Samstag, 28. September 2013

"Zwischen uns das Meer" von Kristin Hannah

Klappentext:
Seit einiger Zeit zieht sich Michael zunehmend von seiner Frau Jolene und den beiden gemeinsamen Töchtern zurück. In einem schrecklichen Streit schleudert er Jolene sogar ins Gesicht, dass er sie nicht mehr liebe. Das Paar trennt sich. Als Jolene eines Tages schwer verwundet wird, kommt Michael endlich zur Besinnung: Ihm wird bewusst, dass er kurz davor ist, die Liebe seines Lebens zu verlieren, und er will ihr beistehen. Doch Jolene will ihn nie mehr sehen – zu tief sitzt der Schmerz. Aber Michael kämpft – wird es ihm gelingen, ihr Herz zurückzugewinnen?

Ich muss sagen, nach der letzten Seite musste ich die Geschichte erst mal sacken lassen. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, das mich so berührt hat. Wobei mir der Originaltitel "Home Front" besser gefällt, denn er beschreibt besser, um was es hier geht.

Jolene hat keine schöne Kindheit, ihr Vater ist Alkoholiker und ihre Mutter schafft es nicht, ihn zu verlassen. Als Jolene ein Teenager ist, verunglücken die Eltern tödlich.
Mit achtzehn Jahren tritt Jolene in die Army ein, dies ist von nun an ihre Familie mit festen Regeln und Grundsätzen. Ihr Leben ist durchorganisiert und genau so ist es später auch in ihrer Ehe mit Michael. Sie meistert den Alltag mit zwei Töchtern und ihrem Beruf als Hubschrauberpilotin bei der Nationalgarde, während Michael als Anwalt fast rund um die Uhr arbeitet. Sie leben sich auseinander, Michael ist unzufrieden und hat ein Problem damit, dass Jolene Soldatin ist. 
Dann erhält Jolene den Einberufungsbefehl und muss in den Irak. Für die pflichtbewusste Angehörige der Army ist es keine Frage, diesem Befehl zu folgen und ihrem Land zu dienen. Ihre Kinder und auch Michael sehen das allerdings anders und ihre Abreise und der Abschied von ihrer Familie fällt wenig herzlich aus. Mit dem Gedanken, dass ihre Ehe am Ende ist, fliegt sie in den Krieg.
Zunächst ist Michael einfach nur wütend, dass seine Frau ihn mit all den täglichen Pflichten und den Kindern allein lässt. Betsy ist mit ihren 12 Jahren in der schlimmsten Phase der Pubertät und die vierjährige Lulu vermisst ihre Mutter sehr und kann nicht begreifen, dass sie so lange fort sein wird. 
Mit der Zeit wird ihm bewusst, dass auch er seine Frau vermisst und ihr gemeinsames Leben. Und dass er sie sehr wohl noch liebt. Durch einen Fall bekommt er eine Ahnung davon, was seine Frau im Irak durchmacht.
Als Jolene im Krieg verwundet wird, ändert sich für sie alles. Wird es eine Chance für sie und Michael geben und eine gemeinsame Zukunft?

Das Sprichwort "Man merkt erst, was man hat, wenn es nicht mehr da ist" passt hier sehr gut. Ich konnte sowohl Jolene als auch Michael gut verstehen. Er wünscht sich eine Frau, die ihn braucht und nicht immer alles organisiert und plant, die ihre Gefühle zeigt und zulässt. Während Jolene es so dringend gebraucht hätte, dass ihr Mann stolz auf sie und ihren Beruf als Pilotin ist.
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und obwohl das Buch sehr emotional ist, ist es keineswegs schnulzig oder schmalzig. Die Geschichte ist sehr realistisch erzählt und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Familien, deren Angehörige im Krieg waren, ähnliches durchmachen müssen.

Dies war mein erstes Buch von Kristin Hannah, aber sicher nicht mein letztes.                                         

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