Dienstag, 3. März 2026

Rezension: "Sturmhöhe" von Emily Bronte

Auf einer Anhöhe inmitten der rauen Landschaft des englischen Yorkshire liegt das Anwesen »Wuthering Heights«, dem Wind schutzlos ausgesetzt, der hier strenger als anderswo weht. Sein Besitzer, der herzensgute Mr Earnshaw, nimmt den Findling Heathcliff zu sich. Bald schon verliebt sich Earnshaws Tochter Cathy heftig in ihn. Doch ihre Liebe endet im Unglück und ein Gespinst aus Rache und Verrat liegt fortan über dem Landgut. Emily Brontës düstere Liebesgeschichte ist bis heute eines der intensivsten Leseerlebnisse überhaupt – tragisch, wild und romantisch.

"Sturmhöhe" ist ein Klassiker, den ich schon lange mal lesen wollte. Als nun im Zuge der Neuverfilmung "Wuthering Heights" das Buch neu veröffentlicht wurde, habe ich mich über das Bloggerportal für ein Rezensionsexemplar beworben und Glück gehabt. Ein wirklich wunderschönes Cover mit Farbschnitt hat diese Hardcoverausgabe vom Anacondaverlag.  
Ich war sehr gespannt auf die Geschichte von Heathcliff und Cathy, gilt sie doch als eine der größten Liebesgeschichten in der Literatur. Viel mehr wusste ich eigentlich auch nicht darüber, da ich auch noch nie eine der bisherigen Verfilmungen gesehen habe.

Eigentlich ist es keine direkte Handlung, sondern die Erzählung durch eine dritte Person und zwar die Haushälterin Ellen Dean. Diese erzählt dem neuen Pächter des Nachbarhauses, Mr. Lockwood, die Familiengeschichte der Lintons und der Earnshaws, die durch das Findelkind Heathcliff eng miteinander verbunden sind. Cathys Vater bringt den Jungen mit der dunklen Haut, dem schwarze Haar und den intensiven dunklen Augen von einer Reise mit nach Hause. Niemand weiß, woher er kommt, aber es fällt immer wieder das Wort "Zigeuner". Cathys älterer Bruder misstraut ihm von Anfang an, aber zwischen Cathy und Heathcliff entwickelt sich mit der Zeit eine intensive Bindung, die allerdings keine Zukunft haben kann. Als Cathy schließlich den Sohn der Lintons heiratet, schwört Heathcliff Rache und seitdem scheint ein Fluch auf Wuthering Heights zu liegen. 

Atmosphärisch und düster, so lässt sich "Sturmhöhe" ganz gut beschreiben. Die karge, raue Landschaft Yorkshires und das stürmische Wetter passen ebenso gut zur Geschichte wie die Figuren und ihre Handlungsweisen. 

Emily Bronte schrieb "Wuthering Heights" bereits im Jahr 1847 und ich finde es sehr faszinierend, dass es nach über 170 Jahren immer noch gelesen wird und auch neue Leser findet. Allerdings sollte einem klar sein, dass es sich hier nicht um eine romantische Liebesgeschichte handelt, es sei denn, man bezeichnet Besessenheit als Liebe. Es ist eher eine Familiengeschichte, dramatisch, dunkel, gewalttätig, mit teils wirklich unsympathischen Charakteren und da steht Heathcliff bei mir an erster Stelle. Er ist kein strahlender Held, kein Ritter in glänzender Rüstung. 

Aktuell scheint es ja einen Hype um Dark Romance zu geben. Ich würde sagen, hätte es diese Bezeichnung schon damals gegeben, hätte "Sturmhöhe" perfekt in dieses Genre gepasst. 

Teilweise fand ich die Dialoge auch recht langatmig und anstrengend, aber trotzdem habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben.




Bewertung: 🌹🌹🌹🌹