Montag, 3. August 2026

Rezension: "Schatten über den Highlands" von Constanze Wilken

Lizzie Farland wuchs in der Gemeinschaft der Traveller auf, verließ ihre Familie aber vor ein paar Jahren und arbeitet nun in Glasgow in einem Buchladen. Sie liebte Bücher schon immer, aber ihr Vater hielt das für dummes Zeug. Nun erreicht sie ein Brief von ihrer Tante, die ihr mitteilt, dass ihr Vater schwer krank sei und sie bittet, nach Hause zu kommen. Zuhause, das ist die Grafschaft Pertshire. Lizzy zögert, besucht ihre Familie aber schließlich doch. Dort angekommen, muss sie allerdings feststellen, dass ihr Vater Donnie sich nicht wirklich geändert hat. Sein letzter Wunsch ist es, dass Lizzy ihren Jugendfreund Ronain heiratet. Dieses Bündnis zwischen den beiden Familien würde der Gemeinschaft der Traveller zu Gute kommen. Was Lizzy davon hält, interessiert ihn herzlich wenig. Als sie jünger waren, waren sie und Ronain zwar ein Paar, aber dann musste er für drei Jahre ins Gefängnis. Damals hat er den Kontakt abgebrochen und wollte Lizzy nicht mehr sehen, was für sie mit ein Grund war, nach Glasgow zu gehen. Bis heute hat sie keine Ahnung von dem gut gehüteten Geheimnis hinter Ronains Verurteilung. 

Schottland, Familiengeheimnisse, ein Buchladen. Alleine das war schon Grund genug für mich, dass ich "Schatten über den Highlands" lesen wollte. Also vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. 
Ich mag Constanze Wilkens Art, ihre Geschichten zu erzählen, sehr gerne. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. In der Gegenwart wird abwechselnd auf Lizzys und Ronains Perspektive erzählt, so dann man beide Seiten der Geschichte hautnah miterlebt. Wir lernen die Gemeinschaft der Traveller kennen, die immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen haben und oft als "Zigeuner" beschimpft werden, als notorische Diebe und Lügner. 
Dabei haben die meisten von ihnen ein wunderbares Talent mit Pferden umzugehen. Ganz besonders Ronain, der gerne Tierarzt geworden wäre, was verschiedene Umstände aber nicht zugelassen haben. In der Gemeinschaft der Traveller gibt es die Tradition der "Horsemen", die man heute vielleicht als Pferdeflüsterer bezeichnen würden. 

Sehr gut nachempfinden konnte ich auch den inneren Konflikt bei Lizzy. Auf der einen Seite hat sie ihre Wurzeln bei den Travellern und ihrer Familie. Ihre jüngeren Schwestern Clara und Annie leben noch in der Gemeinschaft, sie hat Nichten und Neffen. Und sie liebt Pferde nach wie vor. Allerdings macht es ihr besonders Clara nicht leicht, sie fühlt sich immer noch im Stich gelassen, weil sie sich nach Lizzys Weggang um alles kümmern musste. Und Lizzy liebt ihr neues Leben in Glasgow und im Buchladen von Mr. Murphy. Der ältere Mann hat ihr bei ihrer Ankunft in der Stadt ein Zuhause und einen Arbeitsplatz gegeben, obwohl sie keinerlei Erfahrung hatte. Für sie ist Mr. Murphy mehr ein Vater als es Donnie Farland je war. 

Es gibt zwei Rückblenden im Buch. Die eine erzählt Donnies Geschichte und man erfährt, wieso er so verbittert wurde und was  der Grund dafür ist, dass Sie Traveller nicht mehr gerne in der Gegend gesehen werden.
In der anderen Rückblende lernen wir Lizzy und Ronain kennen, bevor alles aus dem Ruder läuft und was dazu führte, dass er ins Gefängnis und sie nach Glasgow ging. 

Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mich bestens unterhalten gefühlt. Wer Schottland und Familiengeschichten mag und etwas über die Tradition der Traveller erfahren möchte, dem kann ich "Schatten über den Highlands" auf jeden Fall empfehlen.


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹🌹



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