Mittwoch, 23. September 2026

Rezension: "Sturmrot" von Tove Alsterdal

Olof Hagström fährt an der malerischen Küste Schwedens entlang, als er einem Impuls folgt und in die Kleinstadt abbiegt, in der er aufgewachsen ist. Und in der er seit über zwanzig Jahren nicht mehr war. Vor dem Haus seiner Kindheit überfällt ihn Unruhe. Er findet den Schlüssel, der noch immer unter dem vertrauten Stein liegt. Im Haus erwarten ihn ein panischer Hund, schrecklicher Gestank und Wasser, das sich auf dem Boden sammelt. Im Badezimmer findet er seinen Vater, den er seit fast zwei Jahrzehnten nicht gesprochen hat. Tot. Erstochen mit einem Jagdmesser.
Polizistin Eira Sjödin hat Stockholm verlassen und ist in die nordschwedische Region Ådalen zurückgekehrt, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Als Eira den Tod eines älteren Mannes untersuchen soll, werden die Albträume ihrer Kindheit wieder wach. Sie war erst neun, als der damals vierzehnjährige Olof Hagström gestand, ein Mädchen namens Lina Stavred vergewaltigt und ermordet zu haben. Zu jung, um verurteilt zu werden, wurde Olof in einem Jugendheim untergebracht und nie wieder in der Stadt gesehen. Bis jetzt. Eira Sjödin macht sich auf die Suche nach dem Mörder, die sie zurück zum Fall Lina führt. Und zu Ereignissen in der Vergangenheit und in der Gegenwart, die die Stadt bis ins Mark erschüttern.

Als ich das Buch auf einem Büchermarkt entdeckte und im Klappentext etwas von "Adalen" las, musste ich es sofort kaufen. Denn genau in dieser Region haben wir im Juli ein Ferienhaus gekauft. Und als wir dann Anfang September dorthin für zwei Wochen in den Urlaub gefahren sind, war das natürlich die perfekte Lektüre. Neben der Krimihandlung waren die Ortsbeschreibungen fast noch spannender für mich, denn ich konnte alles ganz genau vor mir sehen. Es war eigentlich mehr wie ein Film.

"Sturmrot" ist der erste Teil einer Trilogie. Eira hat Stockholm vor einiger Zeit verlassen und arbeitet nun bei der Polizei von Kramfors. Eigentlich nicht sehr spektakulär. Diebstähle, Kneipenschlägereien (besonders an Mittsommer) oder Verkehrsdelikte sind die Hauptstraftaten. Aber dann passiert dieser Mord und mit ihm wird eine Vergangenheit aufgewühlt, die es in sich hat und weite Kreise zieht. 

Eigentlich ist oben im Klappentext zum Inhalt schon alles gesagt, mehr würde tatsächlich zu viel verraten.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist lebendig und sehr anschaulich (auch wenn man die Gegend nicht kennt) und man erfährt auch etwas über die Vergangenheit der Region, was ich immer sehr interessant finde.

Insgesamt ist sicher noch etwas Luft nach oben, aber das Ende ist nicht wirklich ein Abschluss und ich hoffe auf einen spannenden zweiten Teil, der den Titel "Erdschwarz" trägt und bereits erschienen ist. 


Bewertung: 🌹🌹🌹🌹






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