Freitag, 20. April 2012

100. Todestag von Bram Stoker

20. April. Heute vor 100 Jahren starb einer der berühmtesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Den größten Erfolg hat er allerdings nicht mehr miterleben dürfen, nämlich den seines Romans „Dracula“.
Als das Werk erschien, war es zunächst sogar ein Ladenhüter. Erst die spätere Verfilmung machte darauf aufmerksam und damit kam auch der Erfolg. Heute gilt „Dracula“ wohl als Meilenstein in der Schauerliteratur und viel gelesener Klassiker.
Das Genre des Vampirromans verdankt Stoker viel, denn ich glaube nicht, dass es Romane wie die „Twilight“-Reihe heute geben würde, hätte der Ire nicht dieses Meisterwerk geschrieben. Was allerdings auch nicht so ein wirklich großer Verlust wäre. Grins…

Eigentlich ist Bram (Kurzform von Abraham) eine sehr tragische Figur. Bis zu seinem siebten Lebensjahr war er sehr krank und konnte allein weder gehen noch stehen. Vermutlich spiegelt sich diese traumatische Erfahrung deswegen in seinem Roman wider. Stichworte: Ewiger Schlaf und Auferstehung der Toten.
Stoker arbeitete als Journalist und Theaterkritiker. So lernte er auch den Schauspieler Henry Irving kennen. Sein Ur-Urgroßneffe Dacre Stoker glaubt, dass ihm u.a. auch der charismatische Irving als Vorlage für seine Figur des Grafen Dracula diente. Weitere „Vorbilder“ waren natürlich der rumänische Fürst Vlad Dracula, genannt Der Pfähler und die ungarische „Blutgräfin“ Bathory.
Außerdem gab es da die Erzählung „Camilla“ von Joseph Sheridan Le Fanu, der in der Steiermark spielt. In der Ursprungsversion von „Dracula“ gab es ein Einführungskapitel, in dem Stoker Jonathan Harker dort das Grab der Vampirin entdecken ließ. Später entschied er sich aber anders, verlegte seine Geschichte nach Transsilvanien und nahm das Einleitungskapitel wieder heraus. Eigentlich schade. Dies wurde später als Kurzgeschichte „Draculas Gast“ veröffentlicht.
Als Theatermensch träumte Stoker immer schon davon, seinen Roman auf die Bühne zu bringen. Henry Irving wäre sein Wunschkandidat für die Titelrolle gewesen, aber der hatte kein Interesse und so wurde zu Stokers Lebzeiten nichts daraus.
1925 verfasste Hamilton Deane, ein Jugendfreund Stokers, das Theaterstück „Dracula: The Vampire". Zwei Jahre später wurde es auch in New York uraufgeführt und zwar mit dem späteren Film-Dracula Bela Lugosi in der Hauptrolle. Damit war der Graf quasi von den Toten auferstanden. ;-)
Heute kennt wohl jeder den Grafen Dracula und kaum einer hat noch nicht von dem berühmtesten Vampir der Literatur- und Filmgeschichte gehört. Bram Stoker war es leider nicht mehr vergönnt, diesen Ruhm zu erleben. Sein Ur-Urgroßneffe Dacre hat über 100 Jahre später mit seinem Roman „Dracula – Die Wiederkehr“ versucht, seinem berühmten Onkel ein Denkmal zu setzen und ich finde, das ist ihm sehr gut gelungen.

Für mich ist "Dracula" ein geniales Meisterwerk und mein absolutes Lieblingsbuch. Heutige Schriftsteller könnten von Stoker noch einiges lernen. ;-)

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