Montag, 30. Juni 2014

"Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Eiskalt" von Jim Butcher

Harry Dresden ist zurück von den Toten. Als er aufwacht, ist er allerdings wenig begeistert, denn er befindet sich in Arctis Tor, dem Herz des Winters und dem Reich der Feenkönigin Mab. Und er ist nicht länger nur Magier und Privatdetektiv Harry Dresden, sondern auch der neue Winterritter. Einen Handel, den er gezwungenermaßen eingeht, um überhaupt zu überleben.  
Nach einiger Zeit des Trainings fühlt er sich schließlich bereit, der Welt wieder gegenüber zu treten. Aber wo soll er hin? Seine Wohnung und alles, was er besaß, wurden vernichtet. Seine Familie und Freunde glauben, er sei tot.
Und Mab hat direkt den ersten Auftrag für ihn: Er soll jemanden aus dem Feenreich töten, eine Unsterbliche. An sich schon Problem genug.
Und dann ist da noch die Bedrohung durch etwas Dunkles, Mächtiges, das die Stadt heimsuchen und vernichten wird. Und Harry hat nur einen Tag Zeit, seine Freunde, Familie und alle Unschuldigen zu retten. Aber wie soll er das, wenn er nicht einmal ahnt, wer dieser Feind ist?
Zusammen mit seinem Bruder Thomas und "Zauberlehrling" Molly, die unter den Anweisungen von Harrys Patentante Lea ebenfalls zu einer mächtigen Magierin geworden ist, sucht er den Geist der Insel im Lake Michigan auf, Dämonenwind. Hier erfährt er, dass es dieses Mal ein Kampf werden könnte, den er vielleicht nicht gewinnen kann. Oder werden ihm seine durch den Posten des Winterritters erworbenen Fähigkeiten helfen? Und was passiert, wenn dieser Teil die Oberhand gewinnt? Kann er seine Menschlichkeit bewahren und - viel wichtiger - seine Seele?

Nachdem Harry im vorherigen Teil ja nur als Geist agierte, ist er nun wieder da. Und gerät - wie sollte es auch anders sein - von einem Schlamassel in den nächsten und muss auch wieder einige Prügel einstecken. Alte und neue Feinde tauchen auf und machen ihm das Leben schwer.
Und auch das Wiedersehen mit seinem Bruder und seinen Freunden ist nicht einfach, glaubten sie doch, er sei tot und müssen nun erst einmal lernen, ihm wieder zu vertrauen. Das fällt ganz besonders Karrin Murphy schwer, denn kurz bevor Harry angeschossen in den Lake Michigan fiel, schien sich in ihrer Beziehung eine Wendung abzuzeichnen. Wie sieht es nun zwischen den beiden aus? Aber das Thema müssen sie sowieso erst einmal hinten anstellen, denn es gibt Wichtigeres, wie z. B. die Rettung der Menschheit.

Fast 700 Seiten stark ist dieser inzwischen 14. Teil der "Dunklen Fälle des Harry Dresden" und keine davon war langweilig. Durch selbstironische und witzige Dialoge besonders zwischen Harry und Thomas oder Bob, bringt der Autor den Leser immer wieder zum Schmunzeln. Und auch Emotionen waren dabei, allerdings wohl dosiert und dadurch ist auch dieses Buch wieder ein perfekter Mix aus Spannung, Action, Humor und Herz. Und was soll ich sagen? Harry muss man einfach mögen.
Und mein Liebling Mouse war auch mit von der Partie, wenn auch für meinen Geschmack viel zu kurz.
Die Entwicklungen am Ende kamen für mich überraschend und sie lassen einigen Spielraum für die Zukunft von Harry, aber auch einiger anderer Charaktere.
Ich bin gespannt, wie und wann es weitergehen wird. Der 15. Band ist allerdings erst im Mai unter dem Titel "Skin Game" in den USA und England erschienen. Bis er dann bei uns veröffentlich wird, dauert es wohl noch ein wenig.
Aber bis dahin kann man sich ja vielleicht mit der Anthologie "Nebenjobs" trösten, die im Juli erscheint und 8 Kurzgeschichten um Harry enthält.



Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Freitag, 27. Juni 2014

Wochenrückblick und Neuzugänge

In den letzten Tagen gab es ein paar Neuzugänge, ein paar Seitlinge haben bei mir ein neues Zuhause gefunden. :-)

Letzten Samstag gab es bei einer Wichtelaktion zur Sommersonnenwende den neuen Band von Ben Aaronovitch: Der böse Ort.



Da mir der erste Teil der Reihe "Das Buch der Vampire" von Colleen Gleason sehr gut gefallen hat und ich gerne wissen wollte, wie es weitergeht mit Venator Victoria Gardella, habe ich mir Teil 2 und 3 gebraucht bestellt. Die Bücher kamen auch diese Woche an.

Heute kam dann noch ein Buch aus meinen Vorbestellungen für 2014 an: "Teuflisches Spiel"  von Linda Castillo, Teil 5 ihrer Kate-Burkholder-Reihe.


Zur Zeit lese ich "Eiskalt - Die dunklen Fälle des Harry Dresden" von Jim Butcher. Es ist der 14. Teil der Urban Fantasy Reihe....und was soll ich sagen? Harry ist wieder da - und wie!  *g*

Mittwoch, 25. Juni 2014

Kelley Armstrongs Werwölfe ab August bei SIXX

Das habe ich gerade erfahren. Ab 15. August läuft "Bitten" auf SIXX. Die Serie basiert auf Kelley Armstrongs Buchreihe "Women of the other world", eine meiner Lieblingsreihen. 


Hier gibts mehr Infos dazu

Freitag, 20. Juni 2014

"Das Buch der Vampire - Bleicher Morgen" von Colleen Gleason


Colleen Gleason entführt den Leser in ihrer Reihe "Das Buch der Vampire" in das 19. Jahrhundert. Die junge Victoria steht kurz vor ihrem Debütantinnenball und ihrer Einführung in die Londoner Gesellschaft. Da erfährt sie von ihrer Großtante Eustacia, was ihre seltsamen Träume in der letzten Zeit zu bedeuten haben. Sie ist ein Venator, ein Vampirjäger. Dies ist ein Familienerbe und sie hat diese Gabe seit ihrer Geburt durch ihre Mutter bekommen. Diese hat allerdings die Verantwortung abgelehnt und erinnert sich an nichts mehr. Einzig Victorias Großtante und der Venator Maximilian Pesaro kennen das Geheimnis und können ihr bei der Jagd behilflich sein.  
Max allerdings macht ziemlich deutlich, was er von Victorias Berufung hält. Eine junge Frau der gehobenen Gesellschaft, die von einem Ball zum anderen fährt, auf der Jagd nach einem potentiellen Ehemann, die teure Kleider und aufwendige Frisuren trägt? Das kann ja was geben. 
Allerdings ist Victoria so ganz anders als die Mädchen in ihrem Alter, sie interessiert sich für mehr als nur hübsche Kleider und reiche Männer. Und wenn sie als Venator nachts durch die Straßen Londons streift, dann fühlt sie sich frei. Sie darf Hosen tragen, sagen, was sie denkt und Vampire zum Teufel jagen. 
Ihre Mutter möchte dagegen nur eins für ihre Tochter: einen passenden Ehemann. Und Philip, der Marquis von Rockley, scheint genau die richtige Partie zu sein. Und tatsächlich verlieben sich die beiden.
Doch kann sie ihrer Aufgabe, die Welt vor Vampiren und besonders vor der jahrhunderte alten Lilith zu beschützen, nachkommen und gleichzeitig ein normales Leben an der Seite von Philip führen? Wie soll sie ihm erklären, dass sie immer wieder verschwinden muss? Und ist es nicht ziemlich egoistisch, ihn einer Gefahr auszusetzen, von der er nicht einmal etwas ahnt?
Aber dieses Dilemma interessiert die Vampirkönigin Lilith, Tochter von Judas Ischariot,  herzlich wenig, denn sie ist hinter einem mächtigen Buch her. Victoria und Max müssen sie aufhalten, denn mit den Zaubersprüchen des Buches könnte Lilith die Welt in die ewige Verdammnis stürzen...

Ich muss sagen, ich bin ja schon lange um den ersten Band der Reihe herum geschlichen, denn bei neueren Vampirromanen bin ich immer skeptisch, ob es nicht doch eher Teenie-Schmonzetten sind wie "Twilight". 
"Bleicher Morgen" ist ein historischer Vampirroman, was auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich ersichtlich ist. Die Geschichte hat mir gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig und es wird nicht langweilig. Es gibt Kampfszenen, ein bisschen Romantik (die auch für den Verlauf der Handlung wichtig ist), Humor und was mir am besten gefallen hat: Die Vampire sind böse. Und man kann sie auf altmodische Art bekämpfen, mit Pflöcken, Weihwasser, Knoblauch und Silber. Und auch die Sonne mögen sie nicht.

Victoria war mir gleich sympathisch, denn sie ist eine junge Frau, die weiß was sie will und sie gibt nicht auf. Sie steht zu ihrer Verantwortung und ihrem Erbe, auch wenn sie dadurch am Ende einen großen Verlust ertragen muss.
Auch Max mochte ich trotz oder vielleicht gerade wegen seiner kaltschnäuzigen Art. Er ist kein geborener Venator, sondern hat sich dem Kampf gegen die Vampire verschrieben. 
Gefallen hat mir auch Victorias Zofe Verbena, für die es anscheinend selbstverständlich ist, dass es Vampire gibt und dass ihre Herrin diese jagt. Immer wieder denkt sie sich neue Tricks bei der Kleidung sowie neue Frisuren aus, damit Victoria ihre Pflöcke auch auf den Bällen tragen kann. 

Alles in allem habe ich mich gut unterhalten gefühlt und bin froh, dass ich das Buch doch noch gelesen habe. Aber ich denke, dass noch etwas Luft nach oben und das Ganze noch steigerungsfähig ist. Teil 2 und 3 sind auch schon bestellt.
Beim Lesen habe ich übrigens ab und zu gedacht: So wäre wohl Anita Blake gewesen, wenn sie im 19. Jahrhundert in London gelebt hätte. *g*

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥


Donnerstag, 12. Juni 2014

"Der Totschläger" von Chris Carter

Klappentext: Er sagt, du hast keine Wahl. Er sagt, du kannst nur zusehen. Es liegt nicht in deiner Macht, seine Taten zu verhindern. Aber es gibt immer Wege. Und du wirst jeden einzelnen gehen. Bis du ihn gefunden hast.  

"Der Grund, weshalb Reality-Shows so großen Erfolg haben und weshalb es so viele davon gibt, ist, dass sie so konzipiert sind, dass sie den Leuten eine Illusion von Macht verleihen. Macht, darüber zu bestimmen, was in einer gegegeben Situation geschieht. Macht über das Schicksal anderer, wenn man so will. Und kaum ein Gefühl macht so süchtig wie Macht. Und deshalb wollen die Leute immer mehr davon."  Detective Robert Hunter.

 Den 5. Fall von Robert Hunter und Carlos Garcia durfte ich dank Vorabesen schon vor dem offiziellen Erscheinen lesen. Und das Buch ist wieder ein echter Pageturner, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Und auch hier zeigt uns Chris Carter wieder die Abgründe der Seele und wozu ein Mensch fähig ist. 

Es beginnt damit, dass Detective Robert Hunter einen Anruf erhält. Ein Mann fordert ihn auf, im Internet eine Seite aufzurufen. Dann müssen Hunter und Garcia hilflos mit anschauen, wie das Opfer brutal ermordet wird und es gibt nichts, was sie dagegen tun können. Der Täter lässt Hunter nur eine Wahl: Er soll entscheiden, wie das Opfer getötet wird. 
Während beide fieberhaft versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen, schnappt der sich bereits das nächste Opfer. Wieder ruft er Hunter an, aber diesmal zeigt er den Mord öffentlich im Internet. Schlimmer noch: Er macht daraus eine Art Reality-Show. Jeder, der sich die Website anschaut, kann durch einen Klick entscheiden, wie das Opfer sterben soll. 
Mit Hilfe der FBI-Agentin Michelle, Expertin für Cyber-Kriminalität, jagen sie den Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Für ihn scheint es ein Spiel zu sein, sich mit dem besten Detective des Morddezernates von Los Angeles zu messen. Und Robert Hunter fragt sich, warum er ausgerechnet ihn angerufen hat. War es nur Zufall oder ist der Mörder auf einem Rachefeldzug?

Wie immer ist die Geschichte nichts zur empfindliche Mägen, denn die Todesarten, die der Mörder für seine Opfer aussucht, sind nicht ohne. Aber das ist man von Herrn Carter ja gewohnt. *g* 
Mir hat das Buch wieder super gefallen. Von Anfang an hat es mich gefesselt und das blieb bis zum Ende so. Ich mag Robert und verstehe durchaus, dass er immer so verschlossen und zurückhaltend ist. Denn sich in brutale Serienkiller hinein versetzen zu können, damit muss man schließlich umgehen und leben können. Ich glaube, da hätte ich auch Schlafprobleme. Und dass auch Garcia seiner Frau nichts über seine Fälle erzählt, ist auch nachvollziehbar. Manches weiß man besser nicht. Das Ende des Buches fand ich diesmal sehr emotional, aber durchaus nachvollziehbar, wenn man die Entwicklungen bedenkt.

Ich muss sagen, die Geschichte ist "leider" ziemlich realistisch und die Aussage von Robert Hunter, die ich oben zitiert habe, macht einen doch sehr nachdenklich und man muss sich fragen, wie weit es mit unserer Gesellschaft gekommen ist, wenn sich Tausende Leute im Internet Seiten ansehen, auf denen sie entscheiden können, wie ein Mensch sterben soll. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 8. Juni 2014

"Totenpfad" von Elly Griffiths

Ruth Galloway ist 39 Jahre alt und hält sich mit 79 Kilo für dick und unattraktiv. Sie ist forensische Archäologin und unterrichtet an der Universität von Norfolk. Sie lebt allein mit zwei Katzen in einem kleinen Häuschen direkt an der Küste am Salzmoor und liebt die Einsamkeit. Vor zehn Jahren kam sie hierher, um an der Ausgrabung einer alten Opferstätte teilzunehmen und ist geblieben.  
Der Polizist Harry Nelson bittet sie um Hilfe, denn im Salzmoor wurden Knochen gefunden und er glaubt, es handelt sich um die vor zehn Jahren verschwundene Lucy Downey, von der bis heute jede Spur fehlt. "Leider" stellt sich heraus, dass das Skelett ein Mädchen aus der Eisenzeit ist und nicht die entführte Lucy.
Allerdings hat Harry regelmäßig Briefe bekommen, von denen er glaubt, dass sie vom Täter stammen. Er bittet Ruth sich diese anzusehen, da auch Hinweise über Archäologie, Mythologie und Religion darin enthalten sind.
Dann verschwindet wieder ein Kind und als der erste Brief bei Harry ankommt, ist ihm klar, dass der Täter wieder da ist.
Zusammen mit Ruth sucht er nach Hinweisen und Zusammenhängen zwischen den beiden Taten und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Ist einer von Ruths Freunden der Täter, die damals vor zehn Jahren bei der Ausgrabung dabei waren und nun plötzlich alle wieder in dem kleinen Städtchen in Norfolk auftauchen?

Elly Griffiths hat mit Ruth Galloway eine sympathische Protagonistin erschaffen. Ich mochte sie gleich und musste oft verständnisvoll lächeln, bei der Meinung, die sie von sich selbst hat. Auch Harry Nelson war mir trotz seiner oft schroffen Art sympathisch. Die Entwicklung zwischen den beiden war für mich durchaus glaubwürdig und realistisch.
Der erste Teil dieser Reihe hat mir gut gefallen. Es ist kein actiongeladener Thriller, sonder ein guter, solider Krimi, der besonders zum Ende hin richtig spannend wird. Auch wenn ich zwischendurch in Bezug auf den Täter so eine Vermutung hatte, gab es doch immer wieder Wendungen,  bei denen ich dann gezweifelt habe.

Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und den zweiten Teil "Knochenhaus" auf meine Wunschliste packen. 


Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Freitag, 6. Juni 2014

Langes Sommer-Lese-Wochenende

Nu isser da! Der Sommer! Und das am langen Pfingstwochenende. Und wie verbringt ihr die drei Tage?
Ich hoffentlich überwiegend lesend. *g* Und abends wird sicherlich auch mal der Grill aktiviert, das bietet sich ja an.


Im Moment lese ich noch den ersten Teil der Ruth-Galloway-Reihe von Elly Griffiths: Totenpfad.

Heute war dann auch mein Rezi-Exemplar von "Der Totschläger" von Chris Carter in der Post. Das ist dann natürlich als nächstes dran. *g* Und dann mal schauen, liegt ja noch genug auf dem SUB, das gelesen werden möchte. Und so langsam werden die Seitlinge in der Kiste auch ungeduldig, da es dort doch ziemlich eng und unbequem geworden ist in den letzten Wochen. Ich muss doch mal wieder einige da raus holen und ihnen in den Regalen im Wohnzimmer ein Plätzchen geben. Also für die nächste Zeit heißt das: lesen, lesen, lesen...

Ich wünsche euch ein schönes, langes, sonniges Wochenende mit hoffentlich viel Zeit zum Lesen.


Dienstag, 3. Juni 2014

"Totenlichter" von Amanda Stevens

Amelia Gray lebt mit den Toten. Sie restauriert Friedhöfe, und es heißt, sie habe einen Sinn für diese besondere Welt. Dass dies wörtlich so ist, weiß jedoch niemand: Amelia kann die Geister der Verstorbenen sehen. Als sie den Friedhof der abgelegenen Kleinstadt Asher Falls restauriert, kommt sie den Toten erneut gefährlich nahe. Amelia entdeckt ein verborgenes Grab im Wald und lüftet bald sein finsteres Geheimnis. Ein Geheimnis, das seit Jahrzehnten gewahrt wurde - und gewahrt bleiben soll ... 

Fast erleichtert nimmt Amelia den Auftrag an, in Asher Falls einen Friedhof zu restaurieren, denn so kann sie Charleston und John Devlin für eine Weile den Rücken kehren.
Schon auf der Fähre über den Bell Lake lernt sie Thane Asher kennen, ein Mitglied der mächtigsten Familie von Asher Falls und Enkel des Patriarchen Pell Asher. Er erzählt ihr, dass in diesem See ein Friedhof ist und das Tal wurde geflutet, ohne dass die Verstorbenen umgebettet wurden. Nachts könne man die Glocken der Friedhofsglocken hören.Puh, hier bekam ich schon das erste Mal eine Gänsehaut. Amelia lässt sich nichts anmerken und sucht ihre Auftraggeberin auf, die für sie für die Zeit ihrer Anwesenheit ein Haus gemietet hat.
Dieses liegt ausgerechnet am Bell Lake und Amelia befürchtet zu Recht, dass sie nach Einbruch der Dämmerung aufgrund ihrer Gabe in der Nähe des Friedhofs nicht allein sein wird.
Aber wie sie es schon von klein auf von ihrem Vater gelernt hat, versucht sie die Geister zu ignorieren und beginnt ihre Arbeit in Northgate, dem zweiten Friedhof von Asher Falls. Nach wie vor weiß sie nicht, woher sie ihre Gabe hat, die sie zwar mit ihrem Vater teilt, aber nicht von ihm geerbt haben kann, da sie adoptiert wurde.
Mit der Zeit geschehen immer wieder merkwürdige Dinge. Etwas uraltes Böses scheint in den Bergen um Asher Falls zu leben und aus irgendeinem Grund ist es hinter Amelia her. Und sie hat immer mehr das Gefühl, dass sie auf besondere Weise mit diesem Ort verbunden ist. Wieso hat man ausgerechnet sie engagiert, um den Friedhof zu restaurieren? Von ihrer besonderen Gabe weiß niemand und Restauratoren gibt es viele. Was steckt dahinter? Und was weiß die Familie Asher darüber? Und was hat es mit dem Grab in den Bergen auf sich, das offensichtlich immer noch gepflegt wird?
Die Antworten auf all diese Fragen liegen in ihrer eigenen Vergangenheit und als Amelia der Wahrheit immer näher kommt, wird ihr klar, dass sie etwas unternehmen muss, damit die Toten in Asher Falls zur Ruhe kommen.

Nach "Totenhauch" ist dies der zweite Teil der Reihe um "Friedhofskönigin" Amelia Gray und mir hat es sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Von der ersten bis zur letzten Seite gelang es der Autorin mich zu fesseln. Ach, eine Seite noch.ein Kapitel noch.und noch eins..und noch eins. *g* Sicher hat das auch mit der Thematik dieser Reihe zu tun, denn Geister und Friedhöfe finde ich einfach faszinierend.
Die Charaktere sind sehr gut und mit viel Tiefe gezeichnet, allen voran Amelia, deren Gabe Totengeister zu sehen, für sie oftmals mehr ein Fluch ist und sie auch in Gefahr bringt. Aber sie hat gelernt damit zu leben.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich den Streuner Angus. Bei seiner Beschreibung, als er zum ersten Mal auftauchte, musste ich wirklich ein paar Tränchen verdrücken.
Auch Sidra mochte ich gleich, vermutlich weil sie es liebt, in der Bibliothek zu arbeiten. *g*
Bei Thane war ich zunächst ein wenig zwiegespalten, aber das ist vermutlich auch die Absicht der Autorin. Ist er nun einer von den Guten oder von den Bösen?
Wie auch schon im ersten Teil, bleiben ein paar Fragen offen und wie ich heute auf Nachfrage beim Bastei Lübbe Verlag erfahren habe, wird der dritte Teil mit dem Titel "Totenstimmen" im zweiten Halbjahr 2015 erscheinen. Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Amelia. Und mit Angus. *g*

Mein Fazit: Ein Muss für alle Leser von "Totenhauch". Es ist zwar nicht unbedingt erforderlich, den ersten Teil gelesen zu haben, aber ich würde es trotzdem empfehlen, denn dort lernt man Amelia kennen und man kann die Andeutungen in "Totenlichter", was die Ereignisse um John Devlin ausgelöst haben, besser nachvollziehen.


Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 



Samstag, 31. Mai 2014

Meine "Mai"-Lights und der Ausblick auf den Juni

Und schon ist heute der letzte Tag des Monats. Nicht mehr lange und das Jahr 2014 ist auch schon wieder zur Hälfte vorbei.

Also ist es mal wieder Zeit für einen kurzen Rückblick. Was waren meine Favoriten im Mai 2014?

Auf jeden Fall "Das Pestzeichen" von Deana Zinßmeister. Dieses Buch habe ich im Rahmen der Buchschenker-Aktion zum Welttag des Buches von eine Kollegin bekommen. 

Ein weiteres Highlight war "Oneiros - Tödlicher Fluch" von Markus Heitz. Ein Fantasy-Thriller ganz ohne die üblichen Verdächtigen wie Vampire oder Werwölfe.


Im Moment lese ich gerade den zweiten Teil der Graveyard-Queen-Reihe von Amanda Stevens: "Totenlichter". Und ich muss sagen, das Buch ist noch spannender als der erste Teil. Die Hälfte habe ich jetzt geschafft, Amelia und ihre Geister werden mich also in den nächsten Monat begleiten.

Was steht noch auf dem Plan für Juni? Auf jeden Fall der neue Chris Carter, da ich "Der Totschläger" ja bei Vorablesen gewonnen habe und ich so schnell wie möglich lesen werde, wenn es angekommen ist. 
Und ich denke, danach werde ich auch endlich mal Harry Dresden in Angriff nehmen, der letzte Teil "Eiskalt" wartet auch noch aufs Lesen. 
Zur Abwechslung gibts danach dann vielleicht mal wieder was Historisches.

In diesem Sinne beschließe ich den Lesemonat Mai und bin gespannt, was der Juni bringen wird. 

 
 

Donnerstag, 29. Mai 2014

"Oneiros - Tödlicher Fluch" von Markus Heitz

Inhalt: In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal. Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht … 

"Wenn ich einschlafe, stirbst du."

Markus Heitz schrieb schon über Zwerge, Werwölfe und Vampire. Dieses Mal hat er einen spannenden Thriller mit Fantasy-Elementen geschaffen, der ganz ohne übernatürliche Wesen auskommt. 
Es geht um sogenannte Todesschläfer. Menschen, die eine besondere "Gabe" besitzen. Für die Betroffenen ist es allerdings eher ein Fluch, denn sie können es nicht kontrollieren und immer sterben Menschen. 
Bei dem Unglück im Pariser Flughafen kann ein besonders mächtiger und gefährlicher  Todesschläfer entkommen und dieser wird nun quer durch Europa und bis nach Marokko gejagt und jeder Verfolger hat ein anderes Motiv ihn zu finden. 
Der Bestatter Konstantin Korff hofft durch ihn endlich von seinem Fluch befreit zu werden, um ein normales Leben führen zu können. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Todesschläfer wird immer stärker und bald sterben wieder Menschen...

Ein wirklich interessantes Thema, das ich so noch nicht kannte. Heitz ist damit ein fesselnder, temporeicher Thriller gelungen, mit interessanten Charakteren.
Konstantin Korff ist trotz seiner Vergangenheit ein sympathischer Typ, ich mochte ihn von Anfang an. Auch Thielke ist nicht einfach ein eiskalter Killer, der den Todesschläfer jagt. Die Figuren sind nicht einfach schwarz oder weiß, sie haben viele Facetten. Selbst Kristins Taten sind zwar brutal und kalt, aber sie tut dies alles für ihren Sohn. Allerdings mochte ich sie von Anfang an nicht. ;-)
Was mir gefallen hat, waren die Märchen über Gevatter Tod, die im Buch erwähnt werden und die kurzen Gedichte oder Liedtexte zu Beginn eines jeden Kapitels. Und der Gedanke, dass der Tod des Schlafes Bruder ist, ist gar nicht so weit hergeholt.

Am Ende könnte man sich eine Fortsetzung vorstellen, auch wenn Markus Heitz sagt, er hat keine geplant. Nun ja, King hat seine Fortsetzung zu "Shining" auch erst mehr als zwanzig Jahre später geschrieben... *g* 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Montag, 26. Mai 2014

Ein paar Neuzugänge

Weltbild ist so gemein! Da schicken die mir einfach einen Newsletter mit Taschenbuch-Schnäppchen! Wie soll eine Leseratte denn da widerstehen und das einfach weg klicken!

Ich konnte es jedenfalls nicht und habe mir fünf dieser Seitlinge bestellt. Hier sind sie:





Und bei mir bekommen sie schließlich auch ein gutes Zuhause und müssen nicht in einem Lager oder einem Geschäft vor sich hin vegetieren und darauf warten, dass sie endlich jemand mit nimmt.  

Jeden Tag eine gute Tat, oder wie heißt es noch?  ;-)



Sonntag, 18. Mai 2014

"Das Pestzeichen" von Deana Zinßmeister

Inhalt: Ende des Dreißigjährigen Krieges sind viele Landstriche im Reich menschenleer – so auch das Land an der Saar. Wer den Krieg überlebt hat, leidet Hunger oder fällt der Pest zum Opfer. Die Familie der jungen Susanna hat all dies überstanden – doch dann überfallen Fremde den Hof. Nur Susannas Vater überlebt schwer verletzt und vertraut seiner Tochter bevor er stirbt geheimnisvolle Schriften an, die zu einem Schatz führen sollen. Doch Susanna ist nicht die Einzige, die davon weiß: Ein Mann namens Jeremias ist versessen auf den Schatz und macht Jagd auf das Mädchen. Auf ihrer Flucht begegnet Susanna einem jungen Schweizer, der auf der Durchreise ist. Noch ahnt sie nicht, dass er der einzige ist, der ihr helfen kann, den Schatz zu finden. Und die Zeit drängt, denn nicht nur die Pest kommt näher, auch Jeremias ist ihr auf der Spur … 


Susanna ist gerade siebzehn, als ihre gesamte Familie brutal ermordet wird. Und das alles nur wegen eines Buches, sogenannter magischer Schriften, mit denen man einen Schatz finden soll.
Allein auf sich gestellt und immer mit ihren Verfolgern im Nacken macht sie sich auf die Suche nach diesem Schatz. Damit will sie sich und ihrem Vetter Arthur ein besseres Leben ermöglichen, auch damit ihre Familie nicht umsonst sterben musste. 
Als Jeremias sie schließlich doch noch aufstöbert und sein Kumpane Markus auf Susanna schießt, trifft sie auf den jungen Schweizer Urs, der mit seiner Familie unterwegs ist nach Trier. Sein Vater will dort in den Dienst des Kurfürsten treten und auch Urs soll Soldat werden. Allerdings möchte der junge Mann lieber Heiler werden und hat auch schon einige medizinische Dinge von seinem Onkel gelernt.  Er versorgt Susannas Wunde und geht schließlich mit ihr nach Gersweiler. In der Nähe, an einer alten Kirche, soll laut der Karte der Schatz vergraben sein. Urs erzählt sie zunächst allerdings nur, dass sie zu ihrer Familie will.
Aber auch Jeremias und Markus sind auf dem Weg nach Gerweiler und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...und gegen die Pest.

Ein wirklich spannender, historischer Roman. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte gut erzählt. Mal aus der Sicht von Susanna, mal aus der von Jeremias und dann aus der von Urs und seiner Familie. 
Die Figuren sind gut dargestellt und lebendig. Ich konnte mir Susanna gut vorstellen und es tat mir sehr leid, was sie alles erleben musste. Auch Urs konnte ich gut verstehen. Auf der einen Seite will er seinen Vater nicht enttäuschen, auf der anderen Seite möchte er sein Leben lieber dem Heilen und Erforschen von Krankheiten widmen.
Auch konnte ich die ganze Handlung vor mir sehen, die Landschaft, die Dörfer und die Pestkirche, alles ist sehr anschaulich geschrieben. 
Deana Zinßmeister schreibt im Nachwort, dass man als Leser eines historischen Romans sein heutiges Wissen "ausschalten" muss, um die Handlung der Figuren nachvollziehen zu können, gerade in Bezug auf Magie, Zauber und übernatürliche Dinge allgemein. Denn früher empfanden die Menschen solche Dinge als normal und real. Das ist ein wichtiger Punkt, finde ich. 
Jeremias z. B. zahlt der Kirche eine Menge Geld, damit man für ihn betet und er glaubt, dadurch von der Pest verschont zu bleiben. 
Oder nehmen wir den Schatz: Heute würde doch niemand mehr magische Schriften zu Hilfe nehmen, aus Angst vor einem Dämon oder vor Geistern, die den Schatz bewachen. 
Aber nur wenn man sich klar macht, dass die Menschen früher ganz anders gedacht haben, können wir einen Roman wie diesen hier auch wirklich genießen. 

Ich war jedenfalls begeistert und freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung "Der Pestreiter", die im Oktober kommen soll. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥