"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Sonntag, 24. August 2014

"Todesopfer" von Sharon Bolton

Shetland Inseln. Eigentlich wollte die Ärztin Tora Hamilton nur ihr Pferd auf ihrem Grundstück begraben. Dabei stößt sie allerdings auf die Leiche einer jungen Frau, die offensichtlich brutal ermordet worden und der das Herz entfernt worden ist. Außerdem wurden ihr Runen in die Haut geritzt. 
Die Sache lässt Tora keine Ruhe und sie hat das Gefühl, dass die Polizei sich nicht besonders viel Mühe gibt, die Sache aufzuklären, bis auf die Polizistin Dana. Auch Toras Chef in der Klinik bittet sie, das Ganze nicht zu sehr hoch zu spielen.
Gemeinsam mit Dana stellt sie Untersuchungen an und Tora weiß bald nicht mehr, wem sie trauen kann. Jeder scheint in die Sache verwickelt zu sein. Sogar ihr Mann Duncan? 
Zufällig stößt Tora schließlich auf eine Sage der Shetland Inseln. Aber das sind doch alles nur Legenden....oder?  

Die Grundidee des Buches ist nicht schlecht und ich mag ja alte Sagen und Legenden sehr. Daher hatte ich mir einiges von dem Buch versprochen.
Leider gibt es aber auch einige Längen, in denen die Spannung verloren geht. Ich würde sagen, rund 100 Seiten weniger hätten der Geschichte gut getan. 

Das ist mein erstes Buch von Sharon Bolton und ich glaube, es ist auch ihr Debütroman. Deswegen werde ich ihr noch mal eine Chance geben und sicher noch mal ein Buch von ihr lesen. Der Schreibstil hat mir trotz allem gefallen, schade, dass sie sich zu sehr in Details und in die Überlegungen ihrer Protagonistin verliert. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 17. August 2014

"Narrenkind" von Sandra Lessmann

Juli 1667. Fast ein Jahr nach der großen Brandkatastrophe befindet sich London immer noch im Wiederaufbau. 
Eines Tages steht der Kaufmann Peter Standish in der Chirurgenstube des Wundarztes Alan Ridgeway und seines Freundes und Kollegen Jeremy Blackshaw. Er wurde von einem Hund gebissen, will den beiden Männern aber nicht die Gründe für seine Nachforschungen auf dem Land nennen.  
Der Arzt und Jesuitenpater Jeremy, der sich seit jeher für jedes Rätsel interessiert, lässt aber nicht locker, besonders als der junge Mann wieder einen Unfall erleidet und ihm anscheinend jemand nach dem Leben trachtet.
Als Peter Standish aufgrund des Hundebisses an Tollwut erkrankt und klar wird, dass es keine Rettung für ihn geben wird, erzählt er Jeremy, dass seine Schwester einen angesehenen Geschäftsmann heiraten soll, von dem man sich erzählt, dass er seine erste Frau und sogar sein Kind getötet haben soll. Peter nimmt Jeremy das Versprechen ab, der Sache nachzugehen und so seine Schwester vor der Heirat zu retten. Ihm bleiben knapp 2 Wochen Zeit. Zusammen mit Alan, der adeligen Amoret St. Clair und ihrem Mann Breandán macht der Arzt sich an die Lösung des Rätsels, die ihm und seinen Mitstreitern diesmal einiges abverlangt und Jeremy sogar in das berüchtigte Irrenhaus Bedlam bringt. Seine Entdeckungen lassen den Jesuit schließlich sogar an seinem Glauben zweifeln.
Während Amoret St. Clair nach einem Weg sucht, den Hof von König Charles II. zu verlassen und ihr Leben nur noch ihrem Mann Breandán zu widmen, bringen Alan seine ständigen Weibergeschichten in Misskredit bei Amorets Zofe Armande. Und Jane Trelawney möchte zum katholischen Glauben konvertieren, könnte dadurch aber sich und ihren Mann als Richter des Königs in große Schwierigkeiten bringen, denn noch immer stehen hohe Strafen auf die Ausübung der Religion der katholischen Kirche.  

"Narrenkind" ist der vierte Teil der historischen Reihe von Sandra Lessmann und wie jedes Mal bin ich begeistert von der Geschichte. Zum Ende hin konnte ich es kaum noch aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, was aus Jeremy und Alan wird und wer hinter den Anschlägen auf Peter Standish steckt. Und wieder merkt man die gute Recherche der Autorin dem Buch an, es gibt interessante medizinische Aspekte. Der Roman unterhält also nicht nur, man kann auch noch was lernen. Die Geschichte ist spannend und auch gefühlvoll. Und wirft einen realistischen Blick auf die damaligen Zustände z.B. im Gesundheitswesen. Allein die Beschreibung der Gegebenheiten in Bedlam...schrecklich.

Alle Figuren der vorherigen Bände sind wieder dabei: Wundarzt Alan Ridgeway und Jeremy Blackshaw, der als Dr. Fauconer praktiziert. Die Mätresse des Königs, Amoret St. Clair, ihr Mann, der Ihre Breandán MacMathuna. Der Richter Sir Orlando Trelawney und seine Frau Jane. 
Leider scheint dies aber der letzte Teil der Reihe zu sein, zumindest habe ich durch die Entwicklungen der Personen und das Ende der Geschichte diesen Eindruck. Schade....

1. Die Richter des Königs
2. Sündentochter
3. Sündenhof
4. Narrenkind

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Freitag, 15. August 2014

Ein neuer Buchgewinn

Die Glücksfee muss eine Leseratte sein, das geht gar nicht anders. 

Diesmal war sie wieder im Forum der Büchereulen aktiv und dank ihres Zauberstabes bekomme ich das Buch "Sturmvogel: Die Rosenkriege Teil 1" von Conn Iggulden. Der Heyne Verlag veranstaltet eine Testleserunde.

Am 25. August geht es los mit der Leserunde. Dann schaffe ich das Buch hoffentlich noch so gerade eben vor unserem Urlaub. 





Samstag, 9. August 2014

Büchermarkt - Meine Ausbeute

Als ich heute früh aufwachte, hatte ich ja die Befürchtung, dass der Büchermarkt ins Wasser fällt. Nicht, dass sich eine Leseratte durch Regen davon abhalten lassen würde, nach neuen Seitlingen zu schauen. Aber irgendwie macht es bei trockenem Wetter doch mehr Spaß.
Zum Glück kam dann später sogar noch die Sonne raus. Leider haben sich anscheinend aber die Anbieter vom Wetter abschrecken lassen, es waren verhältnismäßig wenig Stände auf dem Marktplatz. 

Naja, ein paar Schnäppchen habe ich dann doch machen können, habe mich sogar zurück gehalten, meinem SUB zuliebe.

Hier ist meine Ausbeute:

Freitag, 8. August 2014

"Blutopfer" von Britt Reißmann

Verena Sander ist Mitte vierzig, arbeitet bei der Kripo in Stuttgart und ist vor kurzem befördert worden. Sie ist ein echter Workoholic und vergisst über ihre Arbeit leider oft ihre vierzehnjährige Tochter Mona. Als Verena an den Fundort einer Leiche gerufen wird, trifft sie dort auf das Mädchen. Sie hat die Tote im Rahmen einer Mutprobe der Clique, in die sie unbedingt aufgenommen werden will, gefunden. Verena ist wenig begeistert, denn die beiden Anführer dieser Clique sind bekannt als Schulschwänzer und Konsum von Alkohol und Marihuana.      
Die  Ärztin Ewa Salgam wurde anscheinend ermordet und gefoltert und Verena und ihr Team gehen vielen Spuren nach, tappen aber lange Zeit im Dunkeln. Hat der Tod der Ärztin mit ihrem Beruf zu tun? Sie hat vor einem Jahr einem Mädchen mit Blutransfusionen das Leben gerettet, wovon der Vater allerdings gar nicht begeistert war und die Chirurgin  sogar verklagte. Denn er gehört zu den Zeugen Jehovas und da sind Bluttransfusionen nicht erlaubt.
Oder hatte Ewa Salgams Sohn ein Motiv, seine Mutter zu töten? Auch er scheint ein dunkles Geheimnis zu haben.
Und so sehr Verena sich freut, eine Freundin aus Kinderzeiten wieder gefunden zu haben, irgendetwas scheint auch mit Hannah Gotthardt nicht zu stimmen.
Zu den beruflichen Problemen kommen die Sorgen um ihre Tochter. Und dann scheint auch noch ihr Ex-Mann der Meinung zu sein, sie würde nicht ausreichend für Mona sorgen...

Ich habe "Blutopfer" im Rahmen einer Leserunde im Forum Büchereulen gelesen, mit Begleitung der Autorin Britt Reißmann. Es war mein erstes Buch von ihr, aber sicher nicht mein letztes.
Die Geschichte ist spannend, mit der richtigen Dosis Herz und Humor. Dafür sorgt auch die Figur von Verenas Kollegen Roman Katz mit seinen Märchenzitaten.  Und meiner Meinung nach sehr realistisch, sowohl der Fall als auch die privaten Probleme von Verena. Es ist nichts übertrieben oder an den Haaren herbei gezogen.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, es gelingt der Autorin immer den Leser "bei der Stange zu halten". 
Auch die Charaktere sind gut gelungen, Verena mochte ich gleich. Ebenso Mona und Hannah sowie Verenas Kollegen Katz.
Ich würde mich freuen, mehr von Verena zu lesen. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Donnerstag, 7. August 2014

5 Jahre Lovelybooks

Am 4. August 2009 habe ich mich in der Bücher- und Lese-Community Lovelybooks angemeldet. Das sind inzwischen schon 5 Jahre. Nicht immer war ich wirklich aktiv, oft fand ich die Seite auch ein wenig unpersönlich.
Als im März d. J. die Community  Buchgesichter ihre Pforten schloss, suchten zahlreiche Leseratten mit ihren Büchern ein neues Zuhause. Und ein großer Teil fand dies bei Lovelybooks. Wir gründeten neue Gruppen und machten es uns dort richtig gemütlich. Da sieht man mal wieder, dass ein Forum mit den Usern steht und fällt. 
Ich jedenfalls fühle mich dort sehr wohl.

Lovelybooks bietet seinen Lesern viele Dinge wie Buchgewinne, Leserunden mit und ohne Autoren, Gruppen zu allen möglichen Themen. Man kann virtuelle Bücherregale einrichten, Rezensionen schreiben und auf seiner Seite seit neuestem auch den aktuellen Lesestatus. Und natürlich ist da der Kontakt mit Gleichgesinnten. 

Also auf die weiteren 5 Jahre. 



Freitag, 1. August 2014

"Das Geisterspiel" von Andrew Taylor

Klappentext: Ein mysteriöser Todesfall und eine Seele,die keine Ruhe findet....
1786, Jerusalem College, Cambridge: Angeblich geht hier der Geist von Sylvia Whichcote um, die auf mysteriöse Weise ertrunken ist. Ein junger Mann namens Frank Oldershaw behauptet, den Geist gesehen zu haben – nun befindet er sich in einer psychiatrischen Anstalt. Seine Mutter versucht verzweifelt, ihn dort herauszuholen und seinen Ruf wiederherzustellen. Sie bittet John Holdsworth um Hilfe, der eine rationale Erklärung für die Erscheinung finden soll. Holdsworth merkt schnell, dass es nur einen Weg gibt, das Geheimnis aufzulösen: Er muss herausfinden, was in der Nacht von Sylvias Tod geschehen ist....   

John Holdsworth verliert zuerst durch einen tragischen Unfall seinen kleinen Sohn und kurz danach auch seine Frau. Auch sein Geschäft und somit seine Existenz stehen vor dem Aus.
Allerdings hat er mit seinem Buch "Die Anatomie von Geistern" den Nerv der damals spirituell veranlagten gehobenen Gesellschaft getroffen und die Aufmerksamkeit von Lady Anne Oldershaw auf sich gezogen. Ihr Sohn Frank studiert in Cambridge und ist seit seiner Behauptung, den Geist einer kürzlich verstorbenen Frau gesehen zu haben, in der Klinik eines Psychiaters untergebracht.
Lady Anne möchte, dass Holdsworth aufgrund seines ihrer Meinung nach vorhandenen Fachwissens über Geister, Kontakt mit Frank aufnimmt und herausfindet, was wirklich geschehen ist. Um einen Skandal zu verhindern, erhält er allerdings offiziell den Auftrag die Bibliothek des Jerusalem Colleges zu katalogisieren. Dabei lernt er den Rektor Carbury und seine Frau Elinor kennen, die Holdsworth sehr an seine Frau Maria erinnert. Elinor war außerdem eine gute Freundin von Sylvia Whichcote. Weiß sie etwas über die Nacht, in der sie starb? Oder über die Geistererscheinung? Oder hat Frank sich das alles nur eingebildet?

Nach "Der Schlaf der Toten" ist "Das Geisterspiel" mein zweiter historischer Roman von Andrew Taylor. Und auch hier gelang es dem Autor mich gut zu unterhalten und obwohl die Erzählweise eher ruhig ist, wird es nie langweilig. Die Lösung des Ganzen kommt wirklich erst ganz am Schluss und man fragt sich immer wieder: Ist das jetzt ein Krimi, ein Schauerroman oder einfach ein historischer Roman? Ich denke, es ist von allem ein bisschen und ein bisschen Romantik kommt auch vor, aber wirklich nur minimal, wie es zu der Zeit wohl üblich war. 
Auch übt der Autor meiner Meinung nach Sozialkritik am damaligen Collegeleben, dem Verhalten der Reichen gegenüber den weniger Privilegierten und an der Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es weniger "geisterlastig" war, als ich erhofft hatte. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥