Mittwoch, 12. August 2026

Rezension: "Bittere Reue" von Linda Castillo

Hochsommer in Painters Mill, Ohio. Die Hitze bringt das Leben in der Kleinstadt fast zum Erliegen, doch die Ruhe findet ein jähes Ende, als drei Kinder die brutal zugerichtete Leiche eines jungen amischen Mannes entdecken. Kaum hat Polizeichefin Kate Burkholder den Toten identifiziert, als einige Meilen entfernt ein weiteres Mordopfer gefunden wird. Während der Ermittlungen stößt Kate auf eine Wand aus Schweigen. Niemand aus der amischen Gemeinde ist bereit, mit ihr über die Toten zu sprechen. Bis ein geheimnisvoller Hinweis eingeht, der Kate auf eine neue Spur bringt. Doch je näher sie dem Täter kommt, desto stärker wird ihre Befürchtung, dass die Geheimnisse, die unter der idyllischen Oberfläche von Painters Mill brodeln, ein weiteres Leben fordern werden.

Der 17. Fall für Kate Burkholder, Chief of Police in Painters Mill, hat es in sich. Nicht nur die Hitze macht ihr zu schaffen, auch die grausigen Leichenfunde, denn an so etwas gewöhnt man sich nicht. Der erste Tote, Samuel Yutzi, hat vor kurzem einen Gärtnereibetrieb gegründet und Kate und Tomasetti kauften selbst dort Bäume für ihre Farm. Der zweite Tote, Aaron, war ein guter Freund von Samuel und Kate ist sicher, dass das kein Zufall sein kann. Und wer ist die geheimnisvolle Freundin von Samuel? Recherchen im Umfeld eines Nachtclubs, einer Brauerei und eines exquisiten Golfclubs bringen Kate selbst in Gefahr.

Ich mag diese Reihe einfach. Es ist die Mischung aus Thriller, dem Setting in einer Stadt mit einer großen Amischen Gemeinde und die Entwicklung im Privatleben der Ermittler. Mittlerweile ist jeder neue Teil wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Das betrifft nicht nur Kate und Tomassetti, sondern auch den Rest des Teams wie Glock, Skid, T. J., Pickles, Mona oder Lois. 
Wie immer aus der Ich-Perspektive von Kate erzählt, ist man hautnah dabei. Aufgrund ihrer eigenen Wurzeln in der Amischen Gemeinde und ihrer Vergangenheit weiß sie sehr gut, wie junge Amische ticken und kann auch nachvollziehen, dass sie ausbrechen, etwas Anderes kennenlernen und die Welt erkunden wollen. Manche von ihnen kehren nach der "Rumspringa" zurück zu ihrer Familie, anderen gefällt die Welt der "Englischen" besser und manche kommen während dieser Zeit vom Weg ab und es ist zu spät für sie. In diesen Fällen werden sie dann leider zur Aufgabe der Polizei.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gut gefallen, spannend und lebendig wird man durch die Handlung geführt. Anschaulich werden Orte und Landschaften beschrieben, auch die Sommerhitze konnte ich nachempfinden. Es wird auch wieder klar, dass Polizeiarbeit zum größten Teil aus Ermittlungsarbeit besteht und nicht aus ständiger Action und wilden Verfolgungsjagden. 
Es gibt Momente zum Schmunzeln und auch emotionale Szenen, sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben. Kate und Tomasetti haben aufgrund ihrer jeweiligen Erlebnisse eine ganz besondere Bindung und das wird auch hier mal wieder deutlich.

Muss man die vorherigen Teil gelesen haben, um "Bittere Reue" verstehen zu können? Für den Kriminalfall vielleicht nicht, aber für das Verständnis der Entwicklung der Hauptcharaktere empfehle ich, die Reihe chronologisch zu lesen. Man verpasst sonst etwas. 

Zum Schluss ein großer Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹






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