"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

"Ein eiskaltes Grab" von Charlaine Harris

Klappentext: Die junge Harper Connelly hat die außergewöhnliche Gabe, Tote zu finden. In Doraville, North Carolina, soll sie einen vermissten Jungen aufspüren. Es stellt sich heraus, dass dort in den letzten Jahren einige Teenager verschwunden sind. Harper findet sie alle – zu ihrem Entsetzen. Danach möchte sie die Gegend so schnell wie möglich verlassen. Nach einem brutalen Überfall muss sie jedoch bleiben. So erfährt sie mehr über die Einwohner und deren Geheimnisse, als ihr lieb ist. Doch wer ist der Serienmörder?  

Seit einem Blitzschlag hat Harper Connelly eine besondere Gabe: Sie kann Tote aufspüren und so deren Todesursache erkennen. Zusammen mit ihrem Halbruder Tolliver reist sie seit Jahren durch das Land und nimmt Aufträge von Angehörigen Verstorbener an. Woran ist ihr Kind, ihre Mutter, ihr Vater gestorben? 
Dieses Mal geht es um vermisste Jugendliche in einer Kleinstadt in North Carolina. Die Großmutter eines Vermissten hat den Verdacht, dass die Jungen entführt und ermordet wurden. Eine schwere Aufgabe für Harper, denn sie findet alle toten Jungen und fühlt die Schmerzen der Opfer kurz vor ihrem Tod. In Doraville scheint ein brutalter Serienkiller sein Unwesen zu treiben. Ist es einer der Bewohner oder ein Fremder?
Eigentlich nicht Harpers Aufgabe, dies herauszufinden, aber nach einem Überfall müssen sie und Tolliver erst einmal vor Ort bleiben. 

Der Fall an sich ist spannend und auch emotional. Man kann sich gut vorstellen, wie hart es für Harper sein muss, die Leichen der Jungen zu finden und deren qualvolle Stunden vor ihrem Tod nachzuempfinden. Ich möchte nicht mit ihr tauschen.
Im Verhältnis zu ihrem "Bruder" Tolliver gibt es in diesem Teil eine entscheidende Wendung. Sein Vater hat ihre Mutter damals geheiratet, also sind die beiden nicht blutsverwandt und deswegen hat mich diese Veränderung für die beiden sehr gefreut. 

Man muss die beiden Vorbände nicht unbedingt gelesen habe, um "Ein eiskaltes Grab" zu verstehen. Die Autorin gibt hier ausreichend Erklärungen für "Neulinge", aber aufgrund der Entwicklungen würde ich es doch empfehlen.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Montag, 29. Dezember 2014

Das Lesejahr geht zu Ende...

....und dieses Mal werde ich mein Ziel nicht erreichen. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr mindestens 60 Bücher zu lesen. Im Moment bin ich bei Nr. 50. Und da wir schon den 29. Dezember haben, wird das wohl nichts mehr. In den letzten Wochen hatte ich einfach zu wenig Zeit zum Lesen.

Aber was soll's. Ich lese ja nicht, um irgendwelche Rekorde aufzustellen oder Wettbewerbe zu gewinnen, sondern weil es mir Spaß macht. Im Moment bin ich mit dem dritten Teil der Harper-Connelly-Reihe von Charlaine Harris beschäftigt und habe es zur Hälfte geschafft.



Das ist dann wohl mein vorletztes Buch in diesem Jahr. Mal sehen, welches mich ins neue Jahr begleiten wird. 

Freitag, 26. Dezember 2014

"Die fernen Stunden" von Kate Morton

Alte Mauern, die von fernen Stunden singen...  


Klappentext: London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Weg nach Kent, wo sie Zuflucht bei einer fremden Familie findet. Staunend und eingeschüchtert zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurst Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie taucht ein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie — bis etwas geschieht, das das Leben des Mädchens für immer verändert. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch das Auftauchen eines lange verschollenen Postsacks führt ihre Tochter Edie auf die Spur einer geheimnisvollen Vergangenheit. Innerhalb der düsteren Gemäuer kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können. Damals geriet auch die Welt der jungen Juniper Blythe aus den Angeln, doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen....

Es beginnt mit einem Brief, den Edies Mutter nach fünfzig Jahren erhält, weil dieser auf dem Dachboden eines Briefträgers gefunden wurde. Ein Brief aus der Vergangenheit, über die Meredith Burchill nie spricht, schon gar nicht mit ihrer Tochter Edie. Aber nun ist Edies Neugier geweckt. Sie möchte endlich mehr über ihre Mutter erfahren, die immer so unnahbar scheint.
Mit ihrem Besuch auf Schloss Milderhurst öffnet sie eine Tür in die Vergangenheit. Sie lernt ihre Mutter als junges Mädchen kennen, als sie 1939 von London nach Kent evakuiert wird und im Schloss des Schriftstellers Raymond Blythe landet. Den sie allerdings so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Seine Töchter Persephone (Percy) und Seraphina (Saffy) sowie deren jüngere Halbschwester Juniper kümmern sich um sie und besonders Juniper und Meredith verbindet eine besondere Freundschaft. 
Aber je mehr Edie über die Vergangenheit ihrer Mutter und die Bewohner von Schloss Milderhurst erfährt, desto mehr wird klar, dass alle ein dunkles Geheimnis teilen. Was passierte an dem Abend im Oktober, als Juniper zurück aus London kam und sich das Leben der drei Schwestern für immer veränderte? Und was hat Edies Lieblingsbuch "Die wahre Geschichte des Modermannes" von Raymond Blythe damit zu tun? 

Edie ist Lektorin bei einem Verlag in London und Bücher sind ihr Leben. Um so erstaunter ist sie, als sie erfährt, dass ihre Mutter als Kind eine Zeit lang auf dem Schloss des berühmten Schriftstellers Raymond Blythe gewohnt hat. Ausgerechnet des Mannes, der "Die wahre Geschichte des Modermannes" schrieb, das Buch, das Edie die Tür zur Welt der Bücher öffnete. Ich fand Edie von Beginn an sympathisch, was natürlich zum größten Teil mit ihrer Liebe zu den Bücher zu tun hat. Auch das freundschaftliche, aber leicht distanzierte Verhältnis zu ihren Eltern, besonders ihrer Mutter, konnte ich nachfühlen. Und die Zwiespältigkeit, als sie beginnt in der Vergangenheit zu schnüffeln, denn natürlich ist das auch ein Vertrauensbruch. Andererseits ist es auch eine Gelegenheit für sie, ihre Mutter besser kennen zu lernen. 

Abwechselnd erzählt Kate Morton in der Gegenwart von Edies Suche und in der Vergangenheit aus der Zeit des zweiten Weltkriegs von Percy, Saffy und Juniper. Nach und nach entwirrt die Autorin das Netz aus Familiengeheimnissen und bringt Licht in die dunkle Vergangenheit der Schwestern Blythe. 
Es war mein erstes Buch von Kate Morton und zwischendurch war es ein bisschen zäh, zum Schluss hin aber wurde es wieder fesselnder. Ich habe mir sagen lassen, die anderen Bücher wären besser und deswegen werde ich auf jeden Fall noch ein weiteres lesen. 
Wer Familiengeheimnisse und Reisen in die Vergangenheit mag, der liegt bei "Die fernen Stunden " aber auf jeden Fall richtig. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Frohe Weihnachten und neue Wichtelgeschenke

Nun ist der erste Weihnachtstag fast schon vorbei. Ich hoffe, Ihr hattet bisher ein schönes Fest und habt die Zeit mit Euren Lieben gut verbracht. Vielleicht sind auch ein paar neue Seitlinge dazu gekommen?

Ich durfte gestern noch zwei Wichtelpäckchen öffnen und es sind zwei weitere Bücher auf meinem SUB gelandet:



Neben den Büchern gab es auch noch schöne andere Sachen und sogar an unsere Rattis wurde gedacht. 

Den Wichtelpaten vielen Dank für die Päckchen und noch ein schönes Weihnachtsfest. 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Die längste Nacht des Jahres...


....steht uns bevor. Das wäre sehr viel Zeit zum Lesen. *g*
Hier ist es heute eigentlich gar nicht richtig hell geworden und bereits um 16 Uhr kehrte die Dunkelheit zurück.

Ich wünsche euch eine schöne Wintersonnenwende und einen besinnlichen 4. Advent.







Samstag, 20. Dezember 2014

Wichteln bei den Büchereulen

Heute war es soweit und ich durfte mein erstes Wichtelpäckchen in diesem Jahr auspacken. Ich war ganz gerührt, wie viel Mühe sich meine Wichtelmama mit dem Einpacken gemacht hat. 
Und auch bei den Beilegseln hat sie sich richtig Gedanken gemacht: ein Lesezeichen, eine Plüschfledermaus, eine Eulenfigur, Seife, selbst gebackene Kekse in einer hübschen Blechdose. 

Die Hauptsache ist natürlich das Buch und das ist in diesem Fall eines, das ich schon lange lesen will: "Die Augen der Heather Grace" von David Pirie.



Jetzt wünsche ich euch noch einen schönen 4. Advent morgen und eine schöne  Wintersonnenwende. 

Freitag, 19. Dezember 2014

Endlich Urlaub...

....und hoffentlich auch mal Zeit zum Lesen. 
Heute war mein letzter Arbeitstag in diesem Jahr, nun habe ich Ruhe bis zum 5. Januar 2015. 
Naja, ich versuche es jedenfalls, mir ein wenig Ruhe anzutun, denn die habe ich dringend nötig. Leider muss ich auch "nebenbei" die Wohnung meiner Mutter auflösen, Möbel verkaufen usw., denn sie ist seit Anfang Dezember im Seniorenheim. Aufgrund ihrer Demenz konnte sie nicht mehr allein zuhause leben.  Es ist schon hart, meine Mutter, die geistig immer so fit war, so zu sehen. Wenigstens erkennt sie mich aber noch, ich hoffe, das bleibt auch noch lange so.

Morgen ist es auch endlich soweit, dass das erste Wichtelpäckchen ausgepackt werden darf. Als erstes sind die Büchereulen dran. Bin schon sehr gespannt. Ich werde versuchen, live um 19 Uhr im Chat dabei zu sein. 

Zur Zeit lese ich ja "Die fernen Stunden" von Kate Morton. Zwischendurch war es ein wenig zäh, als es um die Vergangenheit ging, aber inzwischen ist es wieder interessanter. Also bleibe ich erst mal dran. 

Am Sonntag ist Wintersonnenwende, Mittwinternacht, auch Julfest genannt. Die längste Nacht und der kürzeste Tag des Jahres steht bevor. Also macht es euch gemütlich mit vielen Kerzen, einem schönen Buch und einer leckeren Tasse Kaffee, Tee oder was ihr sonst so gerne trinkt. 



Freitag, 12. Dezember 2014

Das dritte Adventwochenende steht vor der Tür

Was für ein Wetter im Moment! Zum Abgewöhnen. Wir haben Dezember und nicht April. Viel zu warm und viel zu nass. Ich hätte gerne schöne trockene Kälte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wo kann ich die bestellen? *g*

Heute Abend muss ich erst mal noch zwei Päckchen für Wichtelaktionen packen. Morgen gehen sie dann auf die Reise. Eines habe ich schon abgeschickt und gestern auch selbst eins bekommen. Aber ich muss noch eine Woche warten, bis ich es endlich auspacken darf. Menno! Am besten, ich lege es weit weg, außer Sichtweite.

Morgen werde ich wohl nicht zum Lesen kommen, denn wir sind bei Schwiegereltern zum Grünkohlessen eingeladen.
Sonntagnachmittag werden wir dann auch noch mal auf unseren Weihnachtsmarkt gehen, das Wetter soll ja besser werden.
Vielleicht schaffe ich es Sonntagmittag ein bisschen zu lesen. Ich habe ja diese Woche "Die fernen Stunden" von Kate Morton begonnen. Eine Reise in die Vergangenheit auf der Spur alter Familiengeheimnisse. Ich mag solche Geschichten sehr. Zumal Edie, die Hauptfigur, auch noch ein richtiger Bücherwurm ist. Bisher habe ich erst 130 Seiten geschafft, aber es gefällt mir sehr gut.
Naja, nächste Woche noch arbeiten und dann habe ich zwei Wochen Urlaub und hoffentlich viel Zeit, die ich endlich mal meinen Büchern widmen kann.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und einen gemütlichen 3. Advent.





Montag, 8. Dezember 2014

"Seelenweh" von Saskia Berwein

Eigentlich fange ich ja ungern eine Buchreihe mittendrin an, aber diesen dritten Teil habe ich im Rahmen einer Gewinnaktion bei Lovelybooks gewonnen und zwar inklusive Leserunde mit der Autorin selbst. Danke noch einmal an Saskia Berwein, dass sie den Lesern geduldig Fragen beantwortet hat, auch für Einsteiger wie mich, die die Vorgeschichte nicht kannten.
Trotzdem kam ich aber gut in die Geschichte rein und ich finde die Dosis der Wiederholungen und Erklärungen aus den Vorgängerbänden war genau richtig.  

Nun zu "Seelenweh". Im eher kleinen Ort Lemanshain wird die brutal zugerichtete Leiche der siebzehnjährigen Isabell Grunau gefunden. Ein Fall für Komissarin Jennifer Leitner, gerade frisch aus dem Urlaub, und Staatsanwalt Oliver Grohmann. Dieser hat gerade den Posten des vor kurzem verstorbenen Oberstaatsanwalts abgelehnt, da er keinen reinen Schreibtischjob, sondern auch weiterhin nah am Geschehen sein möchte.
Dadurch wird ihnen allerdings Ricarda Anstett vor die Nase gesetzt, der der Ruf voraus eilt, dass sie für ihre Karriere über Leichen geht, ohne Rücksicht auf Verluste oder die Gefühle ihrer "Untergebenen". Keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Ich muss sagen, ich hatte lange keine Romanfigur, die mir von vorne herein so unsympathisch gewesen ist.
Während der Ermittlungen werden Jennifer und ihren Kollegen dann auch immer wieder Steine in den Weg geworfen und auch Oliver hat keinen guten Stand bei seiner neuen Chefin.
Plötzlich taucht ein Beamter vom BKA auf und wie es aussieht, ist Isabell Grunau bereits das dreizehnte Opfer in einer Serie von Morden. Die Opfer waren anscheinend alles Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten oder bereits durch das soziale Netz gefallen sind. Niemand vermisste sie. Selbst Isabells Familie scheint nicht sonderlich überrascht über ihren brutalen Tod und anscheinend hat sie vor ihrer Ermordung schon eine Weile in einem Camp für Obdachlose gelebt. Ist sie dort auch ihrem Mörder begegnet?

Ein wirklich spannender Thriller. Saskia Berwein gelingt es, den Leser immer wieder mit Wendungen und Andeutungen über den Täter "bei der Stange" zu halten. Die Charaktere sind bis in die Nebenfiguren gut ausgearbeitet.
Jennifer Leitner lebt für ihren Beruf, Urlaub und Wochenenden sind ihr ein Graus. Wenn sie einmal eine Spur wittert, verbeißt sie sich darin und arbeitet auch mit unkonventionellen Methoden, um den Täter zur Strecke zu bringen.
Auch Oliver Grohmann ist mit Leib und Seele Staatsanwalt, er versucht aber im Rahmen des Gesetzes zu handeln und gerät dadurch oft mit Jennifer aneinander. Neben den beruflichen kommen auch noch private Spannungen zwischen den beiden hinzu.
Das Ende des Buches und die Darstellung des eher privaten Oliver hat mir übrigens sehr gut gefallen. Wen ich auch mochte waren Jarik und "Morpheus".

Ob "Seelenweh" besser oder schlechter ist, als seine Vorgänger kann ich nicht sagen, da ich diese ja nicht gelesen habe. Mir hat dieser Teil aber wirklich sehr gut gefallen und besonders zum Ende hin wurde es immer spannender und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 30. November 2014

Seitlinge für die Adventszeit

Im letzten Jahr habe ich ein besonders schönes Buch entdeckt. Eigentlich ein Kinder- und Jugendbuch, aber ich finde, es ist auch sehr schön für Erwachsene. Hauptfigur ist die kleine Ratte Walter.

Das zweite Buch, das ich euch ans Herz legen möchte ist dieses hier:


Auch diese literarischen Adventskalender von Markus Walther kann ich empfehlen. Und man tut damit noch etwas Gutes für krebskranke Kinder:



Habt eine schöne Adventszeit und viel Spaß morgen beim Öffnen des 1. Türchens. 

Freitag, 28. November 2014

Trari Trara! Der Advent ist da!

In zwei Tagen ist es schon wieder soweit, wir können die erste Kerze am Adventskranz oder -gesteck anzünden. Und die Wetteraussichten laden zu einem Weihnachtsmarktbesuch ein.


Und dann noch drei Wochen arbeiten, dann ist dieses Jahr für mich schon wieder so gut wie gelaufen. Wo ist es nur hin? Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto schneller vergeht die Zeit. *g*

Ich fürchte, dieses Jahr wird diese "besinnliche" Zeit für mich nicht so ruhig werden. Aufgrund der Demenzerkrankung meiner Mutter habe ich im Moment ziemlich viel um die Ohren. Aber ich versuche mir so viele Auszeiten wie möglich zu nehmen und genieße diese dann mit einem Buch ganz besonders.

Zur Zeit lese ich in einer Leserunde bei Lovelybooks "Seelenweh" von Saskia Berwein. Danach werde ich mich mal mit Büchern von Kate Morton und Katherine Webb alten Familiengeheimnissen widmen. Solche Geschichten passen sehr gut in diese Jahreszeit, finde ich.

Und zwischendurch werde ich auch immer mal wieder in meinem literarischen Adventskalender blättern: Advents- und Weihnachtsrituale von Jeanne Ruland.

Ich wünsche euch ein entspanntes erstes Advent-Wochenende.






Montag, 24. November 2014

"Schattenschrei" von Erik Axl Sund

Inhalt: Während Jeanette Kihlbergs Ermittlungen endlich Erfolge zeigen, geht Sofia durch die Hölle. Ist Victoria Bergman schuldig? 
Endlich zeigen sich mehr und mehr Erfolge in den Ermittlungen der Kommissarin Jeanette Kihlberg. Sie glaubt, zwei Frauen als Mörderinnen identifiziert zu haben. Aber damit sind die Verbrechen noch nicht aufgeklärt ... Und auch, was die unauffindbare Victoria Bergman mit den Morden zu tun hat, ist noch unklar. Derweil wird für Psychologin Sofia die Zusammenarbeit mit Jeanette immer schwieriger, weil sie dabei ihrem eigenen, persönlichen Kern immer näher kommt. Und das führt sie geradewegs in die Hölle.   

Vorab noch einmal ein wichtiger Hinweis: Hierbei handelt es sich um den finalen Teil einer Trilogie und noch mehr als bei anderen Reihen muss man alle Teile chronologisch gelesen haben, denn sonst versteht man wenig bis gar nichts. Was sicher auch daran liegt, dass das Ganze von den Autoren als EIN Buch gedacht war und erst vom Verlag in drei Bände geteilt wurde. 
Mein erster Gedanke nach Beenden von "Schattenschrei" war: Wie? Das war jetzt alles? Also für die aufgebaute Spannung und die ganzen voraus gegangenen Ereignisse in den drei Teilen war das Ende doch recht unspektakulär. Nach Teil 1 und 2 hatte ich die Hoffnung, dass im letzten Teil nun alles aufgeklärt und zu einem für alle zufriedenstellenden Abschluss kommt.
Aber es bleiben nach wie vor einige Fragen offen, sowohl für die Charaktere als auch für mich als Leser.  
Es ist sehr schwer, dies genauer zu klären, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Allerdings frage ich mich wirklich, wozu die ganze Geschichte um Sofia, Victoria und die anderen Persönlichkeiten eigentlich gut war....außer den Leser in die Irre zu führen.

Spannend war die Geschichte zwar schon und besonders zum Ende hin wollte ich endlich wissen, wie das Ganze nun zusammenhängt. Auch die Fantasie der Autoren scheint anscheinend keine Grenzen zu kennen, besonders war kranke Gehirne, dunkle Abgründe der menschlichen Seele und Perversitäten betrifft. aber trotzdem fehlt mir irgendwas. Ein echter Abschluss. Ich kann es schlecht anders beschreiben. 
Bei der Werbung und den guten Kritiken für die Trilogie hatte ich einfach mehr erwartet.

Trotzdem bedanke ich mich noch mal herzlich beim Verlag, dass es mir möglich war, die Bücher zu lesen. Auch die Leserunde bei den Büchereulen war toll und hat wie immer viel Spaß gemacht. 

Meine Bewertung für diesen Teil: ☥ ☥ ☥ ☥

Meine Bewertung für die gesamte Trilogie:  ☥ ☥ ☥ 


Dienstag, 18. November 2014

Weihnachtszeit = Wichtelzeit

Ich bin ja in einigen Bücherforen angemeldet und teilweise dort auch schon seit mehreren Jahren aktiv. Inzwischen gibt es ja fast überall eine schöne Tradition: das Wichteln. Das ist immer eine tolle Aktion, wie ich finde, besonders in größeren Communities. Und neben einem Buch von meiner Wunschliste gibt es immer noch nette Kleinigkeiten dazu.

Bei den Büchereulen mache ich z.B. dieses Jahr das zweite Mal mit und fast genauso schön wie das Wichteln an sich sind die Postings und Spekulationen, wer denn wohl wen bewichteln darf. Denn natürlich läuft das Ganze anonym oder besser gesagt, zwei Büchereulen losen die Namen aus und dann wird geraten, was das Zeug hält. Natürlich werden auch Tipps der Wichtelkinder und Wichtelmamas (manchmal aus Papas) gegeben und das ist immer sehr lustig.

Dieses Jahr werde ich wohl noch in zwei weiteren Foren beim Wichteln mitmachen und freue mich schon.
Gemein ist nur, wenn die Päckchen meiner Wichtelmamas schon so früh ankommen und ich noch bis Weihnachten mit dem Auspacken warten muss. Das grenzt an Folter!  *g*

Kennt Ihr auch solche Wichtelaktionen und macht bei diesen mit?


Samstag, 15. November 2014

"Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

"Weißt du, wozu du fähig bist? Ahnst du es auch nur ansatzweise?"  

Marie Neumann sitzt in einer Forensik in Hamburg, einer Klinik für psychisch kranke Straftäter. Sie soll ihren Freunde, den Schriftsteller Patrick Gerlach, heimtückisch im Schlaf ermordet haben. Zuerst wurde ihm die Kehle durchgeschnitten, dann wurde er mit zahllosen Messerstichen attackiert. Man findet Marie in einer Blutlache bei ihm mit der Tatwaffe in der Hand.
Sie selbst kann sich an nichts erinnern. Das Letzte was sie weiß, ist, dass sie auf einer Premierenparty von Patricks Schwester Vera war und zusammen mit Patrick nach Hause wollte. Danach ist alles weg.
Aufgrund ihrer Krankheit ist Marie allerdings überzeugt, dass sie die Tat begangen hat, denn in Gedanken hat sie Patrick schon mehr als einmal brutal ermordet. Genau so wie sie sich schon viele andere Gewalttaten vorgestellt hat und sie bildlich vor sich sah. Auch in Bezug auf die Kinder in ihrem Kindergarten. Deswegen hat sie ihren Job als Kindergärtnerin aufgegeben.
Marie leidet unter Zwangsgedanken, einer psychischen Erkrankung, die meistens durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöst wird. In ihrem Fall war das vermutlich der Unfalltod ihrer kleinen Tochter Celia. Auch ihre Ehe mit Christopher ist an diesem Verlust zerbrochen.
Nun sitzt sie in der Forensik, verurteilt als Mörderin und erzählt dem Psychiater Dr. Jan Falkenhagen ihre Geschichte. Nach und nach kommen ihr mit der Zeit selbst Zweifel daran, dass sie tatsächlich die schreckliche Tat begangen und Patrick, den sie liebte, wirklich ermordet hat. Gemeinsam mit dem Arzt und auch mit Unterstützung ihres Ex-Mannes Christopher rollt sie die Vergangenheit auf.
Denn ein Leitsatz hat Marie in all der Zeit seit Ihrer Erkrankung immer wieder Mut gegeben: Denken ist nicht Tun! 
Aber wenn nicht sie Patrick ermordet hat, wer war es dann? Kommt der wahre Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers?

Von Anfang an hat mich die Geschichte von Marie gefesselt. Sicher hat jeder schon mal den Gedanken gehabt: "Den könnte ich jetzt umbringen!" Aber wenn man diese Anfälle mit solcher Heftigkeit hat, dass sie das ganze Denken beherrschen, man die Szene in aller Deutlichkeit vor sich sieht und sogar das Blut an den Händen fühlt und derart davon beherrscht wird, dass man Angst hat, mit dem Menschen zusammen zu sein, weil man ihm etwas antun könnte....das muss schrecklich sein. Im Nachwort erklärt die Autorin, dass sich solches Zwangsdenken fast immer gegen die Menschen richtet, die der Erkrankte liebt. Sehr anschaulich und einfühlsam macht die Autorin dem Leser das deutlich und man fühlt mit Marie.
Marie war mir auch direkt sympathisch und ich habe ihr gewünscht, dass ihr geholfen wird und sich am Ende herausstellt, dass sie unschuldig ist. Ob das der Fall ist, das verrate ich hier nicht. Lest das Buch selbst. 

Ich würde die Geschichte als psychologischen Spannungsroman bezeichnen, im Stil von Joy Fielding. Es ist kein Thriller und auch nicht direkt ein Krimi, aber wirklich sehr gut geschrieben, ein Pageturner. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥

Freitag, 14. November 2014

Endlich Freitag!

Da ist er endlich wieder, der Freitag. Hach, wie habe ich ihn in den letzten Tagen vermisst und herbeigesehnt. *g*

Die Wetteraussichten für morgen sind ja eher grau und nass, also perfektes "Mit Tee und Buch auf der Couch"-Wetter.

Ich denke, ich werde "Alles muss versteckt sein" beenden können, es liest sich sehr flüssig und ist spannend geschrieben. Bin sehr gespannt auf die Auflösung.

Dann kam gestern "Schattenschrei" an, der dritte Teil der Victoria-Bergman-Trilogie von Erik Axl Sund. Auch diesen finalen Teil habe ich wieder beim Goldmann-Verlag durch die Büchereulen gewonnen. Die Leserunde beginnt am Sonntag, da kann ich sicher pünktlich einsteigen. Hoffentlich klärt sich dann alles endgültig auf in der Geschichte, teilweise ist es schon etwas verwirrend.


In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes, gemütliches Wochenende mit hoffentlich viel Zeit zum Lesen und Relaxen.




Montag, 10. November 2014

"Dracula kehrt zurück" von Freda Warrington

Nachdem ich das Buch nach mehr als zehn Jahren nun zum zweiten Mal gelesen habe, kann ich endlich auch eine ausführliche Rezension dazu schreiben.
Sieben Jahre sind vergangen, seit Dracula in Transsylvanien getötet wurde. Mina und Jonathan Harker haben einen sechsjährigen Sohn mit Namen Quincey, zu Ehren ihres damals getöteten Freundes Quincey Morris. John Seward und Arthur Holmwood - Lord Godalming - sind inzwischen ebenfalls beide verheiratet.  
Und Professor Van Helsing ist überzeugt, dass nun die Zeit gekommen ist, wieder dorthin zu reisen, um sich noch einmal zu überzeugen, dass der Vampir wirklich endgültig vernichtet ist.
Also machen sich die Freunde zunächst auf den Weg nach Budapest zu einem alten Freund Van Helsings, Professor André Kovacz. Dort treffen sie auch auf Elena, Andrés Nichte, die mit ihrem Vater dort lebt. Die junge Frau freundet sich mit Mina an und bewundert die elegante Engländerin. Sie sehnt sich selbst nach einem freien Leben und möchte nicht als Ehefrau und Mutter enden, so wie es ihr strenger Vater für sie vorgesehen hat.
Als die Freunde schließlich weiter zum Borgopass reisen wollen, begleiten Elena und ihr Vater sie und zusammen wohnen sie bei einer befreundeten Bauernfamilie. Ihren wahren Grund für den anschließenden Ausflug in die Berge verschweigen sie allerdings der Familie und auch Elena und ihrem Vater. Nur André Kovacz weiß Bescheid, da Van Helsing seinen alten Freund in einer Weinlaune eingeweiht hat. Ein tragischer Fehler, wie er später erkennen muss.
An der Burg Dracula angekommen, erlebt jeder der Freunde diese erneute Begegnung mit dem Ort des Schreckens anders. Und als sie wieder ins Tal zurück und dann nach England heimkehren, ist nichts mehr wie vorher, denn Dracula ist erwacht und er sinnt auf Rache. Hierzu bedient er sich zunächst der jungen Elena und als sie nach dem Tod ihres Vaters als Kindermädchen nach England kommt, bringt sie das Grauen wieder ins Haus der Harkers. Jonathan verfällt immer mehr in Depressionen, die sonst friedliche Katze wird zunehmend aggressiver und Mina sehnt sich plötzlich auf eine Art und Weise nach ihrem Ehemann, wie es sich für die damalige Zeit einfach nicht gehört. Und schließlich wird klar: ihr alter Feind ist zurück. Wird es ihnen zusammen mit ihren Verbündeten dieses Mal gelingen, ihn zu bekämpfen und endgültig zu vernichten?

Veröffentlicht wurde diese Fortsetzung von Freda Warrington 1997 und damit 100 Jahre nach Bram Stokers „Dracula“. Was man aber nach ein paar Seiten bereits vergisst, denn der Schreibstil ist sehr ähnlich und auch der Aufbau des Buches, denn auch hier gibt es Tagebucheinträge und Briefe.
Aber in „Dracula kehrt zurück“ hat der Vampir eine viel größere Rolle, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch erhält er hier durchaus menschliche Züge, während Stoker ihn ja eigentlich nur als blutsaugendes Ungeheuer darstellt. Könnte natürlich daran liegen, dass dieses Buch eine Frau geschrieben hat. *g*
Womit ich aber nicht sagen will, dass die Geschichte schmalzig oder schnulzig ist, keineswegs. Man kann durchaus nachvollziehen, dass Mina hin und her gerissen ist zwischen ihrem Ehemann und dem Einfluss des Vampirs, denn schließlich geht es um das Leben ihres Sohnes. Aber ist sie wirklich bereit, dafür ihre sterbliche Seele zu opfern?
In die Geschichte eingebunden wurde der Mythos der sog. Schule der Scholomanten. Eine Schule mit zehn Schülern, die vom Teufel persönlich geleitet wurde und wo Dracula sein dunkles Wissen und seine teuflischen Fähigkeiten erlernte.

Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die sich nicht hinter dem Klassiker verstecken muss und die damit beginnt, womit „Dracula“ endete: Jonathan Harkers letzter Anmerkung zu den Geschehnissen in Transsylvanien. Die Charaktere sind vielschichtig und neben den altbekannten Figuren kommen ein paar neue wie Elena und André Kovacz hinzu. Dadurch sind John Seward und Arthur Holmwood leider ein wenig zu kurz gekommen, aber man kann halt nicht allen Charakteren den gleichen Raum geben. Und dafür hat die Titelfigur dieses Mal eben auch einen größeren Part bekommen, meiner Meinung nach ein Pluspunkt für die Geschichte. 

Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 2. November 2014

"Dracula" von Bram Stoker

Ich habe das Buch jetzt nach vielen Jahren zum dritten Mal gelesen, dieses Mal in einer Leserunde. Und auch nach der all der Zeit hat die Geschichte für mich nichts von ihrer Faszination verloren. 
Die Handlung ist ja soweit eigentlich bekannt, daher  versuche ich mich kurz zu fassen. 


Der junge Anwalt Jonathan Harker reist im Auftrag seiner Kanzlei ins entlegene Transsilvanien und führt vom ersten Tag an ein Reisetagebuch. Hauptsächlich, um seine Erlebnisse später mit seiner Verlobten Mina zu teilen, die daheim England auf ihn wartet. Ziel ist die Burg des Grafen Dracula, der durch die Kanzlei in London eine alte Abtei gekauft hat und demnächst dorthin übersiedeln will. Schon auf der Reise geschehen merkwürdige Dinge und die Menschen in Transsilvanien scheinen in tiefem Aberglauben zu leben und warnen Harker vor einer Weiterreise zur Burg. Aber der junge Anwalt lässt sich nicht abschrecken.
Schon hier gelingt es Stoker, eine schaurige Atmosphäre zu schaffen.
Nach seiner Ankunft auf der Burg muss Harker nach und nach erkennen, dass der Graf nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Er ist sich nicht mal sicher, ob sein Gastgeber wirklich menschlich ist.
Währenddessen wartet Mina daheim auf Nachricht von ihrem Verlobten und vertreibt sich die Zeit mit einem Besuch bei ihrer Freundin Lucy an der Küste in Whitby die Zeit. Aber die unbeschwerte Zeit wird getrübt, denn Lucy scheint krank zu sein und sie schlafwandelt. Ein Freund der Familie, der Arzt John Seward, ruft schließlich seinen alten Studienprofessor Van Helsing zu Hilfe, der sich mit ungewöhnlichen Fällen und Methoden auskennt. Dieser befürchtet schließlich, dass Lucy das Opfer eines Vampirs geworden ist.
Aufgrund der Tagebucheinträge von Mina und Jonathan Harker kommen Van Helsing und Seward zusammen mit Lucys Verlobtem Arthur sowie seinem alten Freund, dem Texaner Quincey Morris, dem Grafen auf die Schliche und versuchen, ihn endgültig zu vernichten.

Was soll ich noch sagen? Ich liebe dieses Buch. Und ich finde den Aufbau der Geschichte aus Tagebucheinträgen, Phonografenaufnahmen, Briefwechseln und Zeitungsberichten einfach total gelungen. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, keiner ist oberflächlich dargestellt und von Anfang an gelingt es dem Autor eine durchgehende Spannung zu erzeugen.
Was mir jetzt beim erneuten Lesen des Buches aufgefallen ist: die Titelfigur Dracula taucht im Grunde nur am Anfang auf und zum Ende hin. Trotzdem beherrscht sie die gesamte Handlung und die Bedrohung durch den Vampir schwebt die ganze Zeit über den Hauptfiguren und zieht sich bis zum Schluss zu einem dunklen Netz zusammen.

Absolute Leseempfehlung für Vampirbuchfans. 


Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Dienstag, 28. Oktober 2014

Halloween mit dem berühmtesten Vampir der Welt

Ich lese ja zur Zeit einen Klassiker der Literaturgeschichte: Dracula. Dieses Mal in einer Leserunde bei den Büchereulen.
Und auch nach all den Jahren und auch beim dritten Lesen hat die Geschichte für mich nichts von ihrer Faszination verloren.
Der ganze Aufbau aus Tagebucheinträgen von Jonathan Harker und Mina. Briefe zwischen Mina und ihrer Freundin Lucy. Tagebucheinträge und Tonaufnahmen von Dr. John Seward. Zeitungsausschnitte über ungewöhnliche Ereignisse in und um London. Bram Stoker gelingt es so, eine immer weiter ansteigende Spannung zu erzielen. Ein dunkles Netz der Bedrohung zieht sich immer mehr über den Protagonisten zusammen.

Es ist wirklich sehr schade, dass Stoker den Erfolg seines Romans nicht mehr erlebt hat und in dem Glauben starb, dass Dracula ein Misserfolg und Ladenhüter war. 

Mich begleitet dieses Meisterwerk des Schauerromans nun in diesen Tagen vor Halloween und sicher auch noch darüber hinaus. Welche Lektüre wohl besser für diese Zeit geeignet?

Hier ein paar bekannte Zitate:

"Hören Sie! Die Kinder der Nacht....welch süße Musik sie machen."

"Willkommen in meinem Schloss! Treten Sie unverzagt herein und lassen Sie etwas von dem Glück hier, dass Sie mit sich bringen."

 "Die Toten reisen schnell."

Sonntag, 26. Oktober 2014

"Die fünfte Kirche" von Phil Rickman

Christen, Heiden und ein Mörder Kaum ist Merrily Watkins zur Exorzistin ernannt, sitzt sie auf Anordnung des neuen Bischofs in einer Krawall-Talkshow zwischen Satanisten und selbsternannten Hexenjägern. So richtig ist der Teufel aber erst los, als ein Hippie-Pärchen im Nachbarort eine geschichtsträchtige Ruine erwirbt. Eine heidnische Kultstätte soll hier entstehen – ausgerechnet in einer der fünf Sankt-Michaels-Kirchen, die nach alter Überlieferung das Land vor dem Bösen bewahren. Und das Böse ist da, in Gestalt eines skrupellosen Mörders....  
 
Pfarrerin Merrily Watkins hat erst kürzlich den  Job als Exorzistin übernommen. "Beraterin in spirituellen Grenzfragen" wie es offiziell heißt. Und in dieser Funktion soll sie in einer Late Night Show die anglikanische Kirche vertreten. Das Thema des Abends sind Hexen und Heiden im Gegensatz zum christlichen Glauben.
Dort erfährt Merrily, dass ein junges Paar in einem Nachbarort eine Kirche gekauft hat, die aber seit Jahren nicht mehr als solche genutzt wird. Nur, Robin und Betty sind offensichtlich praktizierende Hexen und das kommt in der ländlichen Bevölkerung und eingeschworenen Gemeinschaft gar nicht gut an. Und jeder scheint dort ein Geheimnis zu haben. Hinzu kommt, dass der charismatische Pfarrer Nicholas Ellis offensichtlich auf einem publicity-trächtigen Kreuzzug gegen das Heiden- und Hexentum ist und setzt alles dran, das Paar aus der Stadt zu jagen. Schreckt er vielleicht auch vor Mord nicht zurück? Denn der erste Tote lässt nicht lange auf sich warten.
Der Bischof schickt seine Beraterin dorthin, um Ellis zu unterstützen, aber Merrily kommen schnell Zweifel, ob sie wirklich auf der richtigen Seite steht. Denn Robin und Betty wollen nichts anderes, als in Frieden ein neues Leben zu beginnen. Und die alte St. Michaels Church scheint dafür genau richtig zu sein. Aber war es wirklich Zufall, dass sie diese Kirche gefunden haben? Eine von fünf Kirchen, die auf einem Plan gezeichnet und verbunden, ein umgekehrtes Pentagramm ergeben?

Worum es im Endeffekt tatsächlich geht, wird erst ziemlich am Ende geklärt und es lohnt sich durchzuhalten, auch wenn die Spannung zwischendurch ab und zu ein wenig nachlässt. Aber ich mag Merrily und auch Jane und mir gefällt diese Reihe doch sehr gut. Es sind halt eher untypische Krimis, allein schon weil die Hauptfigur eine Pfarrerin ist, die aber auch oft an ihrem Job zweifelt.
Schade fand ich, dass Lol diesmal nicht dabei war, aber am Anfang wird kurz erwähnt, wieso. Ich hoffe, er ist beim nächsten Teil wieder dabei. 


Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥

Sonntag, 19. Oktober 2014

Neuzugänge im Oktober

Auf der Spielemesse in Essen gibt es ja nicht nur Spiele. Auch sind dort Comiczeichner, Künstler und Autoren vertreten.
Zufällig fand ich dort dieses Buch, welches der Autor selbst vorstellte:


Außerdem gab es noch diesen historischen Krimi, der zur Zeit von Jack the Ripper spielt und sich sehr spannend anhörte:


Und dann....tadaaaa! "Dracula" von Bram Stoker. Ja, natürlich habe ich das Buch schon. Und natürlich hab ich es schon gelesen....mehr als einmal. Aber dies ist eine neue Übersetzung des Klassikers und da ich bald an einer Leserunde teilnehmen möchte....konnte ich nicht widerstehen. *g*


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Noch 16 Tage....

...bis Halloween....



Das denken sich wohl auch ein paar Leute ein paar Straßen von hier entfernt, die jedes Jahr zu Halloween ihr Haus "aufhübschen".  Heute hat es begonnen....und ich bin gespannt, wie es dieses Jahr endet.




Montag, 13. Oktober 2014

"Der verbotene Fluss" von Susanne Goga

England 1890. Die junge Lehrerin Charlotte Pauly verlässt Berlin und bekommt im Hause des reichen Abgeordneten Sir Andrew Clayworth eine Anstellung als Gouvernante für dessen achtjährige Tochter Emily.    
Chalk Hill ist ein altes Herrenhaus, auf dem ein düsterer Schatten zu liegen scheint. Das liegt auch daran, dass Sir Andrew allen Angestellten und sogar seiner Tochter verboten hat, über den Tod seiner Frau zu sprechen. Lady Ellen Clayworth ist vor einem halben Jahr anscheinend in den nahen Fluss gestürzt.
Charlotte ist überzeugt, dass es nicht gut ist für das Mädchen, ihre Trauer tot zu schweigen und versucht, so viel wie möglich über die Umstände des Todes von Emilys Mutter herauszufinden. Sir Andrew ist davon alles andere als begeistert, aber als das Mädchen immer mehr Albträume bekommt und behauptet, ihre tote Mutter zu sehen, kann Charlotte ihn endlich überzeugen, etwas zu übernehmen. Erscheint Emily wirklich der Geist von Lady Ellen? Um das herauszufinden engagiert er Tom Ashdown, der seit kurzem zur "Society for Psychical Research" gehört, die sich mit dem Erforschen von übersinnlichen Phänomenen befasst.

Ich bin begeistert. "Der verbotene Fluss" ist ein wunderbarer historischer Roman mit einem Hauch Mystery. Atmosphärisch dicht, manchmal düster, sehr fesselnd und flüssig geschrieben. In manchen Szenen bekommt man wirklich eine Gänsehaut. Die Charaktere haben viele Facetten und auch die Nebenfiguren bleiben keineswegs blass. Charlotte ist eine resolute junge Frau, die trotz der Zeit in der sie lebt, weiß was sie will und den Mut hat, ganz alleine in England ein neues Leben zu beginnen. Auch ihre Art, mit der sensiblen Emily umzugehen fand ich sehr sympathisch. 
Tom Ashdown, der auch vor ein paar Jahren einen schweren Verlust erleiden musste, mochte ich von Anfang an. Er lässt sich auch von dem einflussreichen Sir Andrew nicht einschüchtern, dessen Ruf anscheinend wichtiger für ihn ist als seine Tochter. Nach und nach deckt er zusammen mit Charlotte das Geheimnis von Chalk Hill auf.

Zu Ende des 19. Jahrhunderts ist Spiritismus gerade in England sehr angesagt. Geisterbeschwörungen, Seancen und ähnliches sind gerade in der besseren Gesellschaft sehr beliebt. Die damals gegründete "Society of Psychical Research" gibt es tatsächlich und laut Nachwort der Autorin existiert sie heute noch. Sehr interessant. :-)

Wer historische Romane mit einem Touch Mystery mag, die auch noch im nebeligen England spielen, der liegt mit "Der verbotene Fluss" genau richtig. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


Sonntag, 5. Oktober 2014

"Die Seiten der Welt" von Kai Meyer


JEDES BUCH HAT GEHEIME SEITEN - EIN MAGISCHER ROMAN VOLLER PHANTASTISCHER ABENTEUER Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt. Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.  


Sehnsüchtig wartet die fünfzehnjährige Furia auf ihr Seelenbuch, denn nur damit wird sie zu einer richtigen Bibiomantin, die sich die Magie der  Bücher zu Nutzen machen kann. 
Aber nach einem Büchersprung mit ihrem Vater, auf der Suche nach einem Leeren Buch,  überschlagen sich die Ereignisse. Ihr kleiner Bruder Pip, der die Fähigkeit der Bibliomantik nicht geerbt hat, wird entführt und nur Furia kann ihn retten. Dazu muss sie allerdings nach Libropolis, der Stadt der Buchhandungen. Eine Auftragsmörderin ist ihr allerdings dicht auf den Fersen und sie will ein ganz bestimmtes Buch. Wenn Furia ihr dieses gibt, besteht allerdings die Gefahr der Entschreibung, was bedeuten würde, dass alle Bücher aus der Welt verschwinden würden. Zusammen mit ihren neuen Freunden versucht Furia alles, dies zu verhindern und außerdem ihren Bruder zu retten.

Bibliomanten, die die Magie der Bücher nutzen. Seelenbücher, die zu den Bibliomanten gehören. Exlibri, Romanfiguren, die aus den Büchern fallen und in der wirklichen Welt landen. Libropolis, eine Stadt voller Buchhandlungen. Ein Friedhof toter Bücher, die bei Bücherkämpfen "sterben". Schnabelbücher, die für diese Kämpfe missbraucht werden.
Kai Meyers Phantasie scheint keine Grenzen zu kennen. "Die Seiten der Welt" ist mein erstes Buch von ihm und ich bin total begeistert. 
Diese Geschichte ist einfach wundervoll. Man taucht in eine völlig andere Welt ab, die Welt der Bücher. Spannung, Herz und Humor, das Buch hat alles, was es braucht, um den Leser von der erste Seite an gefangen zu nehmen. Und trotz all der Fantastik kann man doch Parallelen zum echten Leben finden.

Ein Muss für alle Büchersüchtigen und für alle, die Bücher über Bücher lieben.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



Samstag, 4. Oktober 2014

"Dracula Untold" - Meine Meinung zum Film

Diesmal ist es keine Buchrezension, sondern es geht um einen Film. "Dracula Untold" heißt er und man kann sagen, er erzählt die Vorgeschichte zu Bram Stokers Klassiker. Wer sich schon immer gefragt hat, wie Dracula zum Vampir wurde, der erhält hier eine - mögliche - Antwort. Natürlich ist es auch hier nur Fiktion, wobei allerdings durchaus auch viele historische Fakten erzählt werden. 


Zu Beginn gibt es Szenen von Schlachten und eine Stimme erzählt, dass der junge Vlad Dracul als Kind zusammen mit seinem Bruder von seinem Vater an den türkischen Sultan übergeben und zum Soldaten ausgebildet wurde. Jahrelang musste er Qualen und Misshandlungen ertragen, was ihn zu einem harten und hasserfüllten Mann machte. Als Fürst kehrt er schließlich zurück nach Transsilvanien und lebt von nun an nur noch dafür, sein Land und sein Volk vor den verhassten Türken zu beschützen.
Als der Sultan Mehmet trotz Waffenstillstands schließlich 1000 Jünglinge für seinen Krieg incl. Vlads eigenen Sohn fordert, sieht Dracula keinen anderen Ausweg, als mit den Mächten der Finsternis einen Pakt zu schließen. Durch Zufall entdeckte er in den Bergen einen uralten Vampir und hofft, mit dessen Kräften erfolgreich gegen die Türken kämpfen und sein Land und seine Familie retten zu können. Sollte er allerdings innerhalb von drei Tagen schwach werden und Menschenblut trinken, wäre seine Seele für immer verloren und er in alle Ewigkeit ein Vampir...
 
 
Ich wusste nicht so recht, was ich von dem Film erwarten sollte. Durch die wunderbare Verfilmung von Stokers Roman durch Francis Ford Coppolla war ich natürlich verwöhnt. *g* Aber in "Dracula Untold" geht es ja auch nicht direkt um das Leben des Fürsten Vlad nach dessen Verwandlung, sondern eher um die Vorgeschichte, wie es überhaupt dazu gekommen ist bzw. hätte kommen können....wenn Dracula denn tatsächlich ein Vampir gewesen wäre. 
Und ich muss sagen, mir hat der Film sehr gut gefallen. Luke Evans als Dracula spielt den stolzen transsilvanischen Fürsten durchaus überzeugend und glaubwürdig. Die Geschichte ist spannend erzählt mit fantastischen Tricks und Action, Emotionen und Humor kommen auch nicht zu kurz. Kurzweilig und unterhaltsam, also genau so, wie ein Kinofilm sein sollte.


Nur die FSK-Freigabe hat mich ein wenig gewundert, denn der Film ist ab 12 und einige Szenen waren schon ziemlich brutal, denn immerhin trug Vlad den Beinamen "Der Pfähler". Meiner Meinung nach wäre eine Freigabe ab 14 oder 16 besser gewesen. Anders als es jetzt beispielsweise bei "Van Helsing" war. Der übrigens auch zu meinen Lieblingsfilmen gehört *g*

Von mir gibt's jedenfalls folgende Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥



Dienstag, 30. September 2014

Ein neuer Lesemonat...perfekt zum Gruseln ;-)

Morgen ist der erste Oktober, also sind es noch 31 Tage bis Halloween oder Samhain. 
All Hallows Eve, der Abend vor Allerheiligen. Die Nacht, in der die Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten dünner werden und wir Kontakt zu unseren Ahnen aufnehmen können.
Also ein perfekter Monat für Grusel-, Schauer- und Horrorgeschichten. Gibt es bestimmte Bücher, die in diese Zeit passen würden?

Da fällt mir als erstes diese Kurzgeschichtensammlung ein. 31 Geschichten, um einem die Wartezeit bis Halloween zu versüßen. 



Im Moment lese ich noch "Die Seiten der Welt", aber ich denke, danach werde ich dieses hier lesen. Es passt sicher auch gut in diese Zeit.



Vampire, Geister, Werwölfe, Hexen...alle perfekt für die Zeit vor Halloween und ich glaube, davon gibt es noch genügend auf meinem SUB. Auch Mystery ist dort noch vertreten, wie z.B. zwei Bücher der Merrily-Watkins-Reihe von Phil Rickman oder "Das tote Herz" von Andrew Taylor.

Im letzten Jahr habe ich im Oktober übrigens dieses hier gelesen, was ich auch jedem empfehlen kann, der auf Mystery und Geister steht:


Und ein perfektes Buch wäre natürlich der Meister der Vampire: "Dracula" von Bram Stoker. Oder wie wäre es mit dem Klassiker "Frankenstein" von Mary Shelley?

Also auf in den neuen Lesemonat!

Freitag, 26. September 2014

"Narbenkind" von Erik Axl Sund

Klappentext: Ein Geschäftsmann wird brutal ermordet. Jeanette Kihlberg ermittelt mithilfe der Psychologin Sofia. Doch wer ist Sofia wirklich?  Jeanette Kihlbergs Ermittlungen in einer Mordserie an Jungen in Stockholm werden vorübergehend auf Eis gelegt, als ein ranghoher Geschäftsmann auf bestialische Weise getötet wird. Man geht von einem Racheakt aus – doch Rache wofür? Psychologin Sofia Zetterlund soll ein Täterprofil erstellen, aber dann geschehen weitere Morde. Und diese scheinen in Verbindung mit Victoria Bergman zu stehen. Während die Ermittlungen nach Dänemark führen, hat Sofia immer häufiger Bewusstseinsstörungen ...

Wie schon beim ersten Teil "Krähenmädchen" ist es auch bei "Narbenkind" schwer, etwas über das Buch zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Wer es selbst gelesen hat, weiß sicher, was ich meine. Deswegen werde ich nicht viel zum Inhalt sagen.
Die Hauptpersonen sind wieder die Polizistin Jeanette Kihlberg und die Psychologin Sofia Zetterlund. Auch geht es wieder um Viktoria Bergman, deren Name Jeanette im Laufe der Ermittlungen immer wieder begegnet. Was hat sie mit den toten Jungen zu tun und wie ist sie in die weiteren Morde verwickelt, die in Stockholm passieren? Die Suche nach Viktoria gestaltet sich schwierig, denn vor gut zwanzig Jahren verlor sich ihre Spur. Aber Jeanettes Instinkt sagt ihr, dass sie der Schlüssel zur Lösung des Falls ist. 
Auch Jeanettes Privatleben ist alles andere als einfach. Ihr Mann hat sie verlassen und lebt mit seiner Agentin zusammen und Jeanettes Sohn Johan ist nach dem Vorfall im Freizeitpark abweisend und zieht sich immer mehr von ihr zurück. Außerdem ist sie verwirrt wegen ihrer Gefühle für Sofia Zetterlund.

Wie schon nach dem Lesen des ersten Teils glaube ich, dass man eine wirkliche Meinung erst nach Lesen des dritten Teils äußern kann, weil erst dann - hoffentlich - die Zusammenhänge klar werden. Manchmal sind die vielen Namen und die Beziehungen der Personen untereinander ein wenig verwirrend, aber mir gefiel dieser zweite Teil besser als "Krähenmädchen", ich fand es spannender. Gut gefielen mir auch wieder die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel. Allerdings ist es auch genauso düster und aufwühlend, besonders wenn über Viktorias Vergangenheit berichtet wird. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ein Mensch....ein Kind so viel Leid und Schmerz ertragen kann.

Nun heißt es also warten auf Teil 3 "Schattenschrei", der am 17. November erscheint.

Und an dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön an den Goldmann Verlag und an die Büchereulen für das Gratis-Vorablese-Exemplar.




Sonntag, 21. September 2014

Und wieder sind ein paar Seitlinge bei mir eingezogen

Hach ja, ich bin einfach zu gut für diese Welt. *g*
Und wieder habe ich in den letzten Tagen ein paar armen Büchern ein liebevolles Zuhause gegeben. Was soll's? Auf ein paar mehr oder weniger kommt es ja auch nicht an.

Für das erste kann ich auch nichts, da ist die Glücksfee die Schuldige, die bei Vorablesen einfach meinen Namen aus dem Lostopf gezogen hat.


Das zweite habe ich ganz zufällig im Laden entdeckt. Ich wollte gar nichts kaufen und mir nur das neue Einkaufscenter ansehen....und dann stand ich mit dem Buch an der Kasse. Blackout! Ich weiß nicht, was passiert ist....


Das dritte Buch war ein Mängelexemplar auf einem Flohmarkt. Es stand schon lange auf meiner Wunschliste und als ich es dann gestern entdeckte, eingepfercht mit anderen Seitlingen in muffigen Kartons, musste es natürlich mit.

Donnerstag, 18. September 2014

"Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

Am Rhein bei Königswinter findet der Angler Hannes Menzenbach eine nackte männliche Leiche. Erst später erkennt er, dass es sich um den Bruder seines Nachbarn handelt, der eigentlich in Ludwigshafen lebt.   
Auf den ersten Blick sieht alles nach Selbstmord, da der Tote Gernot Schirner anscheinend schwer krank war. Allerdings gibt es keinen Abschiedsbrief und Schirner hatte sich einen Tag zuvor in der teuersten Suite des Hotels Loreley in Königswinter eingemietet. Hinzu kommt, dass seine Ehefrau nicht sonderlich traurig auf den Tod ihres Mannes reagiert.  Für Kommissar Jan Seidel Anhaltspunkt, um an der Theorie des Selbstmordes zu zweifeln.
Nach und nach deckt er die tragische Vergangenheit der Familie Menzenbach auf und es scheint, dass ein tragischer Vorfall von früher mit dem heutigen Tod von Gernot Schirner zu tun hat.
Auch Jans Großmutter, Krimifan Edith, versucht ihrem Enkel mit ihrem Wissen bei der Lösung des Falls zu helfen.

Mit geschickten Wendungen und flüssigem Erzählstil gelingt es Judith Merchant bis zum Schluss den Leser gut zu unterhalten. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch die Nebenfiguren. Die Auflösung kam für mich dann auch überraschend.
Auch Prolog und Epilog haben mir gut gefallen, denn ich mag alte Sagen und Legenden.
Ein spannender Regionalkrimi aus Königswinter, den ich auf jeden Fall empfehlen kann.
Man muss den Vorgänger "Nibelungenmord" auch nicht unbedingt gelesen haben.  Wer aber etwas mehr von Edith lesen möchte, dem würde ich es doch empfehlen, da sie dort einen etwas größeren Part hat. 


Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥

Montag, 15. September 2014

"Der Federmann" von Max Bentow

Nils Trojan ist ein Polizist mit Problemen. Er leidet unter Panikattacken und geht deswegen zu einer Therapeutin. Das soll bei der Arbeit aber niemand wissen, denn er will nicht als dienstuntauglich gelten.   
Und gerade im Moment braucht ein neuer Fall seine ganze Aufmerksamkeit. Eine Frau wird in ihrer Wohnung brutal ermordet, die Haare abgeschnitten und in ihren Eingeweiden findet man einen toten, gerupften Vogel.
Es dauert nicht lange und es gibt ein zweites Opfer. Die Parallelen sind offensichtlich und bald wird klar, dass da ein irrer Serienkiller am Werk ist. Dieses Mal wurde die Tochter des Opfers allerdings Zeugin der Tat und kann gerade noch aus der Wohnung fliehen. Dadurch gerät das Kind selbst in Gefahr, denn sie hat den Täter gesehen und wurde bei ihrer Flucht von ihm verletzt.
Und die Morde gehen weiter. Alle Opfer sind weiblich und blond. Und schließlich wendet sich der Mörder persönlich an Trojan. Ist nun seine Familie auch in Gefahr? Oder seine Therapeutin, die ebenfalls ins Opferprofil passen würde?
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt für Nils Trojan, denn der Mörder ist gerissen und scheint den Polizisten sehr gut zu kennen....

Ein guter Thriller aus Berlin mit anschaulichen Beschreibungen der Straßen der Stadt. Man hat beim Lesen das Gefühl, man folgt Trojan direkt durch die Viertel und bei der Jagd nach dem Killer. Und bis zum Schluss wusste ich nicht, wer der Killer ist. Normalerweise überlegt man ja zwischendurch immer mal, ob der oder der es sein könnte. Aber hier hatte ich wirklich keine Ahnung.
Nils Trojan ist eine sympathische Figur, kein Superheld, sondern ein Mensch mit Schwächen, der nicht abgestumpft ist bei allem, was er in seinem Beruf gesehen hat.
Ein spannender Auftakt zur Thrillerreihe von Max Bentow. Die nächsten Teile werde ich auf jeden Fall auch lesen. 


Meine Bewertung:  ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Dienstag, 9. September 2014

"Das Grab ist erst der Anfang" von Kathy Reichs

Klappentext: Forensikerin Tempe Brennan ermittelt bei einer Reihe seltsamer Todesfälle: Drei Frauen wurden ermordet, alle auf grausame, aber verschiedene Weise. Doch Tempe kann schließlich die Handschrift eines Serienkillers erkennen. Umso schockierter ist sie, als man ihr vorwirft, sie habe eine Autopsie manipuliert und ein Verbrechen vertuscht. Was Tempe nicht weiß: Ihre Arbeit wird sabotiert. Von jemandem, der sie um jeden Preis scheitern sehen will ... 
Die forensische Anthropologin Temperence Brennan muss aufgrund eines anonymen Anrufes Rede und Antwort in einem alten Fall stehen. Gemeinsam mit Andrew Ryan reist sie nach Chicago, kann die Vorwürfe aber entkräften. Trotzdem nagt diese Sache an der so gewissenhaften Forensikerin. Wer hat etwas gegen sie und warum? Im Institut von Montreal taucht schließlich auch noch ein Drohbrief auf und jemand scheint ihre Arbeit an einem gefundenen Skelett zu sabotieren.
Die Stimmung im Institut ist auch nicht die beste, denn der Chef La Manche ist seit längerem krank und eine neue Kollegin bringt Unfrieden ins Team
Hinzu kommen die Morde an mindestens drei älteren Frauen, die anscheinend nichts gemeinsam haben. Ryan ermittelt und Brennan versucht ihr Möglichstes, ihm bei der Suche nach dem Mörder zu helfen. Dabei kommt sie dem Täter anscheinend näher als gedacht...

Dies ist bereits der 12. Teil der Reihe und wie immer hat er mir gut gefallen. Fast noch unterhaltsamer als den eigentlichen Fall finde ich immer den verbalen Schlagabtausch zwischen Brennan und Ryan. Auch Brennans Diskussionen mit ihrem Kater Birdie waren wieder sehr amüsant.

Nun bin ich auch wieder "drin" und werde mir sicher bald Teil 13 vornehmen.


Meine Bewertung:   ☥ ☥ ☥ ☥ ☥