"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Freitag, 27. November 2015

Der 1. Advent steht vor der Tür


Und schon ist es wieder soweit, in zwei Tagen ist der erste Adventsonntag. 

Ich habe heute im Büro schon ein bisschen dekoriert, denn schließlich verbringe ich ja dort die meiste Zeit. Auch der Weihnachtsbaum im Eingangsbereich steht schon.

Viele lesen in dieser Zeit Weihnachtsbücher. Meine Lieblinge habe ich ja schon im letzten Post vorgestellt. Ich denke, wenn ich "Das dunkle Herz der Welt" beendet habe, werde ich erst mal einen Thriller oder Krimi lesen. Und danach vielleicht "Der Engelsbaum" von Lucinda Riley, das passt auch ganz gut in diese Zeit.  

Morgen werde ich mich schon mal um ein paar Wichtelgeschenke kümmern, denn auch das steht nun wieder an und darauf freue ich mich schon sehr. 
Und zur Einstimmung in die Adventszeit geht es nachher auf unsere kleinen, aber sicher wieder feinen Nikolausmarkt.

Ich wünsche euch einen gemütlichen 1. Advent und einen guten Start in die Vorweihnachtszeit.









Dienstag, 24. November 2015

Alle Jahre wieder....


....stehen Weihnachten und die Adventszeit völlig überraschend vor der Tür.

Und auch dieses Jahr möchte ich Euch wieder Bücher für die gemütliche Zeit des Jahres ans Herz legen:



Lasst Euch nicht stressen und von der allgemeinen vorweihnachtlichen Hektik anstecken. 

Genießt die nächsten Wochen mit euren liebsten Seitlingen zuhause gemütlich auf dem Sofa, mit Kerzen und einem leckeren Tee oder Kakao. 






Montag, 23. November 2015

"Die Hüter der Rose" von Rebecca Gablé


War es im ersten Teil Robin of Waringham, der im Mittelpunkt der Geschichte stand, so ist es nun sein Sohn John. Als Jüngster in einer ganzen Reihe von Geschwistern und Halbgeschwistern hat er es nicht leicht im Gestüt und auf der Burg. Er wünscht sich nichts sehnlicher als an den Hof des Königs zu kommen und Ritter zu werden.
Aber Robin findet, er ist mit zwölf Jahren dazu noch zu jung und will ihn lieber in den Dienst des Bischofs Henry Beaufort schicken, einem Bruder des verstorbenen Königs Henry und somit Angehöriger der mächtigen Familie Lancaster. John ist entsetzt und reißt von zuhause aus. Ganz alleine schlägt er sich nach London durch und will sein Glück in Westminster versuchen.
Im Dienst des jungen Königs Harry wird John schon früh zum Ritter und zieht für sein Land in den immer noch andauernden Krieg nach Frankreich, in dem schon sein Vater und seine Brüder gekämpft haben. Er lernt die dunklen Seiten des Krieges kennen, schließt aber auch Freundschaften, die ein Leben lang halten.
Abseits des Schlachtfelds wird er ein wertvoller Berater des Königs. Und als Harry viel zu früh stirbt, versucht John sein Bestes, Harrys gerade mal acht Monate alten Sohn zu beschützen und auf seine Rolle als zukünftiger König vorzubereiten. Keine leichte Aufgabe, denn die Feinde sind nicht nur in Frankreich, auch in der eigenen Familie gibt es Intrigen und nicht wenige lauern auf den Thron. Aber zum Glück hat John in dem einflussreichen Bischof Beaufort einen Fürsprecher und Freund. Und einen Lancaster zum Freund zu haben, kann nie schaden...

Rund 1200 Seiten habe ich nun wieder die Familie Waringham im mittelalterlichen England begleitet. Und es war keine Sekunde langweilig.
Das Wiedersehen mit Robin of Waringham hat mich sehr gefreut, auch wenn im Laufe der Geschichte eher die nächste Generation in den Fokus rückte. Auch John mochte ich, denn er hat mich sehr an Robin erinnert. Ebenso wie Bischof Henry Beaufort mich an den Duke of Lancaster aus "Das Lächeln der Fortuna" erinnerte. Ähnlich entwickelte sich auch dann die Beziehung der beiden.
Einige der Charaktere aus Teil 1, von denen ich mir gewünscht hätte, sie wären wieder dabei, waren es leider nicht mehr. Aber gut, wahrscheinlich wäre das Buch sonst 4000 Seiten stark geworden. *g*
Und es gibt auch interessante neue Figuren wie z. B. Juliana, Johns Freunde Somerset und natürlich Owen Tudor. Kenner der englischen Geschichte horchen sicher auf, wenn der Name zum ersten Mal im Buch fällt. Ich musste jedenfalls schmunzeln.
Wie immer gelingt es Rebecca Gablé die fiktive Familie der Waringhams mit den damaligen Ereignissen und historischen Figuren gekonnt zu verweben, so dass man denkt: Warum soll es nicht so gewesen sein?  Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, man hat immer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, sei es nun im Stall bei den Pferden in Waringham, im Krieg in Frankreich oder im Gemach des Königs in Westminster. Rebecca Gablé lässt das Mittelalter in England zur Ritterzeit wieder aufleben.
Auch die Abwechslung zwischen Kriegsgeschehen, dem Leben am königlichen Hofe und dem bürgerlichen Leben in Waringham mit der Pferdezucht passt wieder. Ich mag keine historischen Romane, die kapitelweise nur auf dem Schlachtfeld spielen und wo die Körperteile nur so fliegen und das Blut aus den Seiten trieft.
Interessant fand ich auch, wie die Autorin Jeanne von Domremy in die Geschichte eingebaut hat. In der Erklärung am Ende schreibt sie selbst, dass das nicht so ganz einfach für sie war. Aber ich finde, es ist ihr gut gelungen.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle Fans der Waringhams und solche, die es werden wollen. Und es wird sicher nicht sehr lange dauern, bis ich in "Das Spiel der Könige" nach Waringham zurückkehren werde....

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 

© Blackfairy71



Freitag, 20. November 2015

Endlich Wochenende


Freitag! Endlich! Nach dem letzten Wochenende mit wenig Schlaf, kam mir diese Woche doch sehr lang vor und ich bin ziemlich platt. 
Aber nun ist ja Wochenende und ich habe endlich ein paar Stunden Zeit, mich wieder ausführlicher den Waringhams zu widmen. 
Ich denke, in den nächsten zwei Tagen werde ich "Die Hüter der Rose" beenden können. 

Die Wetteraussichten sind ja auch nicht so toll, also müssen wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir die Zeit mit unseren Seitlingen und einem leckeren Tee oder Kakao auf der Couch verbringen. 

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende.





Sonntag, 15. November 2015

Ein graues Novemberwochenende geht zuende


Normalerweise wäre es bei diesem Wetter ja ein ideales Wochenende zum Lesen gewesen. Aber da wir am Freitag zu einem Forentreffen gefahren sind und erst heute wieder zurück gekommen sind, war leider nicht viel Zeit für die Waringhams. Etwa zehn Seiten habe ich gestern zwischendurch mal geschafft. Und heute Nachmittag zuhause dann noch mal ein paar.


Jetzt habe ich 750 Seiten in diesem Buch geschafft und ich denke, spätestens am nächsten Wochenende werde ich es dann beenden können. Und ich kann jetzt schon sagen, es hat mich wieder sehr begeistert. 

Danach wird dann mein Vorablesen-Gewinn "Das dunkle Herz der Welt" von Liliana Le Hingrat an die Reihe kommen. Eine Geschichte über den echten Dracula. 

Jetzt noch den Sonntagabend gemütlich ausklingen lassen und dann hoffe ich auf einen guten Start in die neue Woche. Und den wünsche ich euch natürlich auch. 





Donnerstag, 5. November 2015

Stimmt ab für den Leserpreis 2015


Nein, nicht bei mir, sondern bei Lovelybooks.



Mir gefällt die Aktion, weil sie "direkt an der Front" stattfindet, denn diejenigen, für die die Bücher ja geschrieben wurden, dürfen auch ihre Lieblinge wählen: Die Leserinnen und Leser. Und somit ist dieser Preis auch ein Dankeschön an alle Autoren, die unser Leben mit ihren Geschichten bereichern. 

Bis zum 12. November könnt ihr pro Kategorie bis zu drei Bücher nominieren, danach wird dann abgestimmt und am 26. November werden die Gewinner bekanntgegeben.
Und ihr selbst könnt auch was gewinnen. Schaut rein bei Lovelybooks. 

Viel Spaß und viel Glück! 








Montag, 2. November 2015

"Knochenhaus" von Elly Griffiths


Klappentext: In einer Baugrube in Norfolk liegen die Knochen eines Kindes, nur der Schädel fehlt. Für die forensische Archäologin Dr. Ruth Galloway sieht alles nach einer rituellen Opfergabe aus römischer Zeit aus. Damals begrub man Menschenopfer unter Türschwellen, als Geschenk an den Gott Janus. Die Analyse ergibt jedoch: Die Knochen stammen aus der Gegenwart. Ein harter Fall für die hochschwangere Ruth. Denn kurz darauf tauchen auf der Türschwelle ihres einsamen Cottage am Salzmoor seltsame Opfergaben auf und an einer Steinmauer steht ihr Name - mit Blut geschrieben...

"Knochenhaus" ist der zweite Teil der Krimireihe um die forensische Archäologin Ruth. Ende 30 ist sie zum ersten Mal schwanger, noch dazu nach einer einzigen Nacht mit dem verheirateten Polizisten Harry Nelson. Der bis jetzt noch nichts davon ahnt, dass er noch mal Vater wird. Natürlich will Ruth es ihm sagen, sie wartet nur auf den richtigen Zeitpunkt. Und wie das immer so ist, kommt der natürlich nicht. Und dann wird bei Bauarbeiten für ein neues Apartmenthaus ein Skelett gefunden, auf dem Grundstück eines ehemaligen Kinderheims. In Ruths momentaner Situation geht ihr das besonders nahe. Als klar wird, dass es sich bei den Knochen nicht um archäologische Funde handelt, übernimmt DCI Nelson die Ermittlungen und nach Befragungen bei den ehemaligen Leitern und Bewohnern des Kinderheims wird klar, dass es einige dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit gibt. 
Bei den Ausgrabungen lernt Ruth den attraktiven Archäologen Max Grey aus Sussex kennen, der sich sehr für die Römerzeit und das Grundstück interessiert. Und für Ruth, was Harry dann doch irgendwie sauer aufstößt. 
Und noch jemand scheint hinter Ruth her zu sein, jemand, der anscheinend verhindern möchte, dass Ereignisse aus der Vergangenheit des Kinderheims ans Licht kommen. Und der schreckt auch nicht davor zurück, das Leben von Ruths ungeborenem Kind zu bedrohen...

Mir hat "Knochenhaus" gut gefallen, sogar noch etwas besser als Teil 1. Besonders zum Schluss hin steigert die Autorin durch den schnellen Kapitel- und Perspektivwechsel die Spannung. Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig und bildhaft, das raue Klima des Salzmoors in Norfolk kommt sehr gut rüber. 
Ich mag Ruth. Sie ist kein Püppchen, sondern eine Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Zum Schmunzeln fand ich wieder ihr selbstkritisches Denken, da sie sich ja für viel zu dick hält. Gut finde ich auch ihr Verhalten Harry gegenüber. Sie erwartet nichts von ihm in Bezug auf ihr Kind, will kein Geld, keine Unterstützung und schon gar nicht, dass er seine Familie verlässt. 
Mir gefallen die Bücher vor allen Dingen auch deshalb, weil man auch noch Interessantes aus archäologischer Sicht erfährt, hier z. B. über die Kelten und die Römer. Wer sich für solche Dinge und für Geschichte interessiert, dem kann ich diese Krimis empfehlen. Und irgendwie sind sie "very british". 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥



© Blackfairy71