"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Montag, 30. März 2015

Schnäppchen gemacht

Am Samstag sind wieder ein paar neue Seitlinge bei mir eingezogen. Okay, neu sind sie nicht, aber dafür haben sie auch nur 1 Euro gekostet.
Und haben nun bei mir ein gutes Zuhause bekommen.



Man sagt, die alten Götter kehren zurück. Die nordische Mythologie findet immer mehr Anhänger. Asgard, Midgard, Utgard - für viele Menschen sind das keine Fremdworte mehr. Odin, Thor, Freyr, und wie alle heißen - diese Götter gewinnen neue Anhänger. Odin, der Göttervater, ist wohl die komplexeste Gestalt in der nordischen Mythologie. Man wird ihm nicht gerecht, wenn man in ihm nur den Kriegsgott sehen will, der bestrebt ist, Walhall zu füllen mit den Seelen der gefallenen Helden. Er ist viel mehr. Seine Weisheit ist unermesslich. Er vermag es, in die Zukunft zu schauen. Doch er ist auch Skalde, also Dichter und Sänger. Er ist Vater, Gemahl und Freund. Er ist sehr zauberkundig, vermag es, die Gestalt zu wandeln, gilt als Jenseitsführer und Runenmeister. Letztlich ist er der Schöpfer der Welten - und ihr Bewahrer durch die Zeitalter hindurch. Hier wird Odins Sein und Wirken beschrieben, doch nicht aus der Sicht des Betrachters, sondern mit seinen eigenen Worten; so, als erzähle der Gott selbst. Die alten Geschichten werden dabei nicht umgedeutet. Alles ist möglichst nahe an der Edda gehalten und genommen, wie es dort beschrieben wird. Aber es wird versucht, die Geschichten in Zusammenhang zu setzen und auch in eine zeitliche Abfolge zu bringen. Nicht der Inhalt ändert sich, sondern nur die Sicht der Dinge. Und das kann sehr bereichernd sein, wenn man sich darauf einlassen mag. Denn die Reise führt vom Ursprung der Zeiten bis zu deren Ende und mündet im Jetzt, wo die alten Götter noch immer erfahrbar sind und für die Menschenwelt wirken.



Ein wunderbar stimmungsvoller Krimi in bester britischer Erzähltradition! Mitternacht auf dem Friedhof der englischen Kleinstadt Stokeworthy: Zwei junge Mädchen versuchen sich an einem magischen Liebesritual. Doch was sie schließlich erblicken, ist nicht der Mann ihrer Träume, sondern eine Frau, die mit einem Strick um den Hals an der Friedhofseibe hängt. Und schnell ist klar: Pauline Brent, die Sprechstundenhilfe eines örtlichen Arztes, ist ermordet worden. Sergeant Wesley Peterson aus dem Polizeihauptquartier in Tradmouth übernimmt die Ermittlungen – und stößt bald in ein undurchdringliches Gewirr aus Lügen und Intrigen, das bis in die feine Gesellschaft von Stokeworthy reicht





Krähenweib! Dieses Schimpfwort schallt Annalena im Walsrode des Jahres 1701 immer wieder entgegen, denn sie ist eine Unehrliche, eine Henkerstochter. Als sie den aufstrebenden Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennenlernt und sich in ihn verliebt, schöpft sie Hoffnung auf ein neues Leben. Doch Johanns alchemistische Versuche bringen die beiden in höchste Gefahr …
 


Dienstag, 24. März 2015

"Ostseefeuer" von Eva Almstädt


Mönkenbek ist ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein nicht weit von der Ostseeküste entfernt. Eines Morgens wird der Pfarrer Matthias Stöver tot in der Sakristei aufgefunden, anscheinend erschlagen. Aber wer bringt einen Pfarrer um, der anscheinend sehr beliebt war in der Gemeinde, viel für die Jugend und die Kirche im Allgemeinen tat?  
Pia Korittki von der Kripo Lübeck und ihre Kollegen ermitteln und schnell wird klar, dass die scheinbar so heile Welt doch zum größten Teil nur Schein war. Die Ehe von Matthias und Katharina Stöver lief nicht besonders gut, der Pfarrer war in seiner eigenen Familie ein ziemlicher Tyrann und auch der Kirchenrat war mit seinen Entscheidungen nicht immer einverstanden.
Zeitgleich kommt die Jugendliebe von Katharina, Adrian Pagel, zurück nach Mönkenbek und wird anscheinend am Strand überfallen. Pagel scheint Geldprobleme zu haben und will seinem Bruder eine alte Mühle im Ort verkaufen. Aber ist das der einzige Grund für seine Rückkehr?
Verdächtige gibt es viele und es scheint, dass immer neue hinzukommen. Die Ermittlungen drehen sich im Kreis und ihr kommissarischer Vorgesetzter, Rist, macht Pia und ihren Kollegen das Leben zusätzlich schwer.
Hinzu kommen noch die privaten Sorgen, denn Pias Ex möchte eine Änderung des Aufenthaltsbestimmungsrechts erwirken und den gemeinsamen Sohn Felix dauerhaft bei sich und seiner neuen Freundin haben. Seelische Unterstützung erhält Pia hier von ihrem Freund Lars.


Dies ist bereits der zehnte Teil der Krimireihe um Pia Korittki. Ich selbst bin auch erst mit dem letzten Teil in die Reihe eingestiegen und hatte keine Schwierigkeiten dem Ganzen zu folgen. Die Fälle an sich sind abgeschlossen, nur das Privatleben der Ermittler entwickelt sich weiter. Es steht aber nicht im Vordergrund und es gibt immer ausreichend Erklärungen zu vorherigen Ereignissen. Meiner Meinung nach kann man also jederzeit in die Reihe einsteigen.
Auch dieser Fall ist wieder spannend und mit einigen überraschenden Wendungen erzählt. Der Schreibstil ist flüssig wie immer. Normalerweise ahne ich im Laufe der Geschichte, wer der Täter ist. Hier war ich aber wirklich überrascht.


Wer solide Regionalkrimis mag, dem wird „Ostseefeuer" sicher gefallen. Ich persönlich war schon oft dort oben in Dahme, Heiligenhafen und Grömitz und freue mich immer, die Namen zu lesen.
Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥

Dienstag, 17. März 2015

Wahl der BücherTreff-Leserlieblinge 2014


Kennt Ihr das Forum Büchertreff? Ich bin da seit gut zwei Jahren angemeldet und fühle mich dort sehr wohl. 
Dort werden jedes Jahr seit 2005 die Leserlieblinge gewählt und zwar von den Leserinnen und Lesern selbst

Zwischen dem 23.03. und dem 05.04.15 können Buchvorschläge für den Leserliebling 2014 in den verschiedenen Kategorien eingereicht werden. Diese Nominierungen werden dann im Forum aufgelistet. 
Pro Kategorie hat jeder eine Vorschlagsmöglichkeit. Das geht ganz einfach: Bei den Rezensionen über einen Button das Buch vorschlagen. 


Schaut doch einfach mal rein :-)  Vielleicht werdet ja auch Ihr ein BücherTreffler. 


Montag, 16. März 2015

"Die dunklen Fälle des Harry Dresden: Nebenjobs" von Jim Butcher

Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von 11 Kurzgeschichten, die der Autor im Laufe der Zeit geschrieben hat.


Klappentext:
Harry Dresden ist der beste und technisch gesehen auch der einzige professionelle Polizeiberater für magische Angelegenheiten im Chicagoer Telefonbuch. Daher kommt die Polizei auch zu ihm, wenn wieder mal ein Fall die menschliche Vorstellungskraft übersteigt. Denn die Welt der Normalsterblichen ist im Moment ziemlich voll von seltsamen und magischen Dingen und die wenigsten von ihnen vertragen sich gut mit Menschen. Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen stolpert Harry im Umgang mit dem Übernatürlichen ständig von einer Krise in die nächste - nennen Sie es Berufsrisiko. Es gelingt ihm stets, auf der falschen Seite zu stehen - sei es nun gegen Werwölfe, Feen oder Vampire. Hier kommen seine sehr speziellen Talente zum Tragen ...  

Ich hatte mir das Buch gekauft, um die Zeit zwischen zwei Romanen zu überbrücken. Wirklich eine amüsante und unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. Die erste Geschichte spielt noch vor dem ersten Roman "Sturmnacht" und hier lernen wie Harry in seinen Anfängen kennen, bevor er seine eigene Detektei hatte. Damals lag sein Schwerpunkt noch auf der Suche nach vermissten Kindern. Und hier erfahren wir auch, wie Harry zum ersten Mal Karrin Murphy trifft, zu der Zeit noch Streifenpolizistin in Chicago.
Die Geschichten haben den gewohnten Humor des Autors, der besonders in den Diskussionen zwischen Harry und dem Geist Bob zur Geltung kommt. In diesem Fall will Bob den Magier mal wieder belehren, dass seiner Werbeanzeige in den Gelben Seiten der richtige "Pepp" fehlt.
Eine andere Geschichte erzählt aus der Ich-Perspektive von Thomas, Harrys Halbbruder. Auch interessant, mal etwas aus seiner Sicht zu lesen.
Amüsant auch, als Harry versucht einmal einen freien Tag zu verbringen...und kläglich scheitert.
Und das letzte Kapitel setzt nach der Handlung von "Wandel" ein und wird aus der Ich-Perspektive von Murphy erzählt.

Ich habe mich wie immer sehr gut unterhalten. Neben Harry, Bob, Thomas und Murphy gibt es auch ein Wiedersehen mit den Werwölfen Billy & Co., Butters, den Carpenters sowie dem Mafiaboss Marcone und seiner Assistentin Gard.  Und natürlich sind auch Mouse und Mister mit von der Partie.
Allen Harry-Fans kann ich diese Anthologie wärmstens empfehlen.

Ein wichtiger Hinweis: Wer noch nicht alle bisher erschienen Teile einschließlich "Wandel" gelesen hat, sollte bei den einzelnen Kurzgeschichten vorher darauf achten, wann sie spielen. Dies steht immer in der Überschrift. Man erfährt sonst Dinge, die man vielleicht noch gar nicht wissen will und die einem das spätere Lesevergnügen ein wenig trüben könnten. Das gilt besonders für das letzte Kapitel.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



"Die Täuferin - Bund der Freiheit" von Jeremiah Pearson



Kristina ist 17 Jahre alt, als sie mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter von Böhmen in Richtung Mainz zieht, um andere Menschen das Lesen zu lehren. Eine nicht ungefährliche Mission, denn im Jahr 1517 ist es dem „niederen Volk" nicht erlaubt zu lesen und zu schreiben. Das ist nur dem Adel und der Kirche vorbehalten. Schließlich besteht sonst die Gefahr, dass die einfachen Leute zu viel wissen und gegen die Obrigkeit aufbegehren. Schon ihre Eltern und ihre ältere Schwester wurden deswegen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zusammen mit ihrem gerade angetrauten Ehemann Berthold, der doppelt so alt ist wie sie, Grit, Ott, Frieda, Rudolph und Simon begibt sie sich auf die gefährliche Reise.
Es ist nicht nur die Mission selbst, die gefährlich ist. Auch der Krieg ist eine Bedrohung, denn ihr Weg führt sie mitten in eine blutige Schlacht. In dieser kämpft der Soldat Lud, ein Höriger aus dem Dorf Giebelstadt. Für seinen Herrn, den Ritter Dietrich Geyer, zieht er mit einigen jungen Männern aus dem Dorf in den Krieg gegen die Osmanen. Lud ist ein Hitzkopf, der immer mit dem Kopf durch die Wand muss und dem Gerechtigkeit über alles geht. Oft redet er sich um Kopf und Kragen und nimmt auch vor höher gestellten Personen kein Blatt vor den Mund. Einzig Dietrich Geyer toleriert dies.  
Kristina und ihre Leute stoßen auf dem Schlachtfeld zu ihnen und versorgen die Verwundeten. Der Trupp nimmt sie schließlich mit nach Würzburg, lässt sie aber vor den Toren der Stadt frei. Hier wollen sie einen verbündeten Drucker aufsuchen, der ihnen bei ihrer weiteren Mission helfen soll, ihre Schriften zu verbreiten. Keine einfache Aufgabe, denn überall lauert die Gefahr, entdeckt und als Ketzer verurteilt zu werden…


Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich wusste natürlich, dass früher nicht alle Menschen lesen und schreiben konnten, aber dass darauf die Todesstrafe stand, wenn gewöhnliche Menschen andere das Lesen lehrten, das war mir so gar nicht bewusst. Da kann man nur froh sein, dass sich die Zeiten geändert haben, sonst wäre mir ja dieses Buch entgangen. *g*
Der Autor wechselt in den jeweiligen Kapiteln die Erzählperspektiven zwischen Kristina und Lud, so dass man auch mal Teile der gleichen Handlung aus der jeweiligen Sicht des anderen erfährt, was mir gut gefallen hat. Später kommen dann noch zwei weitere Charaktere hinzu.
Sehr schön finde ich auch das Cover sowie die Karte auf der Innenseite. Auch eine Auflistung aller Personen gibt es zu Beginn, was immer sehr hilfreich ist.


Kristina mochte ich gleich, sie hat einen starken Willen und trotz allem, was sie schon erlebt hat, geht sie unbeirrt ihren Weg. Auch Marguerite, Grit, war mir gleich sympathisch.
Ebenso ging es mir mit Lud. Durch die Pocken hat er seine gesamte Familie verloren und ist selbst durch die Krankheit entstellt. Er hat keine Angst vor dem Tod und tut alles, damit „seine" Jungs aus dem Krieg wieder heimkehren können. In Dietrich Geyer von Giebelstadt hat er einen strengen, aber gerechten Herrn, der eine Art Vaterfigur für ihn ist. Er will Lud sogar das Lesen beibringen, wenn sie wieder daheim sind.

Das Ende war für mich sehr aufwühlend und emotional. Einige Fragen bleiben offen und lassen genug Spielraum für eine Fortsetzung, die hoffentlich kommen wird.

Abschließend kann ich sagen, dass mich das Buch nicht nur sehr gut unterhalten hat, ich habe auch mal wieder Interessantes über unsere deutsche Geschichte erfahren. Und das von einem amerikanischen Autor. ;-)

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Freitag, 13. März 2015

Wochenrückblick am Freitag

Und schon ist fast wieder Wochenende. Und dieses Mal ohne große Pläne, also werde ich hoffentlich viel Zeit zum Lesen haben.

In dieser Woche sind zwei neue Seitlinge bei mir eingezogen:

1. "Ostseefeuer" von Eva Almstädt:
Der Pastor eines Ostseedorfes wird tot in der Sakristei aufgefunden – ermordet. Kommissarin Pia Korittki und ihr Team vom K1 in Lübeck übernehmen die Ermittlungen. Doch der Fall gestaltet sich schwierig, denn der Pastor scheint keine Feinde gehabt zu haben. Erst als ein zweiter Mord geschieht, beginnen die Fassaden zu bröckeln. Pia, die privat um das Sorgerecht für ihren Sohn Felix fürchten muss, kämpft plötzlich an allen Fronten. Denn im Dorf beginnt ein alter Aberglaube wieder aufzuleben: Es heißt, der Tod holt immer drei ...


2. "Die Zeichen der Furcht" von David Pirie:
Edinburgh, 1878. In den Bordellen der Stadt verübt ein Unbekannter eine Reihe bizarrer Anschläge. Die Polizei ruft Dr Joseph Bell und Arthur Conan Doyle hinzu. Je weiter die Nachforschungen der beiden gehen, umso deutlicher wird, dass sie es diesmal mit einem Typus von Killer zu tun haben, wie er bisher unbekannt war: mit jemandem, der Mord als reine Kunst betrachtet. Die Zeit ist knapp, denn der "Künstler" hat sich ein neues Opfer gesucht: Doyles große Liebe Elsbeth Scott ...


Zur Zeit lese ich ja zwei Bücher parallel, was ich sonst nie mache. Aber mein Leserundenbuch "Die Täuferin" ist mir doch ein wenig zu schwer, um es täglich in der Tasche zur Arbeit mitzunehmen. Also lese ich das nur abends und am Wochenende. Unterwegs begleitet mich Harry Dresden mit seinen "Nebenjobs".
Und die nächste Leserunde steht auch schon wieder vor der Tür, denn im Forum der Bücherwürmer wollen wir gemeinsam "Ostseefeuer" lesen. Immer dieser Freizeitstress. *g*

Und gestern ereilte die Lesewelt auch noch die traurige Nachricht, dass Terry Pratchett viel zu früh gestorben ist. Ich selbst habe zwar nie ein Werk von ihm gelesen, weiß aber natürlich, dass er der geniale Erfinder der Scheibenwelt ist.

Zuletzt wünsche ich allen, die an diesem Wochenende die Buchmesse in Leipzig besuchen, dort viel Freude. Irgendwann....ganz bestimmt...




Montag, 9. März 2015

Blogger schenken Lesefreude

Der Feiertag der Leseratten und Büchereulen rückt näher: Der Welttag des Buches, wie jedes Jahr am 23. April.


Ich denke, ich werde mich dieses Jahr wieder mal an der Blogger-Aktion beteiligen. Ich muss nur noch das passende Buch für die Verlosung finden.

Also schaut doch die Tage mal wieder rein.

Freitag, 6. März 2015

Der Lesefrühling kommt...

....und vielleicht bleibt er ja auch ein bisschen. Die Wetterfrösche sagen ja für das kommende Wochenende frühlingshafte Temperaturen voraus. Hoffen wir mal, dass sie auch Recht haben.

Gestern kam mein Buchgewinn für die Leserunde bei den Büchereulen an:


Inhalt: Böhmen, 1517. Kristina ist noch ein Kind, als ihre Eltern auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Sie seien Ketzer, so das Urteil, Feinde der katholischen Kirche. Weil sie daran glaubten, dass jeder Mensch das Recht hat, Lesen zu lernen. Jahre später will Kristina ihr Werk fortführen. Mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter macht sie sich auf die gefährliche Reise nach Deutschland, um Verbündete in Mainz zu unterstützen. Doch unterwegs lauern nicht nur Ketzerjäger, sondern auch der Krieg. Bald liegt Kristinas Schicksal in der Hand eines einzigen Mannes: des hitzköpfigen Bauernkriegers Lud. 

Da es sich um einen Hardcover-Roman handelt, nehme ich ihn ungern mit auf den Arbeitsweg. Muss ja nicht sein, dass wieder der Riemen der Tasche reißt. *g* Also begleitet mich unterwegs Harry Dresden mit einer Sammlung von Kurzgeschichten. Sehr unterhaltsam, wie immer. 

Also genießt das hoffentlich sonnige Wochenende mit einem guten Buch. 

Dienstag, 3. März 2015

"Ausgelöscht" von Cody McFadyen

"Ich bin ganz nah und ich habe ein Geschenk für Sie, Special Agent Barrett."
FBI-Agentin Smoky Barrett und ihr Team sind auf der Hochzeit ihrer Freundin Callie, als sie diese SMS erhält. Dann rast plötzlich ein Auto mit quietschenden Reifen heran und ihnen wird eine Frau quasi vor die Füße geworfen. Ihr Kopf ist kahl geschoren, ihre Haut über und über mit Verletzungen übersät und sie schreit und schreit. 
Es stellt sich heraus, dass die Frau - Heather Hollister - vor acht Jahren entführt und seitdem vermisst wurde. Sie war verheiratet und hatte zwei Söhne. Ihr Mann geriet schon damals unter Verdacht, denn anscheinend stand es mit der Ehe nicht zum Besten. Sowohl Heather als auch Douglas, ihr Mann, hatten eine Affäre. Und auch Heathers Freund wird anscheinend vermisst.
Als Smoky und Alan zu einem Verhör bei Hollister anrücken, machen sie eine schreckliche Entdeckung und es wird klar, dass Heather nicht das einzige Opfer war und der Täter nicht so schnell aufhören wird.

Beruflich und privat gibt es außerdem neue Entwicklungen in Smokys Leben, die sowohl ihre Adoptivtochter Bonnie als auch ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Tommy betreffen. Und schließlich muss sie ihrem Chef ein Geheimnis anvertrauen, dass sie seit Jahren tief in sich vergraben hat und wegen dem sie immer noch Schuldgefühle hat.

Dies ist der vierte Teil der Thriller-Reihe von Cody McFadyen. Und leider sieht es ja wohl so aus, dass es keine Fortsetzung mehr geben wird, da der Autor sehr krank ist. 
Auch dieser Fall hat mir wieder sehr gut gefallen, die Geschichte ist spannend erzählt und der Schreibstil gewohnt flüssig. 
Manche Leser mögen die Figur der Smoky Barrett nicht, sie erscheint ihnen zu kalt und gefühllos. Aber wenn man bedenkt, was sie durchmachen musste, dann finde ich es bewundernswert, dass sie überhaupt noch ein relativ normales Leben führen und ihren Job weiter ausüben kann. Viele andere wären daran zerbrochen. Und gerade in diesem Teil gibt es viele emotionale Momente.
Auch die anderen in Smokys Team sind mir nach wie vor sympathisch: Smokys beste Freundin Callie, der ruhige Alan, der brillante, aber stets mürrische James. Und ihr Chef, A. D. Jones, der hier ein paar größere Auftritte bekommt. 

Ich kenne ja nun die drei Vorgänger und daher die Vorgeschichte, aber ich denke, man kann auch mit "Ausgelöscht" starten, da es einige Erklärungen zu Smokys Vergangenheit gibt. Trotzdem empfehle ich aber alle Bücher und das in chronologischer Reihenfolge, einfach weil einem sonst etwas entgeht. ;-)

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Montag, 2. März 2015

"Still - Chronik eines Mörders" von Thomas Raab

Inhalt: Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert.  

Erst einmal danke an Lovelybooks und den Verlag, dass ich "Still" mithören durfte. Es war mein allererstes Hörbuch und ich habe festgestellt: Es ist leider nicht mein Medium. Es ist mir sehr schwer gefallen, "dran zu bleiben" und nicht gedanklich abzuschweifen. Ob es an der Story lag oder eben am Medium Hörbuch....ich weiß es nicht genau.

"Still" erzählt die Geschichte von Karl Heidemann, einem Jungen, der im Laufe der Zeit zum Mann heranwächst. Schon im Mutterleib, so erfährt der Hörer, hat Karl ein ausgeprägtes Gehör, was nach der Geburt für ihn sehr schlimm wird. Er leidet dadurch unsägliche Qualen und schreit sich deswegen die Seele aus dem Leib. Niemand weiß, was mit ihm los ist. Aber dadurch wird er schell zu einem Außenseiter.
Erst später, als er ein taubstummes Mädchen kennen lernt, findet er ein wenig inneren Frieden, denn Marie verhält sich ihm gegenüber so ganz anders als alle anderen Menschen. Und auch ein Kloster scheint die richtige Umgebung für ihn zu sein.
Das Ende ist dann wieder ganz anders als erwartet, aber da das ja im Grunde im ganzen Buch so war, hätte mich das eigentlich nicht überraschen dürfen ;-)

"Still" ist ein eher ungewöhnlicher Thriller, denn dem Autor gelingt es durch seine Erzählweise, dass dem Leser/Hörer ein Serienmörder sympathisch wird und man sich ein gutes Ende für ihn wünscht. Auch ist das Ganze eher...unaufgeregt, die Geschichte plätschert so dahin.
Mir war das Ganze leider zu ruhig, es fehlte mir etwas mehr Spannung. Aber es ist eben alles Geschmacksache.


Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥