Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rotkäppchen hat Geburtstag

Heute vor 200 Jahren veröffentlichten die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm unter dem Titel “Kinder- und Hausmärchen” ihre erste Sammlung. Sie umfasste insgesamt 86 Märchen. Wilhelm Grimm entwickelte einen einheitlichen Erzählstil, der bis heute als typisch für Märchen gilt. Fast alle Märchen beginnen mit “Es war einmal …” – und fast alle enden mit “und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heut.”   Bald wurde der Band auch “Grimms Märchen” genannt. Die Sammlung war für Kinder gedacht, und die Geschichten waren reichhaltig illustriert.

Die Gebrüder Grimm haben diese Sammlung im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach überarbeitet und ergänzt. Am Ende umfasst sie über 200 Märchen, darunter so weltberühmte wie “Der Froschkönig”, “Aschenputtel”, “Schneewittchen”, “Rapunzel”, Hänsel und Gretel”, “Rumpelstilzchen” und so weiter.

In Märchen wird gefoltert, gemordet und vergiftet. Ein Raubtier frisst eine bettlägerige Patientin und ihre Enkelin, eine Frau wird gezwungen, in rotglühende Metallschuhe zu steigen und zu tanzen, bis sie tot zu Boden fällt, eine intrigante Angestellte muss nackt in ein mit spitzen Nägeln ausgeschlagenes Fass steigen und wird darin durch den Ort geschleift, bis sie tot ist. Wenn man sich das recht überlegt, waren diese Märchen eine frühe Version von "Saw". ;-)

Nachdem die Grimms festgestellt hatten, wie beliebt Märchen bei Kindern sind, ging es ihnen nicht mehr allein darum, Volksmärchen zu sammeln und niederzuschreiben, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Sie wollten vielmehr ein Erziehungsbuch schaffen. In dem Vorwort der zweiten Auflage von 1812 schreiben sie: „Darum geht innerlich durch diese Dichtungen jene Reinheit, um derentwillen uns Kinder so wunderbar und selig erscheinen: Sie haben gleichsam dieselben blaulichweißen makellosen glänzenden Augen, die nicht mehr wachsen können […] Das ist der Grund, warum wir durch unsere Sammlung nicht bloß der Geschichte der Poesie und Mythologie einen Dienst erweisen wollten, sondern es zugleich Absicht war, dass die Poesie selbst, die darin lebendig ist, wirke und erfreue, wen sie erfreuen kann, also auch, dass es als ein Erziehungsbuch diene.“
Fortan dichteten sie den Volkserzählungen ein glückliches Ende hinzu. Das zeigt sich am Beispiel von Rotkäppchen. In der französischen Version von Charles Perrault „Le Petit Chaperon rouge“ frisst der böse Wolf das Mädchen und damit endet das Märchen. In der Grimm´schen Version schneidet der Jäger Rotkäppchen und die Großmutter aus dem Bauch des Wolfes. Beide überleben.
Quelle: Focus Online

Habt ihr Lieblingsmärchen? Also ich mochte als Kind immer sehr gerne "Rotkäppchen" und "Der Wolf und die sieben Geißlein"

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