Donnerstag, 5. Oktober 2017

The Walking Dead - Vom Comic zur Kultserie

Es gibt ja inzwischen viele Comics, die mit großem Erfolg real verfilmt wurden: Spiderman, Superman, X-Men,… um nur ein paar zu nennen.
Auch eine TV-Serie, die weltweit eine Riesenfangemeinde hat und schon viele Preise gewonnen hat, basiert auf Comicbüchern: The Walking Dead. Zu diesen Fans gehöre auch ich und zwar seit der ersten Folge. Mittlerweile warten wir auf die 8. Staffel und damit die 100. Folge. Ich glaube, am Anfang hätte niemand gedacht, dass sich die Serie zu einem solch großen Erfolg entwickelt. 
Grob gesagt, geht es um das Überleben einer Gruppe von Menschen nach einer Zombieapokalypse. Und doch ist „The Walking Dead“ so viel mehr. 

In der ersten Folge erwacht der Sherriff Rick Grimes nach einer Schießerei im Krankenhaus aus einem langen Koma. Und nichts ist mehr wie vorher. Seine Familie ist fort oder gar tot, das weiß er nicht. Nach und nach muss er erkennen, dass irgendetwas die Menschen in willenlose Untote, Zombies, verwandelt hat. Das komplette wirtschaftliche und soziale Netz ist zusammengebrochen, es geht nur ums Überleben. Töte, oder du wirst getötet…oder selbst zum Untoten, den so genannten Beißern (Walker im Original). Nachdem er sich einigermaßen erholt hat, macht Rick sich auf die Suche nach seiner Familie, überzeugt davon, dass sie noch leben. In Atlanta trifft er auf ein paar weitere Überlebende, die ihn vor den Horden der Zombies retten. Er schließt sich Glenn, Andrea und den anderen an und trifft auf ihre Gruppe, die sich vor der Stadt ein Lager aufgebaut haben. 


Im Laufe der Zeit wird Rick mehr oder weniger unfreiwillig in die Anführerrolle gedrängt, was wohl auf seine Autorität als Sherriff zurückzuführen ist und schließlich verlassen sich alle auf seine Entscheidungen und folgen ihm, als das Camp nicht mehr sicher ist. Auf der Suche nach einer endgültigen und sicheren Unterkunft zieht die Gruppe durch das Land und findet zunächst in einem Gefängnis Unterschlupf.


Viele Charaktere machen im Laufe der Zeit eine Veränderung durch, was der immer hoffnungsloser erscheinenden Situation geschuldet ist und der wachsenden Skepsis gegenüber Fremden. Es kommt zu emotionaler Abstumpfung und wachsender Bereitschaft für hartherzige Entscheidungen zugunsten des eigenen Überlebens oder zum Wohl der Gruppe. Auch wenn es ohne die Zombies diese Situation nie gegeben hätte, steht diese Bedrohung eher im Hintergrund, wie auch in den Comics. Im Vordergrund stehen dagegen die gruppeninternen Differenzen und Spannungen sowie Konflikte mit Außenstehenden. Die häufigsten Streitpunkte unter den Überlebenden sind Meinungsverschiedenheiten um weitere Vorgehensweisen, grundsätzliche Ansichten und moralische Werte. Es geht um Selbstmord, Kannibalismus, Abtreibung, „Präventivtötung“ von Infizierten und potentiell gefährlichen Gefangenen sowie Rassismus. 
Das zentrale Thema ist, wie sich die Menschen verändern, wenn ihnen ihr gewohntes Leben genommen wird und sie plötzlich um Dinge kämpfen müssen, die sie bis dahin für selbstverständlich hielten, wie Nahrung, Wasser, Kleidung, Medikamente. Und selbst der hartnäckigste Waffengegner muss lernen sich zu verteidigen. Nicht nur gegen die Beißer, sondern auch gegen andere Gruppen und Bedrohungen. Bis dahin fest vorgegebene Moralvorstellungen sind hinfällig, es gibt keine Regierung, keine Gesetzeshüter. Plötzlich ist sich jeder selbst der Nächste.


In erster Linie ist „The Walking Dead“ natürlich eine Horrorserie und fast alle Folgen sind erst ab 18 frei gegeben. Aus gutem Grund, denn gerade die Szenen mit den hungrigen Untoten sind blutig und brutal. Gleichzeitig hat die Serie aber auch sehr viel Dramatik, Emotionen, manchmal auch witzige Momente und oft schon philosophische Ansätze. Und das ist vermutlich auch das Erfolgsrezept. Es ist kein sinnfreies Gemetzel, kein Zombiesplatter. 

Ein weiterer Pluspunkt sind meiner Meinung nach die hervorragenden Darsteller der Serie. Andrew Lincoln z. B. spielt Rick Grimes. Der Brite spielte in England bereits Theater und hatte auch einige kleinere Film- und Fernsehrollen. Für seine Rolle in The Walking Dead hat er schon einige Preise gewonnen. Die Veränderung seiner Figur im Laufe der einzelnen Staffeln bringt er glaubhaft rüber und besonders ab dem Ende der sechsten Staffel zeigt er eine hervorragende Leistung. 


Interessant ist, dass es eine weitere Hauptrolle der Serie in den Comics gar nicht gibt: Daryl Dixon, dargestellt von Norman Reedus. Trotzdem wurde Daryl im Laufe der Zeit zum Publikumsliebling, was zum großen Teil in der Interpretation der Rolle des Schauspielers liegt. Norman Reedus sagt: „Die Autoren und Produzenten der Show unterstützen mich nach wie vor dabei, Daryl zu jemandem zu formen, den man wachsen sehen kann, der nicht genau weiß, wer er ist und wie er mit anderen Leuten umgehen soll. Ich glaube nicht, dass Daryl zuvor jemals darüber nachgedacht hat, wie er mit anderen Menschen klarkommen soll. Doch nun ist er quasi dazu gezwungen.“ 

Ebenfalls hervorragend gespielt von Jeffrey Dean Morgan ist die Rolle von Negan, eine Figur, die erst in der 6. Staffel auftaucht. Negan ist ein tyrannischer Sadist, der die Gruppe um Rick durch Terror unter seine Herrschaft zwingt. Er ist ein absoluter Antagonist. Ich hasse ihn! 


Und mit Maggie, Carol, Michonne und Rosita gibt es natürlich auch Frauenpower in der Serie. 

Bisher habe ich noch keinen der Comics gelesen, aber ich denke, das werde ich ändern. Es interessiert mich doch, wie das Ganze umgesetzt wurde.

Jetzt bin ich erst einmal sehr gespannt auf die weiteren Folgen der 7. Staffel und dann natürlich auf die neue, achte Staffel. Ich hoffe, Negan bekommt, was er verdient. 










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