"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Freitag, 8. August 2014

"Blutopfer" von Britt Reißmann

Verena Sander ist Mitte vierzig, arbeitet bei der Kripo in Stuttgart und ist vor kurzem befördert worden. Sie ist ein echter Workoholic und vergisst über ihre Arbeit leider oft ihre vierzehnjährige Tochter Mona. Als Verena an den Fundort einer Leiche gerufen wird, trifft sie dort auf das Mädchen. Sie hat die Tote im Rahmen einer Mutprobe der Clique, in die sie unbedingt aufgenommen werden will, gefunden. Verena ist wenig begeistert, denn die beiden Anführer dieser Clique sind bekannt als Schulschwänzer und Konsum von Alkohol und Marihuana.      
Die  Ärztin Ewa Salgam wurde anscheinend ermordet und gefoltert und Verena und ihr Team gehen vielen Spuren nach, tappen aber lange Zeit im Dunkeln. Hat der Tod der Ärztin mit ihrem Beruf zu tun? Sie hat vor einem Jahr einem Mädchen mit Blutransfusionen das Leben gerettet, wovon der Vater allerdings gar nicht begeistert war und die Chirurgin  sogar verklagte. Denn er gehört zu den Zeugen Jehovas und da sind Bluttransfusionen nicht erlaubt.
Oder hatte Ewa Salgams Sohn ein Motiv, seine Mutter zu töten? Auch er scheint ein dunkles Geheimnis zu haben.
Und so sehr Verena sich freut, eine Freundin aus Kinderzeiten wieder gefunden zu haben, irgendetwas scheint auch mit Hannah Gotthardt nicht zu stimmen.
Zu den beruflichen Problemen kommen die Sorgen um ihre Tochter. Und dann scheint auch noch ihr Ex-Mann der Meinung zu sein, sie würde nicht ausreichend für Mona sorgen...

Ich habe "Blutopfer" im Rahmen einer Leserunde im Forum Büchereulen gelesen, mit Begleitung der Autorin Britt Reißmann. Es war mein erstes Buch von ihr, aber sicher nicht mein letztes.
Die Geschichte ist spannend, mit der richtigen Dosis Herz und Humor. Dafür sorgt auch die Figur von Verenas Kollegen Roman Katz mit seinen Märchenzitaten.  Und meiner Meinung nach sehr realistisch, sowohl der Fall als auch die privaten Probleme von Verena. Es ist nichts übertrieben oder an den Haaren herbei gezogen.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, es gelingt der Autorin immer den Leser "bei der Stange zu halten". 
Auch die Charaktere sind gut gelungen, Verena mochte ich gleich. Ebenso Mona und Hannah sowie Verenas Kollegen Katz.
Ich würde mich freuen, mehr von Verena zu lesen. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


1 Kommentar:

  1. Das Buch kommt jetzt definitiv GANZ oben auf meine Wunschliste! =) DRauf ist es schon ;)
    Liebe Grüße
    Martina

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