Montag, 12. Juni 2017

"Friesenkunst" von Stefan Wollschläger

Ein Ehepaar findet findet bei ihrer Meerbude, einem Ferienhäuschen, die Leiche eines Mannes. Die Kommissare Diederike Dirks und Oskar Breithammer finden heraus, dass es sich um den regional bekannten "Maler auf dem Fahrrad" Rebert Tammena handelt. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn es gibt keine Spuren, keine Hinweise. Nur die Eintrittskarte zur Kunsthalle in Emden, die der Tote bei sich hatte, ist ein Anhaltspunkt für erste Untersuchungen. Aber je tiefer Diederike gräbt, desto unklarer wird das Ganze und sie finden keinerlei Motiv für den Mord an dem zurückgezogen lebenden Künstler.
Aber dann stößt Diederike doch auf eine heiße Spur, auf die sie ihre Schulfreundin Iba bringt, die nach einer gescheiterten Ehe zurück nach Dornum gekommen ist. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse...   

Ein Regionalkrimi aus Ostfriesland. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, als mir dieser bei rezi-suche.de vorgeschlagen wurde. Nach Kontakt mit dem Autor Stefan Wollschläger hat er mir sein Buch freundlicherweise zugeschickt. Vielen Dank noch mal dafür.
Bensersiel, Dornum, Emden...das sind alles Orte, an denen ich schon gefühlte hundert Mal gewesen bin und alleine das war schon ein kleines Highlight, diese Namen im Buch zu lesen. 
Aber auch die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen, sie ist von Anfang an interessant und spannend geschrieben. Ab und zu musste ich auch schmunzeln, fühlte mich also durchweg gut unterhalten. Das zeigt schon, dass ich das Buch an zwei Tagen gelesen habe. 
Der Fall ist gut durchdacht und schlüssig aufgebaut, es gibt zwischendurch immer wieder Wendungen und Überraschungen, was die Spannung aufrecht hält, ebenso wie die Perspektivwechsel. Erzählt wird meistens aus Sicht der Ermittler, in erster Linie Diederike und aus der Ibas. Am Ende werden dann alle losen Enden zusammengeführt.

Einzig einen Punkt fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn von der Hauptkommissarin die Rede ist, wird immer nur der Nachname genannt, also es heißt dann "Dirks sagte..." oder "Dirks überlegte..." Dadurch blieb sie mir die ganze Zeit recht fremd, im Gegensatz zu anderen Personen wie Iba, die beim Vornamen genannt werden. Es hätte mir besser gefallen, wenn der Autor "Diederike" geschrieben hätte. Aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt und beeinflusst nicht meine Gesamtbewertung.

Fazit: Ein gut geschriebener, spannender Regionalkrimi aus Ostfriesland, der sich hinter den "großen" Autorennamen aus dem Norden nicht zu verstecken braucht. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

©Blackfairy71


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen