"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

"Ein eiskaltes Grab" von Charlaine Harris

Klappentext: Die junge Harper Connelly hat die außergewöhnliche Gabe, Tote zu finden. In Doraville, North Carolina, soll sie einen vermissten Jungen aufspüren. Es stellt sich heraus, dass dort in den letzten Jahren einige Teenager verschwunden sind. Harper findet sie alle – zu ihrem Entsetzen. Danach möchte sie die Gegend so schnell wie möglich verlassen. Nach einem brutalen Überfall muss sie jedoch bleiben. So erfährt sie mehr über die Einwohner und deren Geheimnisse, als ihr lieb ist. Doch wer ist der Serienmörder?  

Seit einem Blitzschlag hat Harper Connelly eine besondere Gabe: Sie kann Tote aufspüren und so deren Todesursache erkennen. Zusammen mit ihrem Halbruder Tolliver reist sie seit Jahren durch das Land und nimmt Aufträge von Angehörigen Verstorbener an. Woran ist ihr Kind, ihre Mutter, ihr Vater gestorben? 
Dieses Mal geht es um vermisste Jugendliche in einer Kleinstadt in North Carolina. Die Großmutter eines Vermissten hat den Verdacht, dass die Jungen entführt und ermordet wurden. Eine schwere Aufgabe für Harper, denn sie findet alle toten Jungen und fühlt die Schmerzen der Opfer kurz vor ihrem Tod. In Doraville scheint ein brutalter Serienkiller sein Unwesen zu treiben. Ist es einer der Bewohner oder ein Fremder?
Eigentlich nicht Harpers Aufgabe, dies herauszufinden, aber nach einem Überfall müssen sie und Tolliver erst einmal vor Ort bleiben. 

Der Fall an sich ist spannend und auch emotional. Man kann sich gut vorstellen, wie hart es für Harper sein muss, die Leichen der Jungen zu finden und deren qualvolle Stunden vor ihrem Tod nachzuempfinden. Ich möchte nicht mit ihr tauschen.
Im Verhältnis zu ihrem "Bruder" Tolliver gibt es in diesem Teil eine entscheidende Wendung. Sein Vater hat ihre Mutter damals geheiratet, also sind die beiden nicht blutsverwandt und deswegen hat mich diese Veränderung für die beiden sehr gefreut. 

Man muss die beiden Vorbände nicht unbedingt gelesen habe, um "Ein eiskaltes Grab" zu verstehen. Die Autorin gibt hier ausreichend Erklärungen für "Neulinge", aber aufgrund der Entwicklungen würde ich es doch empfehlen.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Montag, 29. Dezember 2014

Das Lesejahr geht zu Ende...

....und dieses Mal werde ich mein Ziel nicht erreichen. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr mindestens 60 Bücher zu lesen. Im Moment bin ich bei Nr. 50. Und da wir schon den 29. Dezember haben, wird das wohl nichts mehr. In den letzten Wochen hatte ich einfach zu wenig Zeit zum Lesen.

Aber was soll's. Ich lese ja nicht, um irgendwelche Rekorde aufzustellen oder Wettbewerbe zu gewinnen, sondern weil es mir Spaß macht. Im Moment bin ich mit dem dritten Teil der Harper-Connelly-Reihe von Charlaine Harris beschäftigt und habe es zur Hälfte geschafft.



Das ist dann wohl mein vorletztes Buch in diesem Jahr. Mal sehen, welches mich ins neue Jahr begleiten wird. 

Freitag, 26. Dezember 2014

"Die fernen Stunden" von Kate Morton

Alte Mauern, die von fernen Stunden singen...  


Klappentext: London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Weg nach Kent, wo sie Zuflucht bei einer fremden Familie findet. Staunend und eingeschüchtert zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurst Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie taucht ein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie — bis etwas geschieht, das das Leben des Mädchens für immer verändert. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch das Auftauchen eines lange verschollenen Postsacks führt ihre Tochter Edie auf die Spur einer geheimnisvollen Vergangenheit. Innerhalb der düsteren Gemäuer kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können. Damals geriet auch die Welt der jungen Juniper Blythe aus den Angeln, doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen....

Es beginnt mit einem Brief, den Edies Mutter nach fünfzig Jahren erhält, weil dieser auf dem Dachboden eines Briefträgers gefunden wurde. Ein Brief aus der Vergangenheit, über die Meredith Burchill nie spricht, schon gar nicht mit ihrer Tochter Edie. Aber nun ist Edies Neugier geweckt. Sie möchte endlich mehr über ihre Mutter erfahren, die immer so unnahbar scheint.
Mit ihrem Besuch auf Schloss Milderhurst öffnet sie eine Tür in die Vergangenheit. Sie lernt ihre Mutter als junges Mädchen kennen, als sie 1939 von London nach Kent evakuiert wird und im Schloss des Schriftstellers Raymond Blythe landet. Den sie allerdings so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Seine Töchter Persephone (Percy) und Seraphina (Saffy) sowie deren jüngere Halbschwester Juniper kümmern sich um sie und besonders Juniper und Meredith verbindet eine besondere Freundschaft. 
Aber je mehr Edie über die Vergangenheit ihrer Mutter und die Bewohner von Schloss Milderhurst erfährt, desto mehr wird klar, dass alle ein dunkles Geheimnis teilen. Was passierte an dem Abend im Oktober, als Juniper zurück aus London kam und sich das Leben der drei Schwestern für immer veränderte? Und was hat Edies Lieblingsbuch "Die wahre Geschichte des Modermannes" von Raymond Blythe damit zu tun? 

Edie ist Lektorin bei einem Verlag in London und Bücher sind ihr Leben. Um so erstaunter ist sie, als sie erfährt, dass ihre Mutter als Kind eine Zeit lang auf dem Schloss des berühmten Schriftstellers Raymond Blythe gewohnt hat. Ausgerechnet des Mannes, der "Die wahre Geschichte des Modermannes" schrieb, das Buch, das Edie die Tür zur Welt der Bücher öffnete. Ich fand Edie von Beginn an sympathisch, was natürlich zum größten Teil mit ihrer Liebe zu den Bücher zu tun hat. Auch das freundschaftliche, aber leicht distanzierte Verhältnis zu ihren Eltern, besonders ihrer Mutter, konnte ich nachfühlen. Und die Zwiespältigkeit, als sie beginnt in der Vergangenheit zu schnüffeln, denn natürlich ist das auch ein Vertrauensbruch. Andererseits ist es auch eine Gelegenheit für sie, ihre Mutter besser kennen zu lernen. 

Abwechselnd erzählt Kate Morton in der Gegenwart von Edies Suche und in der Vergangenheit aus der Zeit des zweiten Weltkriegs von Percy, Saffy und Juniper. Nach und nach entwirrt die Autorin das Netz aus Familiengeheimnissen und bringt Licht in die dunkle Vergangenheit der Schwestern Blythe. 
Es war mein erstes Buch von Kate Morton und zwischendurch war es ein bisschen zäh, zum Schluss hin aber wurde es wieder fesselnder. Ich habe mir sagen lassen, die anderen Bücher wären besser und deswegen werde ich auf jeden Fall noch ein weiteres lesen. 
Wer Familiengeheimnisse und Reisen in die Vergangenheit mag, der liegt bei "Die fernen Stunden " aber auf jeden Fall richtig. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Frohe Weihnachten und neue Wichtelgeschenke

Nun ist der erste Weihnachtstag fast schon vorbei. Ich hoffe, Ihr hattet bisher ein schönes Fest und habt die Zeit mit Euren Lieben gut verbracht. Vielleicht sind auch ein paar neue Seitlinge dazu gekommen?

Ich durfte gestern noch zwei Wichtelpäckchen öffnen und es sind zwei weitere Bücher auf meinem SUB gelandet:



Neben den Büchern gab es auch noch schöne andere Sachen und sogar an unsere Rattis wurde gedacht. 

Den Wichtelpaten vielen Dank für die Päckchen und noch ein schönes Weihnachtsfest. 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Die längste Nacht des Jahres...


....steht uns bevor. Das wäre sehr viel Zeit zum Lesen. *g*
Hier ist es heute eigentlich gar nicht richtig hell geworden und bereits um 16 Uhr kehrte die Dunkelheit zurück.

Ich wünsche euch eine schöne Wintersonnenwende und einen besinnlichen 4. Advent.







Samstag, 20. Dezember 2014

Wichteln bei den Büchereulen

Heute war es soweit und ich durfte mein erstes Wichtelpäckchen in diesem Jahr auspacken. Ich war ganz gerührt, wie viel Mühe sich meine Wichtelmama mit dem Einpacken gemacht hat. 
Und auch bei den Beilegseln hat sie sich richtig Gedanken gemacht: ein Lesezeichen, eine Plüschfledermaus, eine Eulenfigur, Seife, selbst gebackene Kekse in einer hübschen Blechdose. 

Die Hauptsache ist natürlich das Buch und das ist in diesem Fall eines, das ich schon lange lesen will: "Die Augen der Heather Grace" von David Pirie.



Jetzt wünsche ich euch noch einen schönen 4. Advent morgen und eine schöne  Wintersonnenwende. 

Freitag, 19. Dezember 2014

Endlich Urlaub...

....und hoffentlich auch mal Zeit zum Lesen. 
Heute war mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr, nun habe ich Ruhe bis zum 5. Januar 2015. 
Naja, ich versuche es jedenfalls, mir ein wenig Ruhe anzutun, denn die habe ich dringend nötig. Leider muss ich auch "nebenbei" die Wohnung meiner Mutter auflösen, Möbel verkaufen usw., denn sie ist seit Anfang Dezember im Seniorenheim. Aufgrund ihrer Demenz konnte sie nicht mehr allein zuhause leben.  Es ist schon hart, meine Mutter, die geistig immer so fit war, so zu sehen. Wenigstens erkennt sie mich aber noch, ich hoffe, das bleibt auch noch lange so.

Morgen ist es auch endlich soweit, dass das erste Wichtelpäckchen ausgepackt werden darf. Als erstes sind die Büchereulen dran. Bin schon sehr gespannt. Ich werde versuchen, live um 19 Uhr im Chat dabei zu sein. 

Zur Zeit lese ich ja "Die fernen Stunden" von Kate Morton. Zwischendurch war es ein wenig zäh, als es um die Vergangenheit ging, aber inzwischen ist es wieder interessanter. Also bleibe ich erst mal dran. 

Am Sonntag ist Wintersonnenwende, Mittwinternacht, auch Julfest genannt. Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres steht bevor. Also macht es euch gemütlich mit vielen Kerzen, einem schönen Buch und einer leckeren Tasse Kaffee, Tee oder was ihr sonst so gerne trinkt. 



Freitag, 12. Dezember 2014

Das dritte Adventwochenende steht vor der Tür

Was für ein Wetter im Moment! Zum Abgewöhnen. Wir haben Dezember und nicht April. Viel zu warm und viel zu nass. Ich hätte gerne schöne trockene Kälte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wo kann ich die bestellen? *g*

Heute Abend muss ich erst mal noch zwei Päckchen für Wichtelaktionen packen. Morgen gehen sie dann auf die Reise. Eines habe ich schon abgeschickt und gestern auch selbst eins bekommen. Aber ich muss noch eine Woche warten, bis ich es endlich auspacken darf. Menno! Am besten, ich lege es weit weg, außer Sichtweite.

Morgen werde ich wohl nicht zum Lesen kommen, denn wir sind bei Schwiegereltern zum Grünkohlessen eingeladen.
Sonntagnachmittag werden wir dann auch noch mal auf unseren Weihnachtsmarkt gehen, das Wetter soll ja besser werden.
Vielleicht schaffe ich es Sonntagmittag ein bisschen zu lesen. Ich habe ja diese Woche "Die fernen Stunden" von Kate Morton begonnen. Eine Reise in die Vergangenheit auf der Spur alter Familiengeheimnisse. Ich mag solche Geschichten sehr. Zumal Edie, die Hauptfigur, auch noch ein richtiger Bücherwurm ist. Bisher habe ich erst 130 Seiten geschafft, aber es gefällt mir sehr gut.
Naja, nächste Woche noch arbeiten und dann habe ich zwei Wochen Urlaub und hoffentlich viel Zeit, die ich endlich mal meinen Büchern widmen kann.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen gemütlichen 3. Advent.





Montag, 8. Dezember 2014

"Seelenweh" von Saskia Berwein

Eigentlich fange ich ja ungern eine Buchreihe mittendrin an, aber diesen dritten Teil habe ich im Rahmen einer Gewinnaktion bei Lovelybooks gewonnen und zwar inklusive Leserunde mit der Autorin selbst. Danke noch einmal an Saskia Berwein, dass sie den Lesern geduldig Fragen beantwortet hat, auch für Einsteiger wie mich, die die Vorgeschichte nicht kannten.
Trotzdem kam ich aber gut in die Geschichte rein und ich finde die Dosis der Wiederholungen und Erklärungen aus den Vorgängerbänden war genau richtig.  

Nun zu "Seelenweh". Im eher kleinen Ort Lemanshain wird die brutal zugerichtete Leiche der siebzehnjährigen Isabell Grunau gefunden. Ein Fall für Komissarin Jennifer Leitner, gerade frisch aus dem Urlaub, und Staatsanwalt Oliver Grohmann. Dieser hat gerade den Posten des vor kurzem verstorbenen Oberstaatsanwalts abgelehnt, da er keinen reinen Schreibtischjob, sondern auch weiterhin nah am Geschehen sein möchte.
Dadurch wird ihnen allerdings Ricarda Anstett vor die Nase gesetzt, der der Ruf voraus eilt, dass sie für ihre Karriere über Leichen geht, ohne Rücksicht auf Verluste oder die Gefühle ihrer "Untergebenen". Keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Ich muss sagen, ich hatte lange keine Romanfigur, die mir von vorne herein so unsympathisch gewesen ist.
Während der Ermittlungen werden Jennifer und ihren Kollegen dann auch immer wieder Steine in den Weg geworfen und auch Oliver hat keinen guten Stand bei seiner neuen Chefin.
Plötzlich taucht ein Beamter vom BKA auf und wie es aussieht, ist Isabell Grunau bereits das dreizehnte Opfer in einer Serie von Morden. Die Opfer waren anscheinend alles Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten oder bereits durch das soziale Netz gefallen sind. Niemand vermisste sie. Selbst Isabells Familie scheint nicht sonderlich überrascht über ihren brutalen Tod und anscheinend hat sie vor ihrer Ermordung schon eine Weile in einem Camp für Obdachlose gelebt. Ist sie dort auch ihrem Mörder begegnet?

Ein wirklich spannender Thriller. Saskia Berwein gelingt es, den Leser immer wieder mit Wendungen und Andeutungen über den Täter "bei der Stange" zu halten. Die Charaktere sind bis in die Nebenfiguren gut ausgearbeitet.
Jennifer Leitner lebt für ihren Beruf, Urlaub und Wochenenden sind ihr ein Graus. Wenn sie einmal eine Spur wittert, verbeißt sie sich darin und arbeitet auch mit unkonventionellen Methoden, um den Täter zur Strecke zu bringen.
Auch Oliver Grohmann ist mit Leib und Seele Staatsanwalt, er versucht aber im Rahmen des Gesetzes zu handeln und gerät dadurch oft mit Jennifer aneinander. Neben den beruflichen kommen auch noch private Spannungen zwischen den beiden hinzu.
Das Ende des Buches und die Darstellung des eher privaten Oliver hat mir übrigens sehr gut gefallen. Wen ich auch mochte waren Jarik und "Morpheus".

Ob "Seelenweh" besser oder schlechter ist, als seine Vorgänger kann ich nicht sagen, da ich diese ja nicht gelesen habe. Mir hat dieser Teil aber wirklich sehr gut gefallen und besonders zum Ende hin wurde es immer spannender und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥