"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

"Die fünfte Kirche" von Phil Rickman

Christen, Heiden und ein Mörder Kaum ist Merrily Watkins zur Exorzistin ernannt, sitzt sie auf Anordnung des neuen Bischofs in einer Krawall-Talkshow zwischen Satanisten und selbsternannten Hexenjägern. So richtig ist der Teufel aber erst los, als ein Hippie-Pärchen im Nachbarort eine geschichtsträchtige Ruine erwirbt. Eine heidnische Kultstätte soll hier entstehen – ausgerechnet in einer der fünf Sankt-Michaels-Kirchen, die nach alter Überlieferung das Land vor dem Bösen bewahren. Und das Böse ist da, in Gestalt eines skrupellosen Mörders....  
 
Pfarrerin Merrily Watkins hat erst kürzlich den  Job als Exorzistin übernommen. "Beraterin in spirituellen Grenzfragen" wie es offiziell heißt. Und in dieser Funktion soll sie in einer Late Night Show die anglikanische Kirche vertreten. Das Thema des Abends sind Hexen und Heiden im Gegensatz zum christlichen Glauben.
Dort erfährt Merrily, dass ein junges Paar in einem Nachbarort eine Kirche gekauft hat, die aber seit Jahren nicht mehr als solche genutzt wird. Nur, Robin und Betty sind offensichtlich praktizierende Hexen und das kommt in der ländlichen Bevölkerung und eingeschworenen Gemeinschaft gar nicht gut an. Und jeder scheint dort ein Geheimnis zu haben. Hinzu kommt, dass der charismatische Pfarrer Nicholas Ellis offensichtlich auf einem publicity-trächtigen Kreuzzug gegen das Heiden- und Hexentum ist und setzt alles dran, das Paar aus der Stadt zu jagen. Schreckt er vielleicht auch vor Mord nicht zurück? Denn der erste Tote lässt nicht lange auf sich warten.
Der Bischof schickt seine Beraterin dorthin, um Ellis zu unterstützen, aber Merrily kommen schnell Zweifel, ob sie wirklich auf der richtigen Seite steht. Denn Robin und Betty wollen nichts anderes, als in Frieden ein neues Leben zu beginnen. Und die alte St. Michaels Church scheint dafür genau richtig zu sein. Aber war es wirklich Zufall, dass sie diese Kirche gefunden haben? Eine von fünf Kirchen, die auf einem Plan gezeichnet und verbunden, ein umgekehrtes Pentagramm ergeben?

Worum es im Endeffekt tatsächlich geht, wird erst ziemlich am Ende geklärt und es lohnt sich durchzuhalten, auch wenn die Spannung zwischendurch ab und zu ein wenig nachlässt. Aber ich mag Merrily und auch Jane und mir gefällt diese Reihe doch sehr gut. Es sind halt eher untypische Krimis, allein schon weil die Hauptfigur eine Pfarrerin ist, die aber auch oft an ihrem Job zweifelt.
Schade fand ich, dass Lol diesmal nicht dabei war, aber am Anfang wird kurz erwähnt, wieso. Ich hoffe, er ist beim nächsten Teil wieder dabei. 


Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen