"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Sonntag, 19. Mai 2013

"Schwarzer Mond über Soho" von Ben Aaronovitch

An Jazz kann man nicht sterben, oder? 




Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Peters Vorgesetzter, Detective Inspector Thomas Nightingale, ist der letzte Magier Englands und Peter seit kurzem bei ihm in der Ausbildung.
Was im Moment vor allem das Auswendiglernen von Lateinvokabeln bedeutet, die uralten Zaubersprüche wollen schließlich korrekt aufgesagt werden. Doch als Peter eines Nachts zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, verliert das Lateinstudium auf einmal seine Dringlichkeit. Peter findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, plötzlich verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu ... 

Nachdem seiner Kollegin Lesley zum Ende von "Die Flüsse von London" durch Magie das halbe Gesicht weggerissen wurde, ist Peter nun ganz allein auf sich gestellt. Denn auch sein Chef und Mentor Nightingale ist angeschlagen und Haushaltshilfe Molly wacht mit Argusaugen darüber, dass er sich nicht überanstrengt und durch Peter nicht wieder in Gefahr gerät.
Aber das Leben geht weiter und Kriminelle machen keine Pausen. In Soho stirbt ein bekannter Jazzmusiker während seines Auftritts und die Umstände sprechen dafür, dass Magie im Spiel war. Also ein Fall für Peter. Und nicht der einzige, denn anscheinend hat eine Vampirin, die schon früher ihre männlichen Opfer dort gebissen hat, wo es besonders weh tut, ein weiteres Opfer gefunden. Peter spannt einen der Söhne der Flussgöttin für seine Suche nach der "Bleichen Lady" ein, was aber leider schief geht. 
Und auch die toten Jazzmusiker machen ihm Sorgen. Wieso spürt er Vestigia am Tatort, die schon Jahrzehnte alt sein müssten? Und wieso taucht eine Verdächtige auf Fotos aus den 40er Jahren auf und sieht noch genau so aus wie heute?

Mit gewohnt britischem Humor, einer guten Portion Selbstironie und Spannung gelingt Aaronovitch ein tolle Fortsetzung um "Zauberlehrling" und Cop Peter Grant. Der Autor hat mit seiner Reihe wirklich frischen Wind ins Genre gebracht und sympathische Charaktere erschaffen. Ich liebe es auch, wenn Peter Anekdoten aus London erzählt, historische Ereignisse  beschreibt oder die Polizeiarbeit aus den Fernsehserien mit dem realen Polizeialltag vergleicht. Aaronovitch erzählt so herrlich anschaulich, ich habe die Straßen von Soho direkt vor mir gesehen. 

Nun bin ich auf "Ein Wispern unter Baker Street" gespannt.  :-)

1 Kommentar:

  1. Da hast du recht. Aber schade ist es irgendwie schon. Naja, ich hab schon Verwendung für dieses Buch.^^ Für gewöhnlich behalte ich solche dann auch nicht unbedingt im Regal. :)
    Wirst du dennoch die anderen Bände davon lesen oder eher nicht!?

    Liebe Grüße

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