Montag, 25. April 2016

"Schmetterlingstränen" von Karin Kehrer



Dein Schicksal liegt in meinen Händen. So wie meines in deinen. Ich weiß, dass du auf mich wartest...

Schottland, 2013. 17 Jahre ist es her, seit Aprils Mutter Maureen auf der Isle of Skye brutal ermordet wurde. Das damals zehnjährige Mädchen musste alles mitansehen, konnte aber entkommen. An die Tat selbst kann sie sich nicht erinnern, hat alles vollkommen verdrängt und lebt seitdem zurückgezogen in dem kleinen Ort Oban. Aprils Alltag ist bestimmt von Angstzuständen, Panikattacken und Albträumen. Sie hat weder Fernsehen, noch Radio oder Internet, weil sie keine Spuren hinterlassen will, denn tief im Innern ist sie sicher, dass der Mörder ihrer Mutter sie immer noch sucht. 
Und dann taucht in Oban der Anwalt Benedict Holden auf, dessen Schwester vor einem Jahr in London auf genau die gleiche Weise ermordet wurde wie Aprils Mutter. Und die beiden waren anscheinend nicht die einzigen Opfer des so genannten Schmetterlingsmörders, der anscheinend jedes Jahr seit Maureens Tod im November zuschlägt. Holden bittet April um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder seiner Schwester. Nach anfänglichem Zögern lässt sie sich darauf ein, denn ihr ist klar, dass dies ihre einzige Chance auf ein halbwegs normales Leben ist. Sie muss sich der Vergangenheit stellen und sich erinnern, was damals wirklich passiert ist....und wer der Mörder ihrer Mutter ist. 

Es ist nicht ganz leicht, "Schmetterlingstränen" in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Auf dem Cover steht Roman, denn die Autorin wollte keine falschen Erwartungen wecken. Ich finde aber, es ist schon etwas mehr und würde es als psychologischen Spannungsroman bezeichnen, der auch Thriller-Aspekte enthält. Das Ganze geht vielleicht so ein bisschen in Richtung Joy Fielding oder Charlotte Link. 
Auf jeden Fall hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und mich bis zum Schluss gefesselt. Der Aufbau und Ablauf sowie die Auflösung sind schlüssig und logisch. Der Leser wird fast bis zum Schluss im Dunkeln über den Täter gelassen, obwohl es auch zwischendurch Passagen aus seiner Sicht gibt. Häppchenweise serviert uns Karin Kehrer Aprils Erinnerungen, verrät aber nie zu viel, so dass die Spannung erhalten und gegen Ende noch weiter aufgebaut wird. 
April, als Hauptfigur der Geschichte, mochte ich von Anfang an. Trotz ihres Traumas versucht sie ihr Leben einigermaßen zu meistern und ich konnte ihre Gefühle gut nachvollziehen. Einerseits ist ihr klar, dass sie sich erinnern muss, andererseits hat sie natürlich auch schreckliche Angst davor. 
Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die landschaftlichen Beschreibungen von Schottland, ein wunderbares Land, das ich unbedingt auch einmal besuchen möchte. 

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für "Schmetterlingstränen", das ich in einer Leserunde bei Lovelybooks lesen durfte, die von der Autorin Karin Kehrer begleitet wurde.  

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥






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