Dienstag, 17. März 2026

Lesetipps für den Frühling


Am Freitag ist kalendarischer Frühlingsanfang. Höchste Zeit, ein paar Bücher vorzustellen, die in dieser Jahreszeit spielen. Alle sind zwar Teile von Reihen, aber man kann sie auch prima als Einzelbuch lesen. 



1. Season Sisters - Frühlingsgeheimnisse 
"Frühlingsgeheimnisse" ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. Im Mittelpunkt stehen die vier Schwestern der Familie Season: Spring, Summer, Autumn und Winter. Aufgewachsen sind sie auf einer Farm in Wales, in der Nachbarschaft von Daffodil Castle. Was man über ihre Kindheit und ihre Eltern erfährt, lässt einem die Haare zu Berge stehen: Drogen, Alkohol, Parties, ständig chronisch pleite, die Mädchen haben sich praktisch selbst groß gezogen. Mit 16 hielt Spring es nicht mehr aus und ist nach London abgehauen. Hier gerät sie auch wieder in schlechte Kreise und wird wegen Diebstahl und Drogenmissbrauch zu Sozialstunden verdonnert. So lernt sie Sophia Fowler kennen. Spring erinnert sich, dass sie mit den Kindern von Sophias Sohn aufgewachsen ist und alle zusammen immer im Schlosspark gespielt haben. Ethan war damals ihre erste große Liebe. Sophia und Spring beschließen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und reisen nach Wales. Spring, um acht Jahre nach ihrem Weggang nach der Farm, ihren Eltern und ihrer jüngsten Schwester Autumn zu schauen. Sophia, um ihren Sohn zur Rede zu stellen und ihre Enkel kennenzulernen, die sie nie gesehen hat. Nach und nach erzählt Sophia Ethan und Spring von einem Geheimnis der Fowlers, das für die Familie alles verändern könnte.


2. Das kleine Bücherdorf - Frühlingsfunkeln
Niemand würde vermuten, dass die toughe Shona nicht nur ein Café in Swinton führt und fantasievolle Cupcakes backt, sondern auch einen Blog betreibt, in dem sie nie abgeschickte Briefe veröffentlicht. Einer dieser Briefe ist von ihr selbst. Sie hat ihn an Alfie, ihren verstorbenen Freund, geschrieben, an dessen Tod sie sich schuldig fühlt. Womit sie allerdings nicht gerechnet hätte: Eines Tages bekommt sie eine Antwort darauf, und der unbekannte Schreiber scheint sie besser zu kennen, als ihr lieb ist.
Nathan Wood, Bestsellerautor und das Enfant terrible von Swinton, hat den Ort vor Jahren verlassen, nach dem Tod seines besten Freundes Alfie. Shona, Nathan und Alfie waren von Kindheit an unzertrennlich, doch irgendwann wurden die Dinge kompliziert – und schmerzhaft. Als Nathan nach einigen wilden Jahren in Edinburgh nun unerwartet nach Swinton zurückkehrt, möchte er Shona endlich seine Gefühle gestehen. Doch dafür müsste er enthüllen, was er damals getan hat 


3. Tödlicher Inselfrühling
Der Frühling und die bevorstehende Walpurgisnacht wecken die Lebensgeister auf Bullholmen. Cilla und ihre Freunde freuen sich auf entspannte Wochen in ihren Ferienhäusern. Auch eine Bekannte von Cillas bestem Freund Zacke möchte die Idylle der Schären nutzen, um endlich ihr Buch über Wein zu schreiben. Doch ihre Aufmerksamkeit gilt schon bald etwas Anderem. Am gegenüberliegenden Ufer lebt ein elegantes Paar, das sie von ihrer Terrasse aus beobachten kann. Eines Abends sieht sie jedoch etwas, das ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt, und mal wieder ist Cillas Spürsinn gefragt.


4. Zwischen Himmel und Meer 
Sally lebt mit Anfang fünfzig allein in Stockholm. Sie hat nie erfahren, warum ihre Mutter sie als Kind verlassen hat, und auch heute kämpft sie noch mit dieser Erfahrung – und auch damit, zu ihrer eigenen Tochter Josefin nur sporadisch Kontakt zu haben. Als Sally das Haus ihres Onkels in ihrem Heimatdorf erbt, scheint dies die perfekte Gelegenheit, einen Neuanfang zu wagen – denn Josefin lebt mittlerweile wieder in Österlen. Doch Sally ahnt nicht, dass auch ihre eigene Mutter Vanja wieder dort lebt – und zu Josefin eine enge Bindung aufgebaut hat. Sally entschließt sich, das alte Haus in ein wunderschönes Bed&Breakfast zu verwandeln, und für Josefin will sie endlich die Mutter werden, die sie immer sein wollte. 

Frühling, Sommer und Herbst im Bed & Breakfast von Sally in Skåne: drei Frauen, drei Generationen und drei Geschichten darüber, was es bedeutet, Mutter und Tochter zu sein.

 




Montag, 16. März 2026

Rezension: "Angels - Meine Rache währt ewig" von Lisa Jackson

Als Kristi an ihr College in New Orleans zurückkehrt, ist ihr Vater, Detective Rick Bentz, beunruhigt. Vier Studentinnen sind dort spurlos verschwunden. Kristi, die unbedingt Kriminalschriftstellerin werden will, entdeckt eine Sekte, die sich einem mysteriösen Vampir-Kult verschrieben hat. Sie ermittelt auf eigene Faust. Doch bevor sie sich einen Eindruck von dieser dubiosen Gruppe verschaffen kann, ist sie auch schon in den tödlichen Fängen des Killers ...

Ich habe das Buch letztes Jahr auf einem Büchermarkt entdeckt und fand den Klappentext direkt interessant. Was ich allerdings nicht wusste: Es handelt sich um den fünften Teil einer Reihe rund um die Polizisten Rick Bentz und seinen Kollegen Montoya. Ob das der Grund war, warum ich mit den Charakteren nicht richtig warm geworden bin, kann ich nicht genau sagen – die Fälle an sich sind zwar abgeschlossen, dennoch fehlte mir irgendwie der Bezug.

Es wird regelmäßig auf Ereignisse aus dem Vorgängerband angespielt, die Kristi Bentz betreffen. Diese werden hier jedoch nur angerissen – vermutlich, um nicht zu spoilern. Für mich bewirkte das allerdings eher das Gefühl, dass mir wichtiges Hintergrundwissen fehlt. 

Insgesamt war das Buch zwar unterhaltsam, zog sich aber stellenweise in die Länge. Zudem empfand ich vieles als unschlüssig. Ohne zu viel zu verraten: Kristis „Gabe“, die wohl einen Hauch Mystery einbringen sollte, wirkte deplatziert, und auch das Studienfach „Vampirismus“ an einer Universität fand ich sehr merkwürdig. Auch die Handlungsweisen der Figuren waren für mich oft nicht nachvollziehbar, besonders bei Kristi: Warum riskiert sie, nachdem sie gerade erst knapp dem Tod entronnen ist, erneut so viel, nur um ein True-Crime-Buch zu schreiben? Auch die Auflösung und die Motive des Täters am Ende konnten mich nicht ganz überzeugen.

Ein Kritikpunkt ist zudem der deutsche Titel. „Angels – Meine Rache währt ewig“ passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Inhalt. Wer sind die „Angels“ und wessen Rache ist gemeint? Der Originaltitel „Lost Souls“ wäre deutlich passender gewesen.

Positiv gefallen hat mir jedoch der Schreibstil. Die Autorin schreibt sehr spannend und anschaulich; man hat das Gefühl, gemeinsam mit Kristi über den Campus zu laufen.

Bewertung: 🌹🌹🌹





Mittwoch, 4. März 2026

Monatsrückblick Februar


 Leserückblick Februar


Und da sind wir schon im ersten Frühlingsmonat des Jahres. Sogar das Wetter spielt langsam mit. 
Insgesamt habe ich im Februar nur 2 Bücher komplett gelesen. Ein drittes (Sturmhöhe) konnte ich erst am 1. März beenden. Und ein weiteres habe ich ebenfalls begonnen, aber das habe ich immer nur unterwegs im Zug gelesen und es wird mich noch einige Tage begleiten. Mir fehlte leider die Zeit, um mehr zu lesen, da wir mit dem Auflösen der Wohnung meines Vaters beschäftigt waren und immer noch sind. Aber auch das geht vorbei. 😊



Gelesene Bücher: 2
1. Ragdoll (Daniel Cole)
2. Das Grab von Trueslow Hall (Katherine Webb)


Neuzugänge: 4
1. Die Hand des Todes (Kathy Reichs)
2. Mr. Monster (Dan Wells)
3. Sturmhöhe (Emily Bronte)
4. Die Frauen am Fluss (Katherine Webb)


Neu auf der Merkliste: 2
1. Finsterhaus (Johanna Mo)
2. Die Farbe des Bösen (Ralf H. Dorweiler)


Challenges: 2
ABC-Challenge bei Nicole: 4 Buchstaben erledigt
12 für 26: 2 Bücher gelesen



Gesehen (TV-Serien und Filme):
The Bondsman (Staffel 1)
Bosch (Staffel 7 angefangen)
Night Agent (Staffel 3 angefangen)
The Bluff
Shadow Case - Im Netz der Diebe
Fallout (Staffel 3)


Und sonst?
Wie oben geschrieben, sind wir zur Zeit damit beschäftigt, die Wohnung meines Vaters aufzulösen, der ja seit Dezember in einem Seniorenheim ist. Zunächst war es nur zur Kurzzeitpflege, aber mittlerweile hat er einen Dauerpflegeplatz. Wobei es ihm zum Glück nicht so schlecht geht, dass er dauerhaft Pflege benötigt, aber allein wohnen ist eben leider nicht mehr möglich. Das Heim ist sehr zentral in einem kleinen Städtchen und er ist viel mit dem Rollator unterwegs, seit das Wetter wieder besser ist. Und das Schöne ist, dass seine Lebensgefährtin jetzt ebenfalls dort einen Platz bekommen hat und nun sind beide dort wieder zusammen. 
Ansonsten freue ich mich nun auf den März und auf den langsam erwachenden Frühling. Schneeglöckchen und Krokusse sind ja schon sehr aktiv im Garten. 



Ich wünsche euch einen schönen ersten Frühlingsmonat des Jahres 
und viele tolle Abenteuer und Geschichten.

                                                                  (Bild erstellt mit Gemini)






Dienstag, 3. März 2026

Rezension: "Sturmhöhe" von Emily Bronte

Auf einer Anhöhe inmitten der rauen Landschaft des englischen Yorkshire liegt das Anwesen »Wuthering Heights«, dem Wind schutzlos ausgesetzt, der hier strenger als anderswo weht. Sein Besitzer, der herzensgute Mr Earnshaw, nimmt den Findling Heathcliff zu sich. Bald schon verliebt sich Earnshaws Tochter Cathy heftig in ihn. Doch ihre Liebe endet im Unglück und ein Gespinst aus Rache und Verrat liegt fortan über dem Landgut. Emily Brontës düstere Liebesgeschichte ist bis heute eines der intensivsten Leseerlebnisse überhaupt – tragisch, wild und romantisch.

"Sturmhöhe" ist ein Klassiker, den ich schon lange mal lesen wollte. Als nun im Zuge der Neuverfilmung "Wuthering Heights" das Buch neu veröffentlicht wurde, habe ich mich über das Bloggerportal für ein Rezensionsexemplar beworben und Glück gehabt. Ein wirklich wunderschönes Cover mit Farbschnitt hat diese Hardcoverausgabe vom Anacondaverlag.  
Ich war sehr gespannt auf die Geschichte von Heathcliff und Cathy, gilt sie doch als eine der größten Liebesgeschichten in der Literatur. Viel mehr wusste ich eigentlich auch nicht darüber, da ich auch noch nie eine der bisherigen Verfilmungen gesehen habe.

Eigentlich ist es keine direkte Handlung, sondern die Erzählung durch eine dritte Person und zwar die Haushälterin Ellen Dean. Diese erzählt dem neuen Pächter des Nachbarhauses, Mr. Lockwood, die Familiengeschichte der Lintons und der Earnshaws, die durch das Findelkind Heathcliff eng miteinander verbunden sind. Cathys Vater bringt den Jungen mit der dunklen Haut, dem schwarze Haar und den intensiven dunklen Augen von einer Reise mit nach Hause. Niemand weiß, woher er kommt, aber es fällt immer wieder das Wort "Zigeuner". Cathys älterer Bruder misstraut ihm von Anfang an, aber zwischen Cathy und Heathcliff entwickelt sich mit der Zeit eine intensive Bindung, die allerdings keine Zukunft haben kann. Als Cathy schließlich den Sohn der Lintons heiratet, schwört Heathcliff Rache und seitdem scheint ein Fluch auf Wuthering Heights zu liegen. 

Atmosphärisch und düster, so lässt sich "Sturmhöhe" ganz gut beschreiben. Die karge, raue Landschaft Yorkshires und das stürmische Wetter passen ebenso gut zur Geschichte wie die Figuren und ihre Handlungsweisen. 

Emily Bronte schrieb "Wuthering Heights" bereits im Jahr 1847 und ich finde es sehr faszinierend, dass es nach über 170 Jahren immer noch gelesen wird und auch neue Leser findet. Allerdings sollte einem klar sein, dass es sich hier nicht um eine romantische Liebesgeschichte handelt, es sei denn, man bezeichnet Besessenheit als Liebe. Es ist eher eine Familiengeschichte, dramatisch, dunkel, gewalttätig, mit teils wirklich unsympathischen Charakteren und da steht Heathcliff bei mir an erster Stelle. Er ist kein strahlender Held, kein Ritter in glänzender Rüstung. 

Aktuell scheint es ja einen Hype um Dark Romance zu geben. Ich würde sagen, hätte es diese Bezeichnung schon damals gegeben, hätte "Sturmhöhe" perfekt in dieses Genre gepasst. 

Teilweise fand ich die Dialoge auch recht langatmig und anstrengend, aber trotzdem habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben.




Bewertung: 🌹🌹🌹🌹








Samstag, 21. Februar 2026

Happy Birthday! Mein Bücherblog wird 14!

 


Wo ist die Zeit geblieben? Jetzt ist mein Bücherblog schon 14 Jahre alt. Im Februar 2012 hat er das Licht der Welt erblickt. 
Zunächst hatte ich einen eher allgemeinen Blog mit vielen Themen, die mich interessieren, u. a. eben auch Bücher. Dann habe ich mich entschlossen, einen eigenständigen Buchblog zu beginnen, da der größte Teil meiner anderen Postings sich eh um das Thema Bücher und Lesen drehten.

Viele Jahre gab es nur meinen Blog und eine Vernetzung mit anderen Bloggern untereinander. Zuerst kam dann Facebook dazu. Inzwischen bin ich dort nicht mehr so oft, denn ich finde, es hat sich sehr verändert. 
Dann meldete ich mich irgendwann bei Instagram an, um auch dort z. B. meine Rezensionen zu verlinken. Außerdem bin ich noch in ein paar Foren wie "Die Büchereule" oder auf Plattformen wie "Lovelybooks" aktiv.
Das reicht mir aber dann auch an Aktivitäten in den Sozialen Medien, schließlich will ich ja auch Zeit zum Lesen haben. Und mit einem Vollzeitjob, Haus, Garten, Mann und Hund bleibt da nicht mehr so viel Spielraum. Und ehrlich gesagt nehme ich mir lieber die Zeit für meinen Blog hier, als für die schnelllebigen anderen Medien wie Instagram. Manchmal denke ich, ich bin zu alt für sowas. 😁
Ja, ich habe "nur" 156 Follower hier auf dem Blog, na und? Viel wichtiger ist, dass ich hier mit einigen anderen Bloggern seit Jahren regelmäßig in Kontakt bin. Und mir macht das Bloggen nach wie vor Spaß, weil es kein Muss für mich ist, keine lästige Pflicht und ich poste auch nicht, um "Klicks" zu bekommen. 
Ich rezensiere jedes Buch, das ich lese, aber mehr für mich selbst. So kann ich alle Geschichten noch mal Revue passieren lassen. Wenn andere die Rezis lesen und ich damit ihr Interesse an den Büchern wecke, um so schöner. 

Hier geht es noch mal zu meinem ersten Posting auf diesem Blog am 22. Februar 2012 --> So fing alles an

Ich hoffe, ich habe noch lange Freude an meinem kleinen Blog und solange werde ich auch weitermachen damit. 

Vielen Dank für Euren Besuch und die Treue in den vergangenen Jahren. 🌹 



Mittwoch, 18. Februar 2026

Rezension: "Ragdoll" von Daniel Cole

Ein grausamer Fund erschüttert London. An unzähligen Fäden hängt im riesigen Fenster eines Hauses eine zusammengeflickte Leiche. Ein Finger zeigt auf die gegenüberliegende Wohnung. Ihr Mieter: Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf. Als der Presse eine Liste mit sechs Namen und genauen Todesdaten zugespielt wird, besteht kein Zweifel mehr, was dieser Fingerzeig zu bedeuten hat. Denn einer der Todeskandidaten ist Wolf selbst. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und nichts deutet darauf hin, dass er und sein Team den Mörder stoppen können.

London im Sommer 2014. Die Hitze hat die Stadt fest im Griff, als die zusammengeflickte Leiche gefunden wird. Schnell gibt die Presse dem Fall den Namen Ragdoll, Flickenpuppe, und ausgerechnet Wolfs Ex-Frau erhält die Liste mit den Todeskandidaten und sie ist Journalistin. 
Wolf ist noch nicht lange wieder im Dienst und im Prolog und in Rückblenden, erfahren wir auch warum. Ein Fall vor vier Jahren hat ihn fast zerstört, er war besessen davon, den sogenannten "Feuerbestatter" zu erwischen. Bei der Gerichtsverhandlung kommt es zu einem Zwischenfall, der ihn in eine Psychiatrische Klinik bringt. 
Nun wieder im Dienst, ist Wolf sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Ragdoll-Fall und dem des Feuerbestatters gibt. Seine Kollegen und Vorgesetzten dagegen sind skeptisch, bis der Neue im Team, Edmunds, den selben Spuren nachgeht. 

"Ragdoll" lag schon eine ganze Zeit auf meinem SUB und ich habe es extra auf meine Liste 12 für 26 gepackt, damit ich es dieses Jahr lesen "muss". Es war mein erstes Buch von Daniel Cole. Ein wirklich sehr spannender Thriller, dessen knapp 480 Seiten im Nu verflogen sind. Und während ich noch gerätselt habe, wie alles zusammenhängt, gibt es einen Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe. 

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, sehr anschaulich und bildhaft führt der Autor durch die Straßen Londons. Die Kapitel sind nicht zu lang und erzählt wird in der dritten Person. So erfährt man nicht nur eine Seite der Geschichte, sondern begleitet Wolf, seine Kollegen Baxter und Edmunds, aber auch seine Ex-Frau Andrea. Man erfährt auch private Dinge der Ermittler, das steht aber nicht im Vordergrund. Die Hauptfiguren sind interessant und facettenreich gezeichnet. Alle haben ihre Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr authentisch.

Wer spannende Unterhaltung mit einem flüssig geschriebenen Thriller und interessanten Charakteren sucht, in dem es auch ab und zu was zum Schmunzeln gibt, der ist mit "Ragdoll" gut bedient. 

Es gibt inzwischen zwei Fortsetzungen: "Hangman" und "Wolves". Mal sehen, ob ich diese auch lesen werde.


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹






Donnerstag, 12. Februar 2026

Top Ten Thursday: Minimalistische Cover

 


Heute geht es auf Aleshanees Weltenwandererblog um Minimalistik. Es war gar nicht so leicht, passende Cover zu finden. Wobei ein paar davon vielleicht immer noch zu viel "zeigen". Als erstes sind mir aber tatsächlich die Bücher von Simon Beckett eingefallen. 

Zeige 10 Bücher mit einem minimalistischen Cover


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Freitag, 6. Februar 2026

Rezension: "Das Grab von Trueslow Hall" von Katherine Webb

Bei Grabungen im Jahr 1999 stößt eine Gruppe von Archäologen auf dem Gelände von Trueslow Hall, einem kleinen Herrenhaus in Wiltshire, auf eine Grabstätte aus der Bronzezeit. Die Archäologen feiern ihren Erfolg, bis plötzlich ein Mitglied der Gruppe spurlos verschwindet: eine junge Frau namens Nazma Kirmani. Trotz einer fieberhaften Suche laufen alle polizeilichen Ermittlungen ins Leere und der Fall bleibt ungeklärt. Als im Jahr 2020 ein Zufallsfund neue Beweise zu Nazmas Verschwinden liefert, versuchen Inspector Matthew Lockyer und Constable Gemma Broad Licht in den alten Cold Case zu bringen. Wollte Nazma damals freiwillig verschwinden? Oder wurde sie Opfer eines Verbrechens, wovon auch ihre Eltern immer überzeugt waren. Und wer ist die fremde Frau, die sich damals als Nazma ausgegeben hat?

Zunächst einmal vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. 

Der dritte Fall für Lockyer & Broad hat mich wieder sehr gut unterhalten. Das sympathische Ermittlerduo Matt und Gemma ist inzwischen ein eingespieltes Team, sie ergänzen sich gegenseitig.
Die Geschichte beginnt damit, dass die beiden die Eltern der verschwundenen Nazma aufsuchen, weil in einem Fluss unweit von Trueslow Hall eine Tasche gefunden wurde. Der Vater und die Stiefmutter bestätigen, dass die Sachen Nazma gehören und dass sie nach wie vor sicher sind, dass Nazma niemals einfach so verschwunden wäre und ihr etwas zugestoßen sein muss. Ihrer Meinung nach hat die Polizei damals zu schnell aufgegeben und ihnen auch keinen Glauben geschenkt. Auch wenn der Vater keine großen Hoffnungen hat, verspricht Lockyer ihnen, alles zu tun, damit Nazma gefunden wird. Er weiß, die Ungewissheit ist das Schlimmste. 
Gemeinsam mit seiner Kollegin Gemma sucht er die Mitglieder des Grabungsteams von damals auf und sie stellen fest, dass jeder so sein kleines Geheimnis hat. 

Neben dem Fall und der Arbeit geht es auch um das Privatleben der Ermittler. Lockyer wird Vater, die Geburt steht kurz bevor, aber er fühlt sich der ganzen Situation nicht so richtig gewachsen. Gemma hat Probleme mit ihrem Freund Pete, der ein Kontrollproblem zu haben scheint. Und außerdem sind wir mitten in der Pandemie. Wer jetzt aufstöhnt, keine Sorge. Es wird manchmal erwähnt, z. B. die Kontaktverbote, der Gesichtsschutz oder der bevorstehende zweite Lockdown. Aber es steht keinesfalls im Vordergrund und ich habe es zwischendurch tatsächlich auch immer wieder vergessen. Aber ich finde, das macht die Geschichte auch authentischer, denn schließlich gab es ja die Pandemie und die Umstände, die daraus entstanden sind. 

Ich weiß nicht, ob man „Das Grab von Trueslow Hall“ als Krimi bezeichnen kann, aber es ist auf jeden Fall ein Spannungsroman, den ich keine Minute langweilig fand. Hier wird deutlich, dass Polizeiarbeit eben zu neunzig Prozent aus Ermittlungsarbeit besteht und nicht aus pausenloser Action. 
Der Schreibstil ist bildhaft und anschaulich. Katherine Webb versteht es, die Gegend um Salisbury vor dem geistigen Auge lebendig werden zu lassen. Die Spannung wird immer weiter aufgebaut und man rätselt bis zum Schluss mit, was damals wirklich passiert ist. 

Muss man die Vorgänger gelesen haben? Nicht unbedingt, der Fall ist in sich abgeschlossen. Aber wie immer geht es bei solchen Reihen ja auch um die Weiterentwicklung der Hauptfiguren. Wen das interessiert, der sollte sich Teil 1 „Der Tote von Wiltshire“ und Teil 2 „Die Morde von Salisbury“ nicht entgehen lassen. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹





Mittwoch, 4. Februar 2026

Monatsrückblick Januar

Leserückblick Januar

Und schwups, schon ist der erste Monat des neuen Jahres vorbei.  Und er hat sogar echten Winter mit Schnee gebracht, bei uns leider immer nur einen oder zwei Tage lang, aber immerhin. 
Und hier kommt auch schon mein monatlicher Rückblick. Mein Januar war Krimi- und Thrillerlastig. 


Gelesene Bücher: 3
1. Kalte, kalte Knochen (Kathy Reichs) 
2. Vergessene Gräber (Leo Born)
3. Die Kolonie (C . J. Tudor)


Neuzugänge: 2
Das Grab von Trueslow Hall (Katherine Webb)
Die Kolonie (C. J. Tudor)


Neu auf der Merkliste: 3
1. Schatten über den Highlands (Constanze Wilken)
2. Bittere Reue (Linda Castillo)
3. The Whispering Dead - Gravekeeper 1 (Darcy Coates)



Meine Challenges:
Meine 12 für 26: 1 Buch gelesen
ABC-Challenge bei Nicole: 2 Buchstaben erledigt



Gesehen (TV-Serien und Filme):
Boglands - Die Tote im Moor (Krimiserie)
Bosch (Staffel 5 beendet und Staffel 6 begonnen)
Stranger Things (Staffel 5 beendet)
The Dry (Thriller)
The Tower (Staffel 2 begonnen)
Suche mich nicht (Miniserie nach Harlan Coben, Folge 1+2)
Mord in Fjällbakka (Folge 1-3)
Fallout (Staffel 2, Folge 4 + 5)



Und sonst?
Ansonsten ist im Januar nicht viel passiert, es war eher ein ruhiger Monat. Wir hatten tatsächlich ein bisschen Schnee und auch herrliches Winterwetter mit Sonne und eisigen Temperaturen. 
Meinem Vater geht es wieder etwas besser, allerdings wird er nicht mehr zurück in seine Wohnung gehen, sondern in der Senioreneinrichtung bleiben. Er fühlt sich dort sehr wohl, ist rund um die Uhr betreut und wir sind dadurch auch beruhigter. Und seit letzter Woche wohnt seine Lebensgefährtin ebenfalls dort, so dass die beiden wieder zusammen sind. :-) 
Nun bin ich gespannt, was der Februar bringen wird. Neuerscheinungen habe ich jetzt aktuell nicht auf dem Schirm, aber wer weiß, was sich vielleicht ergibt. 

Ich wünsche euch einen schönen 

Lesemonat Februar




Sonntag, 1. Februar 2026

Blessed Imbolc

 

Zwischen der Wintersonnenwende und dem Frühlingsbeginn liegt der 1. Februar. Hier wird im Alten Jahreskreis Imbolc gefeiert. Es ist eine Art Schwelle. Man sieht den Frühling zwar noch nicht und meistens hat der Winter das Land dann auch noch fest im Griff, aber irgendetwas ist anders. Die Tage werden schon wieder etwas länger, das Licht ist anders und vieles erwacht bereits aus dem Winterschlaf. Die Natur schaltet langsam wieder um auf Betriebsamkeit. Die ersten Schneeglöckchen und Krokusse sind vielleicht schon zu sehen.   

Der 1. Februar ist auch der Tag eines gälischen Festes und der Gedenktag einer irischen Heiligen: Brigid. 
Die Kelten hatten viele Bräuche rund um Imbolc. Man ließ am Abend vorher die Türen offen, damit Brigid hereinkommen und das Haus segnen konnte. Man beobachtete die Asche am Herd. Gab es Fußspuren? Ist Brigid da gewesen? Man legte Binsen aus und bastelte später aus ihnen ein Brigid's Cross zum Schutz von Mensch und Tier für das kommende Jahr. 

In Irland gibt es seit 2023 sogar einen gesetzlichen Feiertag, den St. Brigid's Day. Es ist immer der erste Montag im Februar. Das zeigt auch, wie eng Spiritualität, Natur und Alltag in Irland miteinander verwoben sind, auch heute noch. 

Ich finde es sehr schön, dass die Iren sich ihres Erbes bewusst sind und alte Bräuche und Traditionen aufrecht erhalten und auch stolz darauf sind. In Deutschland geht das ja leider mehr und mehr verloren. 









Donnerstag, 29. Januar 2026

Top Ten Thursday: Winterzeit




Heute ist der wöchentliche Top Ten Thursday bei Aleshanee sehr aktuell, denn letzte Nacht hat es bei uns geschneit und es schneit auch immer noch ein wenig.

Die Aufgabe diese Woche:

Bilde aus den Anfangsbuchstaben von 10 Buchtiteln das Wort WINTERZEIT

Mit einem Klick auf die Titel kommt Ihr zu meinen Rezis und weiteren Infos zum Buch.



W

I

N
Nebelmord (Yrsa Sigurdardottir)

T
Todeskalt (Nikolas Stoltz)

E
Eisblumenwinter (Anne Barns)

R
Rauhnächte (Gerold & Hänel)

Z
Zwischen Himmel und Meer (Anna Fredriksson)

E
Ein Engel vor dem Fenster (Patricia Koelle)

I
Ich bin nicht tot (Anne Frasier)

T
Totenfang (Simon Beckett)

 


Mittwoch, 28. Januar 2026

Rezension: "Die Kolonie" von C. J. Tudor

In einer Kleinstadt in Alaska wird ein Junge tot aufgefunden. Die Brutalität des Mordes erinnert an eine Tat, die 25 Jahre zurück liegt. Detective Barbara Atkins wird Unterstützung des örtlichen Sheriffs hinzugezogen. Die Einwohner von Deadhart begegnen Barbara jedoch mit Misstrauen, denn sie glauben zu wissen, der der Schuldige ist: ein Mitglied der nahe gelegenen Vampirkolonie, die in einer alten Bergbausiedlung tief in den Bergen lebt. Barbara gerät unter Druck, die gesamte Kolonie gezielt töten zu lassen. Doch die Beweise sind nicht stichhaltig und die Menschen lügen. Als der Sheriff durch einen Unfall außer Gefecht gesetzt wird, benennt Barbara Jensen Tucker zum Deputy. Tucker hat bereits den Fall vor 25 Jahren untersucht und schon damals war die Beweislage nicht eindeutig, dass der beschuldigte Vampir der Täter war. Was dem Sheriff nicht gerade Sympathien entgegenbrachte und er seitdem alleine abgeschieden im Wald lebt. Ihm und Barbara bleibt jetzt nicht mehr viel Zeit, um die Wahrheit herauszufinden: Jagen sie einen kaltblütigen Mörder – oder ein blutdürstiges Monster?

Zitat: „Vor ihnen, im Licht der Scheinwerfer, tauchte jetzt ein handgefertigtes Ortsschild auf: Deadhart, Einwohner: 673. Darunter hatte ein Scherzbold gekritzelt: LEBEND.“
C. J. Tudor führt uns mit ihrem Thriller „Die Kolonie“ mitten in eine eiskalte Kleinstadt in Alaska. Und damit ist nicht nur das Wetter gemeint, denn ein Schneesturm zieht auf. Auch die Stimmung in der Stadt ist kalt und düster. Die Einwohner sind sich einig, die nahe gelegene Siedlung der Vampire hat wieder einen der ihren getötet. Und nun wollen sie Blut sehen und die Untoten ausrotten.
Das Buch spielt in einer Welt, in der Vampire real sind. Es gibt sogar ein Vampirschutzgesetz nach dem Vampire den Schutzstatus einer vom Aussterben bedrohten Art genießen. Gezielte Tötungen sind nur dann erlaubt, wenn sie dem Schutz der Allgemeinheit dienen. Und dafür ist Barbara Atkins vom Institut für forensische Vampirstudien in Deadhart, um die Schuld der Vampire zu beweisen und eine Keulung der Kolonie zu rechtfertigen. Aber für Barbara ist erst einmal jeder unschuldig, so lange seine Schuld nicht erwiesen ist, ob nun Mensch oder Vampir. Im Lauf der Geschichte erfahren wir auch, warum. 

„Die Kolonie“ ist mal eine ganz andere Vampirstory. Die Untoten sind keine romantischen Helden und glitzern auch nicht. Sie werden viel mehr als indigene Spezies bezeichnet, denn sie waren lange vor den Menschen in Alaska und wurden dann terrorisiert und verjagt. Aber nun sind sie zurück und wollen sich nicht wieder vertreiben lassen. 
Auch wenn es um Vampire geht, wirkt das Ganze auf mich sehr authentisch, denn das Verhalten der Stadtbewohner ist typisch für Menschen. Was sie nicht kennen, macht ihnen Angst und gegen das muss man vorgehen. Ob nun Ureinwohner oder Vampire. 

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich war sofort mittendrin in der Geschichte. Die Spannung wird durchweg aufrecht erhalten und durch Perspektivwechsel in den Kapiteln noch erhöht. Die düstere und beklemmende Atmosphäre der unwirtlichen Natur wird sehr gut beschrieben, man kann die Kälte fast spüren. 
Es gibt Überraschungen und Wendungen und wenn man denkt, jetzt haben sie den Täter, taucht wieder ein neuer Ermittlungsansatz auf. Das Ende und die Auflösung haben mich dann tatsächlich überrascht. 

Nach „Der Kreidemann“ und „Schneewittchen schläft“ war das mein drittes Buch der Autorin und es hat mir bisher am besten gefallen. Auch wenn ich den Spruch „Englands weiblicher Stephen King“ für ein wenig übertrieben halte. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹