"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Freitag, 30. Dezember 2016

Das Lesejahr 2016 neigt sich dem Ende

Kaum zu glauben aber wahr, das Jahr geht morgen wirklich schon wieder zu Ende. Und mit ihm enden auch zwölf spannende und interessante Lesemonate. Einen Rückblick könnt Ihr in den nächsten Tagen hier lesen. 
Aber auch das neue Jahr wird sicher wieder gute Bücher bringen, ein Wiedersehen mit alten Bekannten und vielleicht auch die Begegnungen mit neuen Charakteren.

Im Moment lese ich von Beverly Barton "Hexenopfer" und möchte es gerne noch dieses Jahr beenden. Sieht auch so aus, als könnte ich das schaffen. 
Und am 1. Januar starte ich in einer Leserunde mit "Die Schwestern von Sherwood" von Claire Winter. Klingt nach einem guten Start in das neue Lesejahr.

Also, kommt gut in das neue Lesejahr 2017, wie auch immer ihr Silvester feiern werdet. Ich wünsche euch alles Gute und viel Glück und Gesundheit.




Donnerstag, 29. Dezember 2016

"Gefährtin der Dunkelheit" von Patricia Briggs



Gerade als Mercedes "Mercy" Thompson Hauptman versucht, ein relativ normales Leben zu führen -  jedenfalls so normal wie es möglich ist als Ehefrau eines Alpha-Werwolfs in einem Haus mit seinem Rudel - ereilt sie ein telefonischer Hilferuf von Adams Ex-Frau Christy.  Anscheinend ist jemand hinter ihr her, der versucht sie umzubringen. Und auch wenn Mercy sicher ist, dass sie diesen Wunsch bald teilen wird, nimmt sie Christy in ihrem Haus auf. Schließlich ist sie nicht nur Adams Ex-Frau, sondern auch Jesses Mutter, auch wenn sie diese vor Jahren verlassen hat. 
Bald schon bereut Mercy allerdings ihre Großzügigkeit, denn Christy zeigt deutlich, wie viel ihr Adam noch bedeutet und dass das Haus einmal ihr Zuhause war. Auch Mercys hat erkämpfte Stellung in der Hierarchie des Rudels ist dadurch gefährdet, denn nicht alle Werwölfe waren damit einverstanden, dass Adam mit seiner Heirat eine Kojoten-Gestaltwandlerin ins Rudel holte. 
Da ahnt Mercy allerdings noch nicht, dass dies eines ihrer geringeren Probleme ist, denn etwas wirklich Böses ist auf dem Weg in die Tri-Cities, ein mächtiger Feind, der nahezu unbesiegbar scheint...

Auf der Rückseite des Buches steht: Mercy Thompsons persönlichster Fall. Und das kann ich durchaus so unterschreiben, denn durch das Auftauchen von Adams Ex-Frau wird nicht nur ihr eigenes Leben bedroht, sondern auch das ihres Mannes und des Rudels, das für sie inzwischen ihre Familie ist. Die Geschichte ist wie immer sehr spannend, oft auch zum Schmunzeln und gerade zum Schluss hin sehr emotional. 
Außerdem werden auch hier wieder alte Legenden und Traditionen der amerikanischen Ur-Einwohner in die Geschichte eingebunden, denn als Walkerin, die sich in einen Kojoten verwandeln kann, ist Mercy ja ein Teil davon.
Für mich ist jedes neue Buch der Reihe immer wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Ich mochte Mercy von Anfang an und auch Adam und Jesse. Hier taucht ein neuer Werwolf in den Tri-Cities auf, Zack, und ich bin gespannt, ob er in weiteren Abenteuern dabei ist. Gefreut habe ich mich auch über das Erscheinen von Stefan, der ja nicht in jedem Buch dabei ist. 

Nach dem Beenden des Buches habe ich erst mal im Netz nachgesehen. Die Legende von Guayota gibt es auf Teneriffa tatsächlich, auch wenn Patricia Briggs sie sicher ein wenig ausgeschmückt hat. Aber das ist eben künstlerische Freiheit. 😏  

Mich hat dieser inzwischen achte Teil der Reihe jedenfalls wieder sehr gut unterhalten und nun heißt es Warten bis Juni 2017, denn da kommt mit "Spur des Feuers" Teil neun auf den Markt. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



Mittwoch, 28. Dezember 2016

"Drei Wünsche" von Petra Oelker

Hamburg 1773. Drei Frauen, drei Wünsche. Werden Sie sich so kurz Weihnachten erfüllen?
Theda wurde als Hausangestellte entlassen, da ihre Herrin zu ihrem Sohn nach Antwerpen gezogen ist. Eigentlich sollte sie zurück nach Ostfriesland und eine Vernunftehe eingehen, damit sie versorgt ist. Aber das hat auch Zeit bis nach Weihnachten.
Auf dem Weihnachtsmarkt im alten Dom trifft sie auf die junge Elsi, die ihrem Vater am Verkaufsstand hilft. Elsi ist in den jungen Mann vom Nachbarstand verliebt, aber der ist ihrem Vater nicht gut genug für sie. 
Und schließlich ist da Madam Augusta, die ein großes Haus in Hamburg führt...aber leider keine Vertraute mehr hat, da diese plötzlich verstorben ist.
Wird es für die drei Frauen ein Weihnachtswunder geben?


Dies war das dritte der Weihnachtsbücher aus dem Rowohlt-Verlag, das ich gelesen habe und auch dieses war wieder sehr schön geschrieben. Genau wie die passenden Illustrationen. Hamburg im 18. Jahrhundert wird mit dieser Geschichte lebendig, der Weihnachtsmarkt im Dom ist so anschaulich beschrieben, dass man alles vor Augen hat und die Weihnachtsdüfte fast riechen kann, Mandeln, Zuckerwerk und Gewürzwein, einfach herrlich. 
Auch "Drei Wünsche" ist gefühlvoll geschrieben, aber es wird nie kitschig. Im Gegenteil, ich könnte mir gut vorstellen, dass alles zur damaligen Zeit genau so hätte geschehen können. 

Eine schöne Geschichte, bei dem es einem wieder warm ums Herz wird. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



Sonntag, 25. Dezember 2016

Meine Wichtelgeschenke

Wie angekündigt durfte ich gestern meine beiden Wichtelpäckchen öffnen und habe mich wirklich sehr über die Geschenke gefreut. Neben drei Büchern habe ich auch noch andere schöne Dinge bekommen: Kerzen, einen Schal, Süßigkeiten, Tee und zwei tolle Plätzchenausstechformen :-)






Und dann hat mir mein Schatz auch noch einen Gutschein vom großen A geschenkt. Hach ja, das neue Jahr kann kommen, Lesestoff ist genug da. Nicht, dass ich nicht schon vorher genug auf meinem SUB hatte...  *g*





Freitag, 23. Dezember 2016

Einmal werden wir noch wach....


...heissa, dann ist Wichteltag! 



Morgen ist Heiligabend, wie wir ja alle wissen und das heißt für mich, ich darf endlich die anderen beiden Wichtelpäckchen auspacken. Hach, ich bin ja schon soooo gespannt.

Ansonsten wird Weihnachten wohl eher ruhig und gemütlich mit hoffentlich viel Lesezeit, unterbrochen von leckerem Essen. *g* Morgen Abend gibt es ganz traditionell Nudelsalat mit Würstchen und Schnitzeln, als Nachtisch Tiramisu. 

Ich wünsche euch schöne Weihnachtstage im Kreise eurer Lieben und eurer Bücher. Vielleicht dürfen ja auch ein paar neue Seitlinge in eure Regale einziehen. 

Und auch wenn das Wetter leider wenig weihnachtlich werden soll, macht das Beste draus.  



Frohe Weihnachten!




Mittwoch, 21. Dezember 2016

Zur Wintersonnenwende


Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Julfest. Heute ist Wintersonnenwende, das bedeutet nach diesem Tag folgt die längste und dunkelste Nacht des Jahres. Das heißt aber auch, dass es ab morgen ganz langsam wieder aufwärts geht und nach und nach das Licht in die Welt zurückkehrt und es - zunächst noch unbemerkt - mit der Zeit wieder länger hell bleibt.


Mittwinternacht

Es ist Dezember.
Der Schnee fällt sacht
Alles ist still
in dieser Mittwinternacht.

Mein Atem ist kalt.
Der Mond erhellt das Dunkel.
Ich gehe durch den Wald,
sehe Eiskristalle funkeln.

Es ist die Nacht der Sonnenwende,
des Jahres längste Nacht.
Dieses Jahr geht bald zu Ende
und das neue Licht erwacht.

©Blackfairy71







Montag, 19. Dezember 2016

"Die verlorenen Spuren" von Kate Morton


England, Suffolk, Sommer 1961: Ein Ereignis trübt die Geburtstagsfeier der Familie Nicolson. Die sechzehnjährige Laurel beobachtet, wie ihre Mutter Dorothy anscheinend einen Fremden vor ihrem Haus mit einem Messer attackiert. Mit der Zeit verblasst das Ganze allerdings in Laurels Erinnerung. 
2011: Laurels Mutter ist schwer krank und hat nicht mehr lange zu leben. Die Kinder kommen nach Hause und als Laurel ein Foto findet, das ihre Mutter als junge Frau während des zweiten Weltkriegs zeigt, kommt alles wieder hoch und ihr wird klar, dass sie nichts über das Leben ihrer Mutter weiß, bevor sie selbst geboren wurde. Wer war Dorothy, bevor sie heiratete und Kinder bekam? Und wer war der Mann damals vor ihrem Haus? Kannte er ihre Mutter von früher? Nach und nach erinnert sich Laurel an immer mehr und stellt Nachforschungen an und mit der Zeit kommt ein Puzzlestück zum anderen. Aber sie hat auch Angst. Wird sie ihre Mutter immer noch so lieben, wenn sie erfährt, was damals kurz vor Ende des Krieges in London passiert ist? 

Nach "Die fernen Stunden" und "Der verborgene Garten" war dies mein drittes Buch von Kate Morton. Und es hat mir auch wieder sehr gut gefallen, auch wenn es zwischendurch ein paar Längen hat und anfangs ein bisschen schwer in Gang kommt. Die Autorin nimmt sich Zeit, alles in Ruhe zu erzählen, aber nach und nach nimmt die Spannung zu. Und der Schluss ist dann noch mal ein echtes Highlight. Wobei ich aber sagen muss, dass ich es genau so vermutet habe. Trotzdem wirkt die Geschichte noch nach.
Kate Morton schreibt gewohnt anschaulich und bildhaft, das zerbombte London wird beim Lesen lebendig. 

Zu den Charakteren muss ich sagen, dass ich besonders Laurel, Vivien und Jimmy mochte. Deswegen hat mir wahrscheinlich auch die Entwicklung des Ganzen gut gefallen. Und ich konnte gut nachvollziehen, dass Laurel etwas über die Vergangenheit ihrer Mutter wissen wollte, denn auch für mich als Tochter ist das interessant. Schließlich haben meine Eltern nicht erst mit meiner Geburt angefangen zu existieren, sie hatten auch vorher schon ein Leben. Das Buch ist ein Anreiz für mich, wieder mit meiner Familien-/Ahnenforschung weiterzumachen. 

Für Fans von Familiengeschichten ist "Die verlorenen Spuren" auf jeden Fall zu empfehlen.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥






"Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam" von Astrid Fritz

Gestern habe ich mein zweites Weihnachtsbuch beendet. Und es hat mir wieder sehr gut gefallen.



Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert. Der junge Jakob schlägt sich als Dieb durchs Leben und kommt von Freiburg nach Straßburg. Hungrig und ohne Geld bricht er in das Haus der Schneiderfamilie Gutlin ein, die gerade ihren ältesten Sohn beerdigen musste. Aber das schlechte Gewissen treibt ihn zurück zu der trauernden Familie, er will seine Tat wieder gutmachen und bereitet ihnen zu Weihnachten schließlich eine wunderbare Überraschung. Besonders die älteste Tochter Johanna freut sich sehr darüber.  

Wieder eine wunderbare Erzählung, die perfekt in diese Zeit passt. Astrid Fritz gelingt es, das weihnachtliche Straßburg aufleben zu lassen und man fühlt sich direkt in die damalige Zeit zurück versetzt, als Weihnachten noch eine ganz andere Bedeutung für die Menschen hatte als heute. Eigentlich schade, dass sich die Zeiten so geändert haben...

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die historische Geschichten mögen und in dieser Zeit etwas lesen möchten, das einem das Herz wärmt, aber dabei nicht kitschig ist. Und man lernt dabei auch noch was über den sehr alten Brauch des Weihnachtsbaums, der sich bis heute gehalten hat. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



Sonntag, 18. Dezember 2016

Bücherwichteln zu Weihnachten, Teil 1

Gestern war es soweit und ich durfte mein erstes Päckchen öffnen. Juhuuu! Dieses Mal war es die Wichtelaktion im Forum der Büchereulen.

Und hier seht ihr das Ergebnis:





Vielen lieben Dank an meine Wichtelmama. Ich habe mich sehr gefreut und bin schon sehr gespannt auf das Buch. 




Freitag, 16. Dezember 2016

Zum vierten Advent


Am Sonntag können wir bereits die vierte Kerze anzünden. Kaum zu glauben, wie schnell die Wochen vergehen.

Und morgen darf ich endlich eines meiner Wichtelpäckchen auspacken. Das große, traditionellen Weihnachts-Bücherwichteln bei den Büchereulen startet oder besser gesagt, morgen ist "Entwichtelungstag". 
Das Spannende ist, ich bin noch nicht ganz sicher, wer meine Wichtelmama ist, habe aber einen Verdacht. Mal schauen, ob der sich vor dem Auspacken noch bestätigt. 😊

Ansonsten sind am Wochenende zwei Weihnachtsessen angesagt, aber ich hoffe, ich finde auch etwas Zeit  zum Lesen, damit ich mit "Die verlorenen Spuren" weiterkomme.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon mal...


Montag, 12. Dezember 2016

Vorfreude auf das Lesejahr 2017


Fast Mitte Dezember. Da habe ich schon mal einen Blick auf Neuerscheinungen im nächsten Jahr geschielt...und einige entdeckt, über die ich mich sehr freue.

Nachdem ich ja befürchtet habe, die Reihe wird gar nicht fortgesetzt, freue ich mich um so mehr über jeden neuen Teil:


Und auch von Chris Carter und Richard Montanari gibt es - hoffentlich - spannenden Nachschub:



Und auch im historischen Bereich gibt es für mich Grund zur Freude:




Hier hinke ich zwar etwas hinterher und muss noch ein paar Teile nachholen, aber ich freue mich trotzdem über jede Fortsetzung:



Jetzt müsste nur was Neues von Linda Castillo und Amanda Stevens kommen, dann wird das ein wirklich gutes Lesejahr. 😊






Freitag, 9. Dezember 2016

Einen schönen 3. Advent


Ja, am Sonntag ist bereits der 3. Advent. Kaum zu glauben, wie die Zeit rast.


Zumindest habe ich nun alles zusammen für diverse Wichtelaktionen, zwei Päckchen gehen heute auf die Reise, das dritte Anfang nächster Woche.
Und bei mir steht auch schon eins zuhause und wartet aufs Auspacken...aber da muss ich noch bis zum 24.12. aushalten. Das ist echt grausam...Folter geradezu. 

Morgen werde ich endlich mal Plätzchen backen, habe ich mir vorgenommen. Mal sehen, was so dabei herauskommt. 
Danach habe ich hoffentlich noch Zeit, mein aktuelles Buch weiterzulesen: Verlorene Spuren von Kate Morton. Habe jetzt 140 Seiten geschafft und zwischendurch ist es etwas zäh, aber dann wieder interessanter. 

Am Sonntag beginnt dann eine kleine Weihnachtsleserunde im Forum Welt der Bücher. Da lesen wir "Wie der Weihnachtsbaum in die Welt" kam von Astrid Fritz. Das sind rund 120 Seiten und genau das richtige für den 3. Advent. 

Ich wünsche euch einen gemütlichen 3. Advent, genießt die Zeit und macht das Beste aus dem im Moment wenig weihnachtlichen Wetter. 






Dienstag, 6. Dezember 2016

Einen schönen Nikolaustag


Na, seid ihr denn auch brav gewesen? Wenn ja, habt ihr bestimmt etwas Nettes in eurem Schuh oder Stiefel gefunden, was zum Naschen oder vielleicht sogar ein Buch? 


Ich scheine nicht brav gewesen zu sein, denn meine Stiefel waren heute früh leider leer. Na ja, vielleicht kommt der Nikolaus im Laufe des Tages noch vorbei... 





Montag, 5. Dezember 2016

"Eisweihnacht" von Ruth Berger


Eines meiner neuen Weihnachtsbücher habe ich direkt am Wochenende gelesen.



"Eisweihnacht" spielt im Jahr 1844 in Frankfurt und im Mittelpunkt steht die dreißigjährige Elise Best, die noch unverheiratet zuhause lebt und seit Jahren ihrem verwitweten Vater im Geschäft hilft. Dieser Winter ist besonders kalt mit viel Schnee und Minustemperaturen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Darunter leidet auch das Geschäft und der Vater eröffnet Elise, dass sie kurz vor dem Konkurs stehen. Deswegen möchte er seine Tochter möglichst schnell verheiraten, damit sie versorgt ist. Der potentielle Ehemann ist ein Pfarrer aus Norddeutschland, verwitwet mit fünf Kinder und mindestens zwanzig Jahre älter als Elise. Nicht unbedingt das, was sie sich für die Zukunft erhofft.  
Während Elise versucht, irgendwie aus der Situation herauszukommen, steht die junge Marie mit dem kleinen Josua vor der Tür, halb erfroren und ohne Bleibe. Der Junge wurde nach dem Tod der Eltern von seiner Tante nach Frankfurt zu einem entfernten Verwandten geschickt, den er nicht kennt und dessen Adresse anscheinend auch nicht mehr stimmt. Elise nimmt die beiden auf und kümmert sich um den Waisenjungen, auch wenn der Vater nicht begeistert ist. Denn seit seine erste Frau an Weihnachten starb und die zweite ihn am Heiligen Abend wegen eines anderen verlassen hat, hat er für Weihnachten nichts mehr übrig und ist in dieser Zeit besonders schlecht gelaunt. Aber Elise ist froh über die Ablenkung, so kann sie den heiratswilligen Pfarrer noch etwas hinhalten. Und zum Ende gibt es noch eine große Überraschung für alle Beteiligten.

Dies war mal ein Weihnachtsroman, der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Eine wunderschöne Geschichte aus dem historischen Frankfurt, mit viel Herz, aber keineswegs kitschig. Auch Schmunzeln musste ich zwischendurch immer wieder, der Schreibstil der Autorin gefällt mir wirklich sehr gut. Ich hatte bisher noch nichts von Ruth Berger gelesen, aber ich glaube, das sollte ich ändern. 
Die ganze Aufmachung des Buches ist sehr schön und die Illustrationen sehr liebevoll und passend. So hätte ich mir Elise auch vorgestellt. 
Auch habe ich wieder etwas gelernt und zwar den Brauch des Frankfurter Quetschemännchens: Früher war es Brauch, dass junge Männer ihrer Angebeteten ein Quetschemännchen schickten. Wenn sie es behielt, dann konnte der Mann sicher sein, dass sie auch interessiert war. Schickte sie das Männchen allerdings zurück, dann war er abgeblitzt. 

Fazit: Eine wunderbare Weihnachtsgeschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und die perfekt in diese Zeit passt. Und die rund 120 Seiten kann man gemütlich an einem Adventssonntag lesen. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

©Blackfairy71




Samstag, 3. Dezember 2016

Neuzugänge für die Weihnachtszeit

Normalerweise bin ich ja kein Fan von speziellen Weihnachtsbüchern, oft sind sie mir zu kitschig.

Aber heute bin ich zufällig über diese drei schönen historischen Kurzromane gestolpert. Es sind zwar Mängelexemplare, aber sie sehen aus wie neu und für 1,95 € musste ich einfach zugreifen.  Zumal mich "Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam" sowieso seit ein paar Tagen auf der Wunschliste hatte... 😉



Ich wünsche euch einen schönen 2. Advent, vielleicht mit einem schönen Weihnachtsbuch. 


Freitag, 2. Dezember 2016

"Ein ganz normaler Tag / Schneefall" von Simon Beckett

Zwei Kurzgeschichten in einem hübschen kleinen Büchlein in netter Aufmachung:





Ein ganz normaler Tag
Detective Chief Inspector Nichols ist sich ganz sicher: Der Obdachlose war schuld! Er hatte die alte Frau um Geld angebettelt und dann erschlagen. Und das am Heiligen Abend. Auf Anraten der Pathologin zieht er David Hunter zu Rate. Widerwillig. Als ob er geahnt hätte, dass der ihm das Weihnachtsfest verderben würde...

Diese Geschichte spielt anscheinend vor dem Start der Reihe, denn hier lernt David Hunter seine spätere Frau Kara kennen. In "Die Chemie des Todes" erfährt man ja mehr über sie und ihre gemeinsame Tochter. Für Leser der Reihe also sehr interessant. 


Schneefall
In den Schottischen Highlands wird ein Serienmörder gejagt. Dann findet man zwei Leichen im Schnee. Und niemand hört gerne, was der forensische Anthropologe dazu sagt...

Ich glaube, die zweite Geschichte spielt zwischen Band 1 und 2, denn in "Kalte Asche" wird erwähnt, dass David in den Highlands einen Fall untersucht hat, bevor er dann nach Runa beordert wurde. Auch recht interessant für Kenner der Reihe.

Fazit: Für Fans der Reihe und Kenner von David Hunters Geschichte sicher interessant, ich habe es jedenfalls gerne gelesen. Allerdings ist der Preis von 8 Euro für gerade mal 60 Seiten schon ziemlich happig, finde ich. Trotz festem Einband und schöner Aufmachung.

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ 





"Ich sehe was, und das ist tot" von Karen Sander

In einer alten Fabrikhalle werden Blutspuren gefunden und alles sieht nach dem Schauplatz eines Mordes aus. Allerdings fehlt die Leiche. Kommissar Georg Stadler wird durch einen anonymen Anruf darauf aufmerksam gemacht.  An der Wand entdeckt er eine Art Code und zieht die Psychologin Liz Montario hinzu, Expertin für Täterbotschaften. 
Dann wird in einem Hotel eine weibliche Leiche gefunden und wieder wirkt das Ganze merkwürdig inszeniert und erinnert Stadler an ein Filmset. Schließlich taucht im Internet der Mord in der Fabrikhalle als Clip auf einer Filmfanseite auf.  Handelt es sich um Snuff-Filme? 
Als eine weitere Tote gefunden wird, gerät plötzlich Georg Stadler selbst in den Fokus der Ermittlungen. Will ihm jemand etwas anhängen? Liz und Stadlers Kollegen setzen alles dran, den wahren Täter zu finden. Aber die Zeit läuft.

"Ich sehe was und das ist tot" ist der dritte Teil der Thrillerreihe mit Kommissar Georg Stadler und Psychologin Liz Montario. Und auch wenn ich den zweiten noch nicht gelesen habe, hatte ich hier nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Man ist sofort im Geschehen und wird direkt in die Geschichte geworfen. Der Prolog beschreibt ein Ereignis in der Vergangenheit, das ich ehrlich gesagt beim Lesen schon wieder vergessen hatte und es kommt auch erst fast am Ende wieder zur Sprache. 

Von Anfang an fand ich das Buch spannend und das hielt sich auch bis zum Schluss. Auch wenn ich irgendwann eine Ahnung hatte, wer der Täter ist, gelang es der Autorin immer wieder durch geschickte Wendungen und neue Erkenntnisse in den Ermittlungen, dass ich zwischendurch immer wieder rätselte, ob mein Verdacht sich bestätigen würde. Die wechselnden Erzählperspektiven und teilweise kurzen Kapitel steigerten die Spannung dann zum Schluss noch mal. 
Mir gefällt der Schreibstil der Autorin, sie schreibt flüssig und anschaulich, ich konnte mir jede Szene bildlich sehr gut vorstellen. 

Zu den Charakteren muss ich sagen, dass ich nicht so wirklich weiß, was ich von Georg Stadler halten soll. Durch seine oft erwähnten Frauengeschichten könnte man den Eindruck bekommen, dass er keine hohe Meinung von Frauen hat. Gegenüber Liz oder seiner Kollegin Birgit kommt das allerdings anders rüber. Vielleicht hat er einfach noch nicht die Richtige getroffen. Auf jeden Fall ist er ein guter Ermittler.
Liz erscheint mir manchmal ein bisschen naiv. Auf der einen Seite wird sie als brillante Psychologin dargestellt, hier dachte ich aber zwischendurch ein paar Mal, das sie dann doch eigentlich eine bessere Menschenkenntnis haben sollte. Letztendlich mag ich aber auch sie. 
Für alle Charaktere gilt jedenfalls, dass sie viele Facetten haben und nicht nur gut oder nur böse sind, nicht nur schwarz oder weiß. 

Fazit: Ein Thriller, der mir spannende Lesestunden beschert und mich gut unterhalten hat. 

Chronologische Reihenfolge:
1. Schwesterlein, komm stirb mit mir
2. Wer nicht hören will, muss sterben
3. Ich sehe was, und das ist tot

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


©Blackfairy71




Mittwoch, 30. November 2016

Morgen können wir das erste Türchen öffnen


Es ist tatsächlich soweit: Morgen ist der 1. Dezember. Schon wieder. 😏  Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob das letzte Weihnachten noch gar nicht so lange her ist.

Aber egal, so kann ich ab morgen wieder meinen kalorienfreien Adventskalender hervor kramen. 


Vom 01. bis zum 24. Dezember gibt es hier interessante Dinge zu lesen, schöne Geschichten, Alternativen zur allgemein bekannten Adventszeit, Traditionen und Rituale unserer Vorfahren und Ahnen. Woher kommt zum Beispiel der Brauch, einen Adventskranz aufzustellen? Oder einen Weihnachtsbaum?
All das erfährt man in diesem schönen kleinen Büchlein.

Aber wir haben auch einen "normalen" Adventskalender, der für jeden Tag mit Schoki gefüllt wird. ;-)  Das ist einfach eine schöne Kindheitserinnerung für mich, die ich beibehalten möchte. 

Also kommt gut in den Dezember und viel Spaß beim Öffnen des 1. Türchens. 



Sonntag, 27. November 2016

Einen schönen 1. Advent

Und schon ist es wieder soweit: Der 1. Advent ist da. 


Habt ihr spezielle Bücher, die ihr in dieser Zeit gerne lest? Oben seht ihr ein paar Beispiele der Bücher, die in meinem Regal stehen und immer im Dezember raus dürfen. 
Außerdem lese ich in dieser Zeit gerne Bücher, in denen es um Familiengeschichten geht. So habe ich zum Beispiel "Die verlorenen Spuren" von Kate Morton auf meinem SUB liegen und "Die Schwestern von Sherwood". Die möchte ich gerne diesen Winter lesen. 

Aber im Moment bin ich noch bei "Ich sehe was und das ist tot" von Karen Sander. Aber wenn ich das beendet habe, dann kommt mal etwas Ruhigeres an die Reihe. 

Und jetzt wünsche ich euch einen schönen und ruhigen 1. Advent.




Donnerstag, 24. November 2016

"Onkel Montagues Schauergeschichten" von Chris Priestley


Der junge Edgar liebt es, seinen Onkel Montague zu besuchen. Auch wenn er in einem alten, unheimlichen Haus wohnt, er auf dem Weg dorthin durch einen dunklen Wald muss und der Garten an einen düsteren Friedhof erinnert. Denn sein Onkel erzählt wundervolle Geschichten, Gruseliges von Geistern, Hexen und Dämonen. Und zu allen Geschichten befinden sich Gegenstände in dem alten Haus. Und woher kennt Onkel Montague die ganzen Geschichten? Hat er sie selbst erlebt oder kennt er die Personen, denen sie passiert sind?

Ein wirklich ganz tolles Buch und die 223 Seiten sind recht schnell zu lesen. Es passt wunderbar in diese Jahreszeit und wäre sicher auch perfekt für einen Leseabend an Halloween. Für kleine Kinder ist es sicher nichts, aber Jugendliche so ab zwölf Jahren dürften wohl keine Probleme mit den gruseligen Geschichten haben. Zumindest ist so die offizielle Altersempfehlung. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten.
Auch die Illustrationen im Buch und das Cover sind liebevoll gestaltet.

Meine  Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


"Die Winterprinzessin" von Sandra Lessmann

Zum Inhalt:
Es ist das Jahr 1668. Die Schwester des englischen Königs Charles II, Henriette, ist verheiratet mit dem Bruder des französischen Königs Louis XIV und lebt deswegen seit vielen Jahren am Hof in Paris. Regelmäßig bringt ein Vertrauter Briefe zwischen den Geschwistern hin und her. Doch eines Tages wartet Charles vergeblich auf Nachricht von Henriette. Beunruhigt, dass dem Boten William Fenwick etwas zugestoßen ist, ruft er den Jesuitenpater Jeremy Blackshaw, seine ehemalige Mätresse Amoret St. Clair sowie ihren Mann Breandan Mac Mathuna zu sich. Denn in den Briefen ging es auch um brisante politische Dinge, die Frankreich und England betreffen und nicht in falsche Hände geraten dürfen. Charles schickt den Iren Breandan nach Paris, um seiner Schwester Nachricht zu bringen, während Jeremy in England nach einer Spur von William Fenwick sucht. Dies ist wieder ein Rätsel ganz nach seinem Sinne, denn er begann sich im Haus seiner alten Freundin Amoret bereits ein wenig zu langweilen. Amoret wiederum nutzt ihre alten Kontakte bei Hofe, um mehr über die ganze Sache herauszufinden. Schließlich führt die Spur nach Frankreich und die Freunde reisen an den Königshof in Paris. 

Nach "Narrenkind" gab es endlich ein Wiedersehen mit Jeremy, Amoret, Breandan sowie dem königlichen Richter Orlando Trelawney, seiner Frau Jane und Wundarzt Alan Ridgeway. Sie alle sind mir inzwischen ans Herz gewachsen, ich liebe die Reihe sehr und habe auch diesen Teil wieder sehr gerne gelesen. In kleineren Rückblenden erfährt der Leser hier auch, wie sich Jeremy und Amoret damals kennenlernten und wie sie als Kind zu seinem Schützling wurde. Den größten Teil nimmt aber die Gegenwart oder besser gesagt die Zeit von 1668 bis 1670 ein und historisch Interessierte ahnen vielleicht, dass die politische Sache in dem Briefwechsel zwischen England und Frankreich den so genannten Vertrag von Dover betraf. Ob Charles in diesen Briefen auch seinen Wunsch erwähnte zum Katholizismus zu konvertieren, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, da der größte Teil des Briefwechsels mit seiner Schwester vernichtet worden ist. Tatsächlich konvertierte Charles II. aber auf dem Sterbebett.
Neben historischen Fakten und Figuren gibt es auch wieder spannende und interessante Verwicklungen und Momente in der Geschichte sowie emotionale Momente zwischen den Hauptfiguren, etwas als Breandan erkennt, was ihm seine Frau über ihre Vergangenheit am französischen Hof alles nicht erzählt hat. Und gefreut hat mich eine Entwicklung im Leben von Alan Ridgeway. Aber lest selbst, ich möchte nicht zu viel verraten.

Einzig der Titel "Die Winterprinzessin" erschließt sich mir auch nach dem Lesen des Buches nicht wirklich. Sicher ist damit Henriette gemeint, die als zartes, blasses und elfengleiches Wesen beschrieben wird. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Sonntag, 20. November 2016

"Der achte Rabe" von Marion Henneberg

Fünf Jahre ist es her, dass der Sohn von Alexandra Thalinger am Tag nach seinem achtzehnten Geburtstag einfach verschwand. Nie wieder hat sie etwas von Falko gehört. Und nun wird seine Leiche in einem Wald bei Stuttgart gefunden, anscheinend erschlagen.
Alexandras Welt bricht erneut zusammen, denn nach dem Verschwinden ihres Sohnes damals fiel sie in ein tiefes Loch und fand nur mit Mühe ins Leben zurück. Nun will sie endlich wissen, was damals passiert ist und natürlich auch, wer ihren Sohn umgebracht hat. Gegen den Willen ihres Mannes stellt sie Nachforschungen an, was auch den ermittelnden Polizisten nicht gerade gefällt. Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Judith. Nach und nach setzt Alex die Puzzleteile der vergangenen Jahre zusammen und fragt sich, wem sie in ihrem Umfeld eigentlich noch trauen kann...    

Marion Hennebergs ersten Krimi "Der achte Rabe" durfte ich bei den Büchereulen in einer Leserunde mit Begleitung der Autorin lesen. Danke noch mal dafür. 
Also mir hat das Buch sehr gut gefallen. Gleich von Anfang an war die Spannung da und sie hielt auch bis zum Ende an. Durch geschickte Andeutungen und Wendungen führt die Autorin den Leser immer wieder in die Irre, was den Täter betrifft.
Aber "Der achte Rabe" ist nicht nur ein Krimi, es ist auch die Geschichte einer Familie, die durch Geheimnisse zerstört wird und einer Frau, die zunächst daran zu zerbrechen droht, dann aber zu neuer Stärke findet und schließlich an den ganzen Geschehnissen wächst. 
Die Figur der Alexandra ist sehr glaubhaft dargestellt. Ich konnte gut nachempfinden, wie sie sich fühlen muss und dass sie unbedingt herausfinden will, was damals passiert ist. Auch die anderen Charaktere sind interessant und vielschichtig gezeichnet, keiner ist nur gut oder nur böse. 

Also wer spannende und gut geschriebene Krimis mag, der liegt hier genau richtig. Marion Henneberg schreibt ja in erster Linie historische Romane und ich kann sagen: Sie kann auch Krimis. 😉

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Sonntag, 13. November 2016

"Leichenblässe" von Simon Beckett

Nach dem Angriff auf ihn verlässt der forensische Anthropologe David Hunter London und reist nach Knoxville in den USA. Hier in Tennessee gibt es die berühmte Body Farm des FBI, eine Art Übungsgelände für Forensiker, die dort an echten Leichen Tests durchführen und lernen. Hier möchte David eigentlich nur in Ruhe nachdenken und sich darüber klar werden, ob er noch für seinen Beruf geeignet ist. Dann bittet ihn der Leiter des Instituts, Tom Lieberman um Hilfe. In einer Berghütte wird eine männliche Leiche gefunden, die fast bis zur Unkenntlichkeit zersetzt ist. Dadurch wird die Identifikation schwierig und David ist ein anerkannter Experte...zumindest in England. Die zuständige Polizei sieht seine Einmischung deswegen nicht gerne, aber Tom legt großen Wert auf Davids Meinung und dieser sieht es schließlich als Bewährungsprobe. Die Untersuchung der Leiche wirft viele Fragen auf und der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Und es bleibt nicht bei dem einen Toten...  

Nach dem offenen Ende von "Kalte Asche" musste ich natürlich wissen, wie es mit David Hunter weitergeht. 😊 Von Zweifeln geplagt reist er in die USA, flüchtet praktisch vor dem, was ihm passiert ist. Es wird aber nicht zu oft darauf eingegangen, was ich gut fand. So wissen neue Leser, was passiert ist. Wer aber den Vorgänger schon kennt, der ist nicht genervt über ständige Wiederholungen.
Insgesamt hat mir "Leichenblässe" sogar etwas besser gefallen als "Kalte Asche". Ich fand die Geschichte sehr spannend erzählt und das bleibt auch von Anfang bis Ende. Die Identität des Täters hat mich auf jeden Fall überrascht, obwohl ich Zweifel hatte, dass der von den Ermittlern zunächst Verdächtigte wirklich der Richtige ist. 
Nach inzwischen drei gelesenen Büchern kann ich nur sagen, ich mag David Hunter. Er ist kein Superheld, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten. Jemand, der trotz seiner natürlichen Gabe für seinen Beruf und seiner Intelligenz Zweifel daran hat, ob er so weitermachen kann wie bisher. 
Auch die anderen Figuren sind nicht einfach nur schwarz oder weiß, selbst der Täter ist vielschichtig dargestellt.

Fazit: Eine für einen Thriller zwar ruhige, aber durchweg fesselnde Geschichte, überraschende Wendungen, ein flüssiger Schreibstil und interessante Figuren. Außerdem gibt es auch wieder gute Einblicke in die forensische Arbeit, die man schon von den vorherigen Büchern gewohnt ist. Also: Lesen! 😉

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥




Dienstag, 8. November 2016

Lovelybooks tröstet die Daheimgebliebenen

Im Oktober war bekanntermaßen die Frankfurter Buchmesse....und ich war mal wieder nicht dabei. Jedenfalls nicht "in echt". Dafür aber virtuell und zwar bei Lovelybooks. Dort konnte ich mit anderen Daheimgebliebenen im virtuellen Wohnzimmer quatschen und bekam außerdem Infos aus erster Hand von denen, die in Frankfurt dabei waren. 

Und das Schönste war, dass ich sogar etwas gewonnen habe. 

In dieser wunderschönen Tasche...


....waren diese tollen Sachen

Da ist es gar nicht mehr so schlimm, dass ich mir nicht auf der Messe die Füße platt gelaufen habe, sondern gemütlich zuhause auf der Couch gesessen habe. *g*



Freitag, 4. November 2016

Neues zum Wochenende

So ein Feiertag in der Woche ist doch was Feines, nach drei Arbeitstagen ist schon wieder Wochenende.
Für morgen ist ja Lese- und Couchwetter angesagt, genau richtig. Ich lese im Moment "Onkel Montagues Schauergeschichten" von Chris Priestley, das passt perfekt zu dieser Jahreszeit. 

Außerdem habe ich mir heute "Leichenblässe" von Simon Beckett aus der Bücherei geholt. Nach dem Cliffhanger in "Kalte Asche" muss ich doch wissen, wie es mit David Hunter weitergeht. 

Dann habe ich heute eine Mail vom Forum der Büchereulen bekommen, dass ich für eine Leserunde ein Testleseexemplar des Krimis "Der achte Rabe" von Marion Henneberg bekomme. Die Autorin begleitet die Leserunde, los geht es am 10. November. Das ist doch eine gute Nachricht zum Wochenende.

Und als ich nach Hause kam, wartete ein Päckchen von Lovelybooks auf mich: eine "Goodie-Bag"  mit schönen Lesezeichen und tatsächlich zwei Büchern. Und die Tasche selbst ist auch superschön und wird ab sofort meine Einkäufe tragen dürfen. :-)
Fotos kommen noch. 

Ich wünsche euch ein gemütliches Wochenende mit viel Zeit für eure Seitlinge. 


Mittwoch, 2. November 2016

"Kalte Asche" von Simon Beckett


Der forensische Anthropologe David Hunter ist eigentlich auf dem Weg nach Hause, als ihn ein Notruf aus Schottland erreicht. Auf der kleinen Insel Runa wurde eine verbrannte Leiche gefunden und da zur Zeit kein anderer Experte auf diesem Gebiet zur Verfügung steht, bittet man David. Also reist er auf die äußeren Hebriden, um die Überreste zu untersuchen und die Leiche zu identifizieren. Der zuständige Sergeant Fraser ist wenig erfreut und außerdem davon überzeugt, dass es ein Unfall war. Aber nach eingehenden Untersuchungen ist David sich da nicht mehr so sicher.
Dann kommt ein heftiger Sturm auf und die Insel wird von der Außenwelt abgeschnitten, kein Strom, kein Telefon, kein Handynetz. Und schließlich gibt es einen weiteren Toten. Und es ist klar: Der Mörder muss noch auf der Insel sein und ist einer von ihnen.  

Düster, spannend und atmosphärisch, so fand ich den zweiten Teil der Thriller-Reihe von Simon Beckett. Und er hat mir etwas besser gefallen als "Die Chemie des Todes". Lag vielleicht am Schauplatz, denn ich liebe die raue Landschaft Schottlands. 
Auch hier lernt der Leser wieder einiges über die oft mühsame Kleinarbeit eines Forensikers und erhält interessante Einblicke.  
Die Spannung baut sich im Laufe der Handlung langsam auf und ich wusste dank geschickter Wendungen bis zum Schluss nicht, wer der Täter ist...auch wenn ich ein paar Vermutungen hatte.

David Hunter ist auch hier kein Superheld. Er muss wieder einiges einstecken und zweifelt manchmal, ob es richtig ist, was er macht und ihn lässt es keinesfalls kalt, wenn ein weiteres Opfer auf seinem Tisch liegt. Mit seiner Arbeit möchte er den Toten ein Gesicht geben und es soll ihnen Gerechtigkeit widerfahren. Meiner Meinung nach ist das genauso wichtig, wie ein Arzt für die Lebenden. 

Ich kenne zwar den dritten Teil noch nicht, aber da es hier am Ende einen fiesen Cliffhanger gibt, würde ich empfehlen, die Reihe chronologisch zu lesen. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥

©Blackfairy71



Dienstag, 1. November 2016

Herbst- und Halloweenwichteln bei Lovelybooks


Bekannterweise war gestern Halloween, welches von All Hallows Eve abgeleitet wurde, dem Abend vor Allerheiligen. Ich mag ja eher das keltische Samhain und nicht das amerikanisierte Horrorfest. Der eigentlich Sinn ist bei beidem dasselbe und man gedenkt an diesem Tag seiner Vorfahren und Ahnen. 

Anlässlich von Halloween wurde bei Lovelybooks eine Wichtelaktion gestartet und ich war dieses Mal dabei. Es hat sich gelohnt. 
Vielen Dank an meine Wichtelmama. :-)




Die Toffifees haben übrigens Halloween nicht überlebt... *g*


Samstag, 29. Oktober 2016

"Verletzung" von Manuela Obermeier

Eine Tote wird mitten in München vor einer Kirche gefunden. Polizistin Antonia Stieglitz, genannt Toni wird mit dem Fall betraut. Wer war die Frau und was bezweckt der Täter damit, sie in aller Öffentlichkeit wie eine Puppe zu drapieren?
Nach außen gibt Toni die taffe Polizistin, aber niemand weiß, wie es wirklich aussieht. Seit vier Wochen wohnt sie in einer kleinen Pension und versteckt sich dort vor ihrem Ex-Freund Mike, der sie jahrelang geschlagen hat. Das Schlimme ist: Mike ist selbst Polizist und wiegt sich damit in Sicherheit, denn Toni ist überzeugt, dass niemand ihr glauben und keiner seiner Kollegen gegen ihn ermitteln würde.
Dann passiert ein weiterer Mord. Außerdem ist Toni überzeugt, dass jemand sie verfolgt. Aber ist es Mike? Oder ist sie dem Täter zu dicht auf der Spur?

"Verletzung" ist Manuela Obermeiers erster Krimi. Der Schreibstil hat mir gefallen, er ist flüssig und bildhaft und es gelingt der Autorin zwischendurch auch immer mal wieder die Spannung aufrecht zu erhalten. 
Viele Überraschungen gab es für mich allerdings nicht. Aber es ist natürlich auch schwer, in diesem Genre was komplett neu zu erfinden. Die Autorin ist selbst Polizistin und schreibt in der Danksagung, dass sie manche Dinge, die normalerweise in der Ermittlungsarbeit anders laufen, zu Gunsten der Dramaturgie geändert hat. Vielleicht hätte sie das nicht tun sollen, dann wäre die Geschichte vielleicht realistischer geworden. Und nicht so wie viele andere Krimis.   

Aber da es ein Erstling ist, würde ich der Autorin noch mal eine Chance geben, wenn es einen zweiten Fall für Toni geben würde. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥


Freitag, 28. Oktober 2016

Winterzeit - Eine Stunde mehr Lesezeit

Morgen ist es wieder soweit und die Uhren werden auf Winterzeit umgestellt. Eine Stunde zurück, d. h. wir können eine Stunde länger schlafen von Samstag auf Sonntag. Und....wir können am Wochenende eine Stunde länger lesen. Das hat doch was, oder? ;-)

Ich habe heute "Verletzung" von Manuela Obermeier beendet und werde nun "Kalte Asche" von Simon Beckett weiterlesen. Das hatte ich für das Leserundenbuch unterbrochen, da ich ungern zwei Bücher gleichzeitig lese. 
Außerdem habe ich mir heute "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek aus der Bücherei ausgeliehen. Damit habe ich aber bis Ende November Zeit. 

Am Dienstag ist bei uns Feiertag, so dass der Montag für mich ein Brückentag ist. Ich habe also nach meiner Urlaubswoche noch ein schönes, langes Wochenende vor mir.  

Also habt ein schönes Wochenende und nutzt die zusätzliche Stunde, für was auch immer. 




Dienstag, 18. Oktober 2016

"Die Therapie" von Sebastian Fitzek

Klappentext:
Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein Ferienhaus auf einer Insel zurückgezogen, doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird...

Nachdem ich inzwischen "Der Seelenbrecher" und "Abgeschnitten" gelesen habe, wollte ich natürlich auch Fitzeks viel gelobten Erstling lesen. 
"Die Therapie" ist ein spannender psychologischer Thriller mit einem gut durchdachten Plot und interessanten Figuren. Durch Cliffhanger in den Kapiteln und gelungene Wendungen in der Handlung hält Fitzek den Leser "bei der Stange". Nur noch eine Seite...nur noch ein Kapitel...gleich kommt die Lösung! Und wieder schlägt die Geschichte einen Haken. 

Trotzdem muss ich sagen, dass mich das Ende nicht wirklich überrascht hat. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Buch habe ich diese Auflösung vermutet. Das liegt aber glaube ich nicht am Autor, sondern eher daran, dass ich in meinem bisherigen Leben schon zig Krimis und Thriller gelesen habe, die so oder so ähnlich abliefen. Und "Die Therapie" ist ja mittlerweile auch schon zehn Jahre alt. 

Was die Charaktere angeht, so könnte ich jetzt nicht sagen, dass ich einen besonders gemocht oder nicht gemocht hätte. Viktor Larenz hat mir zwar zwischendurch leid getan wegen allem, was er durchmachen musste, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihm nicht. 

Unterhalten hat mich die Geschichte auf jeden Fall und ich kann sie jedem Thriller- und Krimifan weiterempfehlen, ein echter Pageturner. Schön finde ich auch, dass man das Buch einzeln lesen kann und nicht die chronologische Reihenfolge einer Serie beachten muss. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ 

©Blackfairy71