Josefin lebt mittlerweile wieder in Österlen. Doch Sally ahnt nicht, dass auch ihre eigene Mutter Vanja wieder dort lebt – und zu Josefin eine enge Bindung aufgebaut hat. Sally entschließt sich, das alte Haus in ein wunderschönes Bed&Breakfast zu verwandeln, und für Josefin will sie endlich die Mutter werden, die sie immer sein wollte. 

Frühling, Sommer und Herbst im Bed & Breakfast von Sally in Skåne: drei Frauen, drei Generationen und drei Geschichten darüber, was es bedeutet, Mutter und Tochter zu sein.

 




Montag, 16. März 2026

Rezension: "Angels - Meine Rache währt ewig" von Lisa Jackson

Als Kristi an ihr College in New Orleans zurückkehrt, ist ihr Vater, Detective Rick Bentz, beunruhigt. Vier Studentinnen sind dort spurlos verschwunden. Kristi, die unbedingt Kriminalschriftstellerin werden will, entdeckt eine Sekte, die sich einem mysteriösen Vampir-Kult verschrieben hat. Sie ermittelt auf eigene Faust. Doch bevor sie sich einen Eindruck von dieser dubiosen Gruppe verschaffen kann, ist sie auch schon in den tödlichen Fängen des Killers ...

Ich habe das Buch letztes Jahr auf einem Büchermarkt entdeckt und fand den Klappentext direkt interessant. Was ich allerdings nicht wusste: Es handelt sich um den fünften Teil einer Reihe rund um die Polizisten Rick Bentz und seinen Kollegen Montoya. Ob das der Grund war, warum ich mit den Charakteren nicht richtig warm geworden bin, kann ich nicht genau sagen – die Fälle an sich sind zwar abgeschlossen, dennoch fehlte mir irgendwie der Bezug.

Es wird regelmäßig auf Ereignisse aus dem Vorgängerband angespielt, die Kristi Bentz betreffen. Diese werden hier jedoch nur angerissen – vermutlich, um nicht zu spoilern. Für mich bewirkte das allerdings eher das Gefühl, dass mir wichtiges Hintergrundwissen fehlt. 

Insgesamt war das Buch zwar unterhaltsam, zog sich aber stellenweise in die Länge. Zudem empfand ich vieles als unschlüssig. Ohne zu viel zu verraten: Kristis „Gabe“, die wohl einen Hauch Mystery einbringen sollte, wirkte deplatziert, und auch das Studienfach „Vampirismus“ an einer Universität fand ich sehr merkwürdig. Auch die Handlungsweisen der Figuren waren für mich oft nicht nachvollziehbar, besonders bei Kristi: Warum riskiert sie, nachdem sie gerade erst knapp dem Tod entronnen ist, erneut so viel, nur um ein True-Crime-Buch zu schreiben? Auch die Auflösung und die Motive des Täters am Ende konnten mich nicht ganz überzeugen.

Ein Kritikpunkt ist zudem der deutsche Titel. „Angels – Meine Rache währt ewig“ passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Inhalt. Wer sind die „Angels“ und wessen Rache ist gemeint? Der Originaltitel „Lost Souls“ wäre deutlich passender gewesen.

Positiv gefallen hat mir jedoch der Schreibstil. Die Autorin schreibt sehr spannend und anschaulich; man hat das Gefühl, gemeinsam mit Kristi über den Campus zu laufen.

Bewertung: 🌹🌹🌹





Mittwoch, 4. März 2026

Monatsrückblick Februar


 Leserückblick Februar


Und da sind wir schon im ersten Frühlingsmonat des Jahres. Sogar das Wetter spielt langsam mit. 
Insgesamt habe ich im Februar nur 2 Bücher komplett gelesen. Ein drittes (Sturmhöhe) konnte ich erst am 1. März beenden. Und ein weiteres habe ich ebenfalls begonnen, aber das habe ich immer nur unterwegs im Zug gelesen und es wird mich noch einige Tage begleiten. Mir fehlte leider die Zeit, um mehr zu lesen, da wir mit dem Auflösen der Wohnung meines Vaters beschäftigt waren und immer noch sind. Aber auch das geht vorbei. 😊



Gelesene Bücher: 2
1. Ragdoll (Daniel Cole)
2. Das Grab von Trueslow Hall (Katherine Webb)


Neuzugänge: 4
1. Die Hand des Todes (Kathy Reichs)
2. Mr. Monster (Dan Wells)
3. Sturmhöhe (Emily Bronte)
4. Die Frauen am Fluss (Katherine Webb)


Neu auf der Merkliste: 2
1. Finsterhaus (Johanna Mo)
2. Die Farbe des Bösen (Ralf H. Dorweiler)


Challenges: 2
ABC-Challenge bei Nicole: 4 Buchstaben erledigt
12 für 26: 2 Bücher gelesen



Gesehen (TV-Serien und Filme):
The Bondsman (Staffel 1)
Bosch (Staffel 7 angefangen)
Night Agent (Staffel 3 angefangen)
The Bluff
Shadow Case - Im Netz der Diebe
Fallout (Staffel 3)


Und sonst?
Wie oben geschrieben, sind wir zur Zeit damit beschäftigt, die Wohnung meines Vaters aufzulösen, der ja seit Dezember in einem Seniorenheim ist. Zunächst war es nur zur Kurzzeitpflege, aber mittlerweile hat er einen Dauerpflegeplatz. Wobei es ihm zum Glück nicht so schlecht geht, dass er dauerhaft Pflege benötigt, aber allein wohnen ist eben leider nicht mehr möglich. Das Heim ist sehr zentral in einem kleinen Städtchen und er ist viel mit dem Rollator unterwegs, seit das Wetter wieder besser ist. Und das Schöne ist, dass seine Lebensgefährtin jetzt ebenfalls dort einen Platz bekommen hat und nun sind beide dort wieder zusammen. 
Ansonsten freue ich mich nun auf den März und auf den langsam erwachenden Frühling. Schneeglöckchen und Krokusse sind ja schon sehr aktiv im Garten. 



Ich wünsche euch einen schönen ersten Frühlingsmonat des Jahres 
und viele tolle Abenteuer und Geschichten.

                                                                  (Bild erstellt mit Gemini)






Dienstag, 3. März 2026

Rezension: "Sturmhöhe" von Emily Bronte

Auf einer Anhöhe inmitten der rauen Landschaft des englischen Yorkshire liegt das Anwesen »Wuthering Heights«, dem Wind schutzlos ausgesetzt, der hier strenger als anderswo weht. Sein Besitzer, der herzensgute Mr Earnshaw, nimmt den Findling Heathcliff zu sich. Bald schon verliebt sich Earnshaws Tochter Cathy heftig in ihn. Doch ihre Liebe endet im Unglück und ein Gespinst aus Rache und Verrat liegt fortan über dem Landgut. Emily Brontës düstere Liebesgeschichte ist bis heute eines der intensivsten Leseerlebnisse überhaupt – tragisch, wild und romantisch.

"Sturmhöhe" ist ein Klassiker, den ich schon lange mal lesen wollte. Als nun im Zuge der Neuverfilmung "Wuthering Heights" das Buch neu veröffentlicht wurde, habe ich mich über das Bloggerportal für ein Rezensionsexemplar beworben und Glück gehabt. Ein wirklich wunderschönes Cover mit Farbschnitt hat diese Hardcoverausgabe vom Anacondaverlag.  
Ich war sehr gespannt auf die Geschichte von Heathcliff und Cathy, gilt sie doch als eine der größten Liebesgeschichten in der Literatur. Viel mehr wusste ich eigentlich auch nicht darüber, da ich auch noch nie eine der bisherigen Verfilmungen gesehen habe.

Eigentlich ist es keine direkte Handlung, sondern die Erzählung durch eine dritte Person und zwar die Haushälterin Ellen Dean. Diese erzählt dem neuen Pächter des Nachbarhauses, Mr. Lockwood, die Familiengeschichte der Lintons und der Earnshaws, die durch das Findelkind Heathcliff eng miteinander verbunden sind. Cathys Vater bringt den Jungen mit der dunklen Haut, dem schwarze Haar und den intensiven dunklen Augen von einer Reise mit nach Hause. Niemand weiß, woher er kommt, aber es fällt immer wieder das Wort "Zigeuner". Cathys älterer Bruder misstraut ihm von Anfang an, aber zwischen Cathy und Heathcliff entwickelt sich mit der Zeit eine intensive Bindung, die allerdings keine Zukunft haben kann. Als Cathy schließlich den Sohn der Lintons heiratet, schwört Heathcliff Rache und seitdem scheint ein Fluch auf Wuthering Heights zu liegen. 

Atmosphärisch und düster, so lässt sich "Sturmhöhe" ganz gut beschreiben. Die karge, raue Landschaft Yorkshires und das stürmische Wetter passen ebenso gut zur Geschichte wie die Figuren und ihre Handlungsweisen. 

Emily Bronte schrieb "Wuthering Heights" bereits im Jahr 1847 und ich finde es sehr faszinierend, dass es nach über 170 Jahren immer noch gelesen wird und auch neue Leser findet. Allerdings sollte einem klar sein, dass es sich hier nicht um eine romantische Liebesgeschichte handelt, es sei denn, man bezeichnet Besessenheit als Liebe. Es ist eher eine Familiengeschichte, dramatisch, dunkel, gewalttätig, mit teils wirklich unsympathischen Charakteren und da steht Heathcliff bei mir an erster Stelle. Er ist kein strahlender Held, kein Ritter in glänzender Rüstung. 

Aktuell scheint es ja einen Hype um Dark Romance zu geben. Ich würde sagen, hätte es diese Bezeichnung schon damals gegeben, hätte "Sturmhöhe" perfekt in dieses Genre gepasst. 

Teilweise fand ich die Dialoge auch recht langatmig und anstrengend, aber trotzdem habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben.




Bewertung: 🌹🌹🌹🌹








Samstag, 21. Februar 2026

Happy Birthday! Mein Bücherblog wird 14!

 


Wo ist die Zeit geblieben? Jetzt ist mein Bücherblog schon 14 Jahre alt. Im Februar 2012 hat er das Licht der Welt erblickt. 
Zunächst hatte ich einen eher allgemeinen Blog mit vielen Themen, die mich interessieren, u. a. eben auch Bücher. Dann habe ich mich entschlossen, einen eigenständigen Buchblog zu beginnen, da der größte Teil meiner anderen Postings sich eh um das Thema Bücher und Lesen drehten.

Viele Jahre gab es nur meinen Blog und eine Vernetzung mit anderen Bloggern untereinander. Zuerst kam dann Facebook dazu. Inzwischen bin ich dort nicht mehr so oft, denn ich finde, es hat sich sehr verändert. 
Dann meldete ich mich irgendwann bei Instagram an, um auch dort z. B. meine Rezensionen zu verlinken. Außerdem bin ich noch in ein paar Foren wie "Die Büchereule" oder auf Plattformen wie "Lovelybooks" aktiv.
Das reicht mir aber dann auch an Aktivitäten in den Sozialen Medien, schließlich will ich ja auch Zeit zum Lesen haben. Und mit einem Vollzeitjob, Haus, Garten, Mann und Hund bleibt da nicht mehr so viel Spielraum. Und ehrlich gesagt nehme ich mir lieber die Zeit für meinen Blog hier, als für die schnelllebigen anderen Medien wie Instagram. Manchmal denke ich, ich bin zu alt für sowas. 😁
Ja, ich habe "nur" 156 Follower hier auf dem Blog, na und? Viel wichtiger ist, dass ich hier mit einigen anderen Bloggern seit Jahren regelmäßig in Kontakt bin. Und mir macht das Bloggen nach wie vor Spaß, weil es kein Muss für mich ist, keine lästige Pflicht und ich poste auch nicht, um "Klicks" zu bekommen. 
Ich rezensiere jedes Buch, das ich lese, aber mehr für mich selbst. So kann ich alle Geschichten noch mal Revue passieren lassen. Wenn andere die Rezis lesen und ich damit ihr Interesse an den Büchern wecke, um so schöner. 

Hier geht es noch mal zu meinem ersten Posting auf diesem Blog am 22. Februar 2012 --> So fing alles an

Ich hoffe, ich habe noch lange Freude an meinem kleinen Blog und solange werde ich auch weitermachen damit. 

Vielen Dank für Euren Besuch und die Treue in den vergangenen Jahren. 🌹 



Mittwoch, 18. Februar 2026

Rezension: "Ragdoll" von Daniel Cole

Ein grausamer Fund erschüttert London. An unzähligen Fäden hängt im riesigen Fenster eines Hauses eine zusammengeflickte Leiche. Ein Finger zeigt auf die gegenüberliegende Wohnung. Ihr Mieter: Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf. Als der Presse eine Liste mit sechs Namen und genauen Todesdaten zugespielt wird, besteht kein Zweifel mehr, was dieser Fingerzeig zu bedeuten hat. Denn einer der Todeskandidaten ist Wolf selbst. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und nichts deutet darauf hin, dass er und sein Team den Mörder stoppen können.

London im Sommer 2014. Die Hitze hat die Stadt fest im Griff, als die zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Schnell gibt die Presse dem Fall den Namen Ragdoll, Flickenpuppe, und ausgerechnet Wolfs Ex-Frau erhält die Liste mit den Todeskandidaten und sie ist Journalistin. 
Wolf ist noch nicht lange wieder im Dienst und im Prolog und in Rückblenden, erfahren wir auch warum. Ein Fall vor vier Jahren hat ihn fast zerstört, er war besessen davon, den sogenannten "Feuerbestatter" zu erwischen. Bei der Gerichtsverhandlung kommt es zu einem Zwischenfall, der ihn in eine Psychiatrische Klinik bringt. 
Nun wieder im Dienst, ist Wolf sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ragdoll-Fall und dem des Feuerbestatters gibt. Seine Kollegen und Vorgesetzten dagegen sind skeptisch, bis der Neue im Team, Edmunds, den selben Spuren nachgeht. 

"Ragdoll" lag schon eine ganze Zeit auf meinem SUB und ich habe es extra auf meine Liste 12 für 26 gepackt, damit ich es dieses Jahr lesen "muss". Es war mein erstes Buch von Daniel Cole. Ein wirklich sehr spannender Thriller, dessen knapp 480 Seiten im Nu verflogen sind. Und während ich noch gerätselt habe, wie alles zusammenhängt, gibt es einen Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe. 

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr anschaulich und bildhaft führt der Autor durch die Straßen Londons. Die Kapitel sind nicht zu lang und erzählt wird in der dritten Person. So erfährt man nicht nur eine Seite der Geschichte, sondern begleitet Wolf, seine Kollegen Baxter und Edmunds, aber auch seine Ex-Frau Andrea. Man erfährt auch private Dinge der Ermittler, das steht aber nicht im Vordergrund. Die Hauptfiguren sind interessant und facettenreich gezeichnet. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr authentisch.

Wer spannende Unterhaltung mit einem flüssig geschriebenen Thriller und interessanten Charakteren sucht, in dem es auch ab und zu was zum Schmunzeln gibt, der ist mit "Ragdoll" gut bedient. 

Es gibt inzwischen zwei Fortsetzungen: "Hangman" und "Wolves". Mal sehen, ob ich diese auch lesen werde.


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹






Donnerstag, 12. Februar 2026

Top Ten Thursday: Minimalistische Cover

 


Heute geht es auf Aleshanees Weltenwandererblog um Minimalistik. Es war gar nicht so leicht, passende Cover zu finden. Wobei ein paar davon vielleicht immer noch zu viel "zeigen". Als erstes sind mir aber tatsächlich die Bücher von Simon Beckett eingefallen. 

Zeige 10 Bücher mit einem minimalistischen Cover


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