Dienstag, 26. Juli 2016

"Tanz der Toten" von Richard Montanari


In Philadelphia geht ein unheimlicher Mörder um. Er hat bereits drei Jugendliche ermordet, ein Mädchen und zwei Jungs, und ihre Leichen wie Puppen in der Öffentlichkeit präsentiert. Die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano ermitteln und finden an den Tatorten Karten mit einer Einladung zu einem altmodischen "Thé Dansant". Das Datum der Veranstaltung scheint gleichzeitig der Todestag des nächsten Opfers zu sein und in einer Woche ist der nächste Tanztee geplant. Die Zeit läuft.
Gleichzeitig beschäftigt Byrne ein zehn Jahre alter Fall, in dem er als junger Cop ermittelte und der bis heute an ihm nagt. Es ging um mehrere entführte und verschwundene Kinder, aber es wurde nur eine Leiche gefunden. Die verurteilte Täterin Valerie Beckert soll nun hingerichtet werden. Byrne ist überzeugt, dass alle Kinder tot sind, aber bis heute konnten sie nicht gefunden werden. Und Valerie Beckert schweigt.  

In "Tanz der Toten" ermitteln Jessica Balzano und Kevin Byrne zum achten Mal in der Stadt der Brüderlichen Liebe, wie Philadelphia auch genannt wird. Und im Gegensatz zum Vorgänger hat mir dieser Teil wieder besser gefallen. Die Geschichte ist für mich von Anfang bis Ende gut durchdacht und erst zum Schluss löst sich das Ganze auf und die Zusammenhänge werden klar. 
Teile der Geschichte werden auch aus der Sicht des Täters geschildert und dessen Gedankengänge sind manchmal schon ziemlich unheimlich. Vielleicht liegt es aber auch an den Puppen, damit habe ich eh ein Problem. *g*  Ich will aber nicht zu viel verraten.

Zu den Charakteren kann ich nur sagen, dass ich Jessica und Kevin seit dem ersten Teil der Reihe mag. Sie mit ihren italienischen und er mit seinen irischen Wurzeln, ergänzen sich hervorragend und können sich bei der Arbeit hundertprozentig aufeinander verlassen. 

Was mir außerdem an der Reihe gefällt, ist, dass man eigentlich jederzeit einsteigen kann, ohne das Gefühl zu haben, man hat vorher was verpasst.

Fazit: Ein spannender Thriller, der mir mal wieder bestätigt hat, dass Puppen unheimlich sind...und das nicht erst seit "Annabelle". ;-)

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ 







Montag, 18. Juli 2016

"Feuer der Vergeltung" von C. J. Sansom

Zitat: "Warum bringt der Glaube bei so vielen Menschen das Schlimmste zum Vorschein?"

"Der Mensch ist ein zorniges, wildes Wesen. Manchmal dient der Glaube ihm als Vorwand, um Kriege zu führen. Doch dieser Glaube ist nicht echt. Indem er in Gottes Namen seine Haltung rechtfertigt, bringt er Gott zum Schweigen."

England, Juni 1540. Sir Thomas Cromwell hat ein Problem. König Henry VIII. ist nicht mehr gut auf ihn zu sprechen, denn Cromwell hat ihn aus politischen Gründen zu einer Ehe mit Anna von Kleve gedrängt und der König ist damit gar nicht glücklich. Er will sie loswerden und stattdessen die blutjunge Katherine Howard heiraten. Diese ist allerdings die Nichte von Cromwells ärgstem Widersacher, dem Herzog von Norfolk, und würde Katherine Königin, so wären Cromwells Tage als engster Vertrauter von Henry wohl gezählt.  
Um das zu verhindern, will er dem König eine Wunderwaffe im Kampf gegen die Spanier und Franzosen präsentieren: das Griechische Feuer. Es gibt allerdings ein Problem, denn die Formel zur Erstellung des Feuers ist verschwunden. Also beauftragt er den Anwalt Matthew Shardlake, der früher schon für ihn gearbeitet hat, zusammen mit Cromwells Gehilfen Barak das Griechische Feuer zu finden, um damit das Vertrauen des König wieder zu erlangen.  
Matthew, der nach den Ereignissen in Scarnsea froh war, nichts mehr von Cromwell gehört zu haben, ist nicht begeistert über diese Aufgabe. Aber ihm bleibt keine andere Wahl, denn Matthew hat gerade einen neuen Fall übernommen. Die achtzehnjährige Elisabeth Wentworth wird beschuldigt, ihren Cousin ermordet zu haben. Ihr Onkel ist von ihrer Unschuld überzeugt und beauftragt Matthew als Anwalt. Aber das Mädchen schweigt beharrlich, was alle als Schuldeingeständnis sehen. Cromwell sorgt dafür, dass ihnen zwölf Tage Zeit bleiben, um Elisabeth vor dem Henker zu retten. Und gleichzeitig das Griechische Feuer zu finden. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...

Dies ist der zweite Teil der historischen Reihe um den Kronanwalt Matthew Shardlake. Die Geschichte spielt zu einer politisch und religiös aufgeladenen Zeit in England, es sind die letzten Tage der Macht von Thomas Cromwell, der dabei ist, die Gunst des Königs zu verlieren. 
Matthew Shardlake hatte ich in "Pforte der Verdammnis" kennengelernt. Er ist kein Held im eigentlichen Sinne, von Geburt durch einen Buckel gekennzeichnet, der ihn körperlich oft beeinträchtigt. Aber er hat einen scharfen Verstand und ein gutes Herz. Nach der Reformation der Kirche durch König Henry zweifelt er allerdings immer mehr an seinem Glauben, was in diesen Zeiten sehr gefährlich sein kann. Gerechtigkeit geht ihm über alles und er nimmt einiges auf sich, um Elisabeth zu helfen, da er mit der Zeit auch von ihrer Unschuld überzeugt ist.

Der Autor schreibt zwar im Nachwort, dass die Suche nach dem Griechischen Feuer frei erfunden ist, aber durch die Vermischung von Fiktion und historischen Fakten kann man sich durchaus vorstellen, dass es auch so gewesen sein könnte. Denn dass Cromwell bei Henry VIII in Ungnade fiel, ist ja keine Erfindung des Autors. ;-)
Für mich als Leser der Waringham-Reihe war es auch interessant, dass hier alte Bekannte wieder auftauchten wie eben Cromwell, der Herzog von Norfolk oder auch Richard Rich. Alles wichtige Personen der damaligen Regierungszeit von König Henry und somit ist es natürlich logisch, dass sie in einem Roman, der in dieser Zeit und in diesen Kreisen spielt, auch auftauchen. 

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, zwischendurch waren allerdings auch ein paar Längen. Zum Schluss steigt die Spannungskurve aber noch mal an und der richtige Mix aus Historischem und Fiktion, ein bisschen Action, aber auch Herz und Humor entschädigt dann wieder. 

Teil 3 liegt jedenfalls schon auf meinem SUB, denn ich möchte auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht mit Matthew Shardlake, dem Anwalt des Königs. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥






Freitag, 8. Juli 2016

Sommer-Lese-Wochenende


Dieses Wochenende soll er ja kommen, der Sommer, zumindest für zwei Tage. Wir sind gespannt.



Ich lese zur Zeit den zweiten Teil der Matthew-Shardlake-Reihe von C. J. Sansom: Feuer der Vergeltung. Und da ich erst auf Seite 50 bin, werde ich am Wochenende sicher keine Langeweile haben.

Vorgestern habe ich "Das Dorf der Unsterblichen - Die Chronik der Wölfe" von Alice Braga erst mal weg gelegt. Es hat mich überhaupt nicht gepackt und ich fand die ersten 125 Seiten ziemlich zäh. Und da ich der Meinung bin, dass es einfach zu viele andere gute Bücher gibt, habe ich beschlossen, dieses erst mal abzubrechen. Vielleicht bekommt es irgendwann noch einmal eine Chance, denn das Thema interessiert mich im Grunde schon und es klingt ja auch vielversprechend.

Na ja, manchmal ist es auch einfach die falsche Zeit für ein bestimmtes Buch, habe ich auch schon ein, zwei Mal festgestellt und mich beim zweiten Lesen gefragt: Warum hast du das beim ersten Mal eigentlich abgebrochen? *g*

Also genießt das Wochenende, ob mit oder ohne Sonne, aber hoffentlich mit ausreichend Lesezeit. 







Mittwoch, 6. Juli 2016

Ein neues Zuhause für sechs Seitlinge


Ich bin einfach zu gut für diese Welt! *g* Gestern habe ich sechs Büchern ein neues Zuhause bei mir gegeben. Die armen hockten bei Rebuy herum und taten mir so leid, so dass ich ihnen einfach helfen musste.  
Nun dürfen sie mit den anderen Seitlingen auf meinem SUB zusammen sein, denn schließlich sind Bücher Rudeltiere. 

Hier meine Ausbeute: 

Etwas Historisches

Familiengeheimnisse

Und ein Thriller, damit ich mit der Reihe endlich auch mal weiterkomme.


Ich habe zwar keine Ahnung, wann ich das dann wieder lesen soll, aber was soll's. Hauptsache, ich habe eine gute Tat vollbracht. *g*


Montag, 4. Juli 2016

"Rapunzelgrab" von Judith Merchant



Am Fuß des Hexenturms in Rheinbach bei Bonn wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ihre blonden Haare sind zu langen Zöpfen gebunden und im Turm fand kurz zuvor die Lesung des Bestsellerautors Niklas Schreck aus seinem Buch "Rapunzelmord" statt. Gastgeber dieser Lesung war ein Literaturkreis und Kommissar Jan Seidel aus Königswinter hat bei seinen Ermittlungen den Eindruck, dass jedes Mitglied dieses Zirkels etwas zu verbergen hat. Eine junge Frau, die Krimis schreibt und sehr von sich überzeugt ist. Ein Lehrer, der "nebenbei" den großen historischen Roman über das Siebengebirge schreiben will. Ein Autor von SciFi-Groschenromanen, der seine Heftchen wie am Fließband veröffentlicht. Und Liane Riefers, die Tote, die anscheinend noch nie eine komplette Geschichte zustande gebracht hat, anscheinend aber unter psychischen Problemen, dem sogenannten "Rapunzelsyndrom" litt. Jan Seidel, der selbst in seinem Leben vielleicht zwei oder drei Bücher gelesen hat, fällt es ausgesprochen schwer, sich in die Gedankenwelt dieser Leute hinein zu versetzen. Aber es scheint klar, dass es jemand aus diesem Umfeld gewesen sein muss. Aber was war das Motiv? Und wie passt der bekannte Autor Schreck da ins Bild?

Im Nachhinein frage ich mich, ob das nun wirklich ein Krimi ist oder doch eher eine Art Abrechnung der Autorin mit der Welt der arroganten Bestsellerautoren, Möchtegern-Autoren, Agenten und dem Buchgeschäft allgemein.  Auf jeden Fall ist das Ganze oft ironisch geschrieben und man erhält einen interessanten Einblick in die Buchindustrie und das Schriftstellerleben. 
"Rapunzelgrab" ist mittlerweile der dritte aus der Reihe der Regionalkrimis, die in und um Königswinter spielen. Kommissar Jan Seidel ist wieder die Hauptperson und er ermittelt zusammen mit seiner Kollegin Elena in dem Mordfall an Liane Riefers. Schade fand ich, dass seine Großmutter Edith, ein absoluter Krimifan, dieses Mal etwas zu kurz kam. In den vorherigen Bänden hat sie ihrem Enkel wertvolle Tipps gegeben. 
Dafür war mir der Teil mit dem dichtenden Rechtsmediziner doch zu viel des Guten, zumindest für einen Regionalkrimi. 
Überhaupt fand ich diesen Teil insgesamt in Bezug auf den Krimianteil schwächer als die beiden Vorgänger und mir fehlte zeitweise die richtige Spannung. Und das Ende lässt meiner Meinung nach einige Fragen offen und kommt dann recht plötzlich. 
Andererseits habe ich mich zwischendurch auch immer wieder gut unterhalten, denn für mich als Bücherwurm ist so ein Einblick in diese Branche und den Kampf auf dem Büchermarkt natürlich interessant. 
Und auch in Bezug auf das Rapunzelsyndrom habe ich etwas gelernt, denn dieser Krankheit kannte ich bisher noch gar nicht. 

Fazit: Wer sich darauf einlässt, dass in diesem Regionalkrimi der Schwerpunkt nicht wie eigentlich erwartet auf Thrill & Crime liegt, der findet sicher auch Gefallen an dieser Geschichte. Ich hatte allerdings nach "Nibelungenmord" und "Loreley singt nicht mehr" etwas anderes erwartet. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥



Freitag, 1. Juli 2016

Ausblick auf das zweite Halbjahr 2016

So, 1. Juli 2016. Den Rückblick hatten wir gestern, heute schauen wir mal, was die zweite Jahreshälfte bringen wird. 

Ende des Monats kommt mit "Grausame Nacht" von Linda Castillo ein neuer Fall für Polizeichefin Kate Burkholder auf den Markt. Iat natürlich schon vorbestellt und ich bin schon sehr gespannt. 

Vorher und zwar am 14. Juli, treten aber erst einmal wieder die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano in Aktion. In Philadelphia lädt ein Killer zum "Tanz der Toten". 


Für Ende August wird beim großen A auch ein neuer Fall für Harry Dresden angekündigt. Aber da gab es ja in den letzten Jahren immer wieder Verzögerungen, deswegen warte ich mal ab, wann hier die "Friedensgespräche" starten.

Und Ende des Jahres, genauer Mitte Dezember, taucht auch endlich Walker Mercy Thompson wieder aus der Versenkung auf. "Gefährtin der Dunkelheit" ist der 8. Band der Urban Fantasy Reihe von Patricia Briggs. Und ich bin sehr froh, dass es endlich weitergeht.


Das sind so die Highlights, auf die ich mich im zweiten Halbjahr schon freue. Und auf meinem SUB schlummern vielleicht auch noch ein paar Schätzchen, die ich entdecken werde. 

Jetzt ist aber erst einmal Wochenende und morgen werde ich wohl auch ein bisschen Zeit haben in "Rapunzelgrab" weiter zu lesen. Die Wetteraussichten sind ja leider immer noch nicht wirklich sommerlich, also kann man die Zeit gut mit seinem Buch auf der Couch verbringen. 




Donnerstag, 30. Juni 2016

Rückblick auf das erste Halbjahr 2016

Kaum zu glauben, heute ist der 30. Juni, was bedeutet, dass die erste Hälfte des Jahres 2016 schon wieder vorbei ist. 
Zeit für einen kleinen Rückblick in Sachen Lesestoff. Was war top und was eher flop?

Angefangen hat es im Januar sehr spannend mit dem zweiten Teil der Thriller-Reihe von Max Bentow. In "Die Puppenmacherin" jagte Nils Trojan einen Killer durch Berlin. 
Danach war "Cold Kill" von Neil White an der Reihe, ebenfalls ein Thriller, der mich nach Blackley in Lancashire in England führte, wo Reporter Jack Garrett und Polizistin Laura MacGanity ebenfalls hinter einem Killer her waren. 
Von dort ging es ins magische London und Zauberlehrling Peter Grant zeigte mir einen richtig "Bösen Ort". 
Ich blieb in England und es ging rüber nach Norfolk. Die forensische Archäologin Ruth Galloway untersuchte in "Gezeitengrab" sechs männliche Skelette und lüftete ein Geheimnis aus dem zweiten Weltkrieg.
Danach war ich in Wien und "Als Gott schlief" geschahen in Wien brutale Verbrechen an Kindern und Erwachsenen. Jennifer B. Winds Thriller ist einfach super spannend, wühlt aber auch auf und macht nachdenklich.
Anfang Februar hatte ich erst einmal genug von der brutalen Gegenwart und reiste in das historische England zur Zeit der Rosenkriege, was allerdings nicht weniger brutal war. In "Spiel der Könige" begleitete ich Julian of Waringham und seine Schwester Blanche bei ihren gefährlichen Abenteuern und ihrer Unterstützung für den rechtmäßigen König von England. 
Nun wurde es endlich Zeit für ein Wiedersehen mit Kopfgeldjägerin und Vampirin Anna Strong, von der ich lange nicht gelesen hatte. In "Blutrotes Verlangen" war sie hinter jemandem her, der Vampire tötete.     
Anfang März ging es zurück über den Atlantik nach Wales. Zusammen in einer Leserunde bei den Büchereulen erlebte ich mit der Autorin Constanze Wilken den "Sturm über dem Meer" und erfuhr Interessantes über eine alte Legende über einen Schatz an der walisischen Küste. 
Im März meinte es die Glücksfee wirklich gut mit mir, denn auch das nächste Buch habe ich gewonnen und begleitete die junge Amy Snow auf ihrer Reise durch das viktorianische England. Tracy Rees hat damit einen wunderbaren historischen Roman geschaffen. 
Anfang April kramte ich ein Buch aus den Tiefen meines SUB und reiste fast bis ans andere Welt, nach Tasmanien. Hier lernte ich die "Dornentöchter" von Josephine Pennicott kennen. 
Und da ich dieses Jahr noch gar nicht im Hause Cadogan vorbeigeschaut hatte, reiste ich anschließend nach Chicago zu den dort ansässigen Vampiren, ihrer Hüterin Merit und Meistervampir Ethan Sullivan. Der Titel "Sehnsuchtsbisse" passte aber mal so gar nicht. 
Im Jahr 1903 traf ich dann die Zeitgenossen wieder, allen voran Vampirin Gemma, und begab mich auf die "Suche nach den Ur-Vampiren".
Mein nächstes Reiseziel lag in Schottland und zwar im Ort Oban, wo ich die junge April kennenlernte, die als zehnjähriges Mädchen ihre Mutter verlor, sich aber nicht mehr an die Tat erinnern konnte. Karin Kehrer hat mit "Schmetterlingstränen" einen fesselnden psychologischen Krimi geschrieben.  
Einmal im Jahr muss ich natürlich auch meinen Lieblingsmagier Harry Dresden in Chicago besuchen. Den kann man ja nicht lange alleine lassen, sonst passiert ihm wieder etwas Schlimmes. Und dieses Mal ging es direkt in die Unterwelt zum Herrscher über diese: Hades. "Blendwerk" ist der mittlerweile 15. Fall für Harry.
Ebenfalls schon sehr lange auf meinem SUB lag der Thriller "Die Mädchenwiese" von Martin Krist. Also raus damit und gelesen. Das Ganze spielt in Finkenwerda bei Berlin. 

Im Juni verbrachten wir eine Woche in Südengland....also dieses Mal wirklich. *g* Und passend dazu begleitete mich das vierte Abenteuer der Waringham. In "Der dunkle Thron" ist es inzwischen schon der Ur-Ur-Enkel von Julian of Waringham, Nicholas, dem dieses Mal seine Treue und Loyalität zu Englands Krone fast zum Verhängnis wird. Wie immer war ich begeistert von Rebecca Gablés Erzählung.  
"Mord ist aller Laster Anfang" stellte ich dann in dem beschaulichen Dorf Westerfield in England fest. Damit befreite ich den ersten Teil der Krimireihe von Ann Granger aus den Tiefen meines SUB's. 
Und da ich gerade schon mal in England war, besuchte ich noch einmal Dr. Ruth Galloway, die natürlich nicht einfach zu einer Museumseröffnung gehen kann, ohne eine Leiche zu finden. Oder hat es mit dem "Aller Heiligen Fluch" zu tun? 

Von Profiler Robert Hunter hatte ich auch schon ein Jahr nichts mehr gehört und habe mich sehr über das Wiedersehen gefreut. Zusammen mit seinem Partner Carlos Garcia jagt er dieses Mal in Los Angeles einen brutalen Serienkiller, den "Totmacher". Ein Fall, der einem wieder das Blut in den Adern gefrieren lässt und nichts für Sensibelchen. Wie heißt es auf dem Cover so schön? Hart, härter, Carter...
Danach brauchte ich erst mal eine Verschnaufpause, die ich im schönen Irland verbrachte. "Das Mädchen auf den Klippen" von Lucinda Riley hat mich richtig begeistert und mitgerissen.   

Ja, das war also das erste Lesehalbjahr 2016. Abwechslungsreich, interessant, spannend, emotional, es war alles dabei. Und kein Buch, von dem ich sagen würde, das war nix. 
Insgesamt waren es 20 Bücher und ich habe mir ja für das gesamte Jahr ein Ziel von mindestens 50 Büchern gesetzt. Mal schauen, ob das klappt. 

Jetzt bin ich erst mal gespannt, was das zweite Halbjahr bringen wird....hoffentlich neben guten Büchern auch ein bisschen Sommer. 

©Blackfairy71





Montag, 27. Juni 2016

"Das Mädchen auf den Klippen" von Lucinda Riley


Die junge Bildhauerin Grania Ryan verlässt nach einer Fehlgeburt New York und ihren Lebensgefährten Matt und flüchtet in ihr Elternhaus im irischen Dunworley Bay in der Nähe von Cork. Bei einem Spaziergang sieht sie auf den Klippen ein rothaariges Mädchen, das barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet aufs Meer starrt. Als sie das Kind anspricht, läuft es erschrocken weg. Granias Mutter Kathleen erzählt ihr später, dass das Mädchen in dem großen Herrenhaus Dunworley House oben auf den Klippen lebt. Am nächsten Tag trifft Grania das Mädchen, das Aurora heißt, wieder und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft. Kathleen gefällt das gar nicht, denn die Geschichte ihrer eigenen Familie und die der Familie Lisle, die Dunworley House bewohnt, ist seit Generationen eng miteinander verknüpft. Granias Urgroßmutter arbeitete einst als Dienstmädchen im Herrenhaus und manchmal ist es besser, die Vergangenheit ruhen zu lassen...

Nach "Der Engelsbaum" ist dies mein zweiter Roman von Lucinda Riley und ich bin wirklich begeistert. Die Geschichte ist mitreißend, packend und emotional erzählt. Das Ganze ist zwar aus der Sicht von Aurora geschrieben, aber nur in ganz kurzen Abschnitten in der Ich-Form. Und erst zum Ende erfährt man den tragischen Grund dafür, warum sie das alles aufschreibt. 
Es gibt zwei Erzählebenen. In der Gegenwart geht es um Grania und Aurora und wie sich ihre Beziehung auf ihrer beider Leben auswirkt. Und hier geht es auch um Matt, Granias Lebensgefährten, der nicht versteht, warum sie ihn ohne eine Erklärung verlassen hat. 
In der Vergangenheit lernen wir Granias Urgroßmutter Mary kennen, die in Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges sehr viel durchmachen musste. Nach und nach erfährt der Leser, wie das Schicksal der Familie Ryan mit dem der Familie Lisle verknüpft ist und welche Auswirkungen dies auf die nachfolgenden Generationen hat. 

Anfangs hatte ich ein paar Probleme mit Grania, da ich nicht nachvollziehen konnte, warum sie Matt ihre Gründe für ihre Flucht nach Irland nicht gesagt hat. Später wird das dann aufgelöst und da konnte ich sie besser verstehen. 
Aurora mochte ich gleich. Ihre frische Art und ihre Begeisterung für alles. Und sie tat Grania einfach gut, genau wie umgekehrt.
Auch Kathleen war mir gleich sympathisch, überhaupt die ganze Familie Ryan.
In der Vergangenheit ist besonders Mary zu erwähnen, eine für die damalige Zeit starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, egal wie viele Schläge das Schicksal ihr verpasst. Für die kleine Anna riskiert sie alles und es tat mir sehr leid, dass diese das später nicht zu schätzen weiß. 
Interessant fand ich allerdings die Anspielungen auf Annas tatsächliche Herkunft. 

Insgesamt ist "Das Mädchen auf den Klippen" eine fesselnde Familiengeschichte über mehrere Generationen, deren Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen, bewegend, tragisch, romantisch....aber keinesfalls kitschig oder schmalzig. 

©Blackfairy71

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 





Freitag, 24. Juni 2016

"I am Death - Der Totmacher" von Chris Carter


Keine Ruhepause für Detective Robert Hunter. Gerade ist er wieder zurück im Morddezernat von Los Angeles, da erwartet ihn und seinen Partner Carlos Garcia bereits der nächste Fall.  Auf dem Gelände des Flughafens wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, hindrapiert wie ein Pentagramm und mit einer geschriebenen Botschaft in ihrem Hals versehen: Ich bin der Tod. Aus ihrer Erfahrung wissen die beiden, wer so etwas macht, der wird nicht aufhören und sie sind sicher, dies ist der Anfang einer neuen Mordserie. Und es dauert auch nicht lange, bis eine nächste Leiche gefunden wird. Allerdings ist hier die Vorgehensweise eine völlig andere. Handelt es sich wirklich um denselben Täter? Dann taucht eine weitere Botschaft auf und Hunter erkennt, dass dieser Killer nicht der üblichen Motivation eines soziopathischen Serientäters folgt, der nicht anders kann, als seinen Trieben nachzugeben. Dieser Killer ist unberechenbar und somit weitaus gefährlicher und Hunter ist sicher, dass er nur aus einem Grund tötet: Weil er es will. 
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und Hunter und Garcia setzen alles dran, den brutalen Täter zu stoppen. Dabei hilft ihnen wie immer Hunters brillante Gabe, sich in den Verstand eines Killers hineinzudenken. 

"I am Death" (auf deutsch "Der Totmacher") ist der siebte Fall der Reihe. Und wieder ein Pageturner, der mich als Leser durch die Seiten gejagt hat. Der Fall ist wie immer fesselnd geschrieben und Carter steigert die Spannung oft dadurch, dass er uns Hunters Gedankengänge nicht sofort mitteilt und damit zum Rätseln animiert. Manche Kapitel enden mit einem Cliffhanger und dann kommt erst mal ein Szenenwechsel. Sehr schlau, Mr. Carter. *g*
Parallel zu den Untersuchungen der Mordserie wird die Geschichte eines Jungen erzählt, der entführt wird und nun Höllenqualen erleiden muss. Erst zum Ende erfährt der Leser, was es damit auf sich hat und wie das alles zusammenhängt.
Für mich war die Geschichte gut überlegt und konstruiert, das Ende und die Auflösung gut durchdacht und nachvollziehbar. 
Wie immer hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen, Carter schreibt immer so anschaulich, dass man sich vorkommt wie in einem Film. Ich frage mich sowieso, wie noch niemand auf die Idee gekommen ist, die Bücher zu verfilmen...

Fazit: Wieder ein super spannender Thriller aus der Reihe, der aber nichts für Zartbesaitete ist, denn der Autor ist wie immer nicht zimperlich beim Beschreiben der Morde und Tatorte. Aber wer Carter kennt, der weiß das ja. Und trotz allem ist die Geschichte nicht kalt oder gefühllos erzählt, in einigen Szenen kommen auch die Emotionen nicht zu kurz. Hier hat mir z. B. die Befragung des Jungen Marlon und Roberts Verhalten sehr gut gefallen. 

Nach diesem Buch freue ich mich noch mehr auf die Lesung im September und bin schon sehr gespannt, Chris Carter einmal live zu erleben.

©Blackfairy71

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥




Donnerstag, 23. Juni 2016

Bücher passend zu den Jahreszeiten?


Heute ist ja Sommer. Also offiziell natürlich schon seit Anfang der Woche, aber heute passt eben auch das Wetter. Angesagt sind bei uns Temperaturen über 30 Grad. Ich muss ja sagen, das ist überhaupt nicht mein Wetter, schon gar nicht diese Schwüle dabei. Bis maximal 25 Grad lasse ich mir ja noch gefallen und wichtig ist, dass es sich abends abkühlt, damit man nachts schlafen kann. Meine liebste Jahreszeit ist sowieso der Herbst. 
Aber mal schauen, wie lange das warme Wetter anhält...


Ich lese im Moment ja gerade den neuen Chris Carter "I am Death - Der Totmacher". Und die Handlung spielt im Hochsommer in Los Angeles und immer mal wieder ist von der Hitze die Rede. Passt also. 
Und das brachte mich zu der Frage, ob ihr Bücher passend zu den Jahreszeiten lest oder ob das egal ist.
Ich lese ja überwiegend Thriller und Krimis und da ist es mir im Grunde egal, zu welcher Jahreszeit die Handlung angesiedelt ist. Wichtiger ist mir die Geschichte an sich.
Ich kann mich erinnern, ich habe "Die Zahlen der Toten" von Linda Castillo auch im Sommer gelesen und das Ganze spielte im tiefsten Winter mit Schneemassen ohne Ende. 
Oder vor einigen Jahren, da saß ich im Garten im Schatten und las "Dracula kehrt zurück". Ein Bekannter meinte dann "Und das liest du bei der Wärme im Sommer?" Ähm...ja, wieso denn nicht? Muss man Dracula im Winter im dunklen Keller oder in einer Gruft lesen? *g* Habe ich auch nicht verstanden.

Einzig bei einer Sache tue ich mich dann doch schwer: ein Weihnachtsbuch würde ich nicht unbedingt im Juli lesen. Da kommt bei mir einfach nicht die richtige Stimmung auf, das muss ich wirklich in der Adventszeit lesen. 

Ich wünsche euch jedenfalls einen schönen Lesesommer mit euren Seitlingen, ob diese euch nun in sonnige Gefilde oder in verschneite Landschaften entführen.





Samstag, 18. Juni 2016

"Aller Heiligen Fluch" von Elly Griffiths

Der vierte Fall der forensischen Archäologin und alleinerziehenden Mutter Dr. Ruth Galloway beginnt eigentlich ganz harmlos. Sie soll an einer feierlichen Öffnung des Sarges eines legendären Bischofs im Museum von King's Lynn teilnehmen. Da sie zu früh ist, schaut sie sich im Museum um und findet den Museumsdirektor tot neben dem Sarg. Obwohl es eine natürlich Todesursache zu sein scheint, gibt es ein paar merkwürdige Umstände und schon steckt Ruth mitten in den Ermittlungen, die natürlich Detective Harry Nelson leitet, der Vater ihrer kleinen Tochter Kate.  
Da das Museum der alteingesessenen und aristokratischen Familie Smith gehört, gehen Nelsons Untersuchungen und die seiner Kollegen Clough und Judy Johnson zuerst in diese Richtung. Und tatsächlich scheinen sie ein paar sprichtwörtliche Leichen im Keller zu haben und auch im Rennstall des Familienoberhauptes Danford Smith scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Da der zynische Nelson noch nie was für die britische Oberschicht übrig hatte, ist das natürlich ein gefundenes Fressen für ihn. Es scheint, dass ein Vorfahr von Lord Smith während der Kolonialzeit Knochen von Ureinwohnern aus Australien nach England gebracht hat und diese im Museum hortet. Einige Organisationen sind damit gar nicht einverstanden. 
Währenddessen versucht Ruth ihr privates und berufliches Leben unter einen Hut zu bringen. Und erfährt durch ihren langjährigen Freund Cathbad sowie ihren neuen Nachbarn Bob, einen Aborigine, von den Taten der Smiths. Haben die Knochen im Museum etwas mit dem Tod des Museumsdirektor zu tun?

"Aller Heiligen Fluch" ist wieder ein gelungener Krimi mit der forensischen Archäologin Ruth Galloway. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und das Ganze anschaulich geschrieben. Ruth ist gewohnt selbstkritisch und hält sich für keine sehr gute Mutter und erst recht nicht für eine attraktive Frau. Aber sie hat einen scharfen Verstand und beruflich kann ihr so schnell niemand etwas vormachen. 
Kate ist inzwischen ein Jahr alt und brachte mich oft zum Schmunzeln mit ihrem Verhalten und ihren Äußerungen, die ja jetzt noch nur aus einzelnen Wörtern bestehen. Sechzehn sind es genau, verkündet Ruth an einer Stelle stolz.
Detective Harry Nelson ist wie immer brummig und zynisch, aber irgendwie mag ich ihn. Und er hängt wirklich an Kate, deshalb habe ich mich über die Entwicklung am Ende auch gefreut.
Bei Harrys Frau Michelle bin ich immer etwas zwiegespalten, aber natürlich muss man auch ihre Situation verstehen. 
Durch die Figur von Cathbad bekommen die Geschichten immer einen Hauch Mystik, denn er ist Druide und lebt dies auch aus, gegen alle Konventionen. Dieses Mal erfährt man außerdem interessante Dinge über die australischen Ureinwohner, die Aborigines. 
Erst ziemlich am Schluss klären sich die Todesfälle und auch einige andere Dinge auf. Im Privatleben einiger Hauptfiguren bleiben dagegen ein paar Fragen offen und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥

Hier die Reihenfolge der Bücher:
1. Totenpfad
2. Knochenhaus
3. Gezeitengrab
4. Aller Heiligen Fluch
5. Rabenkönig






Freitag, 17. Juni 2016

Er ist da!


Wochenende! Und da werde ich sicher keine Langeweile haben, denn heute kam der neue Thriller von Chris Carter mit der Post! *freu* 


Jetzt muss ich ganz schnell mein aktuelles Buch "Aller Heiligen Fluch" beenden, damit ich mit Robert Hunter durchstarten kann.
Sollte aber kein Problem sein, bin ja schon zur Hälfte durch. 

Und vielleicht schaut das Wetter ja auch endlich mal auf den Kalender und sieht, das Montag Sommeranfang ist. Also sollte es sich so langsam mal etwas anstrengen.

Wie auch immer ihr es verbringt, ich wünsche euch ein schönes und lesereiches Wochenende.