"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Sonntag, 27. April 2014

"Dünengrab" von Sven Koch

Wir sind ja oft mit unserem Wohnmobil in Ostfriesland unterwegs: Greetsiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel,...ich glaube, ich kenne alle Siele dort oben. ;-) Und auch wenn Werlesiel ein fiktiver Ort ist, konnte ich mir alles bestens vorstellen.
Und da war "Dünengrab" natürlich eine Pflichtlektüre. 

Schon der Prolog begann spannend mit dem Nebel und den glühenden roten Augen sowie der Schauergeschichte über das ertrunkene Mädchen. Wie immer, bringt Sven Koch einen kleinen Hauch Mystik in seine Geschichten.

Femke Folkmer will unbedingt zur Kripo und fort aus dem kleinen Ort an der Nordseeküste. Sie wartet nur noch auf eine freie Stelle. Zur Vorbereitung kennt sie das Buch des Polizisten Tjark Wolf inzwischen fast auswendig. Als ausgerechnet dieser zur Unterstützung in einem Vermisstenfall nach Werlesiel geschickt wird, hofft sie zunächst auf ihre große Chance.
Wolf ist allerdings nicht freiwillig in den kleinen Ort gekommen. Sein Vorgesetzter hat ihn mehr oder weniger abgeschoben, denn es gibt ein paar unschöne Einträge in seiner Personalakte.
Als drei zum Teil verweste Leichen in den Dünen gefunden werden, wird klar, dass es hier nicht um einen harmlosen Vermisstenfall handelt. Und die Zeit läuft, denn der Täter scheint immer bei Nebel zuzuschlagen und der zieht bereits wieder auf...

Ein fesselnder, gut geschriebener Krimi, der gerade zum Ende hin mit kürzeren Kapiteln und Wechseln in der Erzählperspektive immer spannender wird.
Mit Femke Folkmer und Tjark Wolf hat Sven Koch zwei interessante Charaktere geschaffen, von denen ich gerne mehr lesen würde, besonders nach dem Ende dieses ersten Teils. Auch die Nebenfiguren sind gut dargestellt, wie z.B. Wolfs Kollegen Ceylan und Fred oder Femkes Mitarbeiter Torsten. Wobei ich den ja manchmal echt am liebsten geschüttelt hätte... *g*


Und noch eins muss ich sagen: Als die Figur, die sich später als Täter herausstellte, zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien, hab ich schon so gedacht: Na, wenn das mal nicht unser Mörder ist! Vielleicht sollte ich über einen Jobwechsel nachdenken. ;-) 
Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

1 Kommentar:

  1. Genau die raschen Wechsel der einzelnen Handlungsstränge steigern in diesem Krimi die Spannung ganz enorm!

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