Montag, 13. April 2020

Rezension: "Die ewigen Toten" von Simon Beckett

Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert.
Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt...


Im 6. Teil der Krimireihe soll Dr. David Hunter der Polizei bei der Identifizierung einer mumifizierten Leiche helfen. Mehr zufällig werden dabei noch weitere Tote gefunden. Der Bauunternehmer ist nicht gerade begeistert über die dadurch entstehenden Verzögerungen, denn es gab auch schon Ärger mit Aktivisten, die statt eines Bürokomplexes lieber ein Wohnhaus in dem sozialen Brennpunkt der Stadt sehen würden. 
Hunter arbeitet hier wieder mit Detective Sharon Ward zusammen, die nun die Ermittlungen leitet. Die beiden kennen sich durch Grace Strachans Messerangriff auf Hunter. Nach dem in seiner Wohnung anscheinend versucht worden war, einzubrechen, hat Ward ihm geraten, wegzuziehen. Hunter lebt nun im Apartment eines Bekannten, ist aber nicht sehr begeistert davon. 
Viel Zeit darüber nachzudenken, hat er allerdings nichts, denn der neue Fall verlangt ihm viel ab, auch emotional.

Routiniert führt Beckett durch die Story. Große Action sucht man vergebens, aber Leser der Reihe wissen das schließlich und ich finde, es gelingt auch trotzdem, die Spannung aufrecht zu erhalten. Es gibt immer wieder Wendungen und Überraschungen. Hunter muss mal wieder einiges einstecken und verarbeiten und wie immer wird deutlich, dass er ein ganz normaler Mensch ist, kein Held mit Superkräften. Aber gerade das macht ihn sympathisch. Und sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bringt ihn auch dieses Mal ziemlich in Schwierigkeiten.
Die Beschreibungen des verlassenen Krankenhauses sind atmosphärisch und düster, geben die Stimmung eines "Lost Place" perfekt wieder. Man kann den Staub und Moder der Zeit fast riechen. 

Alles in allem wieder ein gelungener Fall für den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter und hoffentlich nicht sein letzter. 

Bewertung🦇 🦇 🦇 🦇 🦇

©13.04.20, Blackfairy71




1 Kommentar:

  1. Hallo Silke,

    ich mochte das Buch auch. Stimmt, gerade weil Hunter eher ein 'normaler' Typ ist, weiß die Reihe meistens gut zu unterhalten.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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