"Die verborgene Erinnerung" ist mein zweites Buch der Autorin und es hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Geschichte ist packend konstruiert, der Schreibstil wunderbar lebendig und besonders das atmosphärische Setting auf Gotland hat mich völlig begeistert. Mella und Siri sind zwei interessante Protagonistinnen, die das Schicksal nach Jahren zusammenbringt. Emotional und feinfühlig geschrieben erleben wir mit, wie beide unabhängig voneinander versuchen, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit zu lüften – zunächst ohne zu ahnen, wie eng diese miteinander verwoben sind.
...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz. Dieses Sprichwort trifft es genau, so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum ich ein gedrucktes Buch immer einem E-Book vorziehen würde. Mir fehlt dabei das Gefühl beim Halten eines Buches, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book ist mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Obwohl es sicher auch Vorteile hat. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.
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Freitag, 3. Juli 2026
Rezension: "Die verborgene Erinnerung" von Michaela Abresch
Die vierzigjährige Mella Haglund soll für einen Rechercheauftrag von Köln nach Gotland reisen. Ihr Verlag möchte einen Bildband über Kirchenkunst in Europa veröffentlichen. Mella hält den Auftrag für einen Wink des Schicksals, denn Gotland ist die Heimat ihrer Mutter, die die schwedische Insel allerdings noch vor Mellas Geburt verlassen hat und nie wieder zurückgekehrt ist. Zu schmerzlich sind die Erinnerungen an Mellas Vater, der bei einem Bootsunglück ums Leben kam. Jeder Versuch, mit ihrer Mutter über die Vergangenheit zu sprechen – über Gotland, ihre Familie, ihr früheres Leben –, wird sofort abgeblockt. Aber nun ist Mella fest entschlossen, ihre Wurzeln zu suchen.
Siri Svensson hat ihr ganzes Leben auf Gotland verbracht. Aber immer wieder verspürt sie den Wunsch nach Veränderung. Auch in ihrer momentanen Beziehung, von der sie anfangs dachte, sie wäre nun endlich angekommen, ist sie nicht mehr zufrieden. Sie fühlt sich leer und irgendwie immer kalt in ihrem Inneren. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, findet sie im Nachlass eine Fotografie aus ihrem Geburtsjahr, die sie nicht mehr loslässt. Wer sind die beiden Frauen, die beide ein Baby auf dem Arm haben? Und warum hat Jördis das Foto in ihrem Schrank versteckt?
Meine Meinung:
"Zwei Töchter und ihre Mütter - und zwei Inselsommer in Schweden, die alles verändern." So steht es auf der Rückseite des Buches, und das fasst es perfekt zusammen.
Es geht um Mella und Siri, zwei Frauen im gleichen Alter. Die eine lebt in Köln, die andere auf Gotland. Abwechselnd wird mal aus der Sicht der einen, dann wieder aus der der anderen erzählt. Zeitlich spielen die Kapitel in verschiedenen Monaten, was man immer gut an der jeweiligen Überschrift erkennen kann. Zwischendurch gibt es zudem Einblicke in die Vergangenheit, die durch Briefe aus den frühen Achtzigern wieder lebendig wird. Wer ist die geheimnisvolle Griddy?
Fazit: Eine berührende Geschichte um Familie, Freundschaft, Liebe und Hoffnung.
Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹
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