Montag, 3. Juli 2023

Rezension: "Der Himmel über Cornwall" von Liz Fenwick

Theodora hat ein altes Haus im idyllischen Cornwall gekauft, um nach ihrer gescheiterten Ehe einen Neuanfang zu wagen. Doch als sie zum ersten Mal vor dem Boatman’s Cottage steht, muss sie feststellen, dass ihr neues Heim seine besten Zeiten hinter sich hat. Entschlossen krempelt Theo die Ärmel hoch, beginnt mit der Renovierung des Hauses und verhilft dem verwilderten Garten zu alter Pracht. Dabei stößt sie auf geheimnisvolle, hundert Jahre alte Briefe, die von einer tragischen Liebe erzählen. Während Theo immer tiefer in die Geschichte der Liebenden eintaucht, öffnet sich auch für sie selbst ein Weg zu neuem Glück …

Mit 54 Jahren wagt Theo einen Neuanfang. Ohne es vorher besichtigt zu haben, kauft sie das Boatman’s Cottage am Ufer des Tamar, dem Fluss, der Cornwall und Devon voneinander trennt. Der Start ist allerdings holprig und beginnt gleich mit einer Autopanne, bei der sie den 20 Jahre jüngeren Hugo kennenlernt. Er leitet das Hotel, das früher ein Herrenhaus und Sitz der Familie war. Theo erinnert sich dunkel, mit ihrer Großmutter in der Gegend gewesen zu sein.
Diese ist vor ein paar Tagen gestorben und Theo findet in ihrer Wohnung in Briefen Hinweise auf die Vergangenheit, die ein ganz neues Licht auch auf ihre Familie werfen. Wer ist der geheimnisvolle John, der anscheinend im Zweiten Weltkrieg gefallen ist? 

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart geht es um Theo und ihre Suche nach ihren Wurzeln und nach einem Neuanfang. Ihr fundiertes Wissen und ihre Kenntnisse im Garten- und Pflanzenbereich wurden von ihrem Mann immer nur belächelt. 
Im Jahr 1914 ist es die junge Alice, die durch ihre rebellische Art in der Londoner Gesellschaft in Ungnade fällt und auf den Landsitz verbannt wird. Zumindest geht sie damit einer arrangierten Heirat erst mal aus dem Weg, da sie sowieso nicht einsieht, warum sie heiraten sollte. Viel lieber würde sie sich den Suffragetten anschließen und für das Frauenwahlrecht kämpfen. Aber einer Frau ihres Standes ist das nicht möglich. Bei ihren Spaziergängen trifft sie auf den Flussmeister Zachariah Carne und zwischen beiden entwickelt sich eine Beziehung, die nicht sein darf. Dies führt zu tragischen Verwicklungen, die bis in die Gegenwart reichen. 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, sowohl Theos Geschichte, als auch das Schicksal von Alice einhundert Jahre zuvor. Lebendig und einfühlsam bringt die Autorin einem die Konventionen der damaligen Zeit nah, die strengen Regeln der so genannten besseren Gesellschaft und die Opfer, die vor allem Frauen bringen mussten. 
Auch Theo hat Opfer gebracht, indem sie jahrelang für ihren Sohn ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurückgestellt hat. Nun hat sie durch den Erwerb des Cottages die Chance, noch etwas aus ihrem Leben zu machen. 

Im Original heißt der Roman "The river between us", was besonders für Alice' Geschichte passt, denn der Tamar trennt nicht nur Cornwall und Devon, sondern er steht auch symbolisch für die beiden Welten, in denen Alice und Zachariah leben. 

Vielen Dank an das Bloggerportal, dass ich das Buch lesen durfte. 


Bewertung: 📖📖📖📖📖







Samstag, 1. Juli 2023

Monatsrückblick Juni


Es ist wirklich kaum zu glauben, aber die erste Hälfte des Jahres 2023 ist tatsächlich schon wieder vorbei. Am heutigen 1. Juli ist es Zeit für einen Rückblick auf den letzten Monat. Komplett gelesen habe ich nur zwei Bücher, da ich in den ersten beiden Juniwochen Urlaub hatte und viel Zeit mit Gartenarbeit verbracht habe. Ein drittes Buch habe ich zwar begonnen, aber dann doch erst mal wieder auf den SUB gelegt. 


Gelesene Bücher: 2
1. "Der Tote von Wiltshire" von Katherine Webb
2. "Leuchtturmsommer" von Marie Merburg


Dann habe ich noch "Sturm über Cornwall" von Liz Fenwick begonnen, aber nach etwa 100 Seiten abgebrochen. Ich kam irgendwie nicht in die Geschichte rein. 
Aktuell lese ich "Der Himmel über Cornwall" von Liz Fenwick, was mir sehr viel besser gefällt. Die Geschichte wird mich auch noch in den ersten Tagen im Juli begleiten. 



Neuzugänge: 3
1. "Der Himmel über Cornwall" von Liz Fenwick
2. "Dünenleuchten" von Tanja Janz
3. "Leuchtturmsommer" von Marie Merburg



Challenges:
Aktueller Stand ABC-Challenge auf Nicoles Zeit für neue Genres: 12 Buchstaben erledigt
Aktueller Stand "13 für 23": 5 Bücher gelesen


Neu auf der Wunschliste:
1. "Wo die Störche fliegen" von Claudia Ley
2. "Die Fremden in meinem Haus" von Louise Candlish
3. "Frau Glück und die Winterlichter" von Anna Liebig
4. "Das kleine Bücherdorf - Herbstleuchten" von Katharina Herzog
5. "Knochenkälte" von Simon Beckett (David Hunter 7)
6. "Inselsehnsucht" von Gabriella Engelmann (Büchernest 5)
7. "Raunächte am Meer" von Tanja Janz



Serien und Filme:
1. Vigil (Schottische Miniserie)
2. Enemy of the people (finnische Krimiserie)
3. Vera - Ein ganz spezieller Fall (läuft jeden Donnerstag auf SAT1 emotions)


Und sonst?
Die ersten beiden Wochen im Juni hatte ich ja Urlaub und etwa bis zur Mitte der zweiten Woche war das Wetter auch richtig toll, sonnig, aber nicht zu heiß und Abkühlung in der Nacht. Die Zeit haben wir wirklich genossen und viel auf unserer neu überdachten Terrasse gesessen. Zum Ende unseres Urlaubs kam dann leider die Hitze und das ist so gar nicht unser Wetter, da haben wir uns mehr drinnen verkrochen. Ich bin sehr froh, dass der Sommer im Moment eine Pause macht. Wobei das ja auch nicht stimmt, denn mit Temperaturen bis zu 25 Grad und mit Sonne ist der Sommer für mich genau richtig. Letzte Nacht hat es auch bei uns geregnet, was dringend nötig war. Gereicht hat das für die Natur natürlich noch lange nicht und ich hoffe, da kommt noch mehr.


Im letzten Monatsrückblick hatte ich ja von unserem Feriengast aus den Niederlanden berichtet. Inzwischen ist die Taube wieder daheim. Nach der ersten Woche hat sie wohl einen ersten Rückflugversuch unternommen, aber nach zwei Tagen war sie plötzlich wieder da. Sie blieb dann noch eine Woche und am letzten Wochenende unseres Urlaubs ist sie dann auch endgültig nach Hause geflogen. Der Besitzer hatte uns dann ein Foto geschickt, dass "Er" wieder da sei. Es war also ein Täuberich. 😊
Jetzt im Juli freue ich mich schon auf den neuen Band von Linda Castillos Kate-Burkholder-Reihe. Außerdem erscheint der vierte und damit letzte Teil der Waldfriede-Reihe von Corina Bomann. 

Ich wünsche euch einen schönen Lesemonat Juli und hoffe, dass wir von allzu großer Hitze verschont werden. 




Donnerstag, 29. Juni 2023

Top Ten Thursday: Favoriten im 1. Halbjahr 2023

 

Am letzten Donnerstag im Juni werfen wir lesetechnisch einen Blick zurück auf die letzten sechs Monate. Bei der wöchentlichen Aktion auf Aleshanees Weltenwandererblog  geht es um die

10 Favoriten im 1. Lesehalbjahr

Hier ist meine Liste: 

Im Januar
Die Stunde der Wölfe (Patricia Briggs)
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Die Schwestern vom Waldfriede - Sturmtage (Corina Bomann)
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📚📚📚

Im Februar
Altes Leid (Lea Stein)
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📚📚📚


Im März
Seelendieb (Patricia Briggs)
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Wo der Seewind flüstert (Tanja Janz)
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Der Klang der verborgenen Räume (Felicity Whitmore)
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📚📚📚


Im April
Nachtjagd (Jan-Erik Fjell)
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📚📚📚


Im Mai
Das Rosencottage (Constanze Wilken)
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Das kleine Bücherdorf - Frühlingsfunkeln (Katharina Herzog)
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📚📚📚


Im Juni
Café Meerblick (Christin-Marie Below)
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Freitag, 23. Juni 2023

Rezension: "Leuchtturmsommer" von Marie Merburg

Nach einer Lebenskrise zieht Eva mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter an die Ostsee, um sich dort ihren Traum zu erfüllen und neu zu starten. Doch ihr Optimismus wird auf eine harte Probe gestellt, denn ihre Teenagertochter scheint Probleme magisch anzuziehen, und die Übernahme des örtlichen Cafés läuft alles andere als rund. Besonders der brummige Standesbeamte Jakob sieht die Neuzugänge im Ort kritisch. Dabei benötigt Eva für das Café dringend die Hochzeitsempfänge, um Geld in ihre Kasse zu spülen. Erst als Eva Jakob näher kennenlernt, erkennt sie, wie es gelingen könnte, seine harte Schale zu knacken. 

Ein Tapetenwechsel ist dringend nötig für Eva, denn ihr Noch-Ehemann hat sie finanziell übelst betrogen. Sie musste sogar das Hotel am Tegernsee verkaufen, das seit Generationen im Familienbesitz war. Mit dem Erlös zieht sie mit ihrer Tochter an die Ostsee in den kleinen Ort Liebwitz, wovon Nele wenig begeistert ist, was sie ihre Mutter nur allzu oft spüren lässt. Und dann trifft sie auch noch auf Jakob, der anscheinend dauerhaft schlecht gelaunt ist. Allerdings wäre es gut für den Erfolg des Cafés, wenn die beiden zusammen arbeiten würden, denn Hochzeit bringen gutes Geld und außerdem würde das das Image von Liebwitz steigern.  Das Problem ist nur, dass Jakob so gar keinen Sinn für Romantik hat, was bei den Trauungen leider auch so rüberkommt. Also schließen die beiden einen Kompromiss: Jakob zeigt Eva ihre neue Heimat, wenn sie ihm dafür in Sachen Romantik ein wenig auf die Sprünge hilft.

Das klingt jetzt vielleicht nach einem kitschigen Liebesroman, aber ich habe das beim Lesen gar nicht so empfunden. Es geht um den Mut, ganz neu anzufangen, etwas Neues zu beginnen und sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Es geht um Familie und Freundschaft. 
Mir hat der Schreibstil gut gefallen, ich war sofort mittendrin in der Geschichte. Erzählt wird in der ersten Person aus Sicht von Eva und oft musste ich schmunzeln bei ihren Gedankengängen. Überhaupt gibt es viele witzige Momente und interessante Figuren. 
Auch die landschaftlichen Beschreibungen fand ich sehr schön, allein der Moment im Darßwald. 

Ein passender Roman für den Sommer, zum Abtauchen und Wohlfühlen. 



Bewertung: 📖📖📖📖📕





Donnerstag, 22. Juni 2023

Top Ten Thursday: 10 braune Cover

 

In der heutigen Ausgabe der Aktion auf Aleshanees Weltenwandererblog geht es wieder um Coverfarben. Zunächst habe ich gedacht, das wird schwierig, aber dann hatte ich doch recht schnell zehn Bücher zusammen. Obwohl braun überhaupt nicht meine Farbe ist. ;-) 

10 Bücher mit einem (überwiegend) braunen Cover



1. 
Blutzoll - Tanya Huff


2. 
Buchland - Markus Walther


3.
Kleine Gefallen (Die dunklen Fälle des Harry Dresden) - Jim Butcher


4.
Schlangenlinien - Minette Walters 



5.
Nacht der Hexen - Kelley Armstrong



6.
Gemmas Verwandlung (Zeitgenossen 1) - Hope Cavendish


7.
Das Lächeln der Fortuna - Rebecca Gablé



8. 
Der Fluch der Sommervögel - Nicole Steyer


9.
Sturmtage (Die Schwestern vom Waldfrieden 3) - Corina Bomann


10.
Isengrim - Christoph Görg











Mittwoch, 21. Juni 2023

Sommersonnenwende 2023 und Lesetipps für den Sommer

Der 21. Juni ist der kalendarische Sommeranfang. Und an diesem Tag wird die Sommersonnenwende gefeiert. Es ist der längste Tag des Jahres, auf den die kürzeste und hellste Nacht folgt. Bei den Kelten hieß dieses Sonnenfest Litha. 
Auch heute werden noch vielerorts Feuer entzündet und besonders in Schweden wird Mittsommer ganz groß und traditionell gefeiert. Dort wird es in der Nacht fast gar nicht dunkel.
Wie auch bei den meisten anderen heidnischen Feste, hat die Kirche auch versucht, Litha zu christianisieren und hat daraus die Johannisnacht mit dem Johannisfeuer gemacht. 

Die Sommersonnenwende markiert aber auch einen Punkt, an dem es unmerklich wieder in Richtung Herbst geht und in den kommenden Wochen wird es dann nach und nach wieder früher dunkel werden. 
Ich liebe ja den Herbst und habe damit überhaupt kein Problem, im Gegenteil, ich merke immer mehr, dass ich mit unseren aktuellen Sommern nicht klar komme. Was nutzt mir denn die Sonne, wenn die Temperaturen so hoch sind, dass ich mich nicht draußen aufhalten kann? 

Dann bleibe ich lieber drin, setze mich erst abends bei angenehmen Temperaturen auf die Terrasse und lese Bücher über schöne Sommer. Ein paar davon, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, möchte ich euch heute zeigen:


🌞 


                           
🌻


🏖



🍦

Sicherlich sind viele der Bücher bekannt. Mir haben sie alle gut gefallen und die Rezensionen dazu findet ihr hier auf meinem Blog. Außer zu "Leuchtturmsommer" von Marie Merburg, denn das lese ich im Moment noch. 

Ich wünsche euch eine schöne Mittsommernacht und Sommersonnenwende.


Blessed Litha!







Donnerstag, 15. Juni 2023

Top Ten Thursday: Kirschbaum

 


Besser spät als nie. Nun habe ich auch noch meinen Kirschbaum aufgestellt. Die Aktion findet ihr wöchentlich auf Aleshanees Weltenwandererblog


Kirschkuchen am Meer




Im Bann der Wölfe




Rauch und Schatten


Seelendieb




Café Meerblick


Hagebuttenblut






Bratapfel am Meer




Aschebraut




Untot




Mittwinter






Mittwoch, 14. Juni 2023

Rezension: "Der Tote von Wiltshire" von Katherine Webb

Vierzehn Jahre sind vergangen seit Inspector Matthew Lockyer auf dem Anwesen Longacres die Haushälterin Hedy Lambert verhaftet hat. In der Scheune wurde die Leiche eines Mannes gefunden und neben ihm, blutverschmiert, stand die junge Frau. Die Tatwaffe war ein langes Küchenmesser und die Beweislage war eindeutig. Hedy wurde wegen Mordes verurteilt, beteuerte aber immer wieder ihre Unschuld. Nun erhält Lockyer nach all der Zeit einen Anruf von Hedy, die ihm mitteilt, dass ein verschollener potenzieller Zeuge aufgetaucht ist. Sie bittet den Inspector, sich den Fall noch einmal anzusehen. Wie es der Zufall will, arbeitet Lockyer nach einer Degradierung nun in der Abteilung Cold Cases und kann sich daher offiziell noch mal mit der Vergangenheit beschäftigen. Denn schon damals hatte er Zweifel, ob Hedy wirklich schuldig ist und nun fragt er sich, ob er sich an einem Justizirrtum schuldig gemacht hat. Sitzt eine Frau vielleicht unschuldig seit vierzehn Jahren hinter Gittern und der wahre Täter läuft noch frei herum? Oder hat Hedy Lambert ihn einfach nur geschickt manipuliert? 
Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Gemma Broad, rollt er alles noch einmal auf und deckt tatsächlich auf Longacres ein paar Widersprüche auf, die er damals nicht gesehen hat...oder nicht sehen wollte.

"Der Tote von Wiltshire" wird als erster Krimi von Katherine Webb angepriesen. Aber so ganz richtig ist das ja auch nicht, denn wer die Bücher der Autorin kennt, weiß, dass es auch in ihren vorherigen Romanen schon Krimielemente gab. Aber wahrscheinlich ist das einfach eine Marketingidee des Verlags. 
Als klassischen Krimi würde ich das Buch jetzt auch nicht  bezeichnen, eher als Krimidrama, was aber nicht negativ gemeint ist. Mir hat die Geschichte gut gefallen, ich war gleich von Beginn mittendrin im Geschehen. Der Erzählstil ist lebendig und atmosphärisch, besonders die Szenen im Herrenhaus sind "very british". 😊 
Erzählt wird immer aus Sicht von Lockyer, aber in der dritten Person. So ist man immer auf dem gleichen Wissensstand wie er und deckt mit ihm zusammen nach und nach alte Geheimnisse auf und gewinnt neue Erkenntnisse über den Fall. Durch Wendungen in der Handlung bleibt die Spannung erhalten und ich habe mich bis zum Ende gefragt, ob Lockyers Zweifel berechtigt sind.  Auch die Idee mit dem Sohn und die dadurch entstandenen Verwirrungen fand ich gut durchdacht. 

Neben dem Fall geht es auch um das Privatleben von Lockyer und man erfährt von einem Schicksalsschlag in der Familie, der bis heute ungeklärt ist. Vielleicht ein Thema, das in einem der hoffentlich noch kommenden Teile erneut eine Rolle spielt. Der Schluss lässt jedenfalls auf eine Fortsetzung hoffen. 

Ich habe den ersten Fall von Lockyer und Broad sehr gerne gelesen und werde sicher auch bei der Aufklärung von weiteren ungelösten Fällen dabei sein. Wer englische Krimis mag, dem wird "Der Tote von Wiltshire" sicher gefallen. 


Bewertung: 📖📖📖📖📕



Sonntag, 11. Juni 2023

Rezension: "Nebelreise" von Margot S. Baumann

Eine Nebelreise, ziellos und voller düsterer Ecken...
Ihre Nachforschungen über eine verschwundene Millionenerbin führen die junge Juristin Samantha in das malerische Küstenstädtchen Poole. Der Lösung kommt sie dort allerdings nur wenig näher, stattdessen lernt sie einen sympathischen Mann kennen ... Spontan begleitet sie Ethan auf die wildromantische Kanalinsel Jersey, von der er stammt – und wo sich der Nebel, der den geheimnisvollen Fall umgibt, unverhofft lichtet.

Samantha Bucknell arbeitet in London für eine Anwaltskanzlei, die sich auf "Einsam Gestorbene" spezialisiert hat, d. h. wenn diese ohne Testament aus dem Leben geschieden sind. In diesem Fall ist ein Ehepaar bei einem Unfall ums Leben gekommen und Samanthas Aufgabe ist es, mögliche Hinterbliebene mit Erbansprüchen ausfindig zu machen. Gelingt dies nach einer gesetzlich festgelegten Frist nicht, fällt der Besitz an die britische Krone. Bei der Durchsicht der Papiere des Ehepaars Matkins stößt sie schließlich auf ein verschwundendes Kind und die Spuren führen zunächst in das Küstenstädtchen Poole und von dort auf die Kanalinsel Jersey. Bei ihren Recherchen trifft sie auf Ethan, der in einer Bank auf Jersey arbeitet und ihre Wege kreuzen sich zwischendurch immer mal wieder. Schließlich hilft er Samantha bei ihrer Spurensuche auf der Insel und gemeinsam kommen sie hinter ein altes Familiengeheimnis, das auch sein Leben verändern könnte.

"Nebelreise" ist nach "Muschelspiel" mein zweiter Roman der Autorin und auch dieser hat mir gut gefallen. Kurzweilig wird die Geschichte in der dritten Person erzählt, überwiegend abwechselnd aus der Sicht von Samantha und Ethan. Anhand des Prologs kann man sich zwar ungefähr denken, was damals passiert ist, aber der Weg dorthin, das Auffinden von immer mehr Puzzleteilen und schließlich die Auflösung des Ganzen ist spannend geschrieben und ich habe Samantha gerne bei ihrer Suche begleitet.
Auch die landschaftlichen Beschreibungen von Jersey sind sehr anschaulich und lebendig. 

Unterhaltsam und genau das Richtige als Sommerlektüre zum Abschalten.


Bewertung: 📖📖📖📖📕

Samstag, 10. Juni 2023

Rezension: "Café Meerblick" von Christin-Marie Below

Noch immer ist Mona tieftraurig. Vor einem Jahr starb ihre beste Freundin Sophie. Auf der Suche nach Trost reist Mona nach Norderney, Sophies Lieblingsort. Die schöne Nordseeinsel hält einige Überraschungen bereit: Erst findet Mona bunt bemalte Steine am Strand und durch diese eine neue Freundin. Von ihr erfährt Mona von einem leerstehenden Café.
Die gelernte Konditorin möchte einen Neuanfang wagen und bewirbt sich darum. Da lernt sie Tjark kennen, einen jungen Koch, der ihr Herz höherschlagen lässt. Aber sie zögert: Ist sie bereit für so viel Veränderung? Und kann sie dem Glück wirklich über den Weg trauen?
Seit Jahren ist Mona mit ihrer besten Freundin Sophie nach Norderney in den Urlaub gefahren, früher mit den Eltern, später dann zu zweit. Nach Sophies Tod ist für Mona nichts mehr wie vorher. Aber die Freundin gibt ihr ein Jahr nach Ihrem Tod einen Anstoß, zurück auf ihre geliebte Nordseeinsel zu fahren. Durch ein Tagebuch erlebt Mona die Zeit mit Sophie noch einmal und erkennt, dass sie bei alle ihrer Trauer mit ihrem Leben weitermachen muss. Sie trifft neue Menschen wie Caro und Tjark und findet den Mut, sich als Nachfolgerin für ein Café zu bewerben.
Eine traurige Geschichte, positiv verpackt und Mut machend. Ein Buch über Verlust, Freundschaft, Familie. Sicher wird das Rad hier nicht neu erfunden und letztendlich ist einiges vorhersehbar, aber es gibt auch ein paar Überraschungen. Sehr schön fand ich die Idee mit dem Notizbuch als seelische Unterstützung für Mona. Das Auslegen der Strandkiesel kenne ich übrigens, diese Aktionen gab es in den letzten Jahren sehr häufig. Ich habe selbst ein paar Steine gefunden und wieder an anderen Orten "ausgewildert". 
Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, lebendig und sehr anschaulich und ich hatte beim Lesen das Gefühl, selbst auf Norderney unterwegs zu sein, konnte das Meeresrauschen und den Wind hören und die salzige Luft schmecken. Ein wirklich toller Roman für den Sommer, leicht, aber auch mit ernsten Themen.
Und am Ende des Buches gibt es Kuchenrezepte, die ich sicher auch mal ausprobieren werde, denn besonders der Limokuchen klingt ganz nach meinem Geschmack. 😉
Bewertung: 📖📖📖📖📕



Freitag, 9. Juni 2023

Rezension: "Schneewittchen schläft" von C. J. Tudor

Das Mädchen sagt nur ein Wort: »Daddy«. Sie blickt Gabe von der Rückbank des Autos vor ihm an. Dann ist der fremde Wagen verschwunden und mit ihm Gabes fünfjährige Tochter Izzy. Er wird sie nie mehr wiedersehen. Drei Jahre später verbringt Gabe seine Tage und Nächte noch immer damit, die Autobahn abzufahren, besessen von der Hoffnung, sie zu finden. Auch Fran und ihre Tochter Alice sind unterwegs auf den Straßen Englands. Aber sie sind nicht auf der Suche, sie sind auf der Flucht. Denn Fran kennt die Wahrheit. Sie weiß, was damals mit Izzy geschah. Und was ihre Verfolger tun werden, wenn Alice und sie ihnen in die Hände fallen ...

"Schneewittchen schläft" ist der zweite Titel von C. J. Tudor, den ich nach "Der Kreidemann" gelesen habe. Das Buch hat mich recht gut unterhalten, der Schreibstil hat mir gut gefallen. 
Miträtseln kann man auf jeden Fall und auch wie das Ganze nach und nach entwirrt wird und die Auflösung,  wieso gerade Gabes Familie das passiert, ist gut durchdacht. 
Erzählt wird überwiegend abwechselnd aus der Sicht von Gabe und von Fran, die Kapitel sind relativ kurz und damit bleibt die Spannung erhalten. 

Allerdings muss ich sagen, dass mich die Geschichte insgesamt nicht überzeugen konnte. Einige Aspekte waren mir doch ein wenig zu speziell, zu wirr. Die Sache mit den Kieselsteinen zum Beispiel oder auch die Szene zum Ende in dem Krankenzimmer. Ich mag zwar Thriller mit Mystery-Elementen, aber ich finde, hier passte das nicht wirklich. Schade.



Bewertung📖📖📖📕📕




Donnerstag, 1. Juni 2023

Top Ten Thursday: Buchtitel mit N

 


Am ersten Tag im Juni geht es bei der wöchentlichen Aktion auf Aleshanees Weltenwandererblog weiter mit dem Titel-ABC.

Nenne 10 Buchtitel, die mit dem Buchstaben N beginnen (vorzugsweise ohne der, die, das...)



1. 
Nachts, wenn du nicht schlafen kannst


2. 
Nur eine böse Tat


3.
Nie sollst du vergessen


4.
Nur wenn du mir vertraust


5. 
Nacht der Wölfin


6.
Nacht der Hexen


7.
Nachtschicht


8.
Nachttod


9.
Nibelungenmord


10.
Nacht der Schatten