Freitag, 9. Dezember 2016

Einen schönen 3. Advent


Ja, am Sonntag ist bereits der 3. Advent. Kaum zu glauben, wie die Zeit rast.


Zumindest habe ich nun alles zusammen für diverse Wichtelaktionen, zwei Päckchen gehen heute auf die Reise, das dritte Anfang nächster Woche.
Und bei mir steht auch schon eins zuhause und wartet aufs Auspacken...aber da muss ich noch bis zum 24.12. aushalten. Das ist echt grausam...Folter geradezu. 

Morgen werde ich endlich mal Plätzchen backen, habe ich mir vorgenommen. Mal sehen, was so dabei herauskommt. 
Danach habe ich hoffentlich noch Zeit, mein aktuelles Buch weiterzulesen: Verlorene Spuren von Kate Morton. Habe jetzt 140 Seiten geschafft und zwischendurch ist es etwas zäh, aber dann wieder interessanter. 

Am Sonntag beginnt dann eine kleine Weihnachtsleserunde im Forum Welt der Bücher. Da lesen wir "Wie der Weihnachtsbaum in die Welt" kam von Astrid Fritz. Das sind rund 120 Seiten und genau das richtige für den 3. Advent. 

Ich wünsche euch einen gemütlichen 3. Advent, genießt die Zeit und macht das Beste aus dem im Moment wenig weihnachtlichen Wetter. 






Dienstag, 6. Dezember 2016

Einen schönen Nikolaustag


Na, seid ihr denn auch brav gewesen? Wenn ja, habt ihr bestimmt etwas Nettes in eurem Schuh oder Stiefel gefunden, was zum Naschen oder vielleicht sogar ein Buch? 


Ich scheine nicht brav gewesen zu sein, denn meine Stiefel waren heute früh leider leer. Na ja, vielleicht kommt der Nikolaus im Laufe des Tages noch vorbei... 





Montag, 5. Dezember 2016

"Eisweihnacht" von Ruth Berger


Eines meiner neuen Weihnachtsbücher habe ich direkt am Wochenende gelesen.


"Eisweihnacht" spielt im Jahr 1844 in Frankfurt und im Mittelpunkt steht die dreißigjährige Elise Best, die noch unverheiratet zuhause lebt und seit Jahren ihrem verwitweten Vater im Geschäft hilft. Dieser Winter ist besonders kalt mit viel Schnee und Minustemperaturen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Darunter leidet auch das Geschäft und der Vater eröffnet Elise, dass sie kurz vor dem Konkurs stehen. Deswegen möchte er seine Tochter möglichst schnell verheiraten, damit sie versorgt ist. Der potentielle Ehemann ist ein Pfarrer aus Norddeutschland, verwitwet mit fünf Kinder und mindestens zwanzig Jahre älter als Elise. Nicht unbedingt das, was sie sich für die Zukunft erhofft.  
Während Elise versucht, irgendwie aus der Situation herauszukommen, steht die junge Marie mit dem kleinen Josua vor der Tür, halb erfroren und ohne Bleibe. Der Junge wurde nach dem Tod der Eltern von seiner Tante nach Frankfurt zu einem entfernten Verwandten geschickt, den er nicht kennt und dessen Adresse anscheinend auch nicht mehr stimmt. Elise nimmt die beiden auf und kümmert sich um den Waisenjungen, auch wenn der Vater nicht begeistert ist. Denn seit seine erste Frau an Weihnachten starb und die zweite ihn am Heiligen Abend wegen eines anderen verlassen hat, hat er für Weihnachten nichts mehr übrig und ist in dieser Zeit besonders schlecht gelaunt. Aber Elise ist froh über die Ablenkung, so kann sie den heiratswilligen Pfarrer noch etwas hinhalten. Und zum Ende gibt es noch eine große Überraschung für alle Beteiligten.

Dies war mal ein Weihnachtsroman, der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Eine wunderschöne Geschichte aus dem historischen Frankfurt, mit viel Herz, aber keineswegs kitschig. Auch Schmunzeln musste ich zwischendurch immer wieder, der Schreibstil der Autorin gefällt mir wirklich sehr gut. Ich hatte bisher noch nichts von Ruth Berger gelesen, aber ich glaube, das sollte ich ändern. 
Die ganze Aufmachung des Buches ist sehr schön und die Illustrationen sehr liebevoll und passend. So hätte ich mir Elise auch vorgestellt. 
Auch habe ich wieder etwas gelernt und zwar den Brauch des Frankfurter Quetschemännchens: Früher war es Brauch, dass junge Männer ihrer Angebeteten ein Quetschemännchen schickten. Wenn sie es behielt, dann konnte der Mann sicher sein, dass sie auch interessiert war. Schickte sie das Männchen allerdings zurück, dann war er abgeblitzt. 

Fazit: Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und die perfekt in diese Zeit passt. Und die rund 120 Seiten kann man gemütlich an einem Adventssonntag lesen. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

©Blackfairy71




Samstag, 3. Dezember 2016

Neuzugänge für die Weihnachtszeit

Normalerweise bin ich ja kein Fan von speziellen Weihnachtsbüchern, oft sind sie mir zu kitschig.

Aber heute bin ich zufällig über diese drei schönen historischen Kurzromane gestolpert. Es sind zwar Mängelexemplare, aber sie sehen aus wie neu und für 1,95 € musste ich einfach zugreifen.  Zumal mich "Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam" sowieso seit ein paar Tagen auf der Wunschliste hatte... 😉



Ich wünsche euch einen schönen 2. Advent, vielleicht mit einem schönen Weihnachtsbuch. 


Freitag, 2. Dezember 2016

"Ein ganz normaler Tag / Schneefall" von Simon Beckett

Zwei Kurzgeschichten in einem hübschen kleinen Büchlein in netter Aufmachung:





Ein ganz normaler Tag
Detective Chief Inspector Nichols ist sich ganz sicher: Der Obdachlose war schuld! Er hatte die alte Frau um Geld angebettelt und dann erschlagen. Und das am Heiligen Abend. Auf Anraten der Pathologin zieht er David Hunter zu Rate. Widerwillig. Als ob er geahnt hätte, dass der ihm das Weihnachtsfest verderben würde...

Diese Geschichte spielt anscheinend vor dem Start der Reihe, denn hier lernt David Hunter seine spätere Frau Kara kennen. In "Die Chemie des Todes" erfährt man ja mehr über sie und ihre gemeinsame Tochter. Für Leser der Reihe also sehr interessant. 


Schneefall
In den Schottischen Highlands wird ein Serienmörder gejagt. Dann findet man zwei Leichen im Schnee. Und niemand hört gerne, was der forensische Anthropologe dazu sagt...

Ich glaube, die zweite Geschichte spielt zwischen Band 1 und 2, denn in "Kalte Asche" wird erwähnt, dass David in den Highlands einen Fall untersucht hat, bevor er dann nach Runa beordert wurde. Auch recht interessant für Kenner der Reihe.

Fazit: Für Fans der Reihe und Kenner von David Hunters Geschichte sicher interessant, ich habe es jedenfalls gerne gelesen. Allerdings ist der Preis von 8 Euro für gerade mal 60 Seiten schon ziemlich happig, finde ich. Trotz festem Einband und schöner Aufmachung.

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ 





"Ich sehe was, und das ist tot" von Karen Sander

In einer alten Fabrikhalle werden Blutspuren gefunden und alles sieht nach dem Schauplatz eines Mordes aus. Allerdings fehlt die Leiche. Kommissar Georg Stadler wird durch einen anonymen Anruf darauf aufmerksam gemacht.  An der Wand entdeckt er eine Art Code und zieht die Psychologin Liz Montario hinzu, Expertin für Täterbotschaften. 
Dann wird in einem Hotel eine weibliche Leiche gefunden und wieder wirkt das Ganze merkwürdig inszeniert und erinnert Stadler an ein Filmset. Schließlich taucht im Internet der Mord in der Fabrikhalle als Clip auf einer Filmfanseite auf.  Handelt es sich um Snuff-Filme? 
Als eine weitere Tote gefunden wird, gerät plötzlich Georg Stadler selbst in den Fokus der Ermittlungen. Will ihm jemand etwas anhängen? Liz und Stadlers Kollegen setzen alles dran, den wahren Täter zu finden. Aber die Zeit läuft.

"Ich sehe was und das ist tot" ist der dritte Teil der Thrillerreihe mit Kommissar Georg Stadler und Psychologin Liz Montario. Und auch wenn ich den zweiten noch nicht gelesen habe, hatte ich hier nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Man ist sofort im Geschehen und wird direkt in die Geschichte geworfen. Der Prolog beschreibt ein Ereignis in der Vergangenheit, das ich ehrlich gesagt beim Lesen schon wieder vergessen hatte und es kommt auch erst fast am Ende wieder zur Sprache. 

Von Anfang an fand ich das Buch spannend und das hielt sich auch bis zum Schluss. Auch wenn ich irgendwann eine Ahnung hatte, wer der Täter ist, gelang es der Autorin immer wieder durch geschickte Wendungen und neue Erkenntnisse in den Ermittlungen, dass ich zwischendurch immer wieder rätselte, ob mein Verdacht sich bestätigen würde. Die wechselnden Erzählperspektiven und teilweise kurzen Kapitel steigerten die Spannung dann zum Schluss noch mal. 
Mir gefällt der Schreibstil der Autorin, sie schreibt flüssig und anschaulich, ich konnte mir jede Szene bildlich sehr gut vorstellen. 

Zu den Charakteren muss ich sagen, dass ich nicht so wirklich weiß, was ich von Georg Stadler halten soll. Durch seine oft erwähnten Frauengeschichten könnte man den Eindruck bekommen, dass er keine hohe Meinung von Frauen hat. Gegenüber Liz oder seiner Kollegin Birgit kommt das allerdings anders rüber. Vielleicht hat er einfach noch nicht die Richtige getroffen. Auf jeden Fall ist er ein guter Ermittler.
Liz erscheint mir manchmal ein bisschen naiv. Auf der einen Seite wird sie als brillante Psychologin dargestellt, hier dachte ich aber zwischendurch ein paar Mal, das sie dann doch eigentlich eine bessere Menschenkenntnis haben sollte. Letztendlich mag ich aber auch sie. 
Für alle Charaktere gilt jedenfalls, dass sie viele Facetten haben und nicht nur gut oder nur böse sind, nicht nur schwarz oder weiß. 

Fazit: Ein Thriller, der mir spannende Lesestunden beschert und mich gut unterhalten hat. 

Chronologische Reihenfolge:
1. Schwesterlein, komm stirb mit mir
2. Wer nicht hören will, muss sterben
3. Ich sehe was, und das ist tot

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


©Blackfairy71




Mittwoch, 30. November 2016

Morgen können wir das erste Türchen öffnen


Es ist tatsächlich soweit: Morgen ist der 1. Dezember. Schon wieder. 😏  Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob das letzte Weihnachten noch gar nicht so lange her ist.

Aber egal, so kann ich ab morgen wieder meinen kalorienfreien Adventskalender hervor kramen. 


Vom 01. bis zum 24. Dezember gibt es hier interessante Dinge zu lesen, schöne Geschichten, Alternativen zur allgemein bekannten Adventszeit, Traditionen und Rituale unserer Vorfahren und Ahnen. Woher kommt zum Beispiel der Brauch, einen Adventskranz aufzustellen? Oder einen Weihnachtsbaum?
All das erfährt man in diesem schönen kleinen Büchlein.

Aber wir haben auch einen "normalen" Adventskalender, der für jeden Tag mit Schoki gefüllt wird. ;-)  Das ist einfach eine schöne Kindheitserinnerung für mich, die ich beibehalten möchte. 

Also kommt gut in den Dezember und viel Spaß beim Öffnen des 1. Türchens. 



Sonntag, 27. November 2016

Einen schönen 1. Advent

Und schon ist es wieder soweit: Der 1. Advent ist da. 


Habt ihr spezielle Bücher, die ihr in dieser Zeit gerne lest? Oben seht ihr ein paar Beispiele der Bücher, die in meinem Regal stehen und immer im Dezember raus dürfen. 
Außerdem lese ich in dieser Zeit gerne Bücher, in denen es um Familiengeschichten geht. So habe ich zum Beispiel "Die verlorenen Spuren" von Kate Morton auf meinem SUB liegen und "Die Schwestern von Sherwood". Die möchte ich gerne diesen Winter lesen. 

Aber im Moment bin ich noch bei "Ich sehe was und das ist tot" von Karen Sander. Aber wenn ich das beendet habe, dann kommt mal etwas Ruhigeres an die Reihe. 

Und jetzt wünsche ich euch einen schönen und ruhigen 1. Advent.




Donnerstag, 24. November 2016

"Onkel Montagues Schauergeschichten" von Chris Priestley


Der junge Edgar liebt es, seinen Onkel Montague zu besuchen. Auch wenn er in einem alten, unheimlichen Haus wohnt, er auf dem Weg dorthin durch einen dunklen Wald muss und der Garten an einen düsteren Friedhof erinnert. Denn sein Onkel erzählt wundervolle Geschichten, Gruseliges von Geistern, Hexen und Dämonen. Und zu allen Geschichten befinden sich Gegenstände in dem alten Haus. Und woher kennt Onkel Montague die ganzen Geschichten? Hat er sie selbst erlebt oder kennt er die Personen, denen sie passiert sind?

Ein wirklich ganz tolles Buch und die 223 Seiten sind recht schnell zu lesen. Es passt wunderbar in diese Jahreszeit und wäre sicher auch perfekt für einen Leseabend an Halloween. Für kleine Kinder ist es sicher nichts, aber Jugendliche so ab zwölf Jahren dürften wohl keine Probleme mit den gruseligen Geschichten haben. Zumindest ist so die offizielle Altersempfehlung. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten.
Auch die Illustrationen im Buch und das Cover sind liebevoll gestaltet.

Meine  Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


"Die Winterprinzessin" von Sandra Lessmann

Zum Inhalt:
Es ist das Jahr 1668. Die Schwester des englischen Königs Charles II, Henriette, ist verheiratet mit dem Bruder des französischen Königs Louis XIV und lebt deswegen seit vielen Jahren am Hof in Paris. Regelmäßig bringt ein Vertrauter Briefe zwischen den Geschwistern hin und her. Doch eines Tages wartet Charles vergeblich auf Nachricht von Henriette. Beunruhigt, dass dem Boten William Fenwick etwas zugestoßen ist, ruft er den Jesuitenpater Jeremy Blackshaw, seine ehemalige Mätresse Amoret St. Clair sowie ihren Mann Breandan Mac Mathuna zu sich. Denn in den Briefen ging es auch um brisante politische Dinge, die Frankreich und England betreffen und nicht in falsche Hände geraten dürfen. Charles schickt den Iren Breandan nach Paris, um seiner Schwester Nachricht zu bringen, während Jeremy in England nach einer Spur von William Fenwick sucht. Dies ist wieder ein Rätsel ganz nach seinem Sinne, denn er begann sich im Haus seiner alten Freundin Amoret bereits ein wenig zu langweilen. Amoret wiederum nutzt ihre alten Kontakte bei Hofe, um mehr über die ganze Sache herauszufinden. Schließlich führt die Spur nach Frankreich und die Freunde reisen an den Königshof in Paris. 

Nach "Narrenkind" gab es endlich ein Wiedersehen mit Jeremy, Amoret, Breandan sowie dem königlichen Richter Orlando Trelawney, seiner Frau Jane und Wundarzt Alan Ridgeway. Sie alle sind mir inzwischen ans Herz gewachsen, ich liebe die Reihe sehr und habe auch diesen Teil wieder sehr gerne gelesen. In kleineren Rückblenden erfährt der Leser hier auch, wie sich Jeremy und Amoret damals kennenlernten und wie sie als Kind zu seinem Schützling wurde. Den größten Teil nimmt aber die Gegenwart oder besser gesagt die Zeit von 1668 bis 1670 ein und historisch Interessierte ahnen vielleicht, dass die politische Sache in dem Briefwechsel zwischen England und Frankreich den so genannten Vertrag von Dover betraf. Ob Charles in diesen Briefen auch seinen Wunsch erwähnte zum Katholizismus zu konvertieren, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, da der größte Teil des Briefwechsels mit seiner Schwester vernichtet worden ist. Tatsächlich konvertierte Charles II. aber auf dem Sterbebett.
Neben historischen Fakten und Figuren gibt es auch wieder spannende und interessante Verwicklungen und Momente in der Geschichte sowie emotionale Momente zwischen den Hauptfiguren, etwas als Breandan erkennt, was ihm seine Frau über ihre Vergangenheit am französischen Hof alles nicht erzählt hat. Und gefreut hat mich eine Entwicklung im Leben von Alan Ridgeway. Aber lest selbst, ich möchte nicht zu viel verraten.

Einzig der Titel "Die Winterprinzessin" erschließt sich mir auch nach dem Lesen des Buches nicht wirklich. Sicher ist damit Henriette gemeint, die als zartes, blasses und elfengleiches Wesen beschrieben wird. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Sonntag, 20. November 2016

"Der achte Rabe" von Marion Henneberg

Fünf Jahre ist es her, dass der Sohn von Alexandra Thalinger am Tag nach seinem achtzehnten Geburtstag einfach verschwand. Nie wieder hat sie etwas von Falko gehört. Und nun wird seine Leiche in einem Wald bei Stuttgart gefunden, anscheinend erschlagen.
Alexandras Welt bricht erneut zusammen, denn nach dem Verschwinden ihres Sohnes damals fiel sie in ein tiefes Loch und fand nur mit Mühe ins Leben zurück. Nun will sie endlich wissen, was damals passiert ist und natürlich auch, wer ihren Sohn umgebracht hat. Gegen den Willen ihres Mannes stellt sie Nachforschungen an, was auch den ermittelnden Polizisten nicht gerade gefällt. Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Judith. Nach und nach setzt Alex die Puzzleteile der vergangenen Jahre zusammen und fragt sich, wem sie in ihrem Umfeld eigentlich noch trauen kann...    

Marion Hennebergs ersten Krimi "Der achte Rabe" durfte ich bei den Büchereulen in einer Leserunde mit Begleitung der Autorin lesen. Danke noch mal dafür. 
Also mir hat das Buch sehr gut gefallen. Gleich von Anfang an war die Spannung da und sie hielt auch bis zum Ende an. Durch geschickte Andeutungen und Wendungen führt die Autorin den Leser immer wieder in die Irre, was den Täter betrifft.
Aber "Der achte Rabe" ist nicht nur ein Krimi, es ist auch die Geschichte einer Familie, die durch Geheimnisse zerstört wird und einer Frau, die zunächst daran zu zerbrechen droht, dann aber zu neuer Stärke findet und schließlich an den ganzen Geschehnissen wächst. 
Die Figur der Alexandra ist sehr glaubhaft dargestellt. Ich konnte gut nachempfinden, wie sie sich fühlen muss und dass sie unbedingt herausfinden will, was damals passiert ist. Auch die anderen Charaktere sind interessant und vielschichtig gezeichnet, keiner ist nur gut oder nur böse. 

Also wer spannende und gut geschriebene Krimis mag, der liegt hier genau richtig. Marion Henneberg schreibt ja in erster Linie historische Romane und ich kann sagen: Sie kann auch Krimis. 😉

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Sonntag, 13. November 2016

"Leichenblässe" von Simon Beckett

Nach dem Angriff auf ihn verlässt der forensische Anthropologe David Hunter London und reist nach Knoxville in den USA. Hier in Tennessee gibt es die berühmte Body Farm des FBI, eine Art Übungsgelände für Forensiker, die dort an echten Leichen Tests durchführen und lernen. Hier möchte David eigentlich nur in Ruhe nachdenken und sich darüber klar werden, ob er noch für seinen Beruf geeignet ist. Dann bittet ihn der Leiter des Instituts, Tom Lieberman um Hilfe. In einer Berghütte wird eine männliche Leiche gefunden, die fast bis zur Unkenntlichkeit zersetzt ist. Dadurch wird die Identifikation schwierig und David ist ein anerkannter Experte...zumindest in England. Die zuständige Polizei sieht seine Einmischung deswegen nicht gerne, aber Tom legt großen Wert auf Davids Meinung und dieser sieht es schließlich als Bewährungsprobe. Die Untersuchung der Leiche wirft viele Fragen auf und der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Und es bleibt nicht bei dem einen Toten...  

Nach dem offenen Ende von "Kalte Asche" musste ich natürlich wissen, wie es mit David Hunter weitergeht. 😊 Von Zweifeln geplagt reist er in die USA, flüchtet praktisch vor dem, was ihm passiert ist. Es wird aber nicht zu oft darauf eingegangen, was ich gut fand. So wissen neue Leser, was passiert ist. Wer aber den Vorgänger schon kennt, der ist nicht genervt über ständige Wiederholungen.
Insgesamt hat mir "Leichenblässe" sogar etwas besser gefallen als "Kalte Asche". Ich fand die Geschichte sehr spannend erzählt und das bleibt auch von Anfang bis Ende. Die Identität des Täters hat mich auf jeden Fall überrascht, obwohl ich Zweifel hatte, dass der von den Ermittlern zunächst Verdächtigte wirklich der Richtige ist. 
Nach inzwischen drei gelesenen Büchern kann ich nur sagen, ich mag David Hunter. Er ist kein Superheld, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten. Jemand, der trotz seiner natürlichen Gabe für seinen Beruf und seiner Intelligenz Zweifel daran hat, ob er so weitermachen kann wie bisher. 
Auch die anderen Figuren sind nicht einfach nur schwarz oder weiß, selbst der Täter ist vielschichtig dargestellt.

Fazit: Eine für einen Thriller zwar ruhige, aber durchweg fesselnde Geschichte, überraschende Wendungen, ein flüssiger Schreibstil und interessante Figuren. Außerdem gibt es auch wieder gute Einblicke in die forensische Arbeit, die man schon von den vorherigen Büchern gewohnt ist. Also: Lesen! 😉

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥