Dienstag, 2. Juni 2026

Abgebrochen: "Ein schwedischer Sommer" von Eva Seifert

Die drei Schwestern Beate, Mona und Christine planen nach dem Tod von Beates Ehemann eigentlich eine Weltreise. Doch dann bittet sie ihr Bruder Leonhard, zu dem sie lange fast gar keinen Kontakt hatten, zu sich nach Schweden. Er hat ein paar Briefe und ein Tagebuch im Nachlass der Eltern gefunden, die Fragen aufwerfen. Was hat es mit dem Tagebuch einer gewissen Maria aus dem Sommer 1969 auf sich? Wer ist Maria, und was hat sie mit den Geschwistern zu tun? Die drei Schwestern machen sich daraufhin auf in das malerische Küstenörtchen Djursholm. Nichtahnend, dass ihnen dort der Sommer ihres Lebens bevorsteht, nach dem nichts mehr so sein wird, wie es einmal war …

Es hörte sich wirklich sehr viel versprechend an, aber leider war das Buch gar nicht mein Fall. Zunächst mal hat es für mich ewig gedauert, bis die Handlung nach Schweden verlegt wurde. Ich glaube, es waren fast 100 Seiten. Dann war mir eine der Hauptfiguren, Mona, so gar nicht sympathisch und hat mich sogar ziemlich genervt mit ihrem "Rumgezicke". Und für mich gab es auch viel zu viele Diskussionen. 

Schade, ich hatte mich wirklich auf eine schöne Sommerlektüre aus Schweden und eine interessante Familiengeschichte gefreut. Aber das war leider nichts für mich. 


Bewertung: 🌹






Rezension: "Die Tote im Küstenfeuer" von Anette Hinrichs

In Egernsund an der jütländischen Küste verbrennt die Leiche eines jungen Mädchens unter den Holzscheiten eines Sankt-Hans-Feuers. Wurde die deutsche Gastschülerin mit türkischen Wurzeln das Opfer eines grausamen Ritualmordes? Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg von der deutsch-dänischen Sondereinheit GZ Padborg übernehmen den Fall und stoßen in der Familie der Toten auf eine Mauer des Schweigens. Auch die Ermittlungen in der beschaulichen dänischen Küstenstadt gestalten sich schwierig, denn die Bewohner sind sich einig: Der Täter muss von außerhalb kommen. Als eine Spur zu den Betreibern der örtlichen Ziegelei führt, beginnt der Zusammenhalt der eingeschworenen Gemeinschaft zu bröckeln ...

"Die Tote im Küstenfeuer" ist der 3. Teil der Nordlicht-Reihe. Dieses Mal ermittelt die deutsch-dänische Sondereinheit in Egernsund, wo nach einer Mittsommerfeier bzw. Sankt Hans, wie es in Dänemark heißt, am nächsten Tag die Leiche der jungen Elin Akman gefunden wird. 
Die Ermittlungen sind schwierig. Elins Vater ist Türke und seine neue Frau mochte das Mädchen anscheinend nicht besonders. Ihrer Meinung nach hat sie Schande über die Familie gebracht. Elins deutsche Mutter ist am Boden zerstört und kann sich nicht erklären, wer ein sechzehnjähriges Mädchen so gehasst haben kann. 
Auch in Egernsund kommen Nyborg und Boisen nicht wirklich weiter. Die Gemeinde hält zusammen. 

Ein spannender neuer Fall für das Team. Der Schreibstil hat mir wie immer sehr gut gefallen. Bis zum Schluss rätselt man mit, was mit Elin passiert ist. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse und Spuren, Überraschungen und Wendungen, die die Spannung durchgehen aufrecht erhalten. 
Dazu die Dynamik der der beiden Hauptfiguren, deren unterschiedliche Charaktere und Vorgehensweise sich perfekt ergänzen. Typisch deutsch trifft auf typisch dänisch, was manchmal auch zum Schmunzeln anregt. 
Das Privatleben der Ermittler spielt zwar auch eine Rolle, nimmt aber nur einen kleinen Teil der Handlung ein. Der eigentliche Fall und die Ermittlungen stehen im Vordergrund. 

Das Ende hat mich dann doch überrascht und ich dachte: So muss ein guter Krimi sein. 😊 Ich kann die Nordlichtreihe wirklich empfehlen. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹





 






Rezension: "Der Ruf der Blumeninsel" von Caroline Säfstrand

Auf der malerischen Blumeninsel Ven begibt sich Bea auf eine Reise in die Vergangenheit. Jahrzehnte nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter sehnt sie sich nach Antworten und findet sich in einem Strudel aus Erinnerungen wieder. Als sie auf Julia trifft - eine verletzliche Frau, deren Leben aus den Fugen geraten ist - geschieht das Unvorhersehbare: Die beiden entdecken wider Erwarten eine überraschende Verbindung. Gemeinsam müssen sie sich den Schatten des Vergangenen stellen. Kann die Suche nach der Wahrheit ihnen endlich den Weg zur Heilung ebnen?

Bea ist Anfang 60 und kurz vor der Rente. Sie lebt in einem kleinen Häuschen auf der Insel Ven. Ihr Vater ist an Alzheimer erkrankt und sie besucht ihn regelmäßig in einem Pflegeheim in Landskrona.  
Julia ist Ende 20 und arbeitet als Frisörin. Dann verliert sie ihren Job und auch ihre Beziehung steht vor dem Aus. Als sie ein altes Foto findet, auf dem sie mit ihrem Eltern während eines Familienurlaubs auf Ven zu sehen ist ist, beschließt sie kurzerhand einen Trip in die Vergangenheit zu machen. Dort trifft sie während eines Spaziergangs auf Bea. Die beiden eigentlich sehr unterschiedlichen Frauen freunden sich an.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Bea und Julia. Zwischendurch gibt es Kapitel, in denen eine namenslose ältere Frau einer Journalistin aus ihrem Leben berichtet. Mit der Zeit wird natürlich klar, um wen es sich handelt. 
Außerdem gibt es Rückblenden, in denen aus der Kindheit und Jugend von Bea erzählt wird und es wird klar, dass ihre Mutter psychisch krank gewesen sein muss. 
Auch Julia fragt sich, ob das Familienidyll auf dem Foto wirklich so perfekt war oder ob die Erinnerung ihr einen Streich spielt. 

"Der Ruf der Blumeninsel" ist der 3. Band der Feel-Good-Reihe. Ich kenne die anderen beiden Teile nicht, aber ich glaube, man kann die Bücher auch gut unabhängig voneinander lesen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Wissen fehlt. 
Ein kleiner Hinweis noch zum Klappentext: Dort steht "Als sie auf Sara trifft" und ich habe mich  in den ersten Kapiteln gefragt, wann diese Sara denn nun endlich auftaucht. Es ist ein Fehler, denn dort müsste "Julia" stehen. 

Insgesamt fand ich die Geschichte ganz schön zu lesen, aber mir hat irgendetwas gefehlt. Ein bisschen mehr Wärme, mehr "Wohlfühlgefühl" wäre schön gewesen. Das Ende war für mich dann aber wieder stimmig. 

Gut gefallen hat mir, dass die Hauptfigur bereits älter ist. Ich finde, so etwas sollte auch im Klappentext erwähnt werden. Nicht alle wollen immer nur Geschichten von Zwanzigjährigen lesen. 😉


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹