"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Montag, 26. Juni 2017

Harry Potter wird 20


Am 26. Juni 1997 erblickte ein Zauberlehrling das Licht der  Bücherwelt und sollte sie auf magische Weise für immer verändern. Der Verlag Bloomsbury veröffentlichte "Harry Potter and the Philosopher's Stone" und brachte damit wahrhaftig einen Stein ins Rollen. Und machte eine arbeitslose, alleinerziehende Mutter zur Millionärin. 
Dabei umfasste die Erstauflage nur 500 Exemplare und es war nur dem Verleger Barry Cunningham zu verdanken, der an den Erfolg geglaubt hat, dass Joanne K. Rowling ihren, wie sie selbst sagt "zu langen Roman über einen jungen Zauberer mit Brille" veröffentlichen durfte. 



In Deutschland war der Erfolg ebenfalls riesig und das nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, welche zur eigentlichen Zielgruppe gehörten. Viele Eltern lasen die Bücher ebenfalls, vorgeblich damit sie wussten, was ihre Sprösslinge so lasen und ob die Geschichten überhaupt für ihre Kinder geeignet waren. 😏
Ein regelrechter Hype brach los und an den Tagen vor der Veröffentlichung eines neuen Bandes der Reihe, wurde bereits vor den Buchläden campiert. Manche wollte nicht mal auf die deutsche Übersetzung warten und bestellten gleich das Original. Weltweit gingen mehr als 450 Millionen Exemplare über den Ladentisch.

Ich gebe zu, ich habe bis heute nicht eines der Bücher gelesen. Anfangs dachte ich, das sind eh Kinder- und Jugendbücher und nichts für mich. Dann kamen die Filme und die haben mich begeistert. Danach habe ich mir die Bücher gespart. Durch die regelmäßigen Wiederholungen im Fernsehen bleibt Harry Potter natürlich auch präsent, nicht zu vergessen das Merchandising. 

Auf jeden Fall ist J. K. Rowling mit der Erschaffung des Harry-Potter-Universums etwas ganz Wunderbares gelungen. Sie hat eine magische Parallelwelt erschaffen, eine zauberhafte Sprache entwickelt mit ganz eigenen Begriffen (wie Muggel und Quidditch) und fantastische Wesen erfunden. Wer hätte nicht gerne einen Hauself wie DobbyWir haben sogar eine unserer Ratten Dobby genannt. 😊  

2007 kam mit "Die Heiligtümer des Todes" der letzte Band auf den Markt und bis heute sagt die Autorin, dass es keine Fortsetzung geben wird. Eine gute Entscheidung, wie ich finde, denn Harrys Geschichte ist schließlich fertig erzählt und damit bleibt diese achtteilige Reihe etwas Besonderes. Es muss nicht immer alles endlos fortgesetzt werden. Es ist doch viel schöner, wenn es der Fantasie der Leser selbst überlassen ist, sich vorzustellen, wie es mit Harry, Hermine und Ron als Erwachsene weitergehen könnte.

Dumbledore beobachtete, wie sie davon flog und als ihr silbriger Schimmer verblasst, wandte er sich zu Snape um, essen Augen voller Tränen waren. "Nach all dieser Zeit?"
"Immer", sagte Snape.  
(Aus Die Heiligtümer des Todes)






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