Samstag, 20. Oktober 2018

Ein Abend mit Chris Carter

In diesem Herbst ist es wieder soweit, im Ruhrgebiet läuft Europas größtes Krimifestival "Mord am Hellweg". Und dieses Mal waren wir auch dabei und zwar gestern im LWL Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund. Gast des Abends: Thrillerautor Chris Carter.


Es war ein schöner, unterhaltsamer und witziger Abend. Chris Carter ist sehr sympathisch und natürlich und gab bereitwillig Auskunft auf die Fragen der Moderatorin Margarete von Schwarzkopf zu seinen Büchern und seiner Arbeit allgemein. Aufgewachsen in  Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer, arbeitete er später in den USA als Kriminalpsychologe für die Polizei. Heute lebt er in London und spricht natürlich englisch. Aber ich muss sagen, ich war erstaunt, dass ich fast alles verstanden habe. Vermutlich, weil Englisch nicht seine Muttersprache ist. Natürlich wurde alles auch übersetzt. Der deutsche Hörbuchsprecher Wanja Mues hat außerdem Teile aus Carters neuestem Buch "Blutrausch" vorgelesen und das hat er wirklich gut gemacht. Man merkt eben, dass er Schauspieler ist und nicht alles nur "runterliest". 


Interessant fand ich seine Aussage, dass es eine ganz klare Grenze gibt zwischen dem wahren Leben und Fiction. Carter sagte, in einem Roman muss es für alles eine Erklärung geben, der Leser möchte das so. Es muss klar sein, warum er oder sie die Menschen umbringt. Im wahren Leben ist das oft anders, da gibt es ganz manchmal keine Erklärung. Ein Mann bringt einen anderen um und keiner weiß zunächst, was sein wirkliches Motiv war. Vieles bleibt offen, manchmal für immer. 


Auch sagte er ganz klar, dass es gewisse Verbrechen in seinen Büchern nie geben wird, wie 
z. B. Vergewaltigung oder dass Kinder betroffen sind. In "Der Totmacher" gibt es zwar diese Szenen, die einen Jungen betreffen, aber wer das Buch gelesen hat, weiß wie es sich dann entwickelt. Und selbst hier hat er nach den ersten Szenen Mails bekommen, dass einige das Buch abgebrochen hatten. Er sagte dann "Lest weiter, dann werdet ihr es verstehen." Und so ist es dann ja auch. 

Eine witzige Szene gab es ziemlich am Anfang, als Chris Carter einen Schluck aus seiner Wasserflasche nahm und meinte "Is it Wodka? Tastes like Wodka...a bit salty." Alle lachten und Margarete von Schwarzkopf probierte ebenfalls. "Nein, das ist Wasser. In Deutschland schmeckt das so. Mineralien."  Carter schien fast enttäuscht. *g*

Es war jedenfalls ein rundum gelungener Abend mit interessanten Anekdoten, auch aus seinem früheren Berufsleben als Kriminalpsychologe berichtete Carter ein bisschen, erzählte von ein paar Fällen, die ziemlich heftig waren.

Sein zehntes Buch erscheint im Frühjahr 2019 in England und in Deutschland dann hoffentlich im Sommer. Jedes Jahr ein neuer Carter, so mag ich das. Und ich hoffe sehr, dass ihm noch sehr lange spannende Geschichten mit Robert Hunter und Carlos Garcia einfallen. 






Kommentare:

  1. Huhu!

    Vielen Dank für den schönen Einblick, das war sicher ein toller Abend! :D
    Ich hab ja von Chris Carter noch nichts gelesen, aber der erste Band seiner Reihe ist jetzt bei mir eingezogen und ich bin schon sehr gespannt. Die meisten sind ja von seinen Büchern überzeugt ^^

    Dass es für manche Morde keine Gründe gibt kann ich allerdings nicht glauben, sie werden halt nur nicht aufgedeckt. Dass jemand einfach so einen anderen Menschen umbringt ... es steckt immer etwas dahinter, aber wahrscheinlich manchmal so sehr in der Tiefe vergraben, dass es dem Mörder selbst nicht bewusst oder greifbar ist.

    Haha, das Wasser schmeckt bei uns wie Wodka? *g* Das hab ich auch noch nie gehört :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ich denke mal, so hat er es auch gemeint. Einen Grund hat sicher jeder, einen anderen Menschen umzubringen, aber oft ist er nicht sofort ersichtlich oder nur für den Täter selbst. Und manchmal findet man das wahre Motiv tatsächlich nicht heraus.
      Ich bin gespannt, wie dir das Buch gefallen wird. :-)

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