"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Sonntag, 27. Januar 2013

Saeculum von Ursula Poznanski

Klappentext: Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter ohne Strom, ohne Handy , normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?



Meine Meinung:
Als ich wusste, worum es in diesem Buch geht, wollte ich es unbedingt lesen. Ich gehöre zwar keiner Live-Rollenspielgruppe an, gehe aber unheimlich gerne auf Mittelaltermärkte und interessiere mich auch sonst für das düstere, oft romantisierte Zeitalter. 
"Saeculum" bedeutet Jahrhundert und in diesem Fall hat sich die Gruppe für das 14. Jahrhundert entschieden. Ein komplettes Wochenende leben wie damals, ohne jeglichen Komfort, kein Strom, keine Batterien, keine Streichhölzer. 
Für Bastian ist das eine ganz neue Welt, denn der Medizinstudent lebt eigentlich nur für seine Bücher und Prüfungen. Aber als er Sandra kennenlernt, geht er ihr zuliebe mit auf einen Mittelaltermarkt und lässt sich von der Atmosphäre anstecken. Es ist für ihn wie eine Reise in eine andere Welt. Und so ist er auch einverstanden, dieses Leben mal mehrere Tage auszuprobieren. Das erspart ihm auch eine Reise mit seinem herrischen Vater nach Berlin, einem berühmten Chirurgen. 
Also geht es mit dem Zug von Köln in die Berge nach Österreich, in ein abgelegenes Waldstück. Unterwegs erzählt ihm Paul von der Sage der "Blutgruft". Der Legende nach soll es dort im Mittelalter in der Gruft einer Burg ein Massaker gegeben haben.
Einige der Gruppe sind nicht begeistert vom Ziel der Reise und Doro prophezeit großes Unheil, denn es liegt ein Fluch über der Gegend. 
Tatsächlich geschehen immer wieder merkwürdige Dinge und Bastian fragt sich irgendwann, ob es tatsächlich sein kann, dass sich der Fluch des ermordeten Burgherren erfüllt. Oder steckt etwas ganz anderes hinter den Vorkommnissen? Warum benimmt sich Sandra so komisch, seit sie angekommen sind?
Und welches Geheimnis hat Iris? Hat sie wirklich nur Angst vor dem Fluch? 


Die Charaktere sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Bastian mochte ich gleich zu Anfang, ebenso Iris, trotz ihrer zunächst kratzbürstigen Art. Oder vielleicht gerade deshalb? ;-)  Auch Steinchen war mir direkt sympathisch. Im Gegensatz zu Sandra. Und Paul. Bei beiden hatte ich ein komisches Gefühl. 

Dies war mein erstes Buch von Ursula Poznanski. Obwohl die Personen ja alle erst so um die zwanzig sind, würde ich es nicht als Jugendbuch bezeichnen. Andererseits ist es aber auch schwer in ein Genre einzuordnen. Am ehesten noch würde ich es als Spannungsroman mit einem Hauch Mystery bezeichnen. Die Autorin schreibt wunderbar anschaulich und ich konnte die Geschichte richtig vor mir sehen und hatte fast das Gefühl, dabei zu sein. Im Wald, auf der Lagerwiese, in der Burgruine. 

Auf jeden Fall wandert das Buch auf meine Favoritenliste und ich kann es jedem empfehlen, der nicht nur auf die üblichen Serienkiller-Krimis steht.


1 Kommentar:

  1. Dacht ich mir, dass dir das Buch gefallen wird. schöne Rezi.

    LG Andrea

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